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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-06-13 · 24 (13.6.1902) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
24 (13.6.1902)
Date
1902-06-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 400 Dr. Bloches Wochenschrift. Nr. 24 Dr. Oscar Kohlbach, welcher der Jubilarin einen prächtigen Blumenstrauß überreichte. Hierauf verlas der Schriftführer Herr Ludwig Hirschfeld den Text einer Widmungsadresft, welche der Präsidentin von den Damen des Ausschusses überreicht wurde. In einfachen, aber äußerst herzlichen Worten dankte nun die Präsidentin für die sowohl dem Vereine als auch ihrer Person entgegengebrachten Ehrungen und versprach, auch in Zukunft ihre besten Kräfte für das Wohl und Gedeihen des Unterstädter israelitischen Frauenvereines einsetzen zu wollen. Nun nahm die Bicepräsidentin Frau Rosa K i ß die Vertheilung der Ehrendiplome an jene Mitglieder vor, welche dem Vereine seit dessen Gründung angehören, worauf mehrere mit köstlichen Bissen überladene Tische die Festtheilnehmer zu einem gemüthlicheu Symposion vereinigten, bei welchem es auch an zahlreichen Toasten nicht fehlte. Besonders stürmischen Beifall fanden die Toaste aufs Vaterland, auf den Oberrabbiner Doctor S. Ungar und die einzelnen bei dem Feste vertretenen Corporationen, und der von,Oberrabbiner Dr. Simon Ungar ausgebrachte Toast auf die Präsidentin des katholischen Frauenvereines Gräfin Ottilie Althann, die er als personificirte Humanität pries. Mit endlosem Jubel ausgenommen wurden die geradezu prächtigen Ansprachen der hochgeborenen Gräfin und der Frau Friedericke Bauer, sowie der Toast auf den außerhalb Effegg weilenden Präsidenten der Oberstädter Cultusgemeinde Herrn Dr. Hugo Spitzer und auf dessen anwesende Gemahlin. Es wurde ferner toastirt von Herrn Josef Kellner auf die Familie Obersohn, von Herrn Nathan Schwarz auf die Wohlthätigkeitsidee rc. Zu dem besonderen Gelingen des Festes hat nebst den Ausschuß-Damen und dem Schriftführer besonders auch Fräulein Cornelie v. P e t r a s ch, die Leiterin der Unterstädter Suppenanstalt, beigetragen. Virovitiea (Slavonien). Der Agramer Fürsterzbischof Se. Excellenz Dr. Posiloviö weilte in Virovitiea am 6. und 7. d. M. Die israelitische Cultusgemeinde daselbst entsendete unter Führung des Herrn Rabbiners Dr. Kaufmann und des Herrn Präses Felix Deutsch eine Deputation, um den Herrn Fürsterzbischof im Namen der jüdischen Cultusgemeinde zu begrüßen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Kaufmann hielt an Se. Excellenz die Begrüßungsansprache in croatischer Sprache und hob unter Anderem hervor, daß es ihn freue, einen hohen Würdenträger derjenigen Religion zu begrüßen, welche ebenso wie die jüdische einen festen Damm und eine feste Burg bilde gegen den besonders in neuester Zeit überhandnehmenden Atheismus. Der hohe Kirchenwürdenträger war sichtlich gerührt von dieser Ansprache, denn er ging in seiner Erwiderung fast auf jeden Gedanken, den unser Rabbiner zum Ausdrucke brachte, näher ein, berührte viele kosmogonisch-kosmologische Auseinandersetzungen der Modernen, die er widerlegte, betonend, daß die Weltanschauung der monotheistischen Religionen die wahre und richtige sei. Endlich versicherte er der Deputation, daß er für das friedlichste Einvernehmen zwischen den verschiedenen Nationalitäten in unserem Lande sei. Temesvar. Die feierliche Enthüllung der in der neuen Synagoge der Temesvar-Fabriker isr. Statusquo-Gemeinde angebrachten Gedenktafel zur immerwährenden Würdigung der Verdienste, die sich der einstige verdienstvolle Präses der Gemeinde und derzeit Präses der Araber isr. Gemeinde Herr- Bernhard Deutsch, sowie das Ehepaar weil. Leopold und Amalie Freund um den Tempelbau erworben haben, fand in Anwesenheit des zur Feierlichkeit geladenen Herrn Bernhard Deutsch und der Kinder des allzufrüh verstorbenen Ehepaares Freund, sowie eines zahlreichen distinguirten Publicums statt. Vorhergehend hielt die Repräsentanz der Gemeinde eine ausschließlich dieser Gelegenheit geweihte festliche Sitzung, worauf dieselbe unter Führung des Gemeindepräses Emanuel Friedmann corporativ in den Tempel sich begab. Hier würdigte Oberrabbiner Dr. Singer in einer gediegenen Festrede die um den Tempelbau und auch sonst um die Gemeinde erworbenen außerordentlichen Verdienste des Herrn Bernhard Deutsch und des Ehepaares Freund, als deren ewigen Beweis die Gemeinde diese Gedenktafel widmet. Hiemit schloß die Feier. Paris. Die „Aurore" veröffentlicht ein von Bernhard L a z a r e an den Minister des Aeußern, Herrn Delcasse, gerichtetes Schreiben, in welchem