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Berliner Vereinsbote · 1896-12-04 · Heft 49 (4.12.1896) · page 1

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 49 (4.12.1896)
Date
1896-12-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Garantierte Auflage 5000 Eacemplare. für die Genlrül-Onjaq Vereine!Berlins. Postzeitung»'Liste 978. Erscheint jeden Freitag, wird allen Mitgliedern der Vereine gratis zugestellt, und liegt in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus. Bezuflspreis für Nichtmitglieder 1 Mark vierteljährlich. — Insertionspreis für die viergespaltene Petitieile 30 Pfg. Expedition und Annoncen“Annahme: Berlin HO., Kaiserstr&sse 39 40. Nummer 49. Berlin, den 4. Dezember 1896. I. Jahrgang. Wr bitten höfl. um gefl Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit in der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr. 39/40 reklamieren. Vereins-Schau. Zu einem Fest, das an Würdigkeit und Weihe seines ׳!eichen, sticht, gestaltete sich c)ie vom ״Verein kür jüdische eschichte und Litteratur“ am 29. ds. in dem Festsaale des ״Vereins junger' Kaufle11tea, Beuthstr. 19/20 veranstaltete Channukkahfeier; die von den! Vqrstandsmitgliede Herrn T Benas Levy getroffenen Arrangements nahmen einen glänzenf den Verlauf. Künstlerinnen und Künstler, fast durchweg berühmte Kamen, ergötzten die den grossen Saal füllenden Festteilnehmer durch wahrhaft künstlerische Leistungen. Den Glanzpunkt der Feier bildete die Ansprache des Vereinsvorsitzenden, HerrnDr. Gust. Karpeles, der mit bekannter Beredsamkeit über die Bedeutung des Chanukkahfestes für die Gegenwart und Zukunft sprach und besonders die jüngere Generation mit Begeisterung für unsern hl. Glauben und die Mission des Judentums erfüllte. Im Anschluss an die geistreiche Ansprache wurde die Ohanukkahhymne gesungen. Die Aufgabe, für die leibhchen Genüsse zu sorgen, war dem Besitzer des ״Münchener Hofu, Herrn Rothenberg, zugefallen. Did reich besetzte Tafel fand auch guten Zuspruch. Ein geistreicher, humorvoller Toast des Herrn Dr. H. Hildesbeim er auf die Festveranstalter, sowie!humoristische Vorträge der Herren Pauli und Friedländer würzte die Kaffeepause. Den Schluss d r Feier bildete ein fröhlicher Tanz,! bei dem besonders die jüngeren Teilnehmer voll und ganz ihre Rechnung fanden. Wie wir zu unserer Freude hören, hat ,das Fest auch noch den Erfolg gehabt, dass dem Verein viele neue Mitglieder gewonnen wurden. G. Die 3. Generalversammlung des Vereins fOr KindervolkskQchen fand am 28. Novbr. im Bürgersaale des Rathauses statt. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Herrn. Abraham, gab einen Ueberblick über die Thätigkeit des Vereins im letzten Jahre. In den vom Verein in Berlin begründeten zehn Kindervolksküchen würden vpiü November 1895 bis ca. März 1896 folgende Anzahl Portionen ausgegeben: Küche I42 415, Küche H ----- 52 286, Küche III 524 43 ־, Küche IV -- 31 696, Küche V 341 56 =־, Küche VI - N 011f Küche VN.> 46 828, Küche VIH - 60891, Küche IX 33 960, Küche X '= 7 654. Dreiviertel der Portionen wurden gratis fortgegeben, ein Viertel mit 5 f>£.pro Portion.' Grosses hat der Verein bis jetzt geschaffen, ja er ist ein dringendes Bedürfnis für unsere Stadt geworden. Auf die nicht unter der Obhut ihrer Eltern stehenden Kinder wirkt er veredelnd, denn er lehrt ihr Gemüt, gegen) ihre Wohlthäter dankbar zu Hein. Die Eltern, die ihre Kinder unter Aufsicht wissen, können leichter, speciell im Winter, ihre!־ Arbeit nachgehen, da sie nur für sich allein dann zu sorgen haben und daher auch für sie ufeit weniger Gefahr vorhanden ist, auf schiefe Bahnen zu geraten. In einigen Städten werden nach hiesigem Muster bereits Volksküchen eingerichtet, die ausserordentlich segensreich wirken. Der Vorsitzende spricht sodann im Namen des Vorstandes allen, die sich um das Gedeihen desselben verdient gemacht-,, seinen herzlichsten Dank aus. Das Vermögen des Vereins hat sich gegen das Vorjahr gebessert, jedoch ist dringend zu wünschen, dass bei den immer grösser werdenden An-, . forderungen, die Wohl thätigkeit, die in unserer. Stadt, so viel leistet/ hier wieder in Thätigkeit tritt. Die Gassen- Revisionskommission, bestehend aus den Herren Sanitätsrat Dr. Ehrenhaus, Dr. Leichtentritt und Herrn Muselioldt, teilt ־ mit, dass ihre Prüfung die Richtigkeit der Ein- und Ausgärige, der Beläge und der Gasse ergeben habe, worauf dein Cassierer De Charge erteilt wird. Auf Antrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Wurm wird dieselbe Prüflings ־Coiurnission auch für das nächste Geschäftsjahr gewählt. Auf An־ trag des Vorstandes werden zWei Damen, die ,bisher ander Spitze je eines Bezirkes standen, jedoch von Berlin fortgehen, zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es sind dies, Frau Oberst Rasmus und Frau Geheimrat Schmidt, Nach Erledigung einiger Anfragen erklärt det Vorsitzende die GeneralVersandung für ■geschlossen. Die Vereinigung ״Judas Töchter“ 1895 (Alte Vereinigung) leitete ihr Chanukkahfest - Programm am Dienstag, «len 24. November, mit einem Vortrage eines urlserer an gesehenston Rabbi neu ein. Der Redner betonte, das innerhalbdqr geschichtlichen Entwicklung des jüdischen Volkes von Abraham bis zur Zeit der Makkabäer das jf d. Weib zu allen Zeiten wie einst das Licht den heiligen Tempel, so sie selbst das jüd. Haus erleuchtet habe. Er knüpfte daran

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