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Berliner Vereinsbote · 1896-06-26 · Heft 26 (26.6.1896) · page 2

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Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 26 (26.6.1896)
Date
1896-06-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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.Fahr zu Jahr in verschiedenen Großstädten .sich ihren Berätungen widmen wird. Von der Pflege persönlicher Beziehangen, die dadurch unter Angehörigen aus Nord und Süd, Ost und West herbeigeführt wird, ׳darf mit Fug die Stärkung der Widerstandskraft zuin Schlitze Unserer höchsten sittlichen Güter, die Aufrichtung, Erziehung und Selbsthihi!mg unserer Stammesgenossen, die gegenseitige Würdigung und Verständigung erwartet werden. Das Ergebnis der durch Referenten und Korreferenten vorziiboreitendoii jedesmaligen Verhandlungen soll in Form von •Resolutionen zusammengefaskt werden. Die Judenheit weist jedes Machtgelüste und % jede materielle Bestrebung, die .■in dem Zusammentritt israelitischer Männer erblickt werden könnte, von sich. Um so entschieden er darf sie, sich ei nein״’ Zusammenschluss widmen, der auf all gerne h1.e jWolilfahrtsinteressen und auf die höchsten idealen Güter abzielt.a Dieseid.lrundzüge. lassen erkennen, dass die Vereinigung, •nicht diosA oder jenes bestimmte Werk oder das Interesse eines , Standes oder einer Klasse oder einer Gemeinschaft .begünstigen oder mit irgend einer Korporation oder einer *Behörde in'.praktischer Bethätigung wetteifern will. — Um de• 'Darstellung des Wertes, der jüdischen Idee handelt es >i<•11 und dann: um Aufklärung,׳ was im Dienst dieser Idee /um Wolde der Mensel!heit zu geschehen, welche Aufgabe die Judenheit in diesem Geiste zu übernehmen hat. - Dehn es geziemt sich grade in heutiger Zeit,4• dass wir der besonderen. Vorzüge unserer ethischen Gemeinschaft uns* bewusst bleiben.־ sie mähr und mehr der gesamten Juden- * heit ins Gewissen rufen, sowie vor aller Welt zu bekennen uns. fähig orwoi-sen. Wären wir nicht überzeugt, dass der Charakter des Judentums einen höheren Wert besitzt' als die jon anderen 'Seiten aufgestellten■ Dogmen und Lehren und Darlegungen und Hypothesen.-• weshalb sollten, ja dürften wir dann von der übergrossen Mehrheit uns trennen? Die Berechtigung dazu wurzelt eben in der besonderen Mission, die unser Erbteil bildet, für die wir uns aufopfern, die wir aber auch. erweisen נ missen. . ׳ Und nun weiter: Alles was an der jüdischen Idee gross ׳ und schön ist, kann voll und ganz seine sogenbringend«* Wirkung nur ansüben, wenn die Israeliten zur Erfüllung ihrer erhabenen Sendung sich geeinigt fühlen. Seit tausenden von Jahren ist unsere Religion, ihre Ethik und Aesthetik in alle Laude getragen. Dennoch sind die׳ mosaischen Lehren׳ zwar zur Folie anderer reitgiöser. philosophischer, moralischer Systeme gemacht worden, aber in ihrer Reinheit vermochten sie nicht zu einem unmittelbar auf die - Kultur weit wirkenden Einfluss zu gelangem lind die Träger der Ideen verfielen dem Feuer, dem Schwert, dem Hasse, der Erniedrigung, woraus erst daun ein günstigeres Geschick sie errettete, als grosse konfessionelle und antikonfessionelle Bewegungen überall Erschütterungen he1%orriefen. —־ Aber erst von der Zeit Jüdische Gemeinde. Gottesdienst. Freitag, den 26. Inni in allen Synagogen abends U/2 Uhr. Konnabend, den 20. Juni in der alten Synagoge niorg. 81/2 Uhr, in den übrigen Synagogen morgens 9 Uhr, Predigten Vorra. 9G Uhr; Alte Synagoge, Herr Rabbiner Br. May bäum, ' - Vorm. 10 Uhr, Kaiserstr.-Sy- . nagöge . Herr Rabbiner Br. "Weisse. / Nachmittags 4 Uhr, Lmdensfcr. Synagoge Herr Candidat Julius Cohn. Hngendgottesdienst Nachm. 