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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-06-16 · 24 (16.6.1893) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
24 (16.6.1893)
Date
1893-06-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 454 ' Vrstrrreichtptze Wochrnfchrifl Nr. 24 verstorbenen Rabbi Jehoschua, Namens Rachel, ist, wie wir bereits .wiederholt gemeldet haben, die Frau des Rabbiners in Biala (Gouvernement Siedlce). Dort leben auch noch die beiden sogenannten Assistenten und Mithelfer bei dem angeblichen Kindesmorde in Ostrow, Mojsche Berisches (Rozanka) und Srul Parzewer (Israel Frost). Der Erstere ist noch „Schames" (Bedienter) beim Rabbi, der zweite ist jetzt Privatmann. Bei L ub a rto w lebt noch in einem Dorfe der sogenannte Kinderlieferer Schmul Tarier, ein armer Kuhpächter, der seinerzeit der rabbinischen Küche in O st r o w Butter und Käse lieferte. Bereits in der vorigen Nummer haben wir gemeldet, daß sowohl der Schwiegersohn und die Tochter des verstorbenen Ostrower Rabbiners, als auch die drei anderen im Briefe des Paulus Meyer Beschuldigten Personen durch den Hof- und Gerichtsadvocaten D r. Josef Kopp die Klage gegen P a ulus Meyer, Pfarrer Deckert und die Redaction des „Vaterland" beim k. k. Wiener Landesgericht überreicht haben. Da eine Legalisirung der Vollmacht durch den russischen Notar und den k. k. Geueralconsul in Warschau Zeit bean> sprucht, so wurden vorläufig die Vollmachten ohne Legalisirungen vorqelegt. Das k. k. Wiener Landesgericht hat demgemäß den Herrn Dr. Josef Kopp aufgefordert, legalisirteVollmachten und den Nachweis der Identität seiner Clienten mit den beschuldigten Personen uachzubriugen, was das „Vaterland" zu der Meldung veranlaßte, als sei „die Klage aus formellen Gründen zurückgewiesen worden". Inzwischen sind Montag, den 12. Juni die neuen Vollmachten legalisirt von dem Notar am Warschauer Gerichtshof und dem k. k. Generalconsul in Warschau eingetroffen, welche auch einen hinreichenden Identitätsnachweis enthalten. Jedenfalls wird der Herr Pfarrer Deckert allmälig erfahren, daß uns die „weiteren Nachforschungen" nicht „unangenehm" waren, sondern daß die von uns veranlaßten Ermittlungen umfassende Resultate ergeben haben, mit welchen er sich noch lauge hinaus eifrig zu beschäftigen haben wird. Daserwähnte Schreiben des Pfarrer Deckert, seine sogenannte „Berichtung", lautet: 1. Es ist unwahr, daß die ehemalige Gersthofer Gemeinde behufs Friedhofcrweiterung mit mir verhandelte, nachdem ich die angrenzenden Grundstücke, rechtzeitig' an mich gebracht hatte. Tatsächlich hat sich weder die Gersthofer Gemeinde an mich, noch ich mich, ,~n diese Gemeinde wegen Grundkäufe zur Friedhoferweiteruug gewendet. 2. Es ist daher auch gänzlich unwahr, daß in dem Augenblicke, wo das schöne Geschäft perfect werden sollte, die Vereinigung der Vororte Wiens erfolgte und der ansehnliche Profit, den ich schon sicher in der Tasche zu haben glaubte, in nichts zerrann. Z. Es ist unwahr, daß ich die famose Billenlotterie unternahm. Die gemeinte Lotterie wurde nicht mir, sondern dem Kirchenbauvereine bewilligt und deren Durchführung vom Vereine einem versirten Unternehmer auvertraut. 4. Es ist unwahr, daß ich durch die Verhaftung des Herrn Paulus Meyer sehr gründlich berichtigt wurde. Diese Verhaftung steht weder mit meiner Broschüre über den Ritualmord noch mit dem von mir veröffentlichten Briefe eines Convertiten in einem Zusammenhänge. 5. Es. ist unwahr, daß ich rundweg geleugnet habe, M. habe sich in Leipzig etwas zu Schulden kommen lassen. Ich habe nur durch ein Polizei-Attest aus Leipzig die in' die Oeffentlichkeit gebrachte Unwahrheit refusirt, M. sei aus Sachsen ausgewieseu worden; von seinem Preßprocesse wegen „Wölfe im Schassfelle" war ich iu Keuntniß; eine diesfälllge „Schuld" muß Herrn P. Meyer erst nachgewiesen werden. 