Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1896)
- Date
- 1896-02-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Feuilleton. Zu Purim. hi israid lebt Ueberzeugungskraft, Die sich *ln 1011־ Monsoheiiliuss nicht lässt׳ beirren. Und niemand, •niemand wagt cs ungestraft. All dieses■ Allerlmiligste zu rühren. Vor Einem ■Unit* 11 wir nie«ho׳. vor Gott!' |)nn Menschen will sich unser Knie nicht bongen Dnd droht man uns mit Zwang. Grwaltthat,■Spott. (4011 wird uns stets den Weg zur Rettung zeigen. Noch eil' di. Rin! sieh über uns ergiessl. ihn Kr uns sehon rin selrützeiul Da♦ h lierriirl. l'nd uns♦־!׳ Dränger schon zu jeder Frist hl die für uns gcgiabii«4> ׳ > rub♦ ' gh* it׳-t: Denn Ptlichterfüll mig galt uns immerdar Al: s erst<׳s, vornehmstes G< •bot im heben: Wh *׳»r sein־! PHi<*ht ׳erfüllts 1 Sets t reu und wahr Cie ht In»ein!*rintl»'fh*n Haupt s 'ס hn* F nrein und Wenn Menschen über Isra♦ *ls Geschick Fl־’ i'vol! wie Hanum, tlurch «las 1 a>s verfügen, Wir richten still nach oben misern Blick Zn Ihm. für den wir sterben oder siegen!;Ein tüchtiger Reisender (Christ) gesucht.“!/!Ne kleine srlumirklose Ki־Z;ihlu1l.״•;ms .lern K<*!,,r1 von A <101 f I.;! 11 d;! 11. Sei!hiss, i 1 3 ..Ei. ei! Das sind ja schone Hachen, die wir da hören“, dir es mm hei Bergmann heraus. ..Da hören 'Sic mal, h1׳ n׳׳r״, wandte ersieh zur Thür, die aus dein Privatcomtoir 1 einen Warenraum führte, da dieser junge Mann hier, der hüli. hat uns ja arg getauscht, schon als pr sich• auf unser iiserat ׳hin meldete, er ist ja ein Bar-JisroeU. :־h : ..Nun sagen 811* mal. Mensch, wie kommen Sie denn Inf die kühne Idee, sich als Christ zu geriereir*. platzte 111 aucli noch Werner los mul fuchtelte aufgeregt mit den!amlen. Das ist doch offen״ | Aber ehe er noch weiter sprechen tonnte, hatte auch [user Freund seinen vollen GMchmut wieder gewonnen ml, jenem die Ifede abschneideml, begann er: ..Ja. meine erren, war auch meine Handlungsweise keine ganz correete, ׳ wollen Sie das zufürderst dem leichten, jugendlichen Sinn 1 Gute rechnen, und dann, wem hat die Täuschung- 1 ha den gebracht, Ihrem Haus, seinem Ruf, der Kundschaft? e wiss keinem. Wohl aber haben meine Erfolge, die ich vielieht mehr dem Glück und dem Re nomine der Firma, als meiner üehtigkeit verdanket׳, fügte Roth eben so bescheiden als stimmt hinzu, ,,mir Ihre Anerkennung und Ihr schätzbares ert rauen erworben, wie ich zu meiner grössten Genugthimng >merkt habe. Nun jedoch, mögen Sie darüber denken wie ie wollen, müssen Sie mir auch die■ Freiheit gewähren, Sic, eine Herren, zu fragen, was Sie bewegen konnte, für den lenen Reiseposten einen Christen als begehrenswerter zu alten, denn einen Glaubensgenossen. JVie ' können wir isdann eine gleiche Handlungsweise bei unserer ■christlichen oiHurrenz noch■ tadeln: ich bin überzeugt, hätte ich midi men als Glaubensgenossen zu erkennen gegeben, Sie hätten ich nicht acceptiert, und meine Lage gebot, mir, so bald s möglich eine passende Stellung aiizunohmen, da ich es 1 meiner früheren so unglücklich getroffen hatte und, wie G wohl wissen/heute genug tüchtige Leute ,auf jede nur L **U Kill Salm Israels. annehmbare frei«׳ Stellung warten. Vom reehtliehen Stand- 1111 <ן kt aus mag ich gefehlt haben, vom!