Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 12 (20.3.1896)
- Date
- 1896-03-20
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3021115-3021128--05461-3029697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. h Seite 247 Briefkasten. Freund der Jugend. Was arische Logik ist? Der Jude will sich schlagen, ergo ist er der Feige. Der arische Gegner kneift aus, ergo ist er ein Held. L. 18. Wenn man Schneider 's harranguirende Reden an die Studenten in München liest, so fällt einem unwillkürlich ein, daß der Mann reif für einen Baum im Teutoburger Walde ist. Dr. S. K. Herr Rector K i ck hat geistvoll das Wort variirt: „Ist Wissenschaft ein Verbrechen, muß man ein Esel sein?" Er fragt: „Ist die Menscbenliebe ein Verbrechen, muß man denn ein Hasser sein?" Die Antisemiten werden übrigeus-vielleicht nächst das cynische Bekenntniß wagen dürfen, daß ihre Anhänger Hasser und Esel sein müssen. Arthur K. Ja die Rede über die Gleichberechtigung war sehr schön, es wäre nur zu wünschen, daß die That ihr folge. Alcxunder H—sch. Die Antisemiten werden wohl schon darüber rasen, daß Se. Ercellenz der Justizminister es rund heranssagte, er habe in seiner amtlichen Gestion „nie einen Unterschied zwischen Taufschein und Geburtsschein gemacht". Leopold S. Die Anhänger B e r g a n i 's trösten sich vielleicht damit, daß das fürchterliche „Berganilied" der Deutschnationalen nach der Melodie des Fiakerliedes gesungen wird,- welches von einem — Juden herrührt. B. (Brünn.) Ob alle eingelaufenen Beträge dem Redactionsdiener des „Deutschen Volksblatt" zukvmmen werden? Thun Sie Bergan! nicht Unrecht. Er ist ja jetzt — reich. „Ahasver". Mechaniker Schneider reist jetzt viel herum. Vielleicht kommt er aber doch noch bald zu einer sitzenden bensweise. " „Lehrer". Ob der hvchwnrdige Herr Ladislaus Chotkowsky die Lüge, die ihm nachgewiesen wurde, widerrufen wird? Wozu? Es handelt sich ja nur um Juden! B—d. Drumont soll jüdischer Abstammung sein. Unter den Renegaten gab cs zu allen Zeiten arge Judenfeinde. Nur hat Heer Drumont mehr Geist als Herr Dr. L v w. „Nemo". Wir halten es für undenkbar, daß ein wirklicher Officier es gewesen ist, der solche freche, dem Geiste der österreichischen Armee hohnsvrechende Ansichten niedergeschrieben hat. A—Z. Sie haben Recht. In der That müssen die anwesenden Antisemiten bei der Rede des Grafen Z i ch y das Gefühl gehabt staben, daß sie Jemand erst abohrfeigt und ihnen dann eine kalte Douche zu Theil werden läßt. Und die Armen mußten noch dazu Beifall klatschen. ‘i Den Spitze r-W eimar hat die „Reichspost" etwas kalt gestellt. Bleibt nur der Dr. I. Gutmann. Der gibt allerdings für zwei Juden aus — obgleich er krampfhaft bestrebt ist, vergessen zu machen, daß er jemals Jude war. a. Dr. Porz er regt sich schon wieder? Ja, das ist das lebhafte „jüdische Blut" in ihm. Heilo. Das „Deutsche Volksblatt" muß selbst gestehen, daß der Bericht über die Luegerfeier in den Kaisermühlen erlogen war. Das Blatt bringt jetzt nicht mehr Wahrheit und Dichtung, sondern blos das — Letztere. Jocus. Vergani rühmt sich seines leiblichen Umfanges und verhöhnt den K. H. Wolf wegen seiner Magerkeit. Dem Herausgeber des „Deutschen Volksblatt" hat eben der Antisemitismus geholfen. Er ist jetzt steinreich, während er sonst in ganz anderem Sinne an Stein erinnerte. A—2. Wir haben Ihre Zuschrift nicht verstanden. Sie ja?*. 9Jt. I. Hasson, Widdin. Wir bestätigen den Empfang des Abonnementsbetrages von 30 Lire. S. Stern, Rom. Wir bestätigen den Empfang des Abonnementsbetrages von 10 Lire. Braunfels, Holeschan. Löbliches Curatorium des Marienbader Hospitales in Prag. W. Oberhohn, Neugradiska. Wir haben Ihren Brief und dessen beachtenswerthe Anregung vorläufig einem Eomite von Gesinnungsgenossen zur Prüfung abgetreten. Wir kommen demnächst darauf zurück. Br. Z. in St. Nächste Woche. Wieliczka. Für diese Nummer zu spät. Nng.-Hradisch.Das ist keine Berichtigrngsondern eine Reclame L, Ung.