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Berliner Vereinsbote · 1896-08-28 · Heft 35 (28.8.1896) · page 1

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 35 (28.8.1896)
Date
1896-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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(Zenfraf-Onyiq .. Postzeltungs-Llste 978. für die jüdischen Vereine Berlins. Erscheint jeden Freitag, wird allen Mitgliedern der Vereine gratis ziigestellfc, und liegt in allen jüdischen Hotels und Restaurants aus. Bezugspreis für Nichtmitgiieder 1 Mark vierteljährlich. — Insertionspreis für die viergespaltene Petitzeile 30 Pfg. Expedition und Annoncen-Annahme: Berlin NO*, Kaiserstrasse 39/40. Nummer 35. Berlin, den 28. August 1896. II. Jahrgang. " —■"■1■■י.". ... ' ' < ■וווו וו■!■■ י■ וווי ———■II■■■■ n י ווו י ח...1 -■■■■—!■₪■■ י י.י 9V* Wir bitten höfi. um geil. Angabe etwaiger Adressenveränderungen. Wegen Unpünktlichkeit oder Unregelmässigkeit iu der Zusendung wolle man in unserem Bureau Kaiserstr. 39/40 reklamieren. Ein Geständnis, Aus dem Englischen von George R. Wen d ing;. Kein Tropfen jüdisches Blut rinnt durch meine Adern; ich bin mit keinem Juden weder direkt, noch etwa durch eine Ehe verwandt. Ich schulde keinem Juden Geld, und kein Jude ist ׳mw Qobiifcicii&l. Ich spreche von dem Standpunkte absoluter UnabhängigkiL Die Juden sind eine grossartige Kasse, erhaben in ihrer Gduld, in ihrer Nächstenliebe, in ihrer Ausdauer, in ihrer Klugeit und Massigkeit und in ihrer Anhänglichkeit an mosaiscl1eTXüea1e. — Wollt Ihr Aristokratie des Blutes und der Geburt haben? Die Juden sind das reinblütigste Volk und weisen die , beste Abstammung unter allen Völkern dieser Erde auf. ' ׳־ ' ־ Konnte. Mirabeau in dem französischen Konvente, Patrick Henry im Hause der Bürgessen, ״Samu Adams in den alten kolonialen Tagen je eigen stolzeren Ausspruch thun, als Disraeli, der im Hause der Gemeinen auf die ״Anklage44 hin, dass er ein Jude sei, sagte': ״Ja, ich bin ein Jude! Und als die Ahnen der ehrenwerten Herren hier noch als Wilde auf einer unbekannten Insel lebten, waren die meinigen Priester im Tempel Salomonis44. Sucht Ihr Aristokratie des Geistes? Der grosse Kirchenhistoriker Neander war Jude, 80111t und Massena, die Marsch alle Kapoleon's, Juden, der brillaufe und zynische Heine, Jude, und V— doch die Liste bgrühtHter Krieger, Schriftsteller, Musiker, Maler? Dichter, Philosophen und Finanziers enthält mehr Juden, als ich in vielen Stunden auftsählen könnte. ■•'.׳,/ Wollt Ihr dit Aristokratie des Reichtums? Die vereinigte finanzielle Gewalt der Juden kann das Zustandekommen irgend eines europäischen Darlehns verhindern.! » Es ist ein falsches Christentum, das die Juden hasst. Das Mysterium der Inkarnation findet Seinen Ausdruck im Fleiseh und Blut der Juden. | Wir erhielten unsere zehn Gebote, die, eherne Grundläge unserer Zivilisation, durch die Juden. Wir singen jüdische Psalmen, fühlen uns erbaut und Whohsn durch die Poesie jüdischer Prophetefi und verlassen uns auf jüdische Biographie über das Leben Jesu. Wir erhielten unsre Paulinische Theologie durch jüdische Hand, und unsere klarsten Blicke in ein Jenseits sind apokalyptische Visionen eines Juden. Nach alldem wenden wir Christen uns um,und verhöhnen den Juden! / Ich habe mit Lehrern der Philosophie gesprochen, die sich geringschätzend über Juden äusserten, und'doch sie mit Enthusiasmus Uacen, üie sie, von־ Maimonides un<l Spinoza, den beeiden grössten Weisen seit Platons Tagen,! ' Kant ausgenommen, eingesogen. Musiker verleumdeten! in meiner Gegenwart Juden, wagdten aber Tag und Nachm daran, Rossini, Meyefbeer und Mendelssohn zu interpretieren. Neulich hörte ich zu meinem Erstaunen eine begabte Schau- Spielerin, im Vertrauen natürlich, die ganze jüdische .Rasse. verdammen, und doch׳ würde die Dame ihr halbes. Leben drum geben, könnte sie blos die künstlerische Höhe er-׳ klimmen, auf der die Königin der Tragöde, ״Rahel44 :ihre Triumphe feierte. Und Rahel war eine Jüdin. Hier in Washington hörte ich einige' Politiker*, wenn ausser dem״ Bereiche der Reporter, spöttische Reden gegen־ Juden führen, und doch war es ein Jude, der Englands Königin zur Kaiserin beider Indien machte, und ein Jude war es, der ,lange ■ Jahre .hindurch taktvoll und umsichtig den Vorsitz über das nationale Komite einer unserer grossenfpolitischen Parteien führte. Der geistvollste Mann der südlichen Konföderation war /JudaKP. ■Benjamin, ein Jude, und als'Chase;die nationalen Finanzen in einer gefährlichen Zeit verwaltete, schuldete.. er einen grossen Teil seines Erfolges einem New-Yorker Juden. Dass man höchst selten einen jüdischen Landstreicher oder Trunkenbold sieht, ist sprüchwörtlich, und es ist ein*; statistisch erwiesene Thatsäche, dass die Juden im Verliältnisse das geringste Kontingent zur Bevölkerung der Spitäler, Gefängnisse und Arbeitshäuser liefern. Unterdrücket die Juden! Eine Reihe russischer Zaren konnte es nicht thun. Jedes Volk »der Erde hat es versucht, und es ist nicht gelungen. Sie überdauern die Tudors und Plantagenets, die Römanoffs, die Tyrannei Spaniens, die Dynastien Frankreichs, Karl den Grossen, Konstantin,

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