Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 34 (24.8.1900)
- Date
- 1900-08-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021331-3021366--10157-3034623- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 620 Dr» Blortz's Wochrnf^^rM Sir. 34 schwarzgelbem Flaggentuch geschmückt. Auch der ohnehin stets feierlich stimmende schöne Jnnenraum zeigte diesen vaterländischen Schmuck und eine überaus reiche und geschmackvolle Decoration von Blumen und Lorbeerbäumen, deren poetische Wirkung durch die elektrischen Glühlichrer noch erhöht wurde. Es ist dem Cultusvorstand und besonders dem Herrn Em. Lederer stets Herzensbedürfniß und Ehrensache, einen allgemeinen Festgottesdienst auch äußerlich würdig vorzubereiten. Nach den Chorgesängen Lla tauwu und Psalm 111, in denen die prächtige Sttmme des Herrn Obercantor Geiringer die Führung hatte, wurde als 3. Chor eine vom Herrn Dr Ledetsch verfaßte „Fürbitte für den Landesherrn" gesungen, die mit den Worten schloß: „Erhöre unser heißes Flehen, Das jetzt hinauf zu dir wir senden, Die Bitten lass' erfüllt uns sehen, Vergebens nicht an dich uns wenden". Nach einem Lied vor der Predigt hielt Herr Rabbiner Dr Vaneth eine inhaltlich wie formell ausgezeichnete Festpredigt, die religions-philosophisch die politische Bedeutung des Königthums von Gottes Gnaden klarlegte und zugleich der Verehrung und Liebe zu dem jetzigen Kaiser auf Oesterreichs Throne, den jetzt auch die hohe Krone des Greisenalters schmückt, patriotischen Ausdruck verlieh. Der Prediger bemerke, daß es Israel sei, das diese religiöse Auffassung von der Mission und Bedeutung der Könige für die Völker und Länder mit so manch anderer Weisheit der Welt geschenkt habe. Am Schluß der Predigt wurde auch das feierliche Gelöbniß erneuert, daß die Israeliten Oesterreichs in Treue und Verehrung zum Kaiser stehen und redlich helfen wollen, das Reich aus den inneren Wirren und Parteigehässigkeiten zu befreien und zu einer Stätte des Friedens, Menschenliebe und Wohlfahrt zu gestalten. Das nun folgende Solo (Jubellied), welches mit den Worten schloß „Dann wird der Friede keine Sage Der Völker Glück keim leerer Schall" sang Herr Opernsänger D. Z a d o r außerordentlich ausdrucksvoll mtt e'ner künstlerisch geschulten hellen Baritonstimme. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Baneth noch das übliche Gebet für den Kaiser vor geöffneter Bundeslade gesprochen hatte und die erste und vierte Strophe der Volkshyinne von der ganzen Versammlung gesungen worden, schloß die religiöse und patriotische Feier, die allen Theilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. Slraßnitz. Die Kundgebungen der Gefühle ehrfucchtsvoller Liebe und.Ergebenheit für unseren allergnädigsten Kaiser traten anläßlich dessen Allerhöchsten 70. Geburtstages in der hiesigen Cultüs- und israelitisch-politischen Gemeinde in besonders imposanter Weise zu Tage. Schon am 17. August prangten die Gemeinde- und Privathäuser im schönsten Fahnenschmuck und am Abend waren sämmtliche Gebäude auf das Glänzendste illuminirt. Besonders feierlich gestaltete sich der am 16. August Vormittags im israelitischen Tempel abgehaltene Festgottesdienst. Nach Absingung der Festpsalmen durch Herrn Obercantor Sega! bestieg unser Ehrwürden Rabbiner Herr Dr. Friedmann die Kanzel zur Abhaltung der Festrede, in welcher es der gewiegte Kanzelredner verstand, die zahlreich erschienenen, andächtig lauschenden Festtheilnehmer durch seine erhebende patriotische Rede und ziemenden Worte zu begeistern. Hierauf wurde von der Schuljugend und den Andächtigen unter Leitung des Herrn Oberlehrers Binder die Volkshymne mit wahrer Begeisterung stimmungsvoll abgesungen. Die schöne Feier im Gotteshause verfehlte nicht, auf die zahlreichen Theilnehmer den erhebendsten Eindruck zu machen. Franzensbad. Aus Anlaß des 70. Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. fand Samstag den 18. August l. I., Vormittags 10 Uhr, in der hiesigen Synagoge ein feierlicher Festgottesdienst statt. Erbenfchitz. Zur Feier des 70. Geburtstages Sr. Majestät wurde am vergangenen Samstag im hiesigen festlich beleuchteten Tempel ein solenner Gottesdienst abgehalten. Von Herrn Obercantor Löwensohn und dem von Herrn Wilkowitsch dirigirten Chor wurde Psalm 111 wirkungsvoll zum Vortrag gebracht, worauf Herr Rabbiner Dr. H a n d l die auf Psalm 85, Vers 11 und 12 basirende Festrede hielt, die auf die Zuhörer einen erhebenden Eindruck machte. Zum Schluß der Feier wurde bei offener Bundeslade die Volkshymne gesungen. Ateutitschein, 18. August. Anschließend an das Musfaphgebet fand heute im hiesigen Bethause anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät ein Festgottesdienst statt und bildete, wie immer bei derartigen