Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 10 (10.3.1899)
- Date
- 1899-03-10
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Sette 302 Vr. Bloch'» Wochenschrift Nr. 10 zwei Jahren verstorbenen Philantropen Heinrich Benies widmete. Wir wünschen dem verdienstvollen Autor, daß sein Werk bei den Freunden der Wissenschaft und des Fortschrittes im Judenthume eine so liebe Aufnahme finden möge, als es verdient. Briefkasten. G. W., Neu-Benatek. Für uns nicht von Interesse. I. H. M. Als Schönerer seine Sammlungen für ein Hamerling-Denkmal begann, hatte er keine Ahnung, daß in dem Nachlaß des Dichters ein von Geringschätzung gegen Schönerer erfülltes Gedicht sich befinde. Später schämte sich Schönerer, die Sammlungen zu sistiren, und er that so, als ob das Gedicht an den Ritter v. Sch. nicht ihn beträfe. K. L. Das „Vaterland" machte durch fein spaltenlanges Pamphlet gegen Heine nur neuerdings Reclame für den Dichter, den die Elericalen nicht minder hassen als die teutonischen Hohlköpfe, die ihm das Deutschthum und den Patriotismus absprechen. Robert U. Wenn Mechaniker Schneider im Landtage die freche Aeußerung wagt: „Die jüdischen Abgeordneten werden nicht gezählt" so dürsten diese wohl sich denken, es ist eine hohe Ehre von einem Schneider, nicht als seinesgleichen betrachtet zu werden. I. R. Stojalowski wäre ja gerne von der Anklage zurückgetreten, die mit einem so zermalmenden Resultat für ihn endete. Aber Sie wissen, wie cs dem Manne in der Anekdote erging: „Ich habe einen Gefangenen gemacht, aber er läßt mich nicht los". I. L. Dr. Lueger, der neulich in öffentlicher Gemeindcrathssitzung den Antrag eines Stadtrathes einfach mit den Worten „Zu blöd" erledigte, hat einen Beweis unglaublicher Heuchelei geliefert, als er die Verantwortlichkeit für die Präterirung jüdischer Lehrer damit ablehnte, er sei nur ein bescheidenes - Fünfundzwanzigstel des Stadtrathes. Ein Reugieriger. Ihre Anfrage, ob Dr. H ö d l nicht auch Ehrenbürger von Wölkersdorf war, könnnen wir leider nicht beantworten. Dr. M. M. Kant sagte im Vorwort zu seiner „Prolegomena zu einer jeden künftigen Methaphysik": „Es ist zwar nicht Jedermann gegeben, so subtil und doch zugleich so anlockend zu schreiben, als David H u m e, oder so gründlich und dabei so elegant als Moses Mendelssohn." Dr. H. B« Von M a c a u l a y ist das Wort: „Widerlich ist die Heuchelei, empörend die Brutalität". Wie gemein und charakterlos müssen aber Jene sein, deren öffentliches Auftreten stets ein Gemisch von Heuchelei und Brutalität zeigt. Diese Worte sollten aus einer Marmortafel im Gemeinderathssaal angebracht werden. M. N. Die Vorsicht, die Herr G r e g o r i g durch die Zurückziehung aller seiner mit der bekannten Wimberger-Affaire in Zusammenhang stehenden Processe bekundet, wird allgemein als ein Act großer Weisheit anerkannt. Wie weise wäre aber Herr G r cg o r i g erschienen, wenn er überhaupt nicht geklagt hätte. I. B. Im „Deutschen Volksblatt" kann man die eingehendsten Berichte über die Defraudationen des Bürgermeisters von — Wölkersdorf lesen. X—gj. Slatin Pascha, dessen muthige Thaten die höchste Bewunderung fanden, ist ein geborener Jude. Dr. B. M. Vergessen Sie nicht, daß Rosegger einst wegen seiner philosemitischen Haltung arge Anfeindungen seitens der Deutschnationalen erdulden mußte. Ginge sendet. Anläßlich der Vermälung unserer lieben Charlotte mit Herrn Arnold Mark, Kaufmann in Budapest, sind uns telegraphisch und schriftlich Kundgebungen der Sympathie in solch' großer Anzahl zugekommen, daß wir außer Stande sind, alle schriftlich zu beantworten. Wir bitten daher unsere Freunde in Nah und Fern, vorzüglich aber den wohllöblichen Cultusvorstand der Jsraelitengemeinden B i s e n z und P r o ß n i tz, ferner Se. