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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-19 · 12 (19.3.1897) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
12 (19.3.1897)
Date
1897-03-19
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 266 Nr. 12 Vr. Vloch's Wochrnptzrist. Lage unserer Gemeinde nicht die Rede sein, nachdem die Mitglieder um das Dreifache in jüngster Zeit besteuert wurden. Wo sind ferner die 4500 Gulden als Erlös des alten heiligen Gottesackers, den sie gegen den Willen fast sämmtlicher Gemeindemitglieder und des Vereines Chewra-Kadischa verkauft haben; wo sind endlich die Ersparnisse der letzten sieben Jahre, aus die Sie sich voriges Jahr vor der Borstaudswahl berufen haben? Oder war es blos ein Köder, um den alten Vorstand wieder zu wählen? Und gesetzt den Fall, die Gemeinde befände sich thatsächlich in finanziellen Schwierigkeiten,was — wir betonen es nochmals — nie der Fall war, so ist es doch fraglich, warum Sie Ihre Einwilligung dazu gegeben haben, ein sogenanntes Gemeindehaus zu errichten, das eigentlich überflüssig und von keinem Nutzen ist. In diesem Hause, das schon jetzt gebaut wird, soll die jüdische Volksschule untergebracht werden, sowie darin ein Sitzungssaal und eine Wohnung für den Rabbiner enthalten sein. Nun haben wir bekanntlich eine Schule, deren Räumlichkeiten nichts zu wünschen übrig lassen, wo sich zugleich der Sitzungssaal befindet, und nachdem das Rabdinat beseitigt wird, so fällt doch die Rabbinatswohnung eo ipso fort. Wir fragen deshalb nochmals, wozu das neue Haus, welches die Summe von 20.000 Gulden verschlingt; darf sich eine solch „arme" Gemeinde, die nicht einmal einen Rabbiner und Cantor besolden kann, einen derartigen Luxus erlauben? Wäre es nicht bester, wenn die 20.000 Gulden, für deren Spender eine Dank- und Gedenktafel im Tempel neben der heiligen Bundeslade angebracht wurde, sowie der Erlös des verkauften Friedhofes im Verein mit dem Erhaltungsfond, der Ebenfalls eine Summe von mehr als 5000 Gulden ausweist, auf Zinsen angelegt würden, um die heiligsten und unentbehrlichsten Institutionen der Gemeinde, worunter wir in erster Linie den Rabbiner und Cantor verstehen, zu erhalten? Soweit wir uns erinnern können, hatte die hiesige Gemeinde stets die Mittel, nicht nur zwei Rabbiner und Cantor, sondern sogar noch drei Lehrer zu erhalten, und nun sollen wir, die wir ohnedies so enorm besteuert sind, uns mit einer „billigen" Kraft begnügen müffen! Sie haben wohl, „verehrter Vorstand," in dieser ominösen Sitzung erklärt, daß der hiesige Rabbiner trotz seiner hervorragenden Rednergabe, seines Charakters und seiner Gelehrsamkeit gekündigt werden müsse, da er nicht genügend der böhmischen Sprache mächtig sei. Das ist jedoch gar kein Grund, denn wir wollen einen religiösen und geschulten Mann, der uns leitet, nicht aber einen solchen, der einiger Antisemiten wegen spricht und predigt. Es ist leider kein Wunder, wenn ein solches Gebühren und eine solche Willkür überall Verstimmung und Erbitterung hcrvorruft. Mögen Sie diese Worte beherzigen! Denn wenn wir heute auch keine Talmudgelehrten mehr sind — so müssen wir dennoch ein jüdisches Herz, ein Herz für das Wohl unserer heiligen Religion haben; fehlt dieses, dann ist es bester Anderen das Feld zu räumen, die mehr Sinn und Interesse für Glauben und Judenthum besitzen! "TO Eröffnungs-Anzeige. l&D Erlaube mir die ergebene Mittheilung zu machen, dass die seit vielen Jahren bestandene Restauration Weiss der Neuzeit entsprechend mit allem Comfort, elektrischer Beleuchtung, verzügl. Ventilation ausgestattet, vollständig neu hergerichtet und unter der Firma II., Praterstrasse 34, vis-ä-vis dem Carltheater eröffnet wurde. 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Parteien, welche ihren Osterbrotbedarf noch nicht angemeldet haben, das Ansuchen, dieselben wollen ihre Bestellungen baldmöglichst, längstens aber bis zum 10. April d. J. 1. I. Bezirk, Marc Aurelstrasse Nr. 4 oder 2. III. Bezirk, Mohsgasse Nr. 16 (im Backhause) machen, da spätere Anmeldungen kaum nach Wunsch berücksichtigt werden könnten. Mazzot - Preise pro 1897. Für Mazzot 1. Sorte per Kilo 77 kr. II 2. n II ii 43 il II I* 3. II »1 II 32 II 1 5 Mehl, Gries 1. ,l II H 87 II II li 15 2. >1 II II 48 II Zur Verhütung von Missbräuchen ist jedes Packet mit dem Siegel der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde versehen. Wien, im März 1897. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Herausgeber u. verantw. Redakteur- Dr. Josef «-«loch. — Druck v. L. Beck & Sohn, Wien, VIII., Lercheufelderstr. 4L.

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