Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1897)
- Date
- 1897-06-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Er hatte einen Frosch seciert und ihn auf ein Holzgerüst gespannt, wie das so üblich ist: dann bemerkte er: ,,Sehen Sie, meine Herren, wie dieser Frosch auf dem Holz ausgespannt ist, so war Christus aufs Kreuz gespannt!“ Natürlich bekümmert ihn die Entrüstung seiner Hörer nicht, doch ist an der ganzen Universität die Empörung über eine solche Aeusserung unter den christliehen Studenten allgemein. Für die, welche es noch nicht wissen, zur Kenntnis, dass Rosenthal natürlich auch eine ״Zierde“ des Deutschfreisinns ist. Wie es heisst, soll die Burschenschaft ,,Bubenruthia“ beabsichtigen, sich in dieser Angelegenheit an den akademischen Senat zu wenden. (Zweifellos ist diese Mitteilung eine Blüte antisemitischer Wahrheitsliebe, Red.) — Rabbiner Dr. Klein in Stockholm, welcher im vergangenen Winter im Aufträge des Königs von Schweden vor diesem, einem Teile der Hofgesellschaft und den angesehensten Gelehrten des Landes eine Reihe von Vorträgen über ״Christentum und Judentumu gehalten hat und dafür, wie berichtet, vom Könige, der mit grossem Interesse die Reden anhörte, eine goldene Medaille mit der Inschrift ״in sui memoriam“ erhielt, ist jetzt aus demselben Anlass von der philosophischen und theologischen