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Berliner Vereinsbote · 1896-11-06 · Heft 45 (6.11.1896) · page 9

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 45 (6.11.1896)
Date
1896-11-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beiblatt zum ״Berliner Vereinsbote.“ Nummer 45f Berlin, den 6. November 1896• Jahrgang. bekanntlich hat ein Komitee in der Ausstellung ״Kairo“ die Produkte einiger jüdischer Dörfer in Palästina ausgestellt, darunter auch weisse und rote, hauptsächlich auch süsse Weine. In diesen insbesondere wurde ein ziemlich lebhaftes Geschäft abgewickelt und namhafte Mengen davon ab gesetzt. Ein in der jüd. Gesellschaft bekannter und ob seines ehrenhaften, Charakters allgemein geachteter Mann, der zugleich als F;aehma1111 Einblick in . die hier in Frage kommenden Verhältnisse hat, warf die Frage auf, ob die in der Ausstellung verkauften Weine auch thatsächlich Palästit / na weine seien. Er begründete die Frage einmal f mit dem Hinweis darauf, dass es geradezu unmöglieh sein würde, aus palästinischen. Dörfern eine Ausstellung mit abgelagert ten Weinen zu beschicken, weiter damit, dass es in Palästina überhaupt keine süssen ' Naturweine gäbe, und endlich mit der von ihm als Kenner vorgenommenen Kostprobe, die ihm die verkauften Weine als Ungarweine kenntlich machten. Da dieser Mann aus seinem Verdachte kein Hehl machte, ihn vielmehr direkt in schärfster Form au 8p rach, erhielt er am 2. September von einem hiesigen Rechtsanwalt ׳ die Androhung der Verleumdiingsklage. worin behaüptet wurde, dass die Aecht- /heit der Weine bei einer Nachfrage und Erkundigüng als unzweifelhaft-nachgewiesen worden wäre. Auf diese Androhung antwortete der mit, der Klage Bedrohte, dass er sehr gern bereit sei. seine Aeusserung zu widerrufen, wenn ihm der Nachweis der Aeehtheit der Weine geführt würde, was ja sehr leicht durch die V orzeigu n g der F rächt briefe bewerkstelligt werden könnte. Seit dieser Zeit sind mehr aU acht Wochen verstrichen: weder ist in diesem Zwischenraum eine Klage überreicht worden, noch auch hat sich das Komitee, dem ein auch in der Allgemeinheit ziemlich bekannter Mann vorsteht, fühvung veranlasst gefunden, Gute Qualität. | \ Billigste Preise! ב ש ו Feme Fleisch-11, Wnrstwaaren en gros unter Aufsicht. H. LOEWY Berlin C. 167. Central-Markthälle Stand 167. OiVeriiv täglich frisch: la. Spickgans ff. . . ... . . A PM, 1,40 Mk. ״ (.Tänseschtriaiz. garantirt rein ־ ״Gänseliesen (Flumi . . ״ GäuSehautfett, garäntirt sauber ff, ־Schlacku. Salaimwursr la. Mettwurst .... . . . liV Leberwurst, Prima . . . . Polnische Räucherwurst . . . SchJesisehe Ranch er wurst . . Dampf- und Schaleniwurst . . la. Speisekernfett, geschmolzen Fraustädter . . . . . Dutzend Paar 1.00 'Wiener . . . . . יי 1,00 מ ״ Lungen wärst*.. Dutzend 1.00 .״’ ' Jauersche . . ... . . . 2/Stück ---,25 Rocknnd Paprika Würstchen 2 —,25 Klops . . . .... . . . ä Pfd. —,GO . 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Diese Unwahrheit wird seit einiger Zeit, wie. uns wohlbekannt, von einigen interessierten Personen in Berlin kolportiert. /Gegen die Urheber der Ausstreuung ist die Klage erhoben, nachdem sie vor dem Schiedsrichter nicht erschienen. Mit den zionistisehen Bestrebungen hat diese Ausstellung überhaupt nichts zu rhun, ihr einziger Zweck war, zu er proben, ob für die jüdischen A cke rbau kol on ien Pal ästi - nas sieh ein Absatzgebiet in Debit־seliland sei.affe 11 lasse. Vorgelegte Fakturen und Frachtbriefe bestätigen diese Angaben. Aus V.-Z. en detail 20 10 90 20 90 90 00 80 60 45 Reiche Auswahl! Prompte Bedienung! zu irgend einer Beweis-, _ _ . Dagegen ist jetzt die/ Bildung einer;,Aktiengesellschaft ziitu Verkauf der Pro- , dukte palästinischer Dörfer“ — vornehmlich dortiger Weine — im Zuge und auch bereits in einem Mainzer Blatt angekündigt worden, als deren Direktor ein nächster Anverwandter des betreffenden Vorstandsmitgliedes bezeichnet wird. Diese Neugründung giebt wohl auch de1\ Oeffeotlichkeit ein Recht, nach der Herkunft der Produkte zu fragen WM! und dieser Umstand bestimmt uns, den Mitteilungen unseres durchaus verlässlichen Gewährsmannes/Raum zu geben Die Palästina-Äusstellup^ in ״Kairo“ wurde am Hohntag; »len 25. Oktober geschlossen. Nach Schluss hatten sich 20 Personen, welche sich um das Gelingen dieses grossen Werkes verdient gemacht hatten, im Hotel Cassel,Burgstr.,zu. einem Abschiedsessen vereinigt, an dem u, A; die Herren Dr. Hirsch Hildesheimer, Dorn; Schoub, Dr. Holzmann und Dr. H.Löwe teilnahmen. Bei der Tafel ergriff zuerst Herr Dr. Hildesheimer das Wort zu einer Rede, in der er ausführte,, wieviel Mühe und An streugong es gekostet habe, das Vorurteil und die Zweifel, die unter unseren Glaubensgenossen die Ausste llu ngsrdeoWMjtau pt und ihr c 111 hat. zu zerstreuenTDoch blicke man zurück auf das-Werk. Nicht nur, dass sich die Meinung unter unseren Glaubensgenossen vollständig zu Gunsten der Ausstellung geändert hat, auch unsere ,,ehrlichen“-andersgläubigen Mitbürger erkennen den grossartigen Erfolg an und geben zu, dass der ״Judenwein*• gar nicht übel mundete. — Zum Schlüsse dankte Dr. H. den Herren Bit Holzmann, Dr. Löwe und Schoub, die alle ihre Zeit und Arbeitskräfte der Aus- Stellung gewidmet und nicht wenig zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Er leerte sein Glas auf das dieser drei Herren. ־

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