4 Uhr: Alte Synagoge Herr Rahbin er Br. Stier. Abendgottesdtenst 94/ז Uhr. Gottesdienst an den Wochen-, tagen in allen Synagogen morgens 6*/-, Uhr und abends 6V2 Uhr. ■ * : Sitzung der Repräsentanten - Ver- Sammlung Sonntag, den 28. Juni, Vorm. II Uhr, im Sitzungssaale Oranienburgerstr. 30, II. Synagoge Nveh scholaom Lothringer-Strasse 48. Sonnabend Predigt Dr. Grünfeid, Jüdische Lesehalle und VolksbibNothek Münchener Hof Spandauerstr. 1113־ für jedermann geöffnet: Wochentags 1—4, und 7*/2—10. Sonnabend 2—5. Sonntag 10—2. Musikalische Herren mit Tenorstimme fürSynagogen-Chor gesucht, gutes Honorar, dauernde Anstellung. Meid, sub Chor Ne. 100 an die Exped. d. Bl. erb an, wo die Judenheit. ihren lauteren ethischen Zusammenhang allerorten erstreben wird, kann sie im Völkerleben den ihr gebührenden Faktor bilden; der dann bedeutender sein wird, als er je zuvor ungeachtet der Geistesriesen, die aus ihr hervorgingen —, zu sein vermochte. Deshalb wollen wir es festhalten: Mögen auch versohiedene Meinungen über (Jjss Mass äusserer religiöser Verpflichtungen unter den Israeliten bestehen, so herrscht doch ällseitige unverbrüchliche Uebereinstimmung im Gottbewusstsein, es herrscht die Ueberzeugung von einer sifctliehen Weltordnung, gilt als Moralgesetz, als unschätzbares Gut; es besteht eine weihevolle ,Auffassung vom Werte des Lebens, von den Verpflichtungen der Einzelnen, von der Vaterlandsliebe und vom Wesen der Gesamt- Menschheit. ' Vereins-Schau. Frauen-Vereinigung des Humanitätsvereins Gewul Tow. Am Mittwoch den 17. d. M. fand in DräseUs Festsälen die erste Generalversammlung statt. , Trotz der tropischen Hitze war dieselbe gut besucht. Die Vorsitzende Frau Marianne Dewitz begrüsste die Anwesenden und erteilte Herrn G. Michaelis das Wort zu den weiteren Mitteilungen. M. leitete mit grossem Geschick die Versammlung. Nach Verlesung und Annahme der Statuten, welche jetzt der Behörde zur Genehmigung unterbreitet werden können, hielt Herr Ludwig Riess einen Vortrag über die Tendenzen des Humanitätsvereins in der Frauenvereinigimg. Der Erfolg waren zahlreiche Anmeldungen zur Mitgliedschaft, so dass die Vereinigung jetzt ca. 300 Mitglieder zählt. Auch fand der Appell des Redners, freiwillig, ganz nach Kräften, ein Scherf lein zur guten Sache zu opfern, Gehör, und willig und freudig bewegt öffneten sich milde Hände, so dass ein hübsches Sümmchen Zusammen kam. So hat wiederum‘ das Judentum eine Stütze. Mögen viele Frauen sich dieser Wohlfahrtseinrichtung anschliessen, so wird diese beredtes Zeugnis ablegen von jüdischem Wesen und Wirken und das beste Bollwerk bilden gegen die Wellen und Wogen des Neides und des Hasses, welche uns herabzusetzen bemüht sind. Die im vorigen Jahre begründete ״Freie israelitische Vereinigung“ hielt am 22. d. M. im Logenhau.se. Wilhelmstrasse 118, eine Versammlung ab, die sich eines recht zalilr'eichen Besuches erfreute. Herr Gustav Tuch-Hambürg, als Vorsitzender der Vereinigung, bezeichnete in seiner kurzen einleitenden Ansprache als das Ziel der Vereinigung, die Ausbreitung des Verständnisses für dm sittliche Mission des Judentums unter seinen Bekennen! wie seiner Umgebung. Herr Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer-Koln sprach sodann über das Thema: ״Jüdische Kolonisationa. Redner kennzeichnet die Läge, in welche namentlich die russischen Juden infolge Beschränkung des Erwerbes, politischen Drucks imd religiöser Verfolgung geraten und tritt in Vereinigung Monbijou. Mittwoch, den 1. Juli 1896: Geselliges Beisammensein aller activen und inactiven Mitglieder im Garten des Wilhelmstrasse 118. Mends 8 Uhr. :2=====^===. Sonntag, den 5. Juli 1896, findet eine Partie per Extradampfer nach Hirschgarten statt. Abfahrt 10l/4 Uhr früh von d6r Janno witzbrücke. Billets' a 1 Mark (incl. Fahrgeld) sind zu haben bei Herrn B. Wolff, Wilhelmstrasee 118.

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