Anläßen, die Festpredigt, gehalten von Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Mandl, den Glanzpunkt dieser würdigen Feier, welche mit dem Kaisergebete und Absingen der Volkshymne schloß. Leider macht sich bei jeder Gelegenheit immer wieder das Bedürfniß nach einem dem Ansehen der Gemeinde entsprechenden, anständigen Gotteshause empfindlichst fühlbar; hoffentlich gelingt es dem nunmehrigen rührigen Tempelbaucomitö, daß zum Baue eines solchen baldigst wird geschritten werden können. Theusing. Das Kaiserfest war hier besonders seierlich, dank der Bemühungen des hiesigen, ehrwürdigen Rabbiners Körper, welcher für diese Feier eigens einen Chor einstudirte und ein besonderes hebräisches Gebet recitirte. Die Festrede des Herrn Rabbiners machte einen erhebenden Eindruck. Nach der Predigt intonirte der Chor einen Psalm und mit der Absingung der Volkshymne schloß die schöne Feier. — Die hiesige Stadt bietet ein Bild socialer Einigkeit, dank der Wirksamkeit unseres Rabbiners, welchem auch die christlichen Collegen die größte Achtung entgegenbringen. Als unser Rabbiner für eine Rabbinerswitwe eine Sammlung veranstaltete, betheiligte sich auch der hiesigen Canonicus mit einer namhaften Spende, was in der heutigen Zeit vermerkt zu werden verdient. Jungbunzlau. Am 17. d. M., um 7 Uhr Abends, fand im hiesigen'israelitischen Tempel anläßlich des 70. Geburtstages Sr. Majestät ein solenner Gottesdienst statt, aus welchem Anlaß der Tempel festlich geschmückt war. Die Spitzen der Behörden, wre auch höhere Officiere waren zu dieser Feier zahlreich erschienen. Unser Rabbiner, Herr Dr. Moritz Klotz, hielt eine in Form wie im Inhalte vollendete schwungvolle Festrede. Die Rede machte auf alle Anwesenden einen ersichtlichen Eindruck und wurde von Allen mit Begeisterung ausgenommen. Mit einem Gebete unseres Rabbiners in czechischer Sprache vor offener Bundeslade und mit Absingung der Kaiserhymne fand diese schöne Feier ihren Abschluß. Kopreinitz (Croatien). Besonders feierlich und imposant gestaltete sich heuer der Festgottesdienst, den unsere Cultusgemeinde aus Anlaß des 70. Geburtstages Sr. Majestät veranstaltete. Bis auf den letzten Platz war der festlich erleuchtete Tempel gefüllt von einem aus allen Schichten der Bevölkerung zusammengesetzten Publicum, denn außer den Spitzen der Stadt- und Bezirksbehörden, außer den verschiedenen Corporationen hatte sich diesmal äußerst zahlreich auch die Bürgerschaft und das Bauernvolk eingefunden. Um das Gelingen desselben hat sich besonders Obercantor H o f m a n n verdient gemacht, der die einzelnen Gesänge, darunter namentlich die Jubelhymne des Brünner Cantors Heller, deren Text hier croatisirt wurde, recht wirkungsvoll zum Vortrage brachte. Herr Bezirksrabbiner Hessel hielt die croatische Festrede und gedachte in schwungvollen Worten der Herrschertugenden unseres edlen Monarchen, um dann mit einem warmen Gebete für König und Vaterland zu schließen. Beim Verlassen des Gotteshauses hatte man allenthalben Gelegenheit, zu hören, welch erhebenden Eindruck die schöne Feier auf die Gemüther aller Theilnehmer, insbesondere auch unserer christlichen Mitbürger ausgeübt hat. H. St. Sissek. Am 18. d. M. fand anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Franz Josef I. in unserer Synagoge ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt hielt unser neugewähltrr Rabbiner Dr. Brettholz aus Breslau vor einem dicht versammelten Publicum. Sämmtliche Spitzen der Militär- und Civilbehörden wohnten dem Gottesdienste bei. Den cantoralen Theil leitete Herr Obercantor Roth, das Solo in dem Psalm sang Frau B ü ch l e r mit tiefer Empfindung. Sowohl die Predigt als auch der gesangliche Theil machten den besten Eindruck auf alle Anwesenden. Croatisch Kreuz. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Königs wurde in unserem herrlichen Tempel. ein solenner Gottesdienst abgehalten, dem die politische Behörde, das Gericht, Forstakademie, Bürgerschule, Magistrat, Steueramt und die Feuerwehr beiwohnten. Se. Ehrwürden Herr Dr. Engel hob in einer zündenden croatischen Rede die Herrschertugenden unseres allgeliebten Königs hervor. Kohljanowich (bei Kuttenberg). Aus Anlaß des 70. Geburtssestes Sr. Majestät des Kaisers und Königs fand in unserem Tempel Samstag den 18. d. M. ein Festgottesdienst statt. Ehrwürden Rabbiner Löwy hielt eine patriotische Festpredigt, die tiefen Widerhall in den Herzen sämmtlicher Anwesenden fand. Die Soli sangen meisterhaft Frl. Ernestine Jelinek und Frl. Ernestine Weiß. Sämmtlichen Damen, die bereitwilligst und fehlerlos alle Gesänge executirten, insbesonders aber dem Frl. Franzi Schwarz, die meisterhaft am Harmonium begleitet hat, gebührt ungeschmälerter Dank des Vorstandes und der Mitglieder. kt.