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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-30 · 18 (30.4.1897) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
18 (30.4.1897)
Date
1897-04-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
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mmmmaamm wm Seite 386 kräfte ihr bestimmtes Mitwirken zugesagt. Das eventuelle Reinerträgniß fließt dem Fonde zur Bekleidung armer Schulkinder und zur Unterstützung armer, hilfsbedürftiger Bewohner Wiens zu. Prag. Unser in Fachkreisen der Zuckerbranche vortheilhast bekannter Landsmann Herr Theodor G r ü n w a l d wurde zum technischen Director der neu errichteten Rohzuckerfabrik in Sinigaglia bei Ancona ernannt und hat seinen Posten bereits angetreten. Prag. (T r a u u u g.) Am 2. Mai l. I. um 1 Uhr- Nachmittag findet hier im Hotel Roubitschek die Trauung von Frl. Adele Kanto r, Tochter des Herrn Josef Kantor aus Jiein, mit Herrn 7. U Dr. Sigmund Brumli k, Landesadvocaten in Pilsen, statt. Prag, 26. April. In der abgelaufenen Festwoche Warden hiesigen Gemeindemitgliedern vielfach Gelegenheit geboten, Predigt und Vortrag zu hören. Oberrabbiner Dr. Ehre nfeld sprach an allen vier Feiertagen. Am ersten in der Großenhof-, am zweiten und letzten in der Klaussynagoge. Am siebenten hielt er in seiner Wohnung vor einem gewählten Kreise von Talmudkennern einen halachischen Vortrag. Dr. Kisch sprach am ersten.Tage in seiner, der Meisel-, am zweiten Tage in der Neu-Synagoge, deren Kanzel durch das Ableben ihres vieljährigen Predigers Dr. Tauber verwaist ist und welche demnächst der Afianirung zum Opfer fallen wird. In derselben Synagoge hielt am siebenten Tage Dr. G r ü n die Predigt. Am ersten Halbfesttage wurden die irdischen Ueberreste des greisen Rabbiners Josef W 0 d n i a n s k y zur Erde bestattet. Derselbe, ein hervorragender tüchtiger Talmudist der alten Schule, war in seiner Jugend zu den Füßen des berühmten mährischen Landes-Rabbiners Markus Benedikt gesessen. Der Halbfeiertage wegen wurden keine Trauerreden gehalten. An dem Leichenbegängniß betheiligten sich alle Rabbiner- Prags und der Vororte, zahlreiche Mitglieder der Cnltusgemeinde-Repräsentanz (deren Präsident Dr. R 0 senbacher verreist war) und eine nach vielen Hunderten zählende Menschenmenge. Den allgemein betrauerten Mann beweinen drei Söhne und zwei Töchter, von den Ersteren ist der Aelteste Bezirksarzt der Prager Stadtgemeinde, der Zweite Spitalsarzt in Brüx, der Dritte Kaufmann in Prag. Tags zuvor wurden hier zwei Greise beerdigt, von denen einer das hohe Alter von 96, der andere von 92 Jahren erreicht hatte. Krakau, 26. April 1897. Wir verdanken unserem geehrten Cultuspräsidenten Herrn Dr. Leon H 0 r 0 witz den Genuß der Vorträge des Herrn Dr. Osias T h 0 n, eines gebürtigen Lembergers, der iit Berlin seine Studien absolvirte und auf Einladung des obgenannten Herrn im hiesigen israelitischen Tempel am Freitag einen deutschen und Samstag einen polnischen Vortrag gehalten hat. Die Tempelgemeinde wird in diesem Redner eine Acquisition machen, welche ihr eine erste Stelle unter den jüdischen Kanzeln des Landes sichert. Stauislau. (V e r l 0 b u n g.) Fräulein Bertha Regenst r e if, Tochter des Gutsbesitzers, Großindustriellen, Gemeinderathes und Directors der städtischen Sparcasse, Herrn Sigmund R e g e n st r e i f, hat sich mit dem Landes- und Gerichtsadvocaten Dr. Josef Bleicher in Przemysl verlobt. Troppau. (Jüdisch-literarischer V e r e i n.) Mittwoch den 14. April hielt Herr canJ. med. Ernst Lederer eine Vorlesung aus „Moderne Dichtungen". Das zahlreich versammelte Publicum lauschte gespannt den Worten des Vortragenden, der mit angenehm klingendem Organe eine treffliche Auswahl fremder und eigener Dichtungen las. Unter ersteren heben wir besonders hervor die ergreifend schönen Dichtungen des jüngst verstorbenen Poeten Dr. S. A. Weiß. Der reichliche Beifall, der den Vortrag lohnte, läßt schließen, daß das Publicum einerbaldigen Wiederholung mit Freuden entgegensieht. Dr. A. B. Protzuitz. (Brecher-Siechen haus. — Dr. Josef Hoff.) Mgemeine Befriedigung ruft es in der hiesigen Gemeinde wach, daß es endlich doch mit dem Neubau des Brecher-Siechenhauses ernst wird, da sich das letztere in einem thatsächlich verwahrlosten Zustande befindet. Das Verdienst hiefür darf sich in erster Linie das Mitglied des Cultusvorstandes Herr Marcus N e u m a n n vindiciren, welcher durch eine lobenswerthe Agitation und Sammlung von Spenden wirksame Anregung gegeben. — Das letzte Passah fest wurde hier in würdiger Weise begangen. Der Gottesdienst im Tempel hat durch den Umstand, daß das Rabbinat und