6. Es ist unwahr, daß ich einen „Züchthaussträfliug" eigens dafür bezahlt, damit er mir Lügen fabricire, die ich als Wahrheit in die Welt setze und mit meiner priesterlichen Autorität decke. Thatsache ist, daß dieser angebliche „Zuchthaussträfliug" von dem Sie zu sagen vergessen, wo er eine Zuchthausstrafe abgebüßt hat, ordinirter Prediger der evangelischen Judenmiffion war, daß er ehrende Zeugnisse über seine Verwendung als Missionär vorweisen kann, mir von angesehenen Männern, wie Dr. Bickell, Dr. Rohling, Dr. Wesendonck und anderen wärmstens empfohlen wurde; daß ich ihm nur für die Herausgabe eines „wissenschaftlichem" Werkes vertragsmäßig behilflich werden wollte; daß ich ferner ohne Entgeld und ohne Jnstigirung meinerseits von ihm den bekannten Brief erhielt, mit der dringenden Bitte, denselben zu veröffentlichen, was ich erst nach wiederholter Aufforderung rhat; daß ich endlich dabei durchaus nicht die Absicht hatte, etwas mit meiner priesterlichen Autorität zu decken, sondern nur der Wahrheit-zu dienen. ~ 7. Es ist unwahr, daß ich Ihre Ostrowo-Berichtigung „gefälscht habe." — Ich habe den Wortlaut Ihres Telegrammes aus Petersburg nur aus dem,.Btlb." gekannt und darauf meine Schlüsse gebaut, deren Richtigkeit Sie ja selbst zugeben, da Sie in Ihrem Blatte constatiren, daß es ein Ostrow (bei den Juden Ostrowe) jetzt im Gouv. Siedlce (nicht im Gouv. Lomza,) gebe, das ehemals im Gouv. Lub lin gelegen war 8. Es ist unwahr, daß jeder einzelne Satz meiner früheren Berichtigungen lügenhaft, entstellt oder gefälscht ist; ich halte diesen Insinuationen gegenüber meine Berichtigungen aufrecht. Hochachtungsvoll XVIII., 9. Juni 1893. Dr. Josef Deckert. Also es bleibt dabei, Paulus Meyer ist ein Ehrenmann; er ist auch gär nicht verhaftet, sitzt nicht im Landesgericht, Alles ist blos eine Komödie des Ex-Rabbi Bloch! Die Preußische „Kreuzzeitung" ist ein Organ der „^.liaves Israeliten Pastor von Bodelschwingh in Bielefeld zählt zu den „Cohnsorten". Die zahlreichen anderen protestantischen Pastoren in Deutschland, England und Frankreich, welche vor Paulus Meyer als vor einem bösartigen Subject öffentlich warnten, sind bezahlte „Judenagenten", Professor B ink e ll, der katholische Theologe, hat an Paulus Meyer einen „Bestechungsversuch" unternommen, Frl. Jenny Zink, Dr. Benedikt haben mit den Mittheilungen über die Deckert'sche „Luftvilla" gelogen,^ ebenso wie unser Berichterstatter über das verunglückte Friedhofsgeschäft, ein Ehrenmann ist auch Pfarrer Deckert, dem Freund und Eideshelfer des Paulus M e y e r, alias Pawly, alias Kremenitzki, reete B a ru ch Leib A f ch k e n a s i! — Bei Philippi sehen wir uns wieder! Brauchen die Juden Christenblut? Beurtheilt von D. A. Chwolson in Petersburg. Nach der 2. verbesserten und mit 3 Beilagen vermehrten Ausgabe aus dem Russischen übersetzt von Ignatz Kaufmann (Kojetein.) (Fortsetzung.) 8. Die Ansichten der getauften Juden in dieser Frage sind ohne Zweifel von nicht geringer Wichtigkeit. Doch habe ich schon daraus hingewiesen, daß unter den vielen taufenden Juden, die das Christenthum angenommen haben, nur sehr Wenige auf Seiten der Ankläger waren, die Mehrzahl der-, selben hingegen diese Beschuldigung immer als die schamloseste Verleumdung betrachtet und erklärt haben. Ueberdies war es die niederste Volksclasse, aus der diese wenigen Ankläger hervorgingen. Die beispiellosen Ignoranten und frechen Lügenmäuler widersprachen sich dabei unausgesetzt Einer dem Andern. Ihre Gewissenlosigkeit ging so weit, daß sie ausführliche, ihren Worten nach aus geheimgehaltenen hebräischen Büchern geschöpfte Beschreibungen dieses „Ritus" vorbrachten. Die Wirklichkeit lehrte aber regelmäßig, daß diese sogenannten „Geheimbücher" entweder allgemein bekannte und in vielen Uebersetzungen erschienene Werke waren oder daß sie überhaupt niemals existirten. Die als Ankläger gegen ihre früheren Glaubensgenossen auftretenden Judentäuflinge pflegten dabei, trotzdem sie tn ihrer Unwissenheit nicht einmal lautlich dem Hebräischen ähnUche Titel von Büchern-, die angeblich das Christenblutritual enthielten, anführen konnten, sich als frühere Rabbiner auszugeben und mit Citateu aus sogenannten, ihrer Behauptung nach diesen „Ritus" beschreibenden Talmudschriften herumzuflunkern, denen sie Titel gaben wie: „Sachpheleio", „Chochlis", „Gulen", „Naisbokes" u. A,, Titel von Büchern, die vielleicht chinesisch oder japanisch sein können, unmöglich aber hebräisch, da doch die Worte gar nicht hebräisch klingen. Und auf solche Werke, die niemals existirt haben und niemals existirt haben können, hat Geheimrath Skripizin im Jahre 1844 als damaliger Director des Departements für die geistlichen Angelegenheiten der fremden Bekenntnisse im Ministerium des Innern sein nach dem Ausdrucke.des Herausgebers des Journals „Grashdanin" (1878 NNo. 23—24, Seite 489 ff. und.Nr. 27—28, S. 552 u. 556) und zum Theile auch nach dem Ausdrucke Ljutos- 1 tanski's (s. dessen Buch: „Die Frage über die Christenblut-

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