Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1896)
- Date
- 1896-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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garantierte Auflage S4QO Eiempte Berliner feein$b6fe. A 1‘•®!;®ל;' Postzeituni; ־• Liste 978. Cenlrüf-Organ für die jüdischen Vereine ßerlins. Erscheint jeden Freitag, wird allen Mitgliedern der Vereine gratis zugestellt, und liegt in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus. Bezugspreis für Nichtmitglieder 1 Mark vierteljährlich. — Insertionspreis für die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. Expedition und Annoncen-Annahme: Berlin NO., Kaiserstrasse 39 40. Nummer 48. Berlin, den 27. November 1896. II. Jahrgang. WWT Wir bitten höfl. um gell. Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit in der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr. 39/40 reklamieren. Channukkah— das Weihefest. Wohl der schwerste Streit, den Israel je ausgefbehten, ist der. on den mis das Chaniuikkahfcst mahnt. Nicht weil der Syrer mit gewaltiger Kriegsmacht gegen das kleine, schwache Judäa zu Felde zog, war die Gefahr für die Juden und ihren Glauben so gross, sondern dass er die um die damalige Zeit in höchster Blüte stellende griechisehe Bildung und den Geist der griechischen Völker gegen die Lehre des Sinäi ins Treffen führte. Es war — man kann sagen — ein Kampf der Ideen, die eigentlich zusammeu wirken, nicht aber sich feindlich gegenüber stehen sollten. Man denke: War der griechische Götterglaube auch heidnisch, so hatten sieh doch Dichter und Weise ber&üht, ihn zu verklären, einen tiefen und..schönen Sinn hineinzudeuten. . Wie» anders'war der griechische Götterglaube als der Götzendienst Kanaans! Dieser, ein toter Kultus, ohne geistigen Gehalt, ohne anmutige Form, jener auf den Schwingen höchster Bildung und regsten Geisteslebens hinaufgetragen ‘ in höhere Sphären! Dichter und Weise, deren ■Namen noch heute die Welt mit Bewundertrag erfüllengdockten damals die jüdische Jugend hinweg von den Stätten des einig-einzigen Gottes. Gilt doch von dem griechischen Volke der Satz: ״Du bist schöner als aUp Menschenkinder, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen.14 Es ist keine Uebertreibung, zu behaupten, selbst das Hässliche und Unzüchtige entbehrte nicht des Zaubers anmutiger und edler Formen, Und dieser gefährliehe Feind war noch gestützt durch das Ansehen eines gewaltigen Machthabers, der den Abfall mit Ehren und Würden lohnte. Wahrlich! In verlockenderer Gestalt ist die Verführung niemals an den jüdischen Stamm herangetreten, nie war die Gefahr so mächtig, dass Israel den Bund brechen werde, den es mit Gott am Horeb geschlossen hat, als damals. Ganz Asien war vom griechischen Geiste überflutet. Dass das kleine Judäa ihm nicht auch unterthan geworden, ist das unsterbliche Verdienst der Makkabäisehen Helden. Sie haben es verstanden, die Begeisterung im Volke zu entfachen,* dass dieses die Fahne des Gesetzes hoch hielt und die Masse um sie scharte. Durch die Makkabäer ist die Liebe zur Religion der Väter allmächtig geworden in den Gemütern, so dass die Israeliten der berückenden-Bildung der Griechen energischen Wider-! stand zu leisten im Stand*‘ waren. Wir wollen die Heldenhaftigkeit der Makkabäer im Kampfe gegen die Macht der Syrer voll anerkennen: aber weit verdienstvoller als der Kampf um die Selbständigkeit Und Unabhängigkeit des Landes war die Erweckung und Wiederbelebung des religiösen Geistes: denn die politische Se 1 bstand igk eit ist rasch, wieder verloren gegangeatd>er gewaltig war die religiöse Wirkung. Dm Makkabäer haben einen massgebenden Einfluss.nicht .nur auf die Ent wickelung des religiösen Lebens der Juden, sondern der Religionen aller civilisierten Nationen bis auf den heutigen Tag. Die Hasmonäer haben einen bleibenden, unaoslösehbaren Sieg errungen, in dem Kampfe des Lichtes gegen die Finsternis, der religiösen Freiheit gegen die Barbarei des Gläubenszwanges. Freue dich, Israel, solcher Ahnen, liehe den Schild, mit dem .die^S^akkabäer unsere heiligsten Güter beschirmt, hoch empor, yidhte dich selbst an diesen Vorbildern auf, wenn die Mabht der Finsternis gegen an stürmt, wenn die Unduldsamkeit dein Dasehryin tiefe Nacht tauchen möchte! Lass, 0 Israelit, deine Kinder begeisterten Auges auf die Heroengestalt eines jVlatisjahu blicken, lehre sie dio* Waffen fahren, mit denen das Fürstengeselilecht der Makkabäer dehv gewaltigen Feind von sich abwehrte! \ ־ Welches waren aber •die Waffen, die sie führten r Was hat ihnen den Mut und die Zuversicht verliehen, für die Freiheit des Glaubens, für die Rettung der heiligen Lehre in den Kampf zu treten? Es war die heiligt? Bogeisterung für die erhabene Sache, um deretwillen sie in den Kampf gegangen, es war das unerschütterliche Vortrauen, es war dai Bewusstsein, dass es das erhabenste Geistesgut Israel©? die Lehre der ewigen Wahrheit zu erretten galt. Das war ihre Kraft und ihre Stärke, das war die Wprzel ihrer unwiderstehlichen Tapferkeit. Nicht grosse, wohlgeordnete und wohlausgerüstete Heeresmassen haben Israel jemals den Weg zum Siege