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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-05-10 · 19 (10.5.1895) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
19 (10.5.1895)
Date
1895-05-10
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 360 Nr. 19 Dr. Bloch's Wochenjchrift. Briefkasten. Linz. „Leser und Anhänger". Sehr lustig wahrlich. Das Feuilleton des Moniteurs Berganis (Nr. 225k) schließt: „Plötzlich in a ch t er einen Z u tfcr, springt auf und ruft: Fortsetzung folgt im Morgenblatt! Robert Horn." — Der Bedaueruswerthe ist offenbar Diabetiker! Abonnent des Blattes. Daß die Kerle ihre Wahlwische auch jüdischen Wählern zuschicken, zählt zu jenen Frechheiten, über welche wir uns nicht mehr verwundern können. H. B. Brünn. Ueber Dogmen der katholischen Kirche ertheile ich Ihnen keine Auskunft. Ein Glaubensgenosse. Der „Rabbiner" Lichtenstein ist kein Rabbiner, sondern ein bezahlter Söldling der Missions-Gesellschaft, der sich nicht scheute, jahrelang als Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu funcrioniren, während er heimlich im Dienste der Missions-Gesellschaft naud, bis man ihn gewaltsam aus dem jüdischen Tempel exmittirte. — Seine sogenannten Zeugnisse sind in jüdischen Kreisen längst berichtigt. K in Wien. Sie wundern sich, daß die Missions-Gesellschaft in der antiseniitischen Zeitströmung passend erachtet, frontme Tractätlein öffentlich an Juden vertheilen zu lassen. Diese Herrschaften haben sich nicht geändert; als man im Mittelalter die Juden zum Scheiterhaufen führte, umerließen es auch die Geistlichen nicht, den armen Opfern des religiösen Fanatismus die „Religion der Liebe zu predige n". Professor G. Deutsch in Cincinnati, Q. Bei Kindern bis sechs Jahren ist es das Recht der Eltern, die Religion derselben zu bestimmen. Es ereignen sich häufig Fälle, daß jüdische Eltern ihre Kinder bei der Geburt taufen lassen.,-Unser Urtheil über derlei Eltern brauchen wir nicht erst auszusprechen. Ein Religionswechsel ist gesetzlich nicht gestattet bei Kindern zwischen dem siebenten und vierzehnten Lebensjahre. F. Gli. So gerechtfertigt Ihre Reclamationen sind, so fehlen uns doch die Mittel, die von Ihnen erwähnte Redaction zu beeinflußen. Leipzig. Dr. Tal. N. Das ist gar kein übles Spiel des Zufalls, der mitunter sogar sehr geistreich sein kann. „Deutsch-Sociale Blätter", Nr. 350: „Zur Besprechung eingegangen: Flugschriften des Evang. Arbeitervereins zu Leipzig: G. Schulze, „Was ttennt uns von der Socialdemokratie'?" „Die Arbeit." Königsberg. Ar. Pr. „Der große Lessing war den sauberen Herren stets ein Dorn ini Auge. Es ist Ihnen wohl noch erinnerlich, wie Düh ri ng das Angedenken dieses Heros besudelt hat. H. v. Treitschke wiederum schreibt: „Wenn Leute dieses Schlages (G r ä tz), die von dem Geiste Nathans des Weisen gar nichts ahnen, ihren Haß und ihren Stammesdünkel hinter den Namen Lessing's, des Deutschen und Christen, zu verschanzen suchen, so schänden sie das Grab eines Helden unserer Nation." Consequenz und Logik des Denkens dürfen Sie von diesen Leuten eben nicht verlangen. Der „Held der Nation" wurde an anderen zahllosen Stellen als talentloser, feiler Scribler und Plagiator hingestellt.. De. 0. (!. in 8. Ad 1) Heine hat das Alles vorausgeahnt und sah es kommen: „Es fehlt ein Nationalzuchthaus — Und eine gemeinsame Peitsche!" — Ad 2) Das von den Teutschnationalen bis zum Ekel citirte Bismarck-Wort: „Wir Deutsche fürchten u. s. w." ist eigentlich franz ösischen Ursprungs und kommt in Racine's Athalie vor: „3e er,Uns Oieu, etter Abner, et n’ai point d’autre c-rainte.“ Weidlingau. L. R. Eignet sich nicht zur öffentlichen Besprechuirg. Gewöhnen Sie sich vor Allem die Ueberempfindlichkeit im unausweichlichen Berkehr mit diesen schlechten Menschen ab, zeigen Sie ihnen ein ruhiges, würdiges, mannhaftes und taktvolles Benehmen und lassen Sie sich vor Alleui in keine umrützen, politischen Debatten ein. Einen anderen Rath kömlen wir Ihnen nicht ertheilen. Lasten Sie sich ferner durch keinerlei Provocation aus dem Gleichgewichte bringen und denken Sic sich, Sie unterhandeln niit Geistesgestörten. Wien. Doktorand Moritz Kr. „Im Leben, wie im Vergehen aber, wird und soll unseres Führers somriger Siegesspruch, unser Feldruf sein: ,Durch Reinheit zur Einheit!' Josef Karl Kernreuter." t Aus den „Unv. Deutschen Worten", Nr. 9.) Unverfälscht? — möglich — Deutsch sicher nicht! „Im Vergehen" ist ebenso klar, als schön ausgedrückt. Glicht minder aber gelungen ist die folgende Stelle aus derselben Zeitungsuunnner: „Am widerlichsten von den afterpattiotischen, journalistischen Grimaflen wirken die des linken Bahn-Gassenblattes. — Dieses Deutsche' Volksblatt wälzt sich ordentlich vor Wonne in schwarzgelber