Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 16 (18.4.1902)
- Date
- 1902-04-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. lö Dr. Bloch's Wochenschrift. >LcUc -03 der Anstalt begründete, er wurde der Lehrer seiner Genossen und erreichte in seinen technischen Arbeiten eine solche Vollendung, daß sie die Bewunderung aller Kenner, insbesondere aber der Fachmänner auf dem Blindenlehrer-Congreß in Breslau erregten. Am 17. October 1901 wurde der Lehrer des Institutes Herr Sigmund Lasch nach jahrelangem Leiden aus diesem Leben abberufen. 14- Jahre hindurch stand er im Dienste der Blindenbildung, welche er als heiliges Amt unermüdlich versah. Mit einer Begeisterung, wie sie nur die besten Menschen beseelt, widmete er sich in treuester Hingebung allen seinen Pflichten. Den blinden Kindern gehörte die Liebe seines edlen Herzens; in Güte wußte er sie an das erwünschte Ziel zu leiten, es erreicht zu haben, galt ihm stets als schönster Lohn. Selbst in seinen schweren Leiden war den Bestrebungen des Institutes, dem Wohle jedes einzelnen Schülers seine innigste Theilnahme zngewendet, an allen Erfolgen, welche seit nahezu iy2 Jahrzehnten in der Anstalt erzielt wurden, hatte er einen erheblichen Äntheil und so hat er sich selbst durch seine mustergiltige Wirksamkeit in der Anstalt ein bleibendes Denkmal gesetzt. Dem Curatorium des israel. Blindeninstituts geboren an die Damen: Cäcilie Adler, Fanny Bacher, Rose Freiin von König sw arter, Emma Kallir, Pauline Weißweiller, Stephanie von Weiß-Wellen st ein, und die Herren: Dr. Herman Grünbaum als Vorsitzender. Dr. Adolf Stein als Schriftführer, Emil K a r p e l e s als Cassier, Wilhelm Engel, Wilhelm Freiherr von Königswarter, Dr. Georg Landauer, Karl Mayer, Theodor Ritter von T a u s s i g. Generalversammlung des Leopoldstädter Frauen- Wohllhäligkeilsvereins und Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen-Horl. In der vorwöchentlichen Nummer der „Oesterreichischen Wochenschrift" haben wir über die Gebahrung des „Leopoldstädter Fcauen-Wohlthätigkeitsvereines und Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen-Hort" im verflossenen Jahre einen möglichst erschöpfenden Bericht veröffentlicht. Heute sind wir in der Lage, über die Generalversammlung des genannten, wohlthätig wirkenden Vereines, die am 13. d. M. im Vereinslocale, II., Obere Donaustraße 65. stattgefunden hat. zu berichten und bedauern gleichfalls lebhaft, daß der Raum dieses Blattes nicht gestattet, den hochinteressanten Verlauf in eingehenderer Weise zu schildern. Wir müssen uns vielmehr darauf beschränken, die wichtigsten Momente kurz gefaßt wiederzugeben. Die Vorsitzende, Vereinspräsidentin Frau kaiserl. Rath Dr. K o h n begrüßt, nachdem sie die Beschlußfähigkeit der Generalversammlung constatirt hatte, die zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder, namentlich die Delegirten der Wiener Schwestervereine u. zw. die Frauen Gemeinderath Zifferer, Weiß, Ehrlich u. s. w. Entschuldigungsschreiben sind eingelaufen vom Vorstande der Cultusgemeinde Wien, von Frau Baronin Königswarter, David R. v. Guttmann, Prof. Singer rc. Die Vorsitzende, Frau kaiserl. Rath Dr. Kohn, widmet sodann der verstorbenen Vicepräsidentin des Vereines, der Frau Prof. Singer, einen äußerst warm gefühlten Nachruf, welchen die Versammlung zum Zeichen der Trauer stehend anhört, und wird beschlossen, die Beileidskundgebung in dem Sitzungsprotokoll zu verzeichnen. Hierauf verliest die Schriftführerin Frau Dr. Weiß den classisch verfaßten, formvollendeten Jahresbericht, welcher mit allgemein lebhaftem Beifall entgegengenommen wird. Ueber Antrag des Vereinsmitgliedes Ehrlich spricht die Generalversammlung der Vereinsleitung für die aufopfernde und hingebende Thätigkeit im Interesse des Vereines und deren Schutzbefohlenen durch Erheben von den Sitzen und unter lebhaftem, langanhaltendem Beifall Dank und Anerkennung aus. Hierauf erstattet die Vereinscassierin Frau Frankl den Cassabericht, der einstimmig genehmigt wird. Vereinsmitglied Frau Gemeinderath Zifferer, Präsidentin des „Frauenhort", stellt hierauf zu Punkt 4 der Tagesordnung „Neuwahl des Vereinsvorstandes", den Antrag, im Hinblick auf das erfolgreiche Wirken des bisherigen Vorstandes den letzteren per Acclamation wiederzuwählen. Dieser Antrag wird mit rauschendem Beifall zum Beschlüsse erhoben. Die Vereinsleitung ist demnach wie folgt zusammengesetzt: Vereinsvorstand Frau Dr. Bertha Kohn, Präsidentin; Frau Marie Barany, Präsidentin-Stellvertreterin; Frau Cäcilie Frankl, Cassierin; Frau Dr. Helene Stein, Cassierin-Stellvertreterin; Frau