Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 8 (19.2.1904)
- Date
- 1904-02-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 123 Dr. Mocb's Mlocbenscbrikt. Nr. 8 Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler.) Montag den 22. Februar, halb 8 Uhr abends, in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Grüne Thorgasse 24, Vortrag des Herrn Dr. B. W a ch st e i n. Thema: „Theorie und praktische Philosophie Spinoza's". Wien. (Denkmäler der Tonkunst in Oe st erreich.) In der Sitzung der leitenden Kommission der „Denkmäler der Tonkunst in Oesterreich", die am 25. d. M. unter dem Vorsitze des Geheimen Rates Bischofs Dr. Mayer stattfand, wurde Fräulein Dr. Elsa Bienenfeld zum wirklichen Mitglied ernannt. Wieu-Ottakriug. Bei der am 8. Februar 1904 stattgefundenen fünften ordentlichen Generalversammlung des Vereines zur Ansspeisung armer israelitischer Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes wurden folgende Herren in die Vereinsleitung für das Jahr 1904 gewählt: Leopold Trebitsch, Obmann; Bernard Mandelbaum, Obmann-Stellvertreter; Sigmund Schickler, I. Schriftführer; Sigmund Kohn, II. Schriftführer; Adolf Kohn, Kassier; Adolf Fischer und Kahane Benno, Revisoren; Moritz Auspitz. Samuel Brandt, Heinrich Frischmann, Dr. Hermann Modern. Samuel Fischer, Ludwig Spitzkopf. Ferdinand Pichler, Ausschüsse. In dieser Generalversammlung wurden auch folgende Herren in Würdigung ihrer besonderen Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt: Kultusvorsteher Salomon Rosner, Sigmund Schickler, Adolf Kohn, Dr. Alfons Cohn, Bernard Mandelbaum, Samuel Epstein. Dieser Verein ist eine dringende Notwendigkeit im Bezirke, hat im abgelaufenen Jahre 22.161 Portionen an arme Kinder verabreicht mit einem Kostenaufwande von X 67'0-20 und verdient allenthalben von den Glaubensbrüdern unterstützt zu werden. Wien. (Freiwillige Krankenwache.) Ein großer Teil unserer Glaubensgenossen Wiens findet während einer schweren Erkrankung im seltensten Falle Trost und Beistand, wie solches sonst in allen Gemeinden stets üblich war. Noch trauriger gestaltet sich das Los dieser Unglücklichen, sobald ihre letzte Stunde herannaht und niemand zugegen ist, der mit denselben die rituellen Gebete verrichten könnte. Diesem Uebelstande abzuhelfen, ist eine größere Anzahl uneigennütziger Männer zusammengetreten, die mit Aufopferung ihrer Person sich zur Aufgabe machten, in gegebenen Fällen Tage und Nächte bei solch schwer Kranken zu wachen. Bisher sind dieser vorläufigen Privatvereinigung' 40 Personen beigetreten mit der Verpflichtung, sofort aktiv einzugreifen, sobald der Ruf an dieselben ergehen sollte. Von einem materiellen Beitrage seitens der Mitglieder wurde Abstand genommen. Nähere Auskunft erteilen die Herren Arnold Klein, II., Castellezgasse 9, und Wilh. Morgenstern, II., Große Pfarrgasse 7, daselbst werden auch Beitrittserklärungen entgegengenommen. Wien. (Humanitärer Geselligkeitsverein der „Boskowitzer in Wien".) Dieser seit 10 Jahren bestehende und sehr segensreich wirkende Verein hielt dieser Tage in Friedmann's „Cafs Augartenbrücke" seine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Erteilung des Absolutoriums an den abtretenden Vorstand und seinen Obmann Herrn Dr. Hermann Roth, Hof- und Gerichtsadvokat, wurden die Neuwahlen