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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-03-27 · 13 (27.3.1896) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
13 (27.3.1896)
Date
1896-03-27
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 268 Dr. Bloch's Wochenschrift- Nr. 13 Die letzte Rede Bildad's (Cap. 2o sq<i-), sowie die darauf folgende Antwort Job's sind in ihrer Urform wieder hergestellt (XXV. ‘2—3; XXVI, 12—14; XXV, 4-6 gekört Bildad; XXVI, 1—4, XXVII, 2—6 sowie 11—12 und XXVIII Job an), während XXVII, 7—10 sowie 14—20 dem Sophar als rechtmäßigen Eigenthümer zurückgrgebeu wird. Die bedeutsame Rede Elihus, sowie die Beschreibung des Nilpferdes und Krokodiles (XI,, 15—XLI, 26) und die in Tristichen gedichteten Klagen über reiche Ausbeuter und arme Unterdrückte (XXIV, 5—12; XXX, 4-7; XXIV, 13-24) finden als „secundäre" Stücke ihren Platz außerhalb : es originalen Job am Ende des Buches. Auch hier folgt Verfasser der weit kürzeren Alexandriner- Version. Dadurch hofft er die Schwierigkeiten im masoretischeu Text gelost zu haben, wonach Gott zweimal spricht und Job ihm auch zweimal antwortet. Wien. M. Bernstein. Briefkasten. B. N., Wien. Wegen der Bettelbriefe des P. Hickl lesen Sie Nr. 46 der Oesterr. Wochenschrift, Jahrgang 1895. I. Z., Trieft. Das Verbot besteht längst nicht mehr. L- B. Warum soll sich Dr. Lueger nicht in Graz gegen EntrLe sehen lassen, wurde doch auch Ahlwardt in Wien für Geld gezeigt. Arnold B. Schönerer mag ja ganz merkwürdige Sachen über V erg ani wissen, aber es scheint auch, daß der Letztere noch viel mehr von — sich weist. H. B—nn. Ja, wenn alle die Führer der Antisemiten, die Butter auf dem Kopse haben, das Sonnenlicht scheuen müßten, könnten die Gemeinderathswahlen vermuthlich nur in der Nacht durchgesührt werden. «. L. H. (IIL Bez.) Sie sind von einem Jrrthum befangen. Stöcker hat zwar das Blatt wegen des ihm gemachten Vorwurfes der „Doppelzüngigkeit" geklagt, aber nachträglich die Klage zurückgezogen. Der Hetzer im Priesterkleid will auf diese Art wohl seine christlich-versöhnliche Gesinnung zeigen. V Wenn Feichtinger der Grazer Lueger genannt wird, dann kann man wohl dem Dr. Lueger den Ehrentitel: „Der Wiener Feichtinger" unbesorgt verleihen. „Armada". Wir haben auch von diesen compromittirenden Verhandlungen mit den Antisemiten gehört. Es wird wohl dabei nichts herauskommen. Studiosus. Das „Vaterland" sollte aber auch den Muth haben, den Duellfreunden in den hohen aristokratischen Kreisen den Text zu lesen. „Alpha". Nicht nur das Verbot: „Du sollst nicht tobten" steht im Alten Testament, sondern auch das Gebot: „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst". Vielleicht geben auch das noch eininal die Theologen des „Vaterland" zu. A. L. Die „Reichspost" wird, wie sie ankündigt, wieder nur einmal täglich erscheinen. Das ist auch um — einmal zu viel. G. Für diese reaktionären Schandblätter ist es ganz augezeigt, daß sie erst am Abend erscheinen. Sie scheuen ja das Helle Tageslicht. ,,Lektor". Da haben Sie recht; unter den antisemitischen Schriftleitern gibt es sehr „wehrhafte" Herren, die vorzüglich mit dem Revolver umgehen und das Fechten gründlich verstehen. „Am Josefstage." Sie sehen zu schwarz. I. F—r. (Mähren.) Ihre „Vision" enthält wirkliche poetische Schönheiten, doch fehlt uns der Raum für größere Gedichte. Camille Verus. Die letzte Strophe Ihres Gedichtes bringen wir: „Doch Eines merket, wird der Feind auch siegen, Unwürdig ist's, schmachvoll zu unterliegen. Schwingt hoch das Banner, laßt's gen Himmel steigen, Die Ehre wahret, Euer höchstes Eigen!" M. Z—er. Wir danken bestens für Ihre Zuschrift, doch wird die Ausführung Ihres Vorschlages allgemein als nicht opportun erachtet. M. O. Oancl. weck. Danken bestens; doch fehlt uns der Raum. I. Ebstein, Wien. Daß ein Vollblutantisemit I. Küfferle, Fabrikant in Wien, Chocolade schel Pesach erzeugt, darf Sie nicht wundern. Das entspricht den antisemitischen Grundsätzen. Uebrigens sind die billigen Sorten der Chocolade ohnehin derart zubereilet, daß sie rituell verboten sind. Kremfierer. Seien Sie ruhig. Nach dem jüdischen Großgrundbesitzer