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Berliner Vereinsbote · 1896-09-19 · Heft 38 (19.9.1896) · page 1

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 38 (19.9.1896)
Date
1896-09-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Garantierte Auflage 5000. Berliner fein$befe. NWZSM «--ustzeitungs-Liste 978. Gentraf-0rqar| für die jüdischen Vereine Berlins. Erscheint jeden Freitag, wird allen Mitgliedern der Vereine gratis /,׳!gestellt, und liegt in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus. Bezugspreis für Nichtmitglieder 1 Mark vierteljährlich. - Insertionspreis für die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. Expedition und Annoncen-Annahme: Berlin NO., Kaiserstrasse 39 40. Nummer 38. Berlin, den 19. September 1896. >1. Jahrgang. Sar* Wir bitten höfl. um gefl. Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit in der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr, 39 40 reklamieren. - - '■ Schwarz-weiss-rot. Von Er. Wilhelm Ncumann. (Abdruck mit Quellenangabe _ gestatt et.. > Als Hoffman ת von Fallersleben vorn meeruniraiisehten Helgoland ans sein: ״Deutschland, Deutschland über Alles“ hinausschallen Hess in die'deutschen Lande, da ahnte er sicher nicht, dass eine Zeit hereinbrechen könnte, wo fanatische Finsterlinge, die geistigen Abkömmlinge seiner eigenen W*rfolger, den Freiheitssang zu ihrem Schlachtliede erwählen, wjirden. Hätte er es voraussehen können, würde er nicht das Lied in seinem Busen bewahrt haben? Er hätte es nicht gethan! Er hätte• sich dessen• getröstet, dass jene zwar den wahren Sinn seines Liedes in kaum begreiflieber Weise missverstehen, aber dennoch wenigstens seines freien Geistes einen Hauch verspüren, der — wie alles Gute in der Welt — niemals ganz vergeblich weht. Und so wollen auch wir deutschen Juden nicht die Flamme der Begeisterung unterdrücken, die durch das machtvolle Lied in unsrer Brust geweckt wird. Ziemt es uns auch nicht, mit lautern Getöse im Dunstkreise von Tabakrauch und Alkohol den so oft gemissbrauchten Freiheitseantus anzustimmen, im innemen Herzen sprechen wir das Gelöbnis mit: ״Einigkeit und Recht und Freiheit Für das deutsche Vaterland, Danach lasst uns alle streben, Brüderlich, mit Herz und Hand.!״ Ja! brüderlich wollen wir mit allen Volksgenossen zusammen streben für des gemeinsamen Vaterlandes Glück und Gedeihen und sollten sich auch die andern auch so und rüderlieh erweisen, wie sich einst die Brüder Joseph's zeigten, die neid- und hasserfüllten, und sollten sie auch die Zusammenarbeit so widerwillig ablehnen, wie es jene Partei der Zwietracht, der Ungerechtigkeit und der Knechtschaft thut, welche das hohe Lied von ״Einigkeit und Hecht- und Freiheit“ beständig im Munde führt. Wir wenigstens wollen nicht nachlassen und werden ihnen 1111ablässig zeigen, dass das schwache Reis des Guten, das noch in ihrer Brust keimt, ein Ableger ist von dem Freiheit«- z bäum, erwachsen unter der Obhut derjenigen, di׳* sie mit j blindem Hass verfolgen. Wir bedauern, dass unseni | Widersachern die Stimme der Wahrheit ein 'stechen«le!*. ( Dorn ist: die Wahrheit ist nun einmal ein bitteres Kraut für das falsche Selbstbewusstsein. Ein solch unangenehmes Heilmittel sind wir genötigt mit der folgenden Mitteilung einem Teil unserer akademischen Jugejid darzureichen, möge es ihr — das wünschen wir aufrichtig — gut bekommen. Seit dem jüngsten Auftauchen eines sieh mit dem schönen Namen ״Xa.ti011 alitatsgetuh 1 ״ schmückenden Material!smus ist zum tiefen Schmerze aller* Liehtfreunde, aus den Reihen unserer akademischen Jugend, die bisher all«*zeit bereit war, mit ihrem Leibe der Freiheit eine Gasse zu bahneu. eine Hilfstruppe zum Heere der Finsterlinge gestessen. Diese bedauerliche und bedauern werte Gruppe nennt sieh ״Verein deutscher Studenten“ und hat mit schöner Bescheidenheit als Farben: S c, h\va rzwe iss-rot erwählt, die ihnen als Vertreter des reinen Deutschtums gebühren. Ob dieser urdeutsehe Verein solche Wald getroffen hätte, wenn ihm bekannt gewesen' wäre,, dass er damit/ die'Farben --- des Stammes Levi auserkoren? Diese Finge möchten wir doch nicht so zuversichtlich bejahen, n. die obige, hinsichtlich des vermutlichen Schicksales von: ..Deutschland. 'Deutschland .über Alles,״ Man kann wie in .der WahlseinerEltern auch in der Wahl seiner Oouleuren nie vorsichtig genug sein, warum haben aber auch die ״'wissenschaftlichen״ Berat er des Vereins' Deutscher Studenten hei ihren so gründlichen Talmudstudien sieh so wenig um 'den Midrasch bekümmert., sie hätten doch mit ihrer bekannten Findigkeit jene Stell׳* in׳ Bemidmar Rabba zu Nurneri Cap 11 V. 1 und 2 entdecken müssen, wo nach der mündlichen •auf Moses Zeit zurückgehenden Ueberlieferung die Fahnen 'der 12 Stämme der Kinder Israels, um die sie sich bei der Wüsten warn lern ug sc haarten, beschrieben werden und wo es heisst: ״ Levi hatte den Smaragd (im Wappen! und seine Fahne war zu e inem Dritteil weiss, zu einem Dri11.ei 1 sc 11 warz und zu einem Dritteil rot und darauf wann die TJrim und Thumim gezeichnet,'* Also die Herren V. I). Ster mögen sich veranlasst sehen, ihre Flagge vor dem Stamme

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