׳eil, mctisch־ liehen dagegen wohl nicht. Verzeihen Sie meinen Freimut, mit welchem ich gewissennassen auch Ihr Mandeln bemäkle, aller nehmen Sie in diesem Moment an. dass ich nicht als Ihr Untergebener, nicht als weit Jüngere,׳, sondern nur als Ghiubensvenvamlter soUfcu Ihnen sprechet Unser Freund hatte in imni/r mächtigerer Erregung zu seinen Chefs, gesprochen, und erst kürzlich gestand <־1׳ uns, dass er später kaum begreifen konnte, woher er damals den Mut zu seiner Rede geschöpft. Abert*׳ra«le dies»*.männlich•׳ Offenheit gefiel den ־beiden A 11gered<״fen, die ja im Grunde auch edlere Naturen waren. So stand denn auch der'eine von ihnen/ Bergmann, dem jungen Mann Gegenrede, imleig er ihm erzählte, dass der Beweggrund zu dein Wortlaut jenes Inserats, derjenige gewesen sei. dass der s׳׳il le-rige Reisend«׳ durch höchst unangenehmes, unpassendes G-ebahren. abstossende Manie, eil, dein Gedeihen des Geschäftes sehr hemmend wurde, so dass die’ Klugen der Kunden, ja noch weit mehr, der Verlust einer Anzahl derselben, in ihnen den Gedanken auf kommen liess. für «liefen verantwortungsvollen. Posten es einmal mit einem Ni«־htjuden zu v»T<u<-־h«*n und ■indem''sie l«׳diglio|, darin »lie Beseitigung der Misserfolg«■ in ihren geschäftlichen Beziehung׳*»־u such«1!! zu müssen glaub״ teil, km’iptnm sie «dien jene Bedingung an ein N.׳n-Engagement. Indes hätten sie nunmehr gerade durch ihn. Roth, die C׳-b.-1 Zeugung. g«׳wonneu, dass neben Tüchtigkeit und Eifer . nur gewinnendes Benehmen ׳und Takt, nicht aber die ■Nationalität 0«le 1 ־ Religioi 1. giinstig<1 ge>chäftliein׳ Erf«>lg«־ h׳׳r!״-iznfü!,r<-n im Stande seien. ' ln ■Anerkennung dieser 'Erkenntnis entschuldigten sie auch die Täuschujig. die ja auch wirklich-zum Gutengeführt habe. Auch Werner fügte noch in.seiner etwas derberen aber gut mutigen Art einige Worte’hinzu, kurzum diese offene Amtssprache.hatte zur Folge,'" dass sich durclu«li«׳sell1tH^t recht .«׳in engeres und vertrauteres Verhältnis zwischen den Firmen trägem und ihrem jungen Reisenden entwickelte. Dassel!)«־ übertrug sich sogar auf ׳die gesellschaftlich♦•]! Beziehungen", indem Roth die Feiertag«■׳ üh,׳r von Bergmann wi<‘<lerh<«h zu Tische geladen ward. ' Dieser Verkehr wurde für die Folge!»ei jedem schickliehen Anlass, wenn Roth sich nicht gerade auf der I'״!>.- befand, fortgesetzt, da sehe Principal immer mehr ( ö*falh׳n an dem aus gutem Hause stammenden und mit.vorzüglichen Kenntnissen ausgerüsteten jungen Alarme fand. Ja, no*־b mein/ unser Freund erwarb sich auch die Liebe Emmv's., der anmutigen Tochter des Hauses, und untervoller.Zu-, Stimmung der Seinigen. bewarb er sich um ihre Hand, di־• ihm Bergmann selbstredend nicht versagt♦׳. Emmy war. kein«•׳ sogenannte klassische Schönheit, abei*, sie war ein geistig wiekörperlidi harmonisch gebildetes, liebenswertes Ale,,sehenkin«! von etwa U Jahren, von frischer, rosiger Gesicht sfarb.• und einem schalkhaften Zug um Mund und Augen. Sn* repräsentierte mit eitler gewissen Grazie und Würde das Mein! ihres von ihr innig geliebten Vaters, der Witwer war. und eine im Hause fast täglich .verkehrende, ältere nah♦׳ Wrwandte unterstützte sie zu Zeiten in ihren Bemühungen. In seinem Glück vergass indes Roth keineswegs sein♦!/ alten Freundeskreis und .die Mitglieder desselben leisteten' fast ausnahmslos «len an sie ergangenen Einladungen zuseiner Hoehzeitsfeier, die sehr schön verlief. Folg«*. Dass in der heitern Festlaiine bei der Tat♦׳! in Wort. Schrift und Lied der eigentümlichen Umstand«* gedacht wurde, «lie dieses frohe Fest herbeiführen geholfen, ist.wähl selbstverständlich. Manch' sinniger wie auch humorvoller Trink״ spruch würzte <las Mahl, und «licGläser klangen hell zusammeft. Besonderen Jubel erregt«׳ es aber, als der Hoehzeitsvaier sich erhob und verkümlet♦‘ dass er im ' Einverständnis mit seinem Soeius am heutigen Tage Herrn Carl Roth, seinen Schwiegersohn, zum Disponenten •und Prokuristen der Firma ernenne. Die Glückwünsche nahmen kein End♦*. Heute aber ist Roth Teilhaber der wei|r geachteten Firma Werner. Bergmann A Co. j Und «lie Moral von der Geschieht«׳/ Die wird sich wohl jeder selbst daraus ziehen.