Dr. Lina Weiß, Schriftführerin; Frau Dr. Louise Bienenstock, Frau Alice Bruckner, Frau Dr. Irene Engel, Frau Doctor Helene Kanitz, Frau Bertha Käs, Frau Karoline Käs, Frau Charlotte Kisch, Frau Anna Löwy, Frau Regine May, Frau Regine Mayer, Frau Katharine Ripper, Frau Bertha Schönbrunn, Frau Dr. Zerline Schönwald, Frau Vilma Stein. Frau Dr. Elise Wintermtz, Herr Dr. Karl Bienenstock. Herr Wilhelm Frankl. Herr Norbert Kanitz. Herr Alfred Kisch, Herr kais. Rath Dr. S. Kohn, Herr Prof. Richard Singer, Herr Dr. Koloman Stein, Herr Dr. Leopold Weiß, Herr Dr. Josef Winternitz, Beiräthe; H'rr Josef May. Herr Simon Käs, Revisoren. Zu Punkt 5 der Tagesordnung „Aenderung der Statuten" beantragt der Referent, Herr Dr. Weiß, die Statutenänderung, dahingehend, daß die Generalversammlung erforderlichenfalls nur alle zwei Jahre einzuberusen sei, ferner die Ernennung eines Curatoriums und Vergrößerung des Vereinsvorstandes zu genehmigen. Dieser Antrag wird, nachdem Frau Gemeinderath Zifferer denselben eifrigst empfohlen, angenommen. Die Vorsitzende Frau kaiserl. Rath Dr. Kohn nimmt sohin das Wort, um in einer längeren, formvollendeten, mit Humor und Satyre durchsetzten Rede sich über die Thätigkeit des Vereines im Ausführlichen auszusprechen und aus die hehren Ziele und schönen Zwecke des Vereines hinzuweisen und im Hinblick auf die günstigen Resultate, die dem Verein zur Seite stehen, Allen, die mit Rath und Thal mitgewirkt, den verbindlichsten Dank zum Ausdruck zu bringen, insbesonders weist die Vorsitzende darauf hin, daß die erwähnten günstigen Resultate nur deshalb erzielt zu werden vermochten, weil sich der Verein der Mithilfe speciell der Borstandsdamen und Beiräthe, sowie der außerordentlichen Theilnahme der Mitglieder zu erfreuen so glücklich war, u. zw. der Frauen Barany, Weiß, Käs, Stein, Frankl, Mai, Winter, Dr. Kanitz. Ljölvy u. s. w. Die Vorsitzende nimmt hierauf Veranlassung, der Förderung zu gedenken, die sich der Verein durch die Zeitungen u. zw.: der „Neuen Freien Presse", des „Neuen Wiener Tagblatt", namentlich aber der „Oesterreichischen Wochenschrift" zu erfreuen in. der Lage war, und dankt hiefür mit warm empfundenen Worten. Zum Schluffe richtet die Vorsitzende an die Generalversammlung einen warm gehaltenen Appell, dem Verein nach wie vor in seiner fruchtbringenden und segensreichen Thätigkeit nach jeder Richtung hin die möglichste Förderung angedeihen zu lassen. Hof- und Gerichtsadvocat Dr. W i n t e r n i tz spricht zum Schluffe der Vorsitzenden, Frau Präsidentin kais. Rath Dr. Kohn, für deren aufopfernde und hingebende Thätigkeit im Interesse des Vereines, insbesonders aber für die umsichtige, parlamentarisch correcte Leitung der Verhandlungen der Generalversammlung den wärmsten Dank aus, was von der Versammlung mit minutenlangem, stürmischen Applaus, quittirt wird. Die Vorsitzende schließt sohin die Sitzung und ladet die Versammlung zur Besichtigung der Räumlichkeiten des Lehrmädchen-Hort ein. Wir behalten uns vor, hierüber demnächst des Ausführlichen zu berichten. Ed. Beer. Wien. Dem „Hilfsverein für die nothleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" ist es trotz der Kürze seines Bestandes und des für Arbeitsbeschaffung überaus ungünstigen Zeitpunktes doch schon gelungen, durch Einführung einer Hausindustrie vielen Hunderten in fünfzehn der ärmsten Orte Galiziens dauernden Erwerb zu verschaffen. Die Zahl der Arbeitenden wächst von Woche zu Woche. Gleich nach dem Passah-Feste, also Anfangs Mai l. I., wird in einigen neuen Orten diese Hausindustrie eingeführt werden. Um diesem Verein die Mittel zur Durchführung seiner großen Aufgabe zu verschaffen, bilden sich in allen größeren Orten der Monarchie Ortsgruppen, von denen 23 schon constituirt und eine größere Anzahl in Bildung begriffen sind. In Wien haben sich bis nun drei Ortsgruppen constituirt: Wien I, für den 1. Bezirk, Wien H, für den II. und XX. Bezirk, Wien V, für den IX., XVl. bis XIX. Bezirk. In den Vorstand der Ortsgruppe „Wien I" wurden gewählt die Herren : Dr. Gustav L a n g st e i n, Obmann; Univ.- Docent Dr. Josef P o l l a k, Obmannstellvertreter; Dr. Alois P o l l a k, Schriftführer Siegfried Lemberger, Schriftführerstellvertreter; Gustav S t i a ß n y. Caffier; Dr. Bäla Taussi g, Caffierstellvertreter. In den Vorstand der Ortsgruppe „Wien II" wurden gewählt die Herren: Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Obmann; Dr. Arnold A s che r, Obmannstellvertreter; Hermann Schreiber, Schriftführer; Rudolf Kraus, Schriftführerstellvertreter; Josef Kowanitz, Caffier; Sigm. Chitz, Caffierstellvertreter.