vorgenommen und hatten folgendes Ergebnis. Gewählt wurden zum Obmann Herr Max Munk jun., zu seinem Stellvertreter Herr Dr. Eduard Bix, Hof- und Gerichtsadvokat, zum Schriftführer Herr Dr. Max Ticho, zu seinem Stellvertreter Herr Jur. Deszö Friedman»^ zum Kassier Herr Emil Wassertrilling. Die zahlreich erschienenen Mitglieder brachten den Willen zum Ausdrucke, das Pereinsleben reger zu gestalten, damit die Vereinszwecke ihre volle Erfüllung finden, Wien (Einzelverein Zion „Leopoldstadt Praterstraße".) Donnerstag den 25. Februar 1904,' 8 Uhr abends, im reservierten Saale des Caf6 Trient, II., Praterstraße 66, II. Elternabend. Kritik der Lehrpläne für den israelitischen Religionsunterricht". Referent: Herr Dr. phil. S. Krenberger. Floridsdorf. Der „Israelitische Frauen- Wohltätigkeits-Verein Floridsdorf" veranstaltet Mittwoch den 2. März 1904 in den Giselasälen, Floridsdorf, Pragerstraße 11, ein Wohltätigkeits-Kränzchen. Karten sind zu haben bei den Komiteemitgliedern, sowie in den Cafös Spann, Steinschneider und Wald. Gödiug. Unsere Gemeinde war am verflossenen Samstag den 16. d. M. der Schauplatz einer solennen und überaus würdigen Feier. Herr Moritz U l l m a n n, Religionslehrcr und Matrikenführer, feierte das 30jährige Jubiläum seiner Amtswirksamkeit. Der gesummte Vorstand mit dem Kultusvorsteher Herrn Dr. Ludwig Körner begab sich in die Wohnung des Jubilars, wo Herr Doktor Körner in einer überaus schönen Ansprache die Tätigkeit des Jubilars eingehend würdigte und namens der Kultusgemeinde eine prachtvoll ausgestattete Adresse überreichte. Der Jubilar dankte mit vor Rührullg erstickter Stimme für diese Kundgebung. Gleichzeitig erschien eine Deputation ehemaliger Schüler des Jubilars, die eine von den Schülern desselben gewidmete Ehrengabe im prachtvollen Ledereinband überreichte. Hierauf begab sich die ganze Gesellschaft mit dem Jubilar in das Gotteshaus; hier wurde derselbe als Maftir zur Thora aufgerufen und Kantor Schmitz rezitierte einen eigens zu diesem Zwecke verfaßten Mnebebkraeü; der von Oberkantor Grünwald eingeübte, verstärkte Tempelchor brachte die melodiöse Koniposition Rubens, Psalm 100, zum Portrage, worauf Herr Rabbiner Dr. Lazarus von der Kanzel herab die Verdienste des Jubilars in einer ausgezeichneten Rede pries. Der Jubilar dankte gerührt. Austerlitz« Die ehrenvolle Berufung unseres Kantors Herrn M. Lamberg nach Kolin hat unsere Gemeinde mit Bedauern erfüllt. Ungern verlieren wir Herrn Lamberg, der sich durch seine überaus schöne und klangvolle Stimme und seinen gediegenen Portrag allgemeine Sympathien erworben hat. Diese Woche schied Herr Lamberg, aus unserer Gemeinde und wünschen wir ihm, daß er in seinem zukünftigen Wirkungskreise gleiche Anerkennung finden möge. Mahr.-Schönberg. Der hiesige seit dem vorigen Jahre bestehende „Jüdisch-literarische Geselligkeitsverein" veranstaltete am 7. Februar wieder einen sehr interessanten Vortragsabend, indem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. Günzig aus Loschitz einen Vortrag über das Thema hielt: „Die jüdische Weltanschauung über den Wert des Lebens". Der Redner beleuchtete in fesselnder Weise die in der jüdischen Literatur zu Tage tretenden, teils pessimistischen, teils optimistischen Welt- und Lebensansichten, um endlich dem Optiniismus im Judentum den Sieg zuzuerkennen In gewandter Art verstand es der Vortragende, aus der Fülle des namentlich in Talmud und Midrasch zu Gebote stehenden Materials die richtige, für eine populärwissenschaftliche Darlegung geeignete Auswahl zu treffen, wodurch es ihm gelungen ist, die lebhafte Aufmerksamkeit der Versammlung dauernd festzuhalten. Reichlicher Beifall belohnte den Vortragenden, welchem der besondere Dank dafür gebührt, daß er durch seine gediegene Leistung die Zwecke und Ziele unseres Vereines in so trefflicher Weise gefördert hat. Diesem Danke wurde auch vom Vereinsobmann Herrn Ingenieur Glas in der darauffolgenden Diskussion Ausdruck gegeben, an welcher sich auch die anwesenden Herren Rabbiner Dr. Oppenheim (Olmütz), Rabbiner Dr. Proßnitz (M.-Schönberg), Kultusvorsteher Jakob Stern beteiligten. Klobouk. Fräulein Laura Deutsch, Tochter des Herrn I. Deutsch, Kaufmann in Klobouk, hat sich mit dem Herrn Hermann Groß daselbst verlobt. Prefiburg. In der hiesigen öffentlichen Räbbinatsschule wurde vergangene Woche eine sehr schöne Feier abgehalten. Einer alten jüdischen Gepflogenheit gemäß wird die Beendigung des Studiums eines Talmud-Traktates — Szyjnm genannt — festlich begangen. Gelegentlich der Ernennung des ehrw. Herrn Akiba Schreiber (Sohn Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners B. Schreiber) zum Vizedirektor der eingangs erwähnten Schule, wählte derselbe zum Gegenstände seines Vortrages und Studiums den Traktat „Nedarim“, welcher nach dreijährigem, emsigen und eingehenden Studium vorige Woche beendet wurde. Es muß zugegeben werden, daß der Herr Vizedirektor, in den Fußtapfen seines großen Vaters wandelnd — dessen Lehrmethode und tiefe Gelehrsamkeit weit und breit berühmt ist — Großartiges leistet. Die Szyjum-Feier nahm einen sehr würdigen Verlauf. Zur selben fand sich nebst den Schülern ein zahlreiches Auditorium ein und war sowohl der Vorstand dieser Schule als auch eine Vertretung der Talmudisten daselbst anwesend. Nach Beendigung des Talmudvortrages hielt Vortragender auch ein geistreiches Schlußwort, welches allseits beifällig ausgenommen wurde und gaben die Anwesenden ihrem Beifalle auch lebhaften Ausdruck. Stanislau. Am 31. Jänner d. I. feierte der Senior und Präsident der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde Herr Kassiel Kiesler das Fest seines 70jährigen Geburtstages. Der Jubilar, in der vollsten und ungetrübtesten Frische des Geistes und Körpers, dessen Namen sowohl im öffentlichen, als auch im privaten Leben des reinsten und schönsten Wohlglanzes sich erfreut, wurde in wohlverdienter Weife, außer den aus Nah und Fern herangelangten schriftlichen Maffengratulationen, von vielen Deputationen und Vereinsabordnungen der hiesigen Bevölkerung auf's Herzlichste beglückivünfcht. Am Abend desselben Tages versammelten sich um ihr verehrtes und geliebtes Familienoberhaupt all dessen zahlreiche Kinder, Enkel und Urenkel, die aus den fernsten Gegenden kamen, und wurde dieses Fest im trauten Familienkreise in schönster patriarchalischer Weise gefeiert. Hohenems. (Auszeichnung.) Se. Majestät der Kaiser hat den Oberlehrer der hiesigen israelitischen Volksschule, Herrn Moritz Federmann, durch Perleihnng des silbernen Verdienstkreuzes mit der Krone auszuzeichnen geruht. Einem nach jeder Richtung hin der-