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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-04-10 · 15 (10.4.1896) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
15 (10.4.1896)
Date
1896-04-10
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 304 Dr. Vloch's Wochenschrift. Nr. 15 Wien. (Spenden.) Bon Herrn Berger, Babenbergerstraße, sind uns für Nt. Sonnenfeld 1 fl., für N. Rosenfeld 1 fl. zugekommen. kl. L. Wien. (Badeorte und jüdische A e r z t e.) In wenigen Wochen ichon beginnt die ofsicielle Badesaison und mit dem Beginne der wärmeren Jahreszeit werden auch die Sommerfrischen bezogen werden. Wir richten deshalb an unsere Glaubensgenossen den warmen Appell, wo es thunlich, in Badeorten und Sommerfrischen ärztlichen Beistand bei jüdischen Medicinern zu holen. TiejüdischenAerzteverdieuenunservollstes Vertrauen, denn sie find eifrig und fleißig ihren Studien obgelegen, bewähren sich als hervorragende Diagnostiker und Therapeuten und sind namentlich vortreffliche Balneologen. Glicht minder empfehlen wir, jüdische Restaurationen in Badeorten und Sommeraufenthalten zu frequentiren; abgesehen davon, daß daselbst die gewohnte Küche zu finden ist, ist man nicht der Gefahr ausgefetzt, von einem Teutobold angerempelt oder von einem Antisemiten insultirt zu werden. Wien. (Jüdische akademische LesehalleWien.) Die goldenen Worte, die unser unbekannter Freund „Berns" in diesen Blättern gesprochen hat, sind auf fruchtbaren Boden gefallen und lassen allwöchentlich neue Früchte in Form von ansehnlichen Bücherspenden emporkeimen. Wir haben wiederum den Erhalt ansehnlicher Bücherseu- * düngen von Dr. Maximilian Roth, W. Pappenheim, Dr. Marcus Landau und Privatdocenten Dr. Feilbogen, dem Gönner der Lesehalle zu verzeichnen. Wir erlauben uns Ms diesem Wege den edlen Spendern unseren ergebensten Dank auszusprechen. Eine neue werthvolle Institution besitzt die Jüdische akademische Lesehalle nun in dem Borbereitungscurs zur rechtshistorischen Staatsprüfung, der unter der Leitung eines bewährten Fachmannes gewiß große Anziehungskraft ausüben wird. Die Discussions- und Vortragsabende nehmen am 18. d. Nt. wieder ihren Anfang. Wien. Am 23. v. M. wurde in der Brigittenau an die Gründung eines israelitischen Frauenvereines geschritten, welcher den Namen: „Erster Brigittenauer Frauen-Wohlthätigkeitsverein" führt und gleich zu Beginn seiner Entstehung eine große Betheiligung auftveist. Die am 23. v. M. vorgenommenen Vorstandswahlen ergaben nachfolgendes Resultat: Frau Therese Spitz, Präsidentin; Frau Dr. Regine Weinstein, Präsidentin-Stellvertreterin; Frau Louise Galia, Schriftführerin; Frau Dr. Marie Kohn, Schristführerin-Stellvertreterin; Frau Anna Goldner, Cassierin; Frau Mathilde Ochs, Cassierin-Stellvertreterin; Frau Anna Polatschek, Frau Katharina Kohn, Controlorinnen; Frau Marie Oberländer, Frau Johanna Renner, Frau Adele Stern, Frau Therese Spira, Ehren-Damen. Wien. Der Schriftsteller Eduard Kulke hat von dem Curatorium der Gesellschaft der Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums das nachfolgende Schreiben erhalten: Curatorium der Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums. E.-Nr. 24 ex 1896. Sr. Wohlgeboren Herrn Eduard Kulke, Schriftsteller, Wien. Hochgeehrter Herr! Sie hatten die Güte, unserer Gesellschaft das Bildniß Ihres verewigten Großvaters, des ehrwürdigen Rabbi Nehemias Trebitsch, Landes-Oberrabbiner von Mähren und Schlesien, zu spenden. Wir gestatten uns, hiefür den verbindlichsten Dank auszusprechen und die Bitte daran zu knüpfen, daß Sie auch in Zukunft unserer Gesellschaft Ihr Wohlwollen erhalten mögen. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums. Wien, 3. April 1896. Der Schriftführer: Max Fleischer. Der Präsident: W. Stiaßnp. E. B. Wien. Der bekannte Restaurateur Herr M. Guth, II., Stefaniestraße 6, hat im ersten Stockwerke seines Restaurants Saal-Localitäten, mit allem Comfort ausgestattet und auf's Eleganteste möblirt, adaptirt und stellt dieselben zur Veranstaltung von Hochzeiten und für Vergnügungsabende geselliger Vereine zur Verfügung. Herr M. Guth wird nach wie vor bemüht sein, sein Renommee durch Verabreichung vorzüglicher Speisen und Getränke an seine Gäste zu befestigen und darf daher der Erwartung Raum gegeben werden, daß ein recht lebhafter Zuspruch seitens unserer Glaubensgenossen nicht fehlen wird. Wien. (70. G e b u r t s t a g s f e st.) .Freitag, den 3. d. M. beging der bekannte pädagogische Schriftsteller Herr Rabbinats-Secretär Rudolf Fuchs im engsten Kreise seiner Familie das Fest seines 70. Geburtstages. Aus diesem Anlasse erschien bei dem Jubilar eine Deputation der Verwaltungs- Beamten der israelitischen Cultusgemeinde und überbrachte demselben ein Gratulatioirs- und Anerkennungs-Schreiben seitens des Cultusvorstandes, sowie einen silbernen Pokal als Ehrengeschenk der' Beamtenschaft. Auch der Bethausvorstand gedachte in einer ehrenden Zuschrift der Verdienste des Jubilars. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein j ü d i s ch e r M ä d ch e n „M o r i a".) Sonntag den 12. d. M., 3 Uhr Nachmittags, findet im Vereiuslocal I., Schottenring Nr. 23 der erste literarische Nachmittag nach den Pessachseiertagen statt und wird Herr Dr. Karl Pollak über Theodor Herzl's Schrift „Der Judenstaat" sprechen. Discussion. Gäste (Damen) herzlich willkommen. E. B. Wien.(Geflügelausstellun g.) Beider dieser Tage stattgefundeuen Geflügelausstellung erhielt die P r a g - R u d n i k e r Korbw aarenfabrik (Karl und Josef Kraus) die große Bronzemedaille für von derselben ausgestellte Prachtexemplare, was mit Beftiedigung constatirt wird. Wien. Aus Berlin wird uns gemeldet: Adolph Sonne nt h a l hat mit Lessing's „Nathan", den er Samstag Abends im Neuen Theater seinem Berliner Gastspiel-Repertoire einreihte, seinen Künstlerruhm und die Zahl seiner Berliner Verehrer wesentlich erhöht. Der Adel und die Innigkeit seines Spieles hielten das Publicum bis zum Ende gefangen. Nicht nur auf den Höhepunkten, wie bei der ersten Begegnung Nathan's mit dem Tempelherrn, welche Sonnenthal besonders ergreifend gestaltete, und beim Ringgleichniffe, sondern bei jeder nur irgend passenden Gelegenheit wurde der Künstler durch Hervorrufe und Kranzspenden geehrt. Im Laufe des Abends wurde Sonnenthal an fünfundzwanzigmal gerufen. E. B. Bad Hall (Oberösterreich). In unserem, von Glaubensgenossen stark frequentirten Curorte hat die bekannte Restaurations-Besitzerin Frau Klein aus Linz eine Koscher- Restauration zur Badesaison eröffnet. Der gute Ruf, welcher Frau Klein vorangeht, gibt volle Gewähr, daß die jüdischen Curgäste alle Ursache haben werden, mit Küche und Keller volla u s zuf riedenge st ellt zu sein. Neubydzotv. (Wohlth ätigkeits act.) Herr I. B e r g M a n n, Großindustrieller, Ehrenbürger der Stadt Neubydzow, Repräsentanzmitglied der böhmischen Landesjudenschaft und Cultusvorsteher der hiesigen Cultusgemeinde, hat in der am 1. April d. I. stattgefundenen Repräsentanz-Sitzung der Cultusgemeinde die freudige Mittheilung gemacht, daß er anläßlich des 50jährigen Regierungs - Jubiläums unseres allgeliebten Monarchen einen Betrag von 40.000 Kronen zum Baue eines israelitischen Gemeindehauses widme. Wie selbstverständlich verursachte dieser edle Entschluß die freudigste Erregung in der hiesigen Cultusgemeinde. Der hochherzige Spender hat in seiner Eigenschaft als Cultusvorsteher schon manches Gute für seine Gemeinde geschaffen, durch diese Institution aber sichert er den Bestand der Gemeinde auf ewige Zeiten und hat sich im Herzen aller hiesigen Israeliten ein Denkmal errichtet, das dauernder als Erz und Stein ist. Waag -Neuftadtl, 27. März. Gestern 10 Uhr Vormittags hat in unserer Gemeinde eine seltene und erhebende Feier stattgefunden. Der sehr beliebte, in allgemeiner Achtung stehende Professor an unserer Real- und Bürgerschule, Herr Ignaz Frankl, trat nach einer 42jährigen ersprießlichen Lehrthätigkeit, von welcher nahezu 38 Jahre den Lehranstalten unserer Gemeinde gewidmet waren, in den wohlverdienten Ruhestand und nahm von der Schule feierlich Abschied. Aus diesem Anlasse erschienen in dem großen Zeichensaale der Realschule der Lehrkörper der drei Gemeindelehranstalten (Volks-, Real- und Bürgerschule) mit seinen Schülern, die Mitglieder des Gemeinde- und Schulvorstandes, der Oberrabbiner, der Stadtrichter und andere Honoratioren, sowie die meisten hier domicilirenden Schüler und Schülerinnen des Gefeierten. Der Verlauf der Feier war ein dem schönen Zweck entsprechender, würdiger. Der Präses der Gemeinde und der Realschulsection, Herr Dr. Sonnenfeld, der Director der Realschule,' Herr Jakob Altmann, und die Directrice der Mädchen-Bürgerschule, Frau I. Goldberger, richteten an den Gefeierten paffende, warm empfundene Ansprachen; ein Realschüler und zwei Schülerinnen der Bürgerschule gaben itu Namen ihrer^Mitschüler und Mitschülerinnen ihrem Dankgefühl und ihrer Verehrung gebührenden Ausdruck. Nachdem der Gefeierte auf die Ansprachen kurz erwidert hatte, richtete er an die Versammlung zuerst eine ungarische, dann eine deutsche Ansprache, in welchen er von denSchulbehörden, Gemeinde- und Schulvorständen, Collegen undjSchülern mit ergreifenden, aus dem Herzen stammenden Worten Abschied nahm. Alle, die an dieser schönen Feier theilnahmen, werden sich noch nach langer Zeit mit einer gewissen inneren Beftiedigung desselben erinnern. 6.

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