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Dr. N. Ehrenfeld in Prag, Herrn Eduard Beer in Wien und die hochherzige Frau Nina Singer. Ehrenpräsidentin des Frauen-Bereines in Proßnitz, auf diesem Wege den Ausdruck unseres innigsten Dankes entgegenzunehmen. Hochachtungsvoll Frau Dr. Elis. Hoff Dr. Josef Hoff Rabbinerswitwe. Rabbiner in Bisenz. Israel. Hausfrauen der österr.- ungar. Monarchie und der Balkanländer werden gebeten, zu den bevorstehenden Osterfeiertagen bei Geschirrwechsel sich die Preislisten über unsere neuartigen Patent-Kochgeschirr e, welche in der k. u. k. Hofküche, in der k. u. k. Armee, in vielen Anstalten, Restaurants und bei Privaten eingeführt sind, gratis und franco einsenden zu lassen. Bergwerksbesitzer "2 Brüder Wohl Wien, VI. Mittelgasse Nr. 22. isaak Loeb Weinberg und Lea Weinberg’sche Stiftung. Der Vorstand der israelitischen CaltusgecReinde in Wien verlautbait hiemit, dass aus den Zinsen der obengenannten Stiftung (1 Platz) im Betrage von 300 fl. ö. W. zur Verleihung gelangt. Competenzberechtigt sind mittellose Israeliten des jüdischdeutschen Ritus, welche in Wien an der Universität, an der Technik, oder an der Akademie der bildenden Künste ihre Studien mit günstigem Fortgange betreiben und ihre Vorstudien an einem öffentlichen Gymnasium oder an einer öffentlichen Realschule mit gutem Erfolge absolvirt haben. Unter den mit den angezeigten Erfordernissen versehenen Stndirenden gemessen in Rumänien, in erster Linie in Bukarest geborene den Vorzug. Die Bewerber haben die 1. mit dein Geburtszeugnisse; 2 mit dem von der zuständigen Behörde ausgestellten detaillirten Ausweise über die Armuth der Eltern; 3. mit sämmtlichen Mittelschul- und Hochschulzeugnissen versehenen Gesuche bis zum 31. März 1899 in dem Einreichungsprotokolle der Cultusgemeinde in Wien, I.) Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags zu überreichen. Auf nicht mit den erforderlichen Beilagen versehene oder verspätet überreichte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Gesucbsblanquette werden in dem Einreichungsprotokolle während der angegebenen Amtsstunden unentgeltlich ausgefolgt. Clara Kahane-Stiftung zur Heiratsausstattung. Es wird hiemit zur Kenntniss gebracht, dass am 14. Thamus die Zinsen der obengenannten Stiftung zur Heiratsausstattung zweier mittelloser, anständiger Waisenmädchen israelitischer Confession im Betrage von je 205 fl. ö. W, zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, dass sie: 1. der israelitischen Coniession angehören; 2. streng sittlich, mittellos und verwaist sind; 3. sich im Brautstande befinden. Bewerberinneu, welche sich vor der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 31. März 1899 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, einzureichen, woselbst Gesuchsbianquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Otto "' ‘ ' Stiftung für mittellose, " ' Real- Die Zinsen obiger Stiftung im Betrage von 210 fl. ö. W. gelangen zu gleichen Theilen am 30. Mai d. J. an drei würdige fleissige, jüdische Realschüler zur Verleihung. Die Bewerber haben die mit dem Geburtsscheine, dem Nachweise ihrer Mittellosigkeit, dem letzten Studienzeugnisse und mit der Angabe, ob dieselben in dem Genüsse eines Stipendiums stehen, eventuell in welchem Betrage, versehenen Gesuche bis längstens 31. März d. J« im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (L, Seitenstettengasse 4, I. Stock) einzubringen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. 70 9909