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Berliner Vereinsbote · 1896-04-10 · Heft 15 (10.4.1896) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 15 (10.4.1896)
Date
1896-04-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Central־H?ws D. Kirschner Belle- Alliance-Strasse 101. Wegen Umbau meiner Lokalitäten kommen grössere Posten meines Waaren-Lagers zum vollständigen Ausverkauf. t gross. Posten Frühjahrs-Neuheiten doppelt!)!•. Mtr.54, ♦15, 85 Pfg. Schwarz seidener Mvrveilleux, schäm•■ Qualität.‘ MIr. 1,10 Mk. Schwarz reinseidener painast in schönen Dessins ., 1,70 Changeant-Seide zu ־ßilousen in allen Farben . . ., 0,78 Schwarz reihwoll. gemusterter Stoff. doppelthreit 0,08 Reinwollen Beige■in grau und mode, doppoltbreit 0.78 ״ B׳,hen und Beste in Seide und Wollt‘ von! bis 7 Mtr. für die/ Hälfte des hislterigen Preises. Cm^^^^vm^^r^nsserorden^ werden Proben ׳in der Stadt gern verabfolgt. ---------- Strenge reelle Bedienung. Feste Preise. ------------- Zur Vermeidung von Unregelmässigkeiten in der Zusendung des ״Berliner Vereinsbote“ bitten wir die verehrl. Vereinsvorstände und Mitglieder um die durch den Umzug notwendig gewordene Berichtigung der Adressen. Reklamationen sind möglichst bald in unserem Bureau, Kaiserstrasse 39 40, anzubringen. Contor und Werkstatt. Erzählung aus dem jüdischen Familienleben , . . von Alphonse Eevy. (Fortsetzung.) 11(1״ liebst den Portugiesen also wirklieh, Anna?“ ״Das hast Du ja gesehen, Papa!u ״Mir ist das recht unangenehm. Fernando Mendez. der sich stets für Dich interessiert hat, übernimmt demnä< hst das Bankgeschäft seines Onkels י Felix Morpurgo in Paris, der sich vom Geschäft zurückzieht. Als seine Gattin hättest Du in den Kreisen der haute finaiice der französischen Hauptstadt glänzen können, •während Du als Frau De Posta, wenn ich wirklich.die Schwachheit •haben sollte, diese Mesalliance zuzugeben, gezwungen sein wirst, von der Dir zu fallen den. Hälfte meines Vermögens eine Menge armer Verwandten zu füttern und Dich mit ■■Handwerkern und Arbeitern zu encanailliereii. Mir soll cs recht sein! Ich ging heut mit Friedrich Aansing zur Börse, der. einst Millionär, jetzt durch geschäftliche Verluste. ziemlich heruntergekommen ist. Ich wollte ihn darüber trösten: er aber lachte mich aus. ״Alter Freund.a sagte er zu mir, ״ich hin heute glücklicher als früher. Ich habe vor zwanzig Jahren aus Lieb! eine blutarme Frau geheiratet und seitdem vor Borgern und Bettlern, die sich mir als Verwandte aufdrängten, keine!adrige Stunde gehabt. Jetzt, wo ich nicht mehr als reich gelte, kommt mir keiner von der Sippe zu nahe und ich lebe von dem mir gebliebenen kleinen V<&*mögen mit meiner Frau wie Gott in Frankreich!“ Aehnlirhes steht Dir und Julius sicher bevor, wenn Ihr nicht Verstand annehmet. Es wird recht ־hübsch werden, wenn Du, die elegante Anna Gähn mit Deinem Bräutigam in die nach Oel, Leder und Pech duftende-^erkstatt trittst, um de »ne 11 Schwiegervater, den Schuster, zu umarmen!“ ״Aber, Papa, quäle mich doch nicht. Ich habe Paul sehr gern, und er betet mich .-so an, dass er, um mich zu erringen, bereit sein wird, mit der Schusterfamilie zu brechen, zu der ich mich allerdings kaum entschliessen könnte hinabzusteigen. Vielleicht denkt Julius darüber anders, und deshalb wirst Du gut tliun. ihn zu betragen,“ wie er eigentlich mit Esther De Costa stellt.