Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1896)
- Date
- 1896-08-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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. ilurcli 1 iו♦ * Jahrhuinlorte V(‘1־i'1־l)t luit von Gesehle«:!״ auf <Josrhlecht mr«! «las Enfant terribb‘ der Fürstendes 0«*ei- *lonts, «las mit-unho'imfirliem Trotz** die. Mächte in die Schm״-!0 li fordert. Di•‘ Quelle a!»er aller jener Wirrnisse und IJn'meiischlichkeiten, wie sie meist inmie!• dort vorhanden waren und gegenwärtig mit poten/arter Gnmeiihaftigkeit >.irh ahspiolon-. liegt überraschenderweise in jenem Uebel'der Intoleranz und des (,hristonhasses. der, von fanatisch«‘!] Parteiführern genährt mal geschürt, den Vandalismus und di*1 rohe De wall im (le folge haben, deren Dräuelscenen der unheimliche Inhalt 4׳der Nachrichten, sind, weiche uns '■fast t täglich zu gelien. Wir wollen mul können es׳ nicht .leugnen, dass auch der Antisemitismus ein altes Erbstück" Dt. «Ia< die (tc-.rhiclitc der Jahrhunderte uns bis auf den heutigen Tag überliefert hat, auch hier haben jene unheilvollen Einfluss«‘ religiösen Fanatismus und gemeiner Begehr- 11 11k*‘it ihn durch die Zeiten getragen, und wenn er im Wrlauf d!־rs<db011 bald mehr, bald weniger intensiv zu Tage vi r«‘t*‘!i ist, so lag «lies .eben •an den jeweiligen .Verbaltr ui..- cn und dem Einfluss der massgebenden hohen und hochsten TVrsönlrchkeit«‘!! auf ihre Zeit und den Ort ihrer ■ Wirksamkeit,!»;!!*! war es ein. Pri«*ster?■ der im Ein verstandd! mit meinem. Lamiesherm־ und kraft der ihm verliehenen nnuiipot.erjz ״ad majonun. *lei gloriam־‘ auf Scheiterhaufen' sein«‘in Go tt.׳ ^lensclumopf«‘!׳ bracht«‘, bald waren es jene -.wilden ■eiitnienseliten Horden *1*0־ K1־euzziigler, die auf der Wallfahrt zum Grabe ('hristi durch die Massacre uuschuldige!׳ Menschen ■und' andere unerhörte Grausamkeiten «die ׳ Weih«* sich'■ holten für 'ihre heilige Sendung, und dann die heilige In* jiiiGrion mit ihren Narterwmkzeugen und Mordinstrumentmi,. schattet 11* dien Angedenkens, bald aber auch, und das war die .milde Form judenfeindlicher Nassregehingen,, liesdm ■ Verfolgung der Juden in irgend einem Händchen unseres deutschen Vaterlandes sieh auf das Heitmoti v einer verdammt zweitel ha fen FinanzopemtiW'zurüekführen, welche di«‘ Abhilfe der .augenblicklichen Oeldverl«‘genheit irgend eings Fürsten oder sonstigen Standesherrn zum Zwecke• hatte. Die Annalen der Geschichte erzählen ״ns hierüber eben so ergötzliche, als wunderliche Dinge, welche über die laxe Moral der damaligen Zeit Juden gegenübe,־ selbst bei den Gebildeten und Hochstehenden keinen Zweifel Hessen, und da war es eben kein Wunder, wenn nunmehr die Juden, aller Menschenrechte bar. ihrerseits sich losfühlten von allen Pflichten gegen ihre Bedränger und Peiniger, und im Gefühle ihrer Ohnmacht und dem Bewusstsein des Mangels physische!•,Kraft mit jener Schlauheit, welche die Verfolgung. Not, und Verzweiflung bei Mensch und Tier erwecken, sich wehrten und mit List löffelweise Zurücknahmen, was die rohe Gewalt der Hebe« machtihnen scheffelweise geraubt hatte. Jahrhunderte hindurch dauerte die systematische Verfolgung; Ausbeutung und Erniedrigung des Judentums, und so hat sich dieser unselige Zustand fortgepflanzt bis auf unsere /'mit, welche sich \um4ler des Mittelalters bezüglich der Mittel nur insofern unterscheidet, als es früher fast ausschliesslich die Kirche war, —wir sagen nicht das Christentum, .