kommt der christliche und geistliche unmittelbar daran. S. W., Wreliezka. Die Einsender werden principiell niemals genannt. E. S. i» P. Die Confessionslosen sind nach österreichischem Gesetze sofort nach ihrer Austritlserklärnng von jeglicher Eultusstcuer befreit. I. E.. Wien. Wir haben Ihren Brief dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde übergeben. Coneurs. Infolge Hintrittes des langjährigen Seelsorgers der Israel. Cultusgemeinde zu Djakovar (Slavonien) gelangt daselbst mit 1. August a. c. beziehungsweise bfax m die Stelle eines Rabbiners und Predigers mit einem Jahresgehalte von fl. 1000 nebst freier Wohnung und den üblichen Rabbinats- und Matrikengebühren zur Besetzung. Hierauf Reflectirende wollen ihren Befähigungsnachweis nebst Angabe des Alters uud Familienstandes bis längstens 1. Mai a. c. an den gefertigten Vorstand ein senden und werden nur Berufene zum Probevortrage zugelassen und dem Acceptirten die Reisespesen vergütet. Bewerber, welche der kroatischen oder sonst einer slavischen Sprache mächtig, erhalten den Vorzug. Djakovar, den 15. März 1896. Der Vorstand der Israel. Cultusgemeinde zu Djakovar Adolf Kolm. Coneurs. Beim Israelitischen Cultusverein in Napagedl ist die Stelle eines Vorbeters, Schöchet, Koreh und Lehrers mit einem garantirten Einkommen von fl. 500 nebst Wohnung und den üblichen Emolumenten zu besetzen. Die hierauf Reflectirenden wollen sich brieflich unter Beilegung der Zeugnisabschriften und Altersnacbweis an den gefertigten Vorstand wenden. Reisespesen werden dem Acceptirten vergütet. Für den Verein: Der Vorstand Jacob Scliön. Berichtigung. Löbliche Redaction! Mit Bezugnahme auf die in Ihrem geschätzten Blattte Nr. 12 vom 20. März 1896 enthaltene Notiz „Warnung“ bitten wir, die nachstehende Berichtigung in gesetzlicher Form und Frist in Ihr geschätztes Blatt aufzunehmen. 1. Die Religionslehrerstelle in Retz wurde nicht „entgegen dem Willen der Hetzer Mitglieder“, sondern auf Grund eines einstimmig statutengemäss gefassten Beschlusses des Cultusausschusses, in welchem die Hetzer Steuerträger durch zwei Mitglieder vertreten waren, ausgeschrieben. 2. Die Anstellung des Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in Retz erfolgt durch den Ausschuss, die B es o 1 d u n g durch den Vorstand der Cultusgemeinde Horn, es kann daher von einer wie immer gearteten Einflussnahme seitens der „Hetzer Mitglieder“ — des warnenden Einsenders! gar keine Rede sein. Horn, den 22. März 1896. Der Vorstand der israel. Caltnsgemeinde. Vielen fragenden Abonnenten. Laureol ist e>'n natnrechtes Pflanzenfett, das laut patentirtem Verfahren von der Firma Julius Moll & Comp., Wien, XIV., Huglgasse 26 fabricut wird und sowohl zu Fleischals auch Milchspeisen rituell verwendet werden darf. Hohenems. (D a nksa g n n g.) Der Unterzeichnete fühlt sich veranlaßt, allen Gemeindemitgliedern und insbesonders dem löblichen Vorstand seinen herzinnigsten Dank abzustatten für das ihm jederzeit entgegengebrachte Vertrauen und Wohlwollen. Im Interesse seiner Zukunft hat er dem ehrenden Rufe der Synagogengemeinde in Krotschin Folge gegeben, verläßt aber schmerzerfüllten Herzen seine hierortige Gemeinde, in welcher er edle, opferwillige Freunde und einen Vorstand gefunden hat, von denen man mit Recht sagen kann: „O, daß es doch viele ihresgleichen in Israel gäbe." Hohenems, im März 1896. Dr. Heinrich Berge r, Rabbiner. Ich suche für meinen 17jährigen Sohn, ausgelernten Commis, in einem Wiener Hause der Tuch- oder Manufactur- Branche, wo an Samstagen und israelit. Feiertagen nicht gearbeitet wird, dauernde Beschäftigung. Gehaltsansprüche für die ersten drei Monate gar keine. Briefe: Jacob Kohn, Feidsberg, Niederösterreich. Soeben erschienen und durch jede Buchbandlung zu beziehen; Del* Judenstaat Versuvl, einer modernen hüsung der Judenfrage. Preis 60 kr. Von Br. Theodor Herzl. Preis 60 kr. Verlag von M. Breitenstein, Wien, IX/3, Währingerstrasse 9. Herausgeber u. verantw. Redacteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck v. L. Beck & Sohn, Wien» VIII., Lerchmselderstr. 46.

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