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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-23 · 17 (23.4.1897) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
17 (23.4.1897)
Date
1897-04-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 17 Förderer der Volksbildung, schloß der Redner, worauf die Volkshymne in hebräischer und deutscher Sprache von der Schuljugend gesungen wurde. Poprad. Die berühmte Zipser Kalt w a s s e r h e i lanstalt: „Park Husz" in'Poprad wurde von ihrem neuen Eigenthümer, Wilhelm Matejka sowohl hinsichtlich der Baukunst, als auch der ärztlichen Wissenschaft entsprechend und den heutigen hohen Anforderungen eines vornehmen Bade-Publicums gemäß vollkommen restaurirt. Herr BL a t e j k a hat zur Besorgung der gymnastischen und Massage-Obliegenheiten seiner Anstalt einen berühmten und tüchtigen Wiener Masseur für die Dauer der Badesaison accordirt. Sowohl Dampf-, wie auch Fichten- und Krummholzbäder stehen strengstens unter ärztlicher Aufsicht. Nähere Auskunft ertheilt der Eigenthümer Wilhelm Matejka. 8 8. Ischl. (A u s z e i ch n u n g.) Der Fürst von Bulgarien hat den hier stationirten, mehrfach ausgezeichneten Dolmetsch der k. k. Staatsbahnen Herrn Heinrich H u s s e r l, einen gebürtigen Proßnitzer, die Verdienstmedaille mit der Krone verliehen. Prag. (Druckfehler-Berichtigung.) Beim Leichenbegängniß des verdienstvollen Prager Stadtrathes Herrn Dr. Sal. Freund hielt die böhmische Grabrede der Rabbiner von Beneschau; der heißt nicht Dr. Kreuz, sondern Dr. Kraus und ist ein Sohn des k. k. Postmeisters Herrn Ignaz Kraus in Lustenice. Brünn. Der „Jüdische Verein in Brünn" veranstaltet im Bunde mit dem neugegründeten Zweigverband „Zion", sowie den jüdischen akademischen Verbindungen „Veritas" und „Zephira" am 27. d. M., 8 Uhr Abends, im städtischen Redoutensaale aus Anlaß des Paffahfestes einen Festcommers, zu welchem unser Führer Herr Theodor Herzl, Doctor der Rechte, sein Erscheinen bestimmt zugesagt hat. Der Zutritt ist nur gegen Vorweis der Einladung gestattet. Reclamationen nimmt die jüdisch-akademische Verbindung „Veritas", Brünn, Josefstadt 11 entgegen. Groß-Enzersdorf. So nne alljährlich ist auch heuer der Minjan-Verein in Groß-Enzersdorf an das hiesige k. u. k. Militär- Stationscommando bittlich herangetrelen, die der israelitischen Confession angehörenden Soldaten der hiesigen Garnison für die ersten zwei Pessach-Tage nicht nur vom Dienste zu befreien, sondern auch insoweit zu beurlauben, damit es denselben vergönnt sei, sowohl an dem Gottesdienste theilzunehmen, als auch rituelle Kost an diesen zwei Tagen, für welche der Minjan-Berein in ausgiebiger Weise vorgesorgt hatte, genießen zu können. Dem Ansuchen wurde auch diesmal vollkommen Folge gegeben. Die Verköstigung der Soldaten übernahm der Cantor und Religionslehrer Herr Samuel Eigner, welcher auch in streng traditioneller Weise denselben in einem von Herrn Moritz Mandl beigestellten, zu diesem Zwecke hergerichteten Locale den Seder gab. Neun Mann, darunter mehrere Unterofsiciere, nahmen an diesem religiösen Acte theil, und sah man es ihnen an, wie hocherfreut sie waren, nach hartem Dienste im Kreise ihrer Religionsgenossen einige Zeit vergnügt leben und nach Vorschrift das Pessach-Fest mitfeiern zu können. Herr Leopold Rosenbaum, Beirath, stellte in der freigiebigsten Weise den Wein bei. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß der Obmann des Vereines Herr Josef Winkler nicht nur die Hälfte der Auslagen der Militärverköstigung aus Eigenem bestritt, sondern auch sowohl die im Orte als die in der Umgebung wohnenden Armen mit den nöthigen Mazzes auf eigene Kosten versah. Am 26. d. M., 9 Uhr Vormittags, findet die Grundsteinlegung des Wohngebäudes für Cantor und Religionslehrer und der daselbst zu errichtenden Religionsschule statt. Sobald die Pläne von der k. k. n.-ö. Statthalterei herabgelangt sein werden, wird auch der Bau der Tempelgebäudes in Angriff genommen und mit GotteS Hilfe in Ausführung gebracht werden. 8. Piesling. (Todesfall.) Unsere Stadt ist durch den Tod einer braven Frau in tiefste Trauer versetzt. Die Armen betrauern den Heimgang der Frau Theresia Leitner, welche kürzlich in Marienbad aus dem Leben schied, auf's Tiefste, da sie an der Verewigten eine große Wohlthäterin verlieren, welche sich das Wohlthun zur Lebensaufgabe machte. Als Gattin und Mutter konnte sie geradezu als Muster gelten und wegen ihrer großen Frömmigkeit war die Heimgegangene von Jedermann hochgeschätzt. Alle, die sie kannten, werden ihr für immer ein freundliches Andenken bewahren. Jnzersdorf bei Wien, 14. April 1897. Herr Moriz Singer, ein Schwiegersohn des in Lundenburg verstorbenen Rabbiners Wolf M ü h l r a d, wurde im hohen k. k. Finanzministerium zum k. k. Rechnungsrevidenten ernannt. Herr Singer führt an der Seite seiner Frau Clara Singer, welche eine ische cheschuwe im wahren Sinne des Wortes ist. ^erte 357 sein Hans streng religiös und ist ein frommer Jude. Ein Bruder der Frau Singer war der viel zu früh verstorbene m Herr Med. Dr. Ignaz M ühlrad in Wien, ein beliebter Arzt und Nachfolger des berühmten Freiheitskämpfers Dr. F i s ch h o f. Protznitz.*) Wie in allen jüdischen Gemeinden wird auch hier zur Begehung des Passahfestes gerüstet; doch Wehmuth beschleicht alle Herzeic beim Betreten des Gotteshauses, denn die Plätze, wo noch an den letzten hohen Festtagen die ersten Cultusfunctionäre der Gemeinde ihre Sitze eingenommen haben, sind verwaist; sie geben beredtes Zeugniß von der Vergänglichkeit alles Irdischen. Rabbiner und Cantor, Beide haben sie in der letzten Zeit die Stätte ihres erhabenen, gottgefälligen, langjährigen Wirkens verlassen, um in dem besseren Jenseits ervige Ruhe und Frieden zu genießen. Und nun geht die Gemeinde daran, die Stelle des Rabbiners im Wege der Ausschreibung zu besetzen, da Herr Dr. Josef Hoff, Sohn des verewigten Herrn Rabbiners "die Erklärung abgab, die Nachfolge seines hochseligen Vaters im hiesigen Rabbinate und den Religionsunterricht an den Volks- und Mittelschulen nicht übernehmen zu wollen, und sich nur über wiederholtes Ersuchen des Vorstandes bereit fand, die Substitutton während der Dauer der Erledigung zu führen. Hoffentlich wird es unserer Gemeinde gelingen, für beide Berufe würdige Nachfolger zu finden, waren es ja stets hervorragende Männer, welche hier an heiliger Stätte das Wort Gottes verkündeten. Paris. Herr _ Charles Freund-Deschamps, einer unserer Landsleute aus Oesterreich, gebürtig aus Böhmen, ist zum Bürgermeister (Maire) von L.isie eu Riganit gewählt worden. Budapest, am 18. April. Nach langem qualvollen Leiden verschied der ob seiner humanen und streng religiösen Gesinnung allgemein beliebte Arzt Dr. Siegfried P o l l a k, ein Sohn des Rabbiners I. L. Pollak. Trotz seiner Jugend — er war erst 34 Jahre alt — konnte er auf eine bedeutende, in ärztlichen Kreisen mit großer Anerkennung hervorgehobene literarische Thatigkeit zurückblicken. Seine menschenfreundliche Gesinnung bekundete er stets sowohl in seiner Eigenschaft als Arzt, als auch im Privatleben. Am Rüsttage des Pessachfestes wurde der Verblichene unter großer Theiluahme seiner Collegen und Freunde und der Bevölkerung zu Grabe getragen. Wir senden unser tiefstes Beileid dem vom Schicksale so schwer betroffenen greisen Vater! Jassy, 23. März. Am 13. d. BL. fand die glänzende Jubiläumsfeier Dr. L i p p e's statt. Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. N i e m i r o w e r hielt unter stürmischem Beifall einen Festvvrtrag „Der Arzt und das Judenthum", der — rumänisch — im Druck erscheint. Es sprachen ferner die Herren Dr. Bur st in, D a l b e r g e r, S a l o m o w i c z, N a ch t u. A. Der Jubilar selbst hielt einen für den Druck bestimmten gehaltreichen Vortrag, der mit Jubel aufgenommen wurde. Tief bewegt brachte Dr. Lippe seine Freude zum Ausdruck, daß sein Freund und Schüler Rabbiner Dr. N i e m i r o w e r seine Lebensarbeit fortsetzen wird. Der Jubilar erhielt Ehrengeschenke, Adressen u. s. w. Feuilleton. „Aus dem Tande der Knechtschaft." Bon Samuel Gordon. (Schluß.) „Gut, daß Du mich erinnerst", antwortete Stefan auf springend. Er schnitt ein Stück Brot ab und ging auf Nechemya los, der zurückwich und seinen Kaftan über den Kopf zog, als der rohe Mensch sich ihm näherte. Aber Stefan ergriff ihn mit rauher Hand, so daß er bis zunr Gürtel riß und indem er den Arm des alten Mannes mit Gewalt niederzog, hielt er ihm das verbotene Brot unter die Nase. Hagar schrie laut auf, als sie Nechemya's Widerstreben sah und sein furchtbares Jammern hörte. „Habt Mitleid mit mir! — Tödtet mich! — aber zwingt mich nicht, das Gebot Gottes zu verletzen!" Avromelya, der die ganze Zeit über wüthend dagestanden hatte, konnte es nicht mehr länger mit ansehen, er ergriff Stefan mit eiserner Hand und schleuderte ihn bis in die Mitte des Vr. Vloch's WvchrnschrM *) Wegen Rauunuaug! verspätet.

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