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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-08-12 · 33 (12.8.1904) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
33 (12.8.1904)
Date
1904-08-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 33 Dr Klocb s Mocbenscbritt. Seite 539 Das A u g u st h e f t der illustrierten Monatsschrift für modernes Judentum „Ost und West" (Verlag von Ost und West, G. m. b. H., Berlin NW. 23, Altonaerstraße 36), ist ganz dem dlndenken des verewigten Führers der Zionisten Dr. Theodor Herzl gewidmet. Das mehr als das Doppelte des gewöhnlichen Umfanges fassende Heft bietet eine reiche Fülle äußerst interessanten literarischen und Illustrations- Materials. Eine Reihe hervorragender Männer aus allen Ländern, die dem Verewigten im Leben nahe gestanden haben, vereinigten sich, um dem edlen und seltenen Manne ein Denkmal von bleibenden Wert zu setzen. Die Abhandlungen bieten nicht nur höchst wertvolle Beiträge zum besseren Verständnis des Menschen Herzl und den Bestrebungen des Führ e r s Herzl, sondern gewähren auch tiefe Einblicke in die innere Geschichte der zionistischen Bewegung, sowohl nach der intern-organisatorischen, als auch nach der externen diplomatischen Seite hin. Den Reigen eröffnet der berühmte Orientalist und persönliche Freund des Sultans, Professor Dr. H. V a m b e r y, B u d a p e st, der in fesselnder Weise über die von ihm eingeleiteten Beziehungen des Zionistenführers zur Hohen Pforte berichtet, wie auch über die Beurteilung, die die Bestrebungen Herzl's am Goldenen Horn fanden. Der hervorragende Wiener Publizist, Redakteur der „Neuen Freien Presse", Dr. W. Goldbaum, ein langjähriger Freund und Kollege Herzl's, zeichnet in feinen Umrissen ein ergreifendes Bild des Menschen und Schriftstellers, während Israel Z a n g w i l l (London) in seiner prickelnden Weise „die große Tragödie" charakterisiert, die sich in Herzl's Lebensgang spiegelt, gibt M a x N o r d a u (Paris), in erschütternden Worten dem Schmerz über den Heimgang seines Freundes und Mitkämpfers Ausdruck. Was der bekannte hebräische Publizist N. S o k o l o w (Warschau) über die nur wenigen Eingeweihten zugänglichen Tagebücher, die Herzl hinterlaffen hat, mitzuteilen weiß, ist geeignet, lebhaftes Interesse zu erregen, ebenso wie die Erinnerungen eines der hervorragendsten Führer der deutschen Juden, mit dem Herzl durch die Vermittlung des Rabbiners Dr. Güdemann bekannt wurde, und der wohl der erste war, dem der „Judenstaat" im Manuskript vorgelesen wurde. Doktor M. G a st e r (London) spricht eingehend und mit großer Sachkenntnis über die Zukunft des Zionismus, während G u st a v G. Cohen in Hamburg, außer interessanten persönlichen Reminiszenzen drei sehr lesenswerte Briese Herzl's, die als Facsimile wiedergegeben sind, mitteilt. Heinrich Jork Steiner (Wien) entwirft ein anziehendes Bild des Zionistensührers im Kreise seiner Familie und Freunde und schildert ferner die letzten Tage des Verblichenen. Einen tief empfundenen Nachruf widmet die Baronin Bertha von Suttner ihrem verewigten Freunde. Dr. I. E l j a s ch o f f (Warschau) gibt einige in die Tiefe von Herzl's Eigenart führende Apereus. Martin Bub er (Berlin) behandelt Herzl's Verhältnis zur Historie, während Dr. Theodor Z l o c i st i (Berlin) in feinsinniger Weise auf Grund zweier Porträts des Verstorbenen die großen Wandlungen zeichnet, die sein Schicksal an seiner äußeren Erscheinung vollzogen hat und wie er allmählich verblutet ist. Nicht ohne tiefe Rührung wird man die letzte literarische Arbeit Herzl's (in Facsimile), einen Aufruf an die jüdische Jugend, lesen. Auch einige der feinsten älteren Arbeiten des feinsinnigen Künstlers Herzl findet man hier wieder, wie „Solon in Lydien", „Manschet", „Die Menorah". Gegen fünfzig glänzend ausgeführte Illustrationen schmücken das vornehm ausgestattete Heft, von denen die meisten interessante Darstellungen aus dem Leben und Wirken Herzl's bringen. Erschütternd wirkt die Reproduktion des neuesten großen Gemäldes „Golus", von dem berühmten Maler Hirszenberg, nebst 10 Einzelstudien zu demselben, von einem erklärenden Text begleitet. So bildet dieses Heft an Inhalt und Ausstattung ein schönes und würdiges Denkmal der Pietät und der Erinnerung an den großen Toten. Mit Rücksicht auf den beträchtlich erweiterten Umfang des vorliegenden Heftes wird dasselbe im Einzelverkauf zum Preise von Mk. 1.