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Berliner Vereinsbote · 1896-11-20 · Heft 47 (20.11.1896) · page 1

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 47 (20.11.1896)
Date
1896-11-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Garantierte Auflage 5000 Exemplare■ für die jüdischen Vereine ßerlins. Erscheint jeden Freitag, wird allen Mitgliedern der Vereine gratis zugestellt, und liegt in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus. / Bezugspreis für Nichtmitglieder 1 Mark vierteljährlich. — Insertionspreis für die viergespaitene Petitzeile 90 Pfg. Postzeltungs-Liste 978. Expedition and Annonoen-Annahme: Berlin NO., Kalseritraase 39 40. / Nummer 47. Berlin, den 20. November 1896. II. Jahrgang. WW" Wir bitten höfl. um gefl. Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit in der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr. 39/40 reklamieren. / Der Talmud-Verein זכרת ש״ם!. Am 14. Oktober waren 44 Jahre vergangen, seitdem von einigen frommen und wackeren Männern der Talmud- Verein gegründet wurde. Ursprünglich nur darauf berechnet, das Talmud-Studium zu pflegen und zu verbreiten, hat der Verein schon in den im Jahre 1856 revidierten Statuten auch die jüdisch-religiöse Ausbild uiig der Jugend in den Bereich seiner Wirksamkeit gezogen, und drei Jahre später (1860) erschien ein ״Entwurf ׳ der abgeänderten resp. erweiterten Statuten des Talmud-Vereins“, in welchem dem Vereine nach drei Richtungen hin eine erhöhte Thätigkeit vorgezeichnet worden ist: . 1) Der ursprüngliche Plan des Talmud-Studiums ist in seiner ganzen Ausdehnung beibehalten, und es ist ihm im Vollen Umfange diejenige Beachtung zu teil geworden, die der Wichtigkeit des Gegenstandes entspricht. 2) Der Ausbildung der Jugend in י den Lehrgegenständen der jüdischen Religion ist eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden, und clas /Bestreben des Vereins ist dahin gerichtet, dass die Jugend die Lehren für das jüdisch-religiöse Leben, sowie die hohe Bedeutung unseres alten, heiligen Schrifttums kennen und beachten lerne. 3) Ausserdem hat es der Verein als eine heilige Pflicht betrachtet, in dankbarem Hinblick auf seine Wohlthäter, seine Erkenntlichkeit gegen dieselben durch Erfüllung jüdisch-religiöser Liebespflichten auszudrücken, um so zugleich das Andenken an seine Mitglieder und Förderer auch nach deren Hinscheiden wach zu erhalten. Diese Statuten haben die Approbation des damaligen Rabbinats der Kiesigen Gemeinde mit folgendem Wortlaut erhalten: ■Nach, näherer Einsicht in die Statuten des Talmud- Vereins erklärt das Unterzeichnete Rabbinat sein volles Einverständnis mit den Zwecken und Bestrebungen desselben und wünscht dem Institute allseitige Teilnahine und segensreichen Fortgang. Berlin, im Mai 1860 (5620). Das Rabbinat: J. J. Oettinger, E. Rosenstein. Dr. M. Sachs— Seit jener Zeit hat der Talmud-Verein sich immer mehr consolidiert und ausgebreitet. Seine Leistungen und Be- Strebungen haben ihm immer grössere und regere Teilnahme zugewendet, in immer weiteren Kreisen Anerkennung vorschafft und nicht unbedeutende Mittel zugeführt. Dadurch ward der Verein in den Stand gesetzt, nicht nur stets die gegen die Mitglieder übernommenen Verpflichtungen gewissenhaft und pünktlich zu erfüllen, sondern auch immer mehr für die Erhaltung und Verbreitung unserer heiligen Lehre zu wirken und zur Förderung wahrhaft frommen Sinnes und jüdisch-religiösen Lebens beizutragen. .־...׳ Der Verein ist eifrig bestrebt, die drei Grundpfeiler, auf denen das Judentum ruht: Die Gotteslehre, den Gottesdienst und die Erweisung von Liebesdiensten zu stützen und zu festigen. ]Die Gotteslehre wird nicht nur durch, tägliche Talmud-Vorlesungen, sowie durch den Jugend- Unterricht gefördert, sondern auch durch gemeinverständliche■ Vorträge über die verschiedenen Gebiete des ' jüdisch-religiösen Schrifttums auch den Kreisen zur Kenntnis gebracht, die sich nicht mit dem Talmudstudium beschäftigen können. Der Gottesdienst wird in der vom Verein unterhaltenen Synagoge nach der althergebrachten Sitte: unserer;׳ Voreitern verrichtet uijiä soll nach dem Statute stets in dieser Weise erhalten werden. Die Liebespflichten endlich werden in den §§ •5—9'■ de^ Statutj vorgeschrieben, und die Leiter des Vereins sind darauf bedacht, diese Vorschriften aufs gewissenhafteste auszuführen. Soweit die Mittel reichen, lässt der Verein auf seine Kosten jüdische Knaben im Uebersetzen der Bibel, der bedeutendsten jüdischen Bibel-Commentare, sowie in Mischnah, Talmud und Schule han-Aru eh unterrichten. Gegenwärtig wird dieser Unterricht von Herrn Rabbiner Höxter in den Räumen der jüdischen Gemeinde, Heidereutergasse L au jedem Montag und Donnerstag von 5—7 Uhr erteilt.. Die Synagoge befindet sich Orüiiienburgerstr. 64.

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