Mannheim
Compact Memory

Berliner Vereinsbote · 1896-01-24 · Heft 4 (24.1.1896) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 4 (24.1.1896)
Date
1896-01-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3019627-3019682-3019684--012-3020436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

juda^ Töchter Vereinigung iiid. Frauen und Mädcheij. Donnerstag, 31. Januar 1896: Stiflun£sfest in Neumann'» FestsäW Rosentfialerstrasse 36. mm: 'm > -C u > %: >, Fieins-Schan. An dieser Stulle bringen wir Berichte über wichtige Vorgänge in den' Vereinen, sobald <lie p. p. Vorstände uns diese rechtzeitig zugehen lassen. In der „Vereinigung Monbijou" las am Mittwoch; den 15. Januar, das Mitglied Herr Eugen Bernhard seine neue Novelette: „Uni des Glaubens willen" ■. Ein junger hochbegabter Medianer, der Sohn streng gläubiger jüdiscner Eltern, liebt ein Mädchen, mit dem er von Kindlieit an zusammen aufgewachsen ist, die Tochter eines - Pfarrers, eu eine* Wativ&r. der jnatürlich von einer VerbinciuV)^ musst sti°::hter mit dem „Juden" nicht* wissen will, versagt diesem auch, nachdem er seiner Liebe wegen zum Christentum übergetreten ist, unter den grössten Vorwürfen über seine Charakterlosigkeit, die Hand des Mädchens. Er zwingt dasselbe nach kurzer Zeit die Gattin eines Offiziers zu werden, der im dritten Jahre seiner Ehe, durch Spie]-Schulden ruinirt. selbstmörderisch aus dem Leben scheidet und sein junges Weil), dem inzwischen auch der Vater gestorben ist, mit ihrem kleinen Knaben in den kümmerlichsten Verhältnissen zurücklägst. Sehr packend sind nun die Seelenstimiuungen des, seinem Glauben untreu gewordenen Mannes, geschildert, welcher von seinen Eltern, die kurz nacheinander die ihnen angethane Schmach unter die Erde bringt. Verstössen wird. So finden wir ihn eines Tages dumpf brütend in seinem Laboratorium sitzend (er ist inzwischen Professor geworden), als er von seiner Magd, einer ausserordentlich drastisch gezeichneten Figur, zu einer schwer Kranken gerufen wird. Tu dieser mit dem Tode ringenden Frau erkennt er seine frühere Geliebte wieder | und da, im Angesicht des nahenden i Todes, muss er wohl seine tiefe Ver- I worfenheit erkennen. Mit dorn Rufe;! „Mein Kind,- giebt dieyßranke ihren ' Geist auf, und der Professor betrachtet I es nun als ein Zeichen der Sühne für j seine gottlose Handlungsweise, sich des! Knaben liebreich anzunehmen und den- : selben zu erziehen. An diesen Vortrag schloss sieh ein j kurzer Meinungsaustausch, in dem! die Ueberzeugung beredten Ausdruck; fand, dass unter allen Umständen das | treue Festhalten ant Glauben der Väter | und die Aufrechterhaltung desselben | unter der jüdischen Jugend eine der j Hauptaufgaben der Vereinigung Mon-; bijou sei. In den Berliner Logen U. 0. B. B. hielt am Donnerstag, den IB. Januar Herr Prf. Proskauer einen interessanten Vortrag.. Das Thema desselben lautete: | ^Ueber die "Wasserversorgung Berlins I j und andere hygienische Einrichtungen", j > Der Vortragende, welcher eine Capacität | auf dem Gebiete der Hygieneforsehung! ist, verstand es durch seine allgemein! interessireiiden Ausführungen, das zahlreiche Auditorium zu fesseln, und der I lebhafte Beifall bewies dem Jiedner, j i welch grossen Anklang sein Wortrag j I gefunden -hatte. Demselben schloß sich ein geselliges Beisammensein mit Kaffeetafel undTauz au. welches recht gemütlich verlief und gegen' 2 Uhr sein Ende erreichte. Die Jüdische Humanitäts-Gesellschaft, deren Zweck es ist, durch Kenntnis der jüdischen Geschichte und Litteratur das Interesse für das Judentum bei der israelitischen Jugend wachzurufen, versendet ein Circular an die juugen Kaufleute Berlins, in welchem sie unter Hinweis auf die Bedeutung ihrer Ziele zu den von jetzt ab an jedem Donnerstag im Saale des „Münchon<-r-Hof- ^abfindenden Vortragsabenden einladet-. Am Donnerstag, den Ul er. fand bereits die erste dieser Versammlungen statt, in welch er Herr cand. phil. Max Be er mann über „das Judentum und seine Bedeutungsprach und eine vergleichende .Religionscharakteristik gab. Das Thema, das an sich geeignet war, grössere Aufmerksamkeit zu erwecken, wurde von dem Redner mit grosser Ausführlichkeit behandelt. Die sympatisclie Art des- Vortrages, als auch der gedanken tieft- Inhalt wirkten begeisternd auf die ganze Versammlung. Allseitig wurde der Wunsch ausgesprochen, dieser meisterhaften Leistung durch den Dru. k die weiteste Verbreitung zu gehen. Dei Vorsitzende Herr Dr. M a x O {> p enheimer dankte Herrn Beer mann in Ii erzlichen Worten, wies noch einmal auf die hohen Ziele, der iresellsehaft hin und forderte die Anwesenden auf, an jedem Donnerstag wieder zu erscheinen. Im „Isr. Fortbildungs-Verein Montefiore** hielt am letzten Montag in CasselV Hotel Herr Dr. Hirsch Hildesheimer einen Vortrag über „Pal a e st imi-\ Rednej schilderte mit packender Beredsamkeit Land und Leute, des heiligen Landeunter besonderer Berücksichtigung dei neuesten Forschungen und ncIiIoss sein« überaus interessanten Darlegungen mr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.