-Ostra. Für diese Nummer zu spät. S. Melzer, Rohatyn. Wien, I., Kantgasse Nr. 6. K. in Wien. Fragen Sie gefi. Herrn Vergani an, weshalb er von der jüdischen Firma A. Kubic, V., Pilgramgasse 10 Inserate für sein Blatt ausnimmt. Lazare Kauffmann, Hagenau. Abonnement erhalten, besten Dank. Wiener Bank-Verein. Die sechsundzwanzigste ordentliche Äeneral-Bersammlnng findet am 8. April 1800, um 11 Uhr Vormittags, in Wien, I., Herrengasse 8, statt. Verhandlungs- Gegenstände : 1. Jahresbericht des Administrativnsrathes. 2. Bericht der Censoren über den Rechnungsabschluß pro 1895 und Beschlußfassung über denselben. 8. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1805 58, lir. a. der Statuten«. 4. Antrag des Administrarionsrathes, betreffend die Durchführung der Gapitalserhöhnng. 5. Wahlen in den Administrationsrath. 0. Wahlen, in das (Lensvren-Golleginni und den Anfsichtsrath für die Filialen. Israel. Specerei-Lehrling wird mit ganzer Verpflegung aufgenommen bei Moriz Griinwald, Floridsdorf. Das in Br. 10 d. Bl. besprochene Werst: Zur Geschichte der Jude» in Mähre» «nd Schlesien von Hofrath D'Elvert, Wed. 8J 269 Zeiten, Preis fl. 2.— ist zu beziehen durch dir Buchhandlung Beruh. Epstein Eie. in Brünn. Warnung. E8 wird zur allgemeinen Kenntniss gebracht, dass der Vorstand der Cultnsgemeiude Horn den in d<r vorigen Xiunir.er enthaltenen C'oncurs, entgegen dem Willen der Retzer Mitglieder genannter Cultusgemeimle, ausschrieb, und wird ein anderer als der hier zu unserer Zufriedenheit fuugirende Religionslehrer, Herr J. Ritter, die Unterstützung der hiesigen Mitglieder nicht finden. Retz, am 16. März 1896. Israelitische Cultusgemeinde Wien. Kundmachung. Die in den letzten Jahren gesteigerten und mit den verfügbaren Mitteln nicht zu befriedigenden Bedürfnisse des Gemeindehanshaltes haben den Vorstand genöthigt, noch vor Inkrafttreten des neuen Statutes eine Erhöhung der Taxen und Gebühren vorzunehmen. Die hohe k. k. n.-ö. Statrhalterei hat die hierüber erbetene Ermächtigung unter dem 17. Jänner 1896, Z. 2158 ertheilt und veröffentlichen wir auf Grund derselben nachstehenden Tarif, welcher am 22. März 1896 in Kraft tritt. Wien, im März 1896. Der Vor stand der israelitischen Cultusgemeimle. Tarif für Abgaben, Taxen und Gebühren. I. Immatrieulations-Gebühr. Der einfache Betrag der einem neu eintretenden Gemeinde-Mitgliede auferlegteu einjährigen Cultus-Steuer. II. Ausfertigung von amtliehen Doeumenten. Für Geburts- Zeuguisse ä fl. 1.—, Trauungsscheine ä fl. 2.—, G'haliza- Briefe ä fl. 2.—, Scheide-Briefe ä fl. 2. Todten-Scheine ä fl. 1.—, Aufgebots-Zeugnisse ä fl. 5.—, sowie der tarifmassig entfallende Stempel. Für Unbemittelte gratis, jedoch unbeschadet der zu entrichtenden staatlichen Gebühren. III. Taxen für Privaüsten-Prüfungen. Für die Prüfung aus der Religionslehre, an Volks- und Bürgerschulen fl. 6.—, an Mittelschulen fl. 5.—. Für Unbemittelte gratis. IV. Rituelles Bad. Für die Benützung des rituellen Bades 50 kr. bis fl. 5.—. Für Unbemittelte gratis. V. Sitzplätze in den Bethäusern der Wiener israelitischen Cultusgemeinde. Für die Benützung der Sitzplätze in den einzelnen Bethäusern, nach Massgabe des Stockwerkes und der Sitzreihe, per Jahr fl. 2.— bis fl. 50.— . VI. Jährliche Beitragsleistung zu den Kosten der Beaufsichtigung ritueller Functionen. Von Verkäufern des Koscher-Fleisches fl. 100.— bis fl. 1500.—. VII. Trauungen. In den Bethäusern der israelitischen Cultusgemeinde oder ausserhalb der Bethäuser. Letztere über Bewilligung des Bethaus-Vorstandes der Wiener israelitischen Cultusgemeinde mit 50% Zuschlag. Für die Gemeindebezirke 1. bis X.: I. Classe fl. 250.—, 11. Classe fl. 150.—, III. Classe fl. 60.—, IV. Classe fl. 25.—. Für die Gemeindebezirke XI. bis XIX.: I. Classe fl. 175.—, II. Classe fl. 105.—, III. Classe fl. 42.-, IV. Classe fl. 17.50. Für Unbemittelte gratis. VIII. Ehetrennungen. Für Durchführung einer Ehetrennung fl. 20.— bis fl. 100.—.