—, auf Kunstdruckpapier Mk. 1.50 abgegeben. Neue Bücher. The Jewisil Encyclopetlia. Volume Yll. Ltaly -Leon. A deseriptive reeonl ot the History. Religion. Literature and Customs of the Jewish people fvom the earliest times to the present Day. Funk and Wagnalls Company New-York and London. Attneulund. Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas. J. Jahrgang. Heft Nr. 8, August 1904. Herausgegeben von F. O p p e n h e i m e r, 2. Soski n, O. Warb u r g. Inhalt: Dr. M. Blanckenhorn: Bericht über die Einrichtung meteorologischer Stationen aus jüdischen Kolonien in Palästina. Pros. Tr. O. Marburg: Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwvllkultur im Gebiete der Bagdadbahn (Forts.). Prof. Dr. D. S ch o e nfett): Die Halbinsel Sinai. Unsere Hoffnung, Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, lII/2, Untere Viaduktgaffe 25. I. Jahrg. Heft Nr. 5, August 1904. Inhalt: D r. Theodor Her z l. N. Pruschunski. Ein Blatt aus der Chronik u n s e r e r Stad t. Verlag Siegfried C r o n b a ch, B e r l i n 1904. Briefkasten. R. Der antisemitische Berliner Agitator Johannes Wilberg hat im Jahre 1901 geschrieben: „Keine einzige Partei hat so viele Gaukler und Schaumschläger in ihren Reihen gezählt, wie die unsrige und keine Parte: hat sich von Phrasenhelden und elenden Spekulanten so nasführen lassen, wie die antisemitische." Kantor Allenberg. Liesing. Sie fragen an, ob in dem alten Wecke p-n:na der Vers des Propheten Jcsaia 63, 4: apj ov 'a naa 'bis: nrn 'aba als A krostichon folgender prophetischer Verkündigung sich findet: x'cna 'D*p "bpa nPaa ixti lyattr bioc ba lana", rrn-as rb'Xi rrnn .in^aa n:u ■nnffi pa' narteaa ianb nj?a .S’33n tTPs mea Pins?-1 aab Wir haben leider das Werk nicht zur Hand und die Bibliotheken sind geschlossen. F. L. Nach dem Berichte des englischen Konsuls in Palästina hat der Verkehr Palästinas mit dem Auslände im Berichtsjahre die Summe 15,547.000 Mk. (gegen 12,422.000 Mk. im Vorjahre) erreicht, was einer Steigerung von mehr als 25 gleichkommt. An diesem Gesamtbeträge partizipiert die Ausfuhr mit 6,575.600 Mk. (gegen 4,076.000 Mk.), die Einfuhr mit 8,972.000 Mk. (gegen 8,346.0«.0 Mk. im Jahre 1902). Die' Ursache dieser Steigerung erblickt Konsul Dickson in der günstigen vorjährigen Ernte, die infolge reichlich niedergegangenen Regens sowohl an Getreide wie an Wein und Orangen reichen Ertrag lieferte. AsiätiGUS Tie Tatsache ist verbürgt. Als Sohn eines baltischen Edelmannes im Jahre 1846 geboren und früh verwaist, wurde Plehwe a«:s Barmherzigkeit von einem polnischen Edelmann an Kindesstatt angenommen und erzogen. Der hochsinnige Mann ahnte nicht, daß er eine Lchlange an seinem Busen nährte, die seine Wohltaten mit scheußlichem Undank belohnen werde. Es ist sür die dem Entarteten angeborenen Verbrecher-Instinkte bezeichnend, daß er schon im Jahre 1863 als kaum Sechzehnjähriger, aus schnödem Strebertum den eigenen Pflegevater an den Galgen brach, e. Einzig und allein um später desto schneller und leichter Karrere zu machen, denunzierte der saubere Patron seinen Wohltäter, der als Pole sich an dem Aufstande von 1863 beteiligte, bei dem Statthalter Murawjew, und dieser „Henker Polens" beeilte sich, den Verratenen sofort aufknüpfen zu lassen. Langjähriger Leser. Das Wort „Welsch" kommt vom altdeutschen walahisc", welches wieder vom Lateinischen gallicus herrührt; es bedeutet ursprünglich „fremd" fremdländisch, dann vorwiegend italienisch und französisch; so auch „Welschland", Walnuß nämlich „welsche Nuß", dann Kauderwelsch, Rotwelsch n. s. w. Erste Frage. „Knickerbocker" ist das Pseudonym, unter dem Washington Irving seine History ot New-York im Jahre 1809 veröffentlichte. Das Wort wurde dann Spitzname der alten niederländischen Bourgeoisie in New-Aork. dann der New-Uorker überhaupt. I. S. II Non ölet ist lateinisch und bedeutet: Es riecht nicht.- D. K. in D. Nur Beiträge für Kultuszwecke sind gesetzlich durch den Zwang der Behörden eiuzutreiben, nicht aber Beiträge für Wohltätigkeitszwecke irgend welcher Art. Oesterreichische Gemeinden verwalten deswegen sämmtliche Fände gemeinsam.

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