Vorbetung durch das Hinfcheiden der Functionäre leider verwaist sind, erfreulicher Weise Sir. 18 keinen Abbruch erlitten. Besonders erbaut waren die Andächtigen durch zwei vom Rabbiner Dr. Josef Hoff gehaltene Predigten, mit welchen er einen allgemeinen Beifall und durchschlagenden Erfolg erzielte. Man weiß daher Herrn Dr. Hoff in der Gemeinde Dank, daß er sich bewegen ließ, die Rabbinatssubstitution bis zur Besetzung des Rabbinatspostens zu versehen. E- B. Protznitz. (E h r u n g.) Unser Cultusvorsteher Herr Josef Singer hat an Herrn Marcus Neu m a n n, Vorstand der Brecher'schen Siechenhausstiftnng und Mitglied des Cultusvorstandes nachstehendes Schreiben gerichtet: „Euer Wohlgeboren! Dankbar erkenne ich im Namen der israelitischen Cultus gemeinde hier Ihr mehr als fünflindzwanzigjähriges, u ne i g e n ü tz i g e s, hingebungsvolles und im hohen Grade ersprießliches Wirken als Verwalter des israelitischen Siechenhauses an und ist es gewiß nur Ihren unausgesetzten eifrigen Bemühungen zu danken, daß wir demnächst unseren nach mühevollem Ringen um das Dasein, nach Ruhe sich sehnenden armen siechen Glaubensgenossen ein neues würdevoll e s H e i m zu bauen in d ie an g ene h m e L age gesetzt werden. Aber nicht nur auf diesem Gebiete allein, sondern wo immer es galt, den hilfsbedürftigen Menschen ohne Unterschied der Confession wirksame und ausgiebige Unterstützung zu schaffen, standen und stehen Sie immer und jederzeit an der Spitze und viele Verzweifelte danken ihre Aufrichtung einzig und allein Ihrem zielbewußten Eingreifeil. Ihre Persönliche Bescheidenheit und Ihre ausschließlich philantropischem Streben gewidmete Wirksamkeit sichert Ihnen ewige Dankbarkeit nicht nur bei Ihren Glaubensgenossen in dieser und außerhalb dieser Gemeinde, sondern bei der nothleidenden Menschheit im Allgemeinen, die Sie aufzusuchen sich zum Berufe gemacht haben, zu, und mit a u f r i ch t i g e n G e f ü h l e n bin ichder Dolmetsch aller W 0 h l t h ä t i g k e i t s - Institutionen in der Gemeinde und aller A r m e n u n d V e r l a s s e n e n, indem ich I h n e n diese Dankesworte zolle. Möge es Ihnen von der Vorsehung befchieden sein, noch lange in dieser Weise zum Wohle der Gemeiilde und zum Besten der Nothleidenden zu wirken. Gliniany, 19. April. (L 0 c a l c 0 m i t e der Baron H i r s ch-S t i f t u n g.) Nach dem großen Brande im Jahre 1895 in Gliniany war das Localcomite daselbst kaum im Stande, für 2 Elasten der Baron H i r s ch-Schule hier ein Locale aufznfinden und da mit 1. September 1897 die 3. Elaste eröffnet wird, da sah man in Voraus eine Unmöglichkeit für 3 Elasten ein geeignetes Local zu finden. Das gefertigte Localcomite hat nach 'Vorstellung dieses Umstandes an das hohe Curatorium der Baron H i r s ch- Stiftung in Wien bei demselben erwirkt, daß es ein schönes mit Blech gedecktes Haus sammt Nebengebäuden, hübschen Garten um 9000 fl. gekauft hat, wofür das gefertigte Localcomitä dem Curatorium der Baron H i r s ch-Stiftung ilamens der Schuljugend den herzlichsten Dank durch die Oeffentlichkeit ausspricht. Warschau. Die in polnischer Sprache erscheinende, rühmlichst bekannte Wochenschrift „Jsraelita" wird seit Anfang 1897 von Herrn N. S 0 k 0 l 0 w, Redacteur der „Hazefirah", redigirt. Herr N. So ko low, einer der genialsten Publicisten des Königreiches, zählte bereits früher zu den vornehmsten Mitarbeitern der „Jsraelita". Baltimore, 9. Februar. Im Alter von 75 Jahren ist hier Prof. Salomon Deutsch ziemlich vereinsamt gestorben. Ein Sproß der bekannten oberschlesischen Gelehrtenfamilie, kam er nach Absolvirung seiner Universitätsstudien in Breslau und Göttingen i. I. 1857 nach Amerika und bekleidete nacheinander den Rabbinatsposten in Philadelphia, Shracuse und Hartford. Vor etwa 15 Jahren mußte er seiner radicalen Gesinnung wegen die selbst dem hiesigen Judenthume zu „fortgeschritten" war, sein Amt niederlegen und lebte von da an nur noch seinen orientalischen Studien. Berlin, 16. April. Der Geheime Commerzienrath und großbritannische General-Consul: Julius S ch w a b a ch, Senior- Chef des Bankhauses S. B l e i ch r ö d e r, begeht morgen das fünfzigjährige Geschäfts-Jubiläum in seiner Firma. Er hat diesen Tag geheimyalten wollen, und als derselbe dennoch er mittelt wurde, sich nach Dresden begeben. Der Jubilar stammt aus Breslau; Mit kaum sechzehn Jahren, trat er in das Geschäft ein. Seit 1868 ist er Mitinhaber der Firma Bleichröder. Nach dem Tode G er so n v. Bleich röder's, im Jahre 1893, fiel Julius Schwabach das Seniorat und die entscheidende Leitung des Hauses zu. Dr. Vlortz's Mochenzchrtft.

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