Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1896)
- Date
- 1896-03-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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So beschäftigte sich auch der Isr. Fortbildungs-Verein ״Montefioreu in seinerSitzung araDonnerstag, den 12. ds. Mts. nach einem vorhergegangenen anregenden und belehrenden Vorträge des Herrn Rabbiner Höxter, mit jenem grossen Manne. Redner ging vornehmlich auf die Werke Mendelssohn\s ein und wies darauf hin, wie derselbe bis an sein Lebensende in keinem Punkte von den überlieferten Satzungen der Religion abwich. In der lebhaften Diskussion, die dem Vorträge folgte, wurde allgemein der Ansicht Ausdruck gegeben, dass Mendelssohn, der zu einer Zeit, als die Juden noch eine untergeordnete Stellung einnahmen, zuerst gezeigt hat, wie gut sich wahre Frömmigkeit mit Humanität, Kenntniss der jlid. Wissenschaft mit, allgemeiner Bildung vereinen lasse, wie man auf der Höhe der Wissenschaft in den ersten Kreisen verkehren und dabei doch ein treuer Anhänger seines Glaubens sein kann, dass er (Mendelssohn) das Ideal eines Juden sei. In diesem Sinne dankte auch der Vorsitzende dem Redner in herzlichen Worten und drückte den Wunsch aus, dass besonders die Mitglieder des Montefiore-Vereins sich Moses Mendelssohn zum Vorbild nehmen möchten. ,״: י י Am Sonnabend, den 14. März fand in der ״Litterarischgeselligen Vereinigung“ eine Sitzung mit Damen statt, welche recht zahlreich besucht war. Nachdem der Vorsitzende, Herr Martin Cohn die anwesenden Gäste in einer längeren Ansprache begrüsst hatte, führte derselbe mehrere neue Mitglieder ein. Sodann ergriff Herr Adolf Gehr das Wort zu einem längeren Vortrage über ״Die Stellung und Verbreitung der Juden.“ Redner schilderte die Zustände, in welchen sich die Juden von dem babylonischen Exil an befanden, und die politische ued sociale Lage derselben im Mittelalter. Eingehend beleuchtete Herr Gehr die Stellung und Verbreitung der Israeliten zu unserer Zeit, und machte so seinen Vortrag zu einem sehr interessanten und lehrreichen, der auf alle Zuhörer einen nachhaltigen Eindruck ausübte. Dem mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine Diskussion, welche der Vorsitzende einleitete, indem er darauf hinwies, dass wir aus den tWueigen Zeiten des Mittelalters eine Lehre für unsere Gegeiw wart ziehen sollten. Wenn uns damals die Hebung unseres Gottesdienstes bei Strafe verboten war und sie uns heute erlaubt ist, so sollten wir diese Erlaubnis doch auch ausgiebig benutzen. An der Debatte beteiligten sich ausser vielen Mitgliedern die Herren Rabbiner Höxter und stud. jur. Glücksohn. Nach Schluss der Diskussion folgte ein gemütliches Beisammensein, welches aus Tanz und Vorträgen bestand und die zahlreich erschienenen Teilnehmer bis 2 Uhr in frohester Stimmung beisammenhielt. Einer der wichtigsten Zvfeige des von dem unermüdliehen Philanthropen Heroi Hermann Abraham errichteten Heimathauses, der ״Kinderhort“, ist am 15. d. M. in frierlieber Weise eröffnet worden. Die einfache, kleine aber geschmackvoll ausgestattete Synagoge der Anstalt vermochte kaum alle Teiliiehmer z 11 fassen. Der. aus Kindern der Anstalt gebildete und von Herrn Musikdirektor Kellermann geleitete Chor .trug die liturgischen Gesänge in herzerfreuender Weise vor. Die Andacht selbst leitete Herr Oberkantor Marksohn. Den Glanzpunkt der erhebenden Feier bildete die Predigt des Herrn Dr. Weisse, die auf gross und klein einen tiefen Eindruck machte und bekundete, dass Worte, die von Herzen kommen, auch zu Herzen dringen. Es war eine Freude, die frohen und munteren Kinder zu sehen und zu hören, die hier unter der sorgsamsten Aufsicht und Pflege die Abwesenheit der ■Erwerb suchenden Eltern und die Not des Hauses vergessen. Möge dieses segensreiche Institut immer mehr Freunde finden und sich zur Freude des edlen Stifters und zum Glücke für unsere armen Kinder immer weiter entwickeln! Im ״Centralverein Deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens4', Versammlung der Mitglieder aus Berlin N und NO in den Königssälen, hielt am 16. ds. Herr General-Seeretair Alphons Levy einen sehr interessanten und beifällig aufgenommenen Vortrag über ״Ahasver“. Der Vorsitzende der Gruppe N und NO legte sein Amt nieder, da er in den Gesamtvorstand berufen ist. An seiner Stelle wurde Herr Dr. med. Moses einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Nach einer längeren Diskussion über den unsere Lehrer und Lehrerinnen an den Gemeindeschulen betreffenden Mini st er hderlass und Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten wurde die ziemlich gut besuchte Versammlung geschlossen. Der ״Vorschussverein für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Berlin4‘ *welcher im Jahre 1841; von einer Anzahl hochherziger Männer gegründet worden ist, hält am 26. März a. er. imJSaale des Brüdervereins, Unter den Linden 4 a, seine 50. General-Versammlung ab. über welche wir in einer der nächsten Nummern imsführlieh be* richten werden. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt unbemittelten, gewerbetreibenden jüdischen Gemeindemitgliedern durch Gewährung zinsfreier Darlehen aufzuhelfrn und fürwahr, er hat stets im Sinne der Begründer gewirkt, die von der richtigen Voraussetzung ausgingen, dass Almosen nur die augenblickliche Noth lindern, in dessen eine nachhaltige Besserung der Bedürftigen in der Regel nicht ermöglichen. Wo es aber darauf ankomuit, die wirthschaftliche Existenz einer Familie aufrecht zu erhalten oder (Fortsetzung der Vereinsschau Seite <V» r •»* . 'Wtr**" metau;hoiz- IICUS-BUCHSTABCI• I Gla*־Aef2»re1V«rf«l4f nl lÜHodrund &Cö. ...—rTrnF. n, i* ipmenschildef-Rbrikifc» ..> MW . ftmmciict: amt 1?tia. ״ ■■׳rlffmiwfc ^#en -ZWDllenHbnl^ 49 Prämiiert Dresden 1874. Prämiiert Berlin 1879. Hirsch'68״ Schneider-Akademie Gegründet 1859. 24000 Schüler ausgebüdet Berlin C., Rotes Schloss No. 2 Grösste, älteste, besuchteste u. einzig preisgekrönte Fachlehranstalt der Welt. Am!.־find 15. jeden Monats begiimen die neuen Kurse in al)«*n A)׳tc־ihmgen der Herren-, Damen- und Wäsche Schneiderei, sowie im Skizzenzeichnen mxl Handeiswissenschaften. Perfecfe Ausbildung zu Direktricen, Zuschneidern u Konfektionären. Absolut sicherer Erfolg wird garantiert. Nach absolviertem Kursus kostenloser Stellennaclmois. Prospekte gratis. Anmeldungen bub digst erbeten. - _ _____ __ Die Direktion. elbiger, Berlin, Ecke Iaietzm annstr Landsbergerstr. 40. Grösstes Lager von Herren-Stiefel ä 4,50 M., 5,50 Mkr, 6,50 Mk., .7,50 Mk. 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