״ Der sichtlich heiter gewordene Bankier geht eine Weile im Zimmer auf und ab: dann holt er aus seiner Brusttasche ein Etui hervor, legt es vor seiner Tochter auf den Tisch, küsst, sie stumm auf die Stirn und geht auf sein Zimmer, Anna, welche dem Etui ein kostbares Halsband entnimmt, legt dasselbe um ihren Schwanenhals, tritt dann I u. ...!Verein Creditreform U»»küon».| nun 80hutze gegen flcI-Kdl-elu״׳ Croititgeben. BBRLIN C., Klosterstrasse 79. Ecke Kdnlffstr. Feraaprach-Anaolklat• Amt ▼. No. 1366. Direction: J. Moritz. Dir Verband dar Vereine Creditreform ln»t in mehr als 900 der wlebtigeren Handelsplätze Deutschlands und im Auslande eigene Burennx, woselbst unsere Mitglieder und deren Heisende mündlich kostenfreie Auskünfte Über, ihre Kunden am Platze erhalten. Schriftliche Aue* kttufte auf ganz Deutschland kosten MK 0,80; auf das Ausland laut 8pecial-Tanf. Die Einziehung von Aus$enstanden übernehmen wir laut Statut provisionsfrei Ferner erhalten unsere Mitglieder unentgeltlich : die Verbandszeitung, Listen säumiger Zahler Internationale Warnung*- tafel (Sehwindelfirmen), Suchliste pur Ermittelung des Aufenthalts un> abgemeldet ▼erzogener Schuldner). Prospecte stehen gern zu Diensten. Aufnahme neuer Mitglieder täglich auf dem Vereins-Bureau Jahresbeitrag 20 M., Reiselegitimationskarten pro Stück M. I M. Wolff BERLIN C., Alexanderstr. 38a, I. gegenüber dem Polizeipräsidium Etablissement für elegante Herrengarderobe. (grösstes hager von in- und ausländischen Stoffen. 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Die 'Handelsleute packen eifrig die aufgestellten Waren ein und beginnen die Läden zu schliessen. Von den hölzernen■ Vorbauten nehmen die Frauen die fnsehgewasrheiieii Kattunkleider, um sie noch rasch für den Feiertag aufzuplatten: dort!*einigt man Kleidungsstücke, hier das Geschirr, welches zum Festmahle dienen soll. Zärtlich drückt eine, arme Witwe ihr fast unbekleidetes Kind, dem sie kein Festge wand schaffen konnte, an ihr* Herz.־. Da ist doch dort oben die Katze glücklicher: sie streichelt ihre Junger! eben- "so zärtlich, ohne um sie Sorge tragen zu ■müssen: .sie leckt vergnügt ihre Pfötchen, ■was nach aller Vernünftigen Mein ring Besuch bedeutet. Da sie gerade auf die Fainilienszene herabsieht, die sich in dein baufälligen Nachbarhäuseheu abspielt, weissagt das der* dort unten־ weilenden Schusterfamilie (‘inen unerwarteten Besuch. Der reiche Bankier ist am Ziel, denn an den! Hause prangt ein kleines Schild, auf dein mit goldenen Buchstaben die Worte «Aron De ־Costa, Schuhmacher“ stehen. Moritz Cohn bleibt noch eine Weile beobachtend von ferne. Eine alt-(‘ Frau mit säubern* weisser Haube poliert emsig das auf der Bank sfei!ende kr 1 pferne und zinnern. ׳ Geschirr. Gleichzeitig ist ein 'graubärtiger alter* Mann eifrig bemüht, das Schuhwerk der ganzen Familie zu putzen, bei welcher Arbeit seine bildhübsche siebzehnjährige Tochter־ und ein fünfjähriger Sohn bewundernd zusehen. Der Alte ist offenbar seidenvergnügt und der Bankier kann es .auch aus seiner lauten Rede entnehmen, welche Freude es ihm macht, am Ausgange der Woche die .Werktagsarbeit damit zu besehliessen, dass er sein Handwerk für die Seinen ausübt, _(Fortsetzung folgt.)

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