Brühe." — Wünschen wohl gespeist zu haben! Lemberg. Nathan K. Es freut uns, daß Sic unsere Anschauung in dieser traurigen Sache so uneingeschränkt theilen. Auä) der Mörder eines Juden ist ein Mörder und Shakespeare sagt: „Wem: Gnade Mörder schont, verübt sie Mord." Man darf die gesunden, natürlichen Rechtsbegriffe sich nicht verwirren und verdrehen lasten. Marchegg. „Abonnentin seit vorigem Jahr." Die Katzbalgerei Schönerer-Vergani in allen ihren einzelnen Phasen zu verfolgen, wäre schließlich doch zu langweilig und erniüdend für unsere Leser. Die Sache selbst zeigt nur aufs Neue die tiefe Wahrheit des Lessiug'scheu Satzes aus „Philotas": „Der Haß, deu mau auf erloschene Freundschaft pfropfet, muß unter allen die tödtlichsten Früchte bringen." Wien II. Leopold St—r. Unsere Bemerkungen — wir gestatten uns an dieser Stelle auch den Turnvater Jahn ein wenig zu citircn — die lächerliche, blödsinnige Hetze der Deutschuatioualeu gegen die — Eisenbahnen als solche betreffend, haben diese ein wenig geärgert. Das freut uns! Wir nehmen von ihrem Unwillen mit Vergnügen Notiz: „Fahren zeigt Ohnmacht — Gehen Kraft". Und weiter: „So vereist und verreißt (man) unter allerlei fremden Völkern seine Deutschheit, impft und pfropft so viel Fremdes aus Kopf, Leib und Herz, daß er als völlige Zerrheit auwidert und aller Völker Sünden in und an sich als Musterreiter herumträgt . . ." „Je mehr unsere Väter an ihrem Land und Volk hielten, je mehr beförderten sie durch Satzung, Brauch, Sitte, Lehre und Anstalten die Wanderungen im Vaterlande. Aber dem Reiien in welsche Lande bleiben die Bekenner des Bolksthums immer abgeneigt . ." „Reisen und ftemde Länder durchhasten Hilst allein nicht wider Thorheit .... auch wächst in Italien, Frankreich und England ' nicht die Weisheit als Wegwart wild an der Landstraße." Kraka». „Ein Wißbegieriger." Das bekannte Schiller'sche Citat aus „Demetrius": „Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen" findet sich schon bei Moses Mendelssohn, III. Band, Seite 370, Brief an Nicolai: „Stimmen wollen gewogen und nicht gezählt sein". Gemeinderath Alexander, Drohobycz. Der Vogel ist endlich eingefangen und wir gratuliren Ihnen zu dem Erfolg. Da er nun dort festsitzt, wo er von Rechtswegen längst hätte sitzen müssen, so ist es zunächst nicht angebracht, auch nur ein Wort über den Burschen weiter zu verlieren. Au die Herren Prediger, Religionslehrer, Cantoren und sonstigen Cultnsbeamten! „lline mali taw uma noim sehewes aehim gam joehad.“ Das Bedürfnis) nach Geselligkeit, nach Meinungsaustausch mit social Gleichgestellten ist ein so tiefes und menschlich begründetes, daß es nur wenige Berufsarten gibt, bei denen demselben nicht in Form von Clubs, Lesehallen, T i s ch g-es e l l s ch a f t e n rc. Rechnung getragen würde. Die C u l 1 u s - F u n c t i o n ä r e müssen bis nun ein solches Centrum vermissen,und dies um so sch merzlich er, da sie im^ Interesse der Würde ihres Berufes die sonst üblichen Zu s a m m e n k u n f t s - und N n t e r h a l t u u g s l o c a l e m e i d e u m u ff c 11. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden,durch eine neu zu gründende Vereinigung^ welche nach des Tages M ü h e n und Pflichten deu Betheiligten Ge legen heit zu gegenseitiger Anregung und Belehrung in Form von B o r trä g en und D i s c u s si o ne n bietet, sowie dein Einzelnen dadurch, daß ihm eine reiche, alle i n - und ausländischen Fachschriften und Zeitungen umfassende Sammlung zugänglich gemacht wird, eine gründliche Orientirung und Stellungnahme aller in sein Fach einschlagenden Zeit- und Streitfragen ermöglichen soll. Auch den fremden Amtsgenoffen würde diese Gründung zu Gute kommen, da ihnen bei einem etwaigen Aufenthalte in Wien reichliche Gelegenheit zum Verkehr mit social Gleichgestellten geboten wäre. Der Unterfertigte hofft daher, daß seine Anregung von allen Betheiligten mit Genugthnung ausgenommen werde und erlaubt sich nun, die Herren Prediger, R e l i g i o n s l e h r e r, Cantoren ic. zu ersuchen, mit ihm behufs Gründung eines Comite's, das die ersten Schritte zur Realisirung dieses Planes unternimntt, in Verbindung zu treten. Philipp Kläger, Obercantor, IX., Roihenlöwengasse 12. Goncurs. Ein Cantor, der zugleich Koreh und Religionslehrer, beziehungsweise Religionsweiser, der deutschen und böhmischen Sprache vollkommen mächtig ist, wird vom 15. September a. c. vom israelitischen Bet vereine in Chrudim aufgenommen. Offerte sind bis zum 25. d. M. zu richten an Herrn Josef Munk, Chrudim. Gehalt nach Uebereinkommen. Herausgeber u. veranttv. Redaeteur: Aerchsralysavgeordncter Ar. Kosef S. Atoch. — Druck von Stern & Steiner, Wien, II., Floßgasse 12.

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