er über die Behandlung, die ihm in Rumänien zu theil wurde, Klage führt. Nachdem er den Zweck seiner Reise, die öconomischen und politischen Verhältnisse der Juden in Rumänien und Galizien zu studiren, mitgetheilt, führt er aus, daß ihm in letzteren Lande jegliche Erleichterung gewährt, dagegen in Rumänien ernsteste Schwierigkeiten bereitet wurden. Nur in Jassy habe er mit Ruhe seine Informationen einziehen können, aber in Bukarest der Gewalt weichen müssen. Er würde sich nicht an Herrn Delcassö wenden, wenn es sich nur um eine Agitation „der jungen Leute, deren Heimatsgenossen in Frankreich brüderlich empfangen werden", gehandelt hätte, allein es seien nicht nur unverantwortliche Agitatoren gewesen, die unter den Fenstern seines Hotels Todesdrohungen gegen ihn ausstießen, dann fährt Herr Lazare wörtlich fort: „Die gedruckten Aufrufe, von denen ich Ihnen ein Exemplar hier zu übergeben die Ehre habe und die zu den Kundgebungen aufreizten, wurden am 1./19. Mai auf den Straßen von Bukarest durch P o l i z i st e n i n U n i f o r m v e r t h e i l t. In der Versammlung vom 7./20. Mai, welche die Veranlassung zum Tumult war, führte den Vorsitz ein Beamter des Ministeriums des öffentlichen Unterrichtes und der Gülte (welche Ironie!), Herr Nae Dimitrescu. Meine Persönlichkeit, Herr Minister, kommt nicht in Betracht, aber es ist nöthig, Ihnen den Ernst der Thatsache mitzutheilen, daß Beamte der rumänischen Regierung an der Spitze derjenigen stehen, welche einen französischen Bürger, der die Gesetze des Landes, in dem er sich befindet, respectirt, verhindern, sich frei zu bewegen und die Lage eines Gemeinwesens, für das er sich interessirt, frei zu studiren. Die fremdenfeindliche Gesetzgebung Rumäniens, welche Sie, Herr Minister, kennen und unter der die französischen Interessen schon zu leiden hatten, erlaubte mir nicht, zu glauben, daß die Fremden auf rumänischem Boden mit günstigem Auge angesehen werden. Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß ein französischer Bürger dort seines Lebens nicht sicher sein kann. Ich glaube, Herr Minister, meinen Landsleuten einen Dienst zu leisten, indem ich Ihnen diese Zwischenfälle mittheile und Sie bitte, daraus die Schlüsse zu ziehen. Solange ein Rumäne sich in Frankreich jeder Freiheit erfreut, muß auch, wie uns scheint, ein Franzose sich jeder Freiheit in Rumänien erfreuen". Vermischtes. Kranzablöfungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstertengasse 4, für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Max Kaufmann: Von C. G. K- 20'—; Herrn Jakob Winter, II., Große Sperlgaffe 2, X 5'—; Herrn Adolf Freund,!., Deutschmeisterplatz 2, X 20'—; Herrn Salomon Fischer, I., Deutschmeisterplatz 2. X 20'—; Herrn Richard Mittler, I., Franz Josefs- Quai 7, X 20'—; Herrn Leopold Baumwald, IX., Liechtensteinstraße 12, K 10 —; Herrn H. Baumwald, IX., Liechtensteinstraße 12, X 5 —; Herrn A. Beer, IX., Liechtensteinstraße 12, X 5 —; Herrn Johann Fischer in Tyrnau, X 5'—; Herrn Dr. Julius Monath. I., Jasomirgottgasse 4, X 10'—; Herrn Theodor Kantor, Börsenrath, I., Mölkerbastei 3, X 20'—. Zusammen X 140'—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Josefine Münz: Von Herrn Bernhard Münz, IX., Berggaffe 13, L 10'—; Herrn Robert Gerstmann in Berlin, X 10'—; Herrn Maxmilian Korwill, I., Tuchlauben 27, X 10'—; Herrn Franz Korwill, VIU., Tigergasse 14, X 10'—; Herrn Leopold Wols, XI., Hauptstraße 54, X 10 —; Herrn Adolf Lichtblau, V., Wienstraße 12, X 20'—; Herrn Philipp Adler, I., Gonzagagasse 8, X 5'—; Herrn Max Spainer, VII., Lerchenfelderstraße 27, X 20'—; Herrn Dr. Philipp Münz, II., Ferdinandsstraße 22, X 10'—; Herrn Dr. Elias Münz und Frau, IV., Rainergasse 8, X 10'—; Herrn M. M. Labin, Sechshausergürtel 11, X 10'—; Ungenannt X 5'—; N. N. X 5'—. Zusammen X 135'—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Josefine Naß: Von Herrn Szandor Naß, VII., Halbgasse 16, X 5'—; Herrn Bezsö Leichter, I., Wipplingerstraße 16, X 2'—; Herrn Wilhelm Kraus, IX.. Müllnergasse 6, X 1'—. Zusammen X 8'—. Von Herrn K. Budkowsky in Prag als Spende für arme kranke Glaubensgenossen, X 5'—. Wien. (Trauung.) Sonntag den 15. Juni l. I., um 12 Uhr Mittags, findet im isr. Tempel I., Seitenstettengasse, die Trauung des Fräulein Thilla Heller, Tochter des Herrn Director Heller, mit Herrn Alexander Klein statt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 15. Juni l. I., um halb 3 Uhr Nachmittag, findet im Tempel, II., Tempelgasse, die Trauung des Fräulein Jda Kantor, Tochter des Herrn Ignaz Kantor, mit Herrn Richard Krall statt.

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