Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 20 (15.5.1896)
- Date
- 1896-05-15
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 408 Nr. 20 Dr. Vloch's Wothrnfrtzrrst. Arthur I Die deutschnationalen Antisemiten lassen sich von > keinem Stammbaum Geßmann's bekehren. Sie bleiben dabei, er sei ein zweiter Low. Leo G. Vielleicht kamen die Antisemiten von der Candidatur des Professor Schlesinger aus dem Grunde ab, weil man mit Recht annahm, es werde Niemand zu Worte kommen, wenn er einmal präsibirt. A—g. Da Graf B a d e n i's Losung lautete, er allein werde führen — so führte er eben auch den Dr. Lueger zur Audienz. L—g. Die haben eben die eiserne — Stirne. H—g. In Ungarn legt man sich dermalen aus begreiflichen Gründen eine große Reserve in der Besprechung der Wiener Angelegenheiten auf. G—H. Dankend entgegengenommen. Wir werden gelegentlich ein authentisches Charakterbild des Cooperators D i t t r i ch, des großen Agitators in der Kutte, bringen, für das uns bereits ein recht siältliches Materiale zur Verfügung steht. H. B. Vergani's Blatt bestiehlt Juden und Christen. In dem Punkte, das muß anerkannt werden, kennt es keine confessionellen Borurtheile. Ann« F—s- In der That ist es eine Schande für die Juden, daß solche Leute aus ihrer Mitte hervorgegangen sind. Aber ist es eine Ehre für die Christen, daß diese abtrünnigen Auswürflinge zu ihren Führern zählen? Nemo. Nicht die Pastoren allein trifft das Wort des deutschen Kaisers. Es paßt für gewisse Pfarrer so gut, als ob es zwischen Katholicismus und Protestantismus absolut keinen Unterschied gäbe. H. Wir werden ja sehen, ob in diesen Wahnsinn durch den autisemitischen Gemeinderath Methode gebracht werden wird. Cato. Sie mögen einander was immer sagen, die Antisemiten passen zu einander, welcher Couleur immer sie angehören mögen. Al. B—ri. Vor einigen Jahren sprach Herr P. v. P a ch e r stets mit der größten Verachtung von den Leuten, die einer solch niedrigen Gesinnung fähig sind, die der Antisemitismus als conditio sine qua non voraussetzt. A—z. Sie irren sich. Bismarck, der nie scrupulos in der Wahl der Mittel war, benützte den Antisemitismus; er wußte aber ganz genau, daß dieser eine ekelhafte Erscheinung des öffentlichen Lebens sei. E. Sie haben ganz Recht. Man muß den Christlich-Socialen glauben, wenn sie die Führer der Deutschnationalen charasterisiren. Aber es erfordert die Gerechtigkeit, daß man auch den Deutschnationalen Alles glaubt, was sie den Christlich-Soicalen Schimpfliches und Erbärmliches nachsagen: Man muß eben auch dem Gegner glauben, wenn er Recht hat. A. L. Vielleicht.? Der Verfasser des Artikels in den „Politische Fragmente" „Christenthum und Judenthum" wollte offenbar beweisen, daß er von dem -inen so wenig eine Ahnung habe als von dem anderen. Der Beweis ist glänzend gelungen. Literatur^. London. Soeben ist das neue Buch von S. Schechter, „Jüdische Studien" („Stndies in Judaism“) bei A. und C. Black erschienen. Ohnehin sehr iirteressant, gewinnt das Werk noch an Werth durch die reizende Vorrede. Wir behalten uns eine gründliche Besprechung des Buches vor. Noch im Laufe dieser Woche wird der erste Theil der Hausbibel (Lible for Home Readmg) von C. G. Montefiore bei Macmillan und Comp, erscheinen. Das Buch wird die biblische Geschichte bis zu Nehemiah's zweitem Aufenthalt in Jerusalem enthalten. Die Geschichte der Schöpfung und Sintflut befinden sich im Anhänge — eine sehr richtige Anordnung. Es ist ganz unhaltbar, diesen Theil des Pentateuchs ganz jungen Kindern zu lehren. Nach dem talmudischen Unterrichtsschema begannen jüdische Knaben das Pentateuch mit dem Buche Leviticus. An den löblichen Verein der Mährisch-Ausseer WIEN. Mit Bezog auf mein in Nummer 15 der „Oesterreichischen Wochenschrift“ vom 10. April 1896 enthaltenes Inserat erkläre ich hiemit, dass meine diesbezüglichen Behauptungen auf einen Irrthum und unrichtiger Information beruhen. Ich drücke mein tiefstes Bedauern darüber aus, dass ich Herrn 8. A. P o 11 a k ungerechtfertigterweise in seiner Ehre gekränkt habe und widerrufe hiemit meine vorgebrachten Beschuldigungen. Mähr.-Aussee, am 7. Mai 1896. Samuel Wasservoge . Soeben erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen : Der Judenstaat Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. II. Auflage. VOQ Dr. Theodor Herzl. Preis 60 kr. Verlag von M. Breitenslein, Wien, IX/3, Währinger strasse 9. Der israelitische Tempel-Verein für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien acceptirt per 1. August d. J. 1. Einen musikalisch gebildeten Cantor. Gehalt lOOO Gulden. 2. Einen zweiten Cantor, der Chordirigent und Koreh sein muss. Gehalt 600 Gulden. Gesuche sind bis 30. Juni an den gefertigten Vorstand zu richten. Wien, im Mai 1896. Israel. Tempel-Verein für den X. ßemeindebezirk Favoriten in Wien. Rosenthal, Obmann. Concurs-t/hisschreibung. Ab ]. August 1. J. gelangt in Folge der Neuconstitnirung der Cultusgemeinde Floridsdorf im Sinne des Gesetzes vom 21. Februar 1890, R.-G.-Bl. Nr. 57, beziehungsweise auf Grund der mittelst Erlasses des h. k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 16. Februar 1894, Z. 10292, ertheilten Ermächtigung 1. die Stelle eines akademisch graduirten Rabbiners der nebst den Rabbinats-Agenden die Matrikenführung, sowie den Religionsunterricht an den Bürgerschulen beziehungsweise an der baldigst zu creirenden Mittelschule zu besorgen hat, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 2400 Kronen nebst standesgemässer Wohnung und den üblichen Emolumenten verbunden. 2. Die Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors und Schächters mit guter Stimme, der auch die Qualification zur Bildung und selbstständigen Leitung eines Tempelchores besitzen müsste, zur Besetzung, und haben solche den Vorzug, welche den Religionsunterricht zu leiten im Stande sind. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 1600 Kronen nebst den üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber haben ihre Gesuche mit den gesetzlich erforderlichen Nachweisen sammt Ausweisen über bisherige Verwendung, streng religiös-moralischem Lebenswandel und über Familienstand bis 15. Juni 1. J. an den gefertigten Vorstand zu richten. Nur vom Vorstande Berufene werden zum Probevortrage zugelassen und werden Reisespesen nur den Acceptirten vergütet. Floridsdorf, 12. Mai 1896. Der Cultnsvorstand. Jacob Löwy’sche Stiftung für den israel. Tempel der inneren Stadt. Nachdem eine Stiftungspräbende der obengenannten Stiftung durch das Ableben eines Stiftlings erledigt ist, gelangt dieselbe im Betrage von ö. W. fl. 48.— jährlich zur öffentlichen stiftbrietmässigen Ausschreibung. Die Bewerber haben ihre Gesuche mit dem Nachweise, dass sie einen religiös-sittlichen Lebenswandel führen und sich in Armuth befinden, bis längstens 15. Juni 1896 im Einreichungsprotokolie I., Seitenstettengasse Nr. 4, I. Stock einzureichen. Verwandte des Stifters, welche ihre Verwandtschaft glaubwürdig nachwcisen, werden bevorzugt. Ausgeschlossen sind Angestellte des israel. Tempels in der inneren Stadt. Gesuchsblanquette sind in der oben angeführten Centralstelle erhältlich. Wien, am 15. Mai 1896. Das Curatorium der Jacob Löwy’schen Stiftungen. >•♦<0 G Im Verlage der Buchhandlung M. Breitenstein, Wien, ♦ j IX., V/ähringerstrasse 5, ist erschienen und daselbst sowie J M durch jede Buchhandlung zu beziehen: M Acten und Gutachten $ G im Processe Rolllillg-Blocll. Dieses Werk ist eine Fund- G J grübe für alle auf das Gebiet des Talmuds bezughabenden £ a Fragen. Preis 3 fl. + o Herausgeber u. verantw. Redakteur: Dr. Josef S. Bloch — Druck v. L. Beck & Sohn Wien, VH!., Lerchenfelderstr. 46.