--welche die Hetze betrieb und difreh die Verdächtigung der Hostien־־ Schändung, der Brunnenvergiftung und anderer Hingeheuerlielikeiten die ’niederen Instinkte der Volksmassen zu entfesseln suchte, während man in der neueren Zeit bemüht ist, dem Antosimitismus ein socialpolitisches Mäntelchen umzuhängen. Der Antisemitismus trägt die Last der Jahrtausende: wie alt er ist. wie und wo er entstanden, das sind Fragen, auf welche wir ״reinem zweiten Artikel zurückzukoiDmen gedenken. Jüdische Gemeinde. Gottesdienst. Freitag, den 11. August m dien Synit^o^fM abends 7! » l 11 r. Horrnabend. den 15. Augustin der ulken Svnagog*־ morg. 81■/.,׳ Uhr, in den übrigen. Synagogen * mono ־ns \) Id 11 r. Angendgottrsdientt: n!.-!onitt:.gs f!dir: Ah*• Sy nag« »g«•.-. Herr Rahb'nmr 1 «r. Weiss«/, Abend gottesdien st s!'!!!. Gottesdienst an den Wochen- | tag♦•!! morgens *d , Uhr und! abends <H , Uhr. j "וי "כ Concerthaus 48 Leipzigerstrasse 48. Festgottesdienst mit U..-g!.-itnng der Orgel un i Predigt. Biilms h. Ludw. Riesa.Siralatierstra-se dH. er! .Mnlkmmi.arkt. T*d*־phon Amt V. Xe. 1200. ד״וד Festgottesüienst und Predigt im F*־o׳..,:d Gr. Frankfurter Str. 74. mit anerkannt gnt*׳n Kraiien. Innegehabte Plätze werden auf zeitige Anmeldung bis zum 15. August reserviert, ' Vermiet img der Platz«* das«dl»st. Der Vorstand. ך** / </ Zum wohlthätigen und edlen Zweck Mittwoch, den 19. August Grosses ßommerfest. mit Militär-Concert, Tanz, Kinderbelustigung in der Actien-Brauerei Friedrjchshain , vorm. Lips um Köntgsthoii Der Ur< is pro Biliet i<! auf nur 50 Big. Inch (»ojmert.'Tanz.׳ Kiuderbehistigimg, .festge-setzt; Kinder unter 12 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Zutritt. Bei ungünstiger Witterung findet das '{,Vst in den grossen Sälen >tatt. Bill* rs siiul l)<‘im Unt*‘rzeicl11i*‘ten zu haben. Der Ertrug dieses Festes ist unverkürzt Htrr Uiitiar- Stützung ann**!• .׳Wöchm-'vrinneit und für die ReUgiowssefuden. in wtdclier ca. 1.00 arme Kinder unentgeltlich Religionsunterricht ‘!/halten., bestimmt. Der Vorstand des Frauen- und Jungfrauen-Wohlthätigkeits-Vereins ״Mathilde.“ J. Ritter. Neu*‘ Königstrass*• Hl. 11. ^ommerfest mit Qoncert und Janz am Sonntag, den 16. August er. in Dräsels Garten und Festsälen, Nene Friedrichstr. 35 nun Besten der Witwenu. Wmsenliasse des Sumanitätsvereins ..Oewul Tauw". Den verehrten Hamen ist die Kaffeeküchjö von nachmittags 3 Uhr ab geöffnet. Anfang des Concerts 111^ 4 Uhr. B«n ungüustigei׳ Witterung findet das Fest in den Sälen statt. Gäste haben Zutritt. Bidets ä 50 Pfg. sind beim Unterzeichneten zu haben. «J. BlOCh, Prenzlauerstr. 19, I. Bewährter Pädagoge erteilt R * * I i gi >t 1>- und Ha in 1!/ wai eU nt errieht in und ausser dem Hanse, einzeln und in Kursen. Geil. < IdeNen unte!׳ ,.H'ä<!agog,׳׳‘ in, der Exp׳alition >!s. Hlntkes. Kaisers]r. HOHO. Jüdische Lesehalle u. VolKsbibliollieK Münchener Hof, Spandauerstr. tt—13. für jedermann geöffnet: Wochentags 1 4, und 71,2 10, Sonnabends 2—5, Sonntags 10— 2. ״Judas löobtsfl Vereinigung jüd. Frauen und Mädchen zu Berlin. Mittwoch, den 19. August Abends 7 Uhr ■gemeinsamer' Besuch der Special-Ausstellung Kairo ׳ Entree 50 Pfg.! Treffpunkt, von 7 - 7> . IHo Ansstellungs-Bahnhof, für Nachzügler m der jiidise.li. Ikdäsrina-AimsteU hing ן zw ischen der Pyramide und der Ausstellung des Kiiediven geh *gen 1. Der Vorstand. Das Vermieten Jer Plätze in unserer neuerbauten Synagoge Linienst!107 .־ bildet täglich nachmittag von 4 bis 7 Uhr und Sonntags vorm, von 10 bis 12 Uhr statt. ‘ Der Vorstand des Vmvins ״Ahawas scholaum“. Synagoge Kaiserstrasse Herren- und Ffauenplatz wünscht zu mieten Ph. Rosenthal. Schiilingstr. 9 Am 18. August «Is. ds, wird unSer Bureau und dasjenige der Kedaktion der Verein sz<dtschrift ,.Im deutschen Reich1‘ von der Kronen ־ Strasse 22 11 nach der Karlstrasse 26 11 verlegt. Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Unterrichte in Hebräisch und Talmud, auch erteile Schulkind*;rn Nachhilfe. Suche sauberes Zimmerehen. (Heit. Anfragen, sub L 480 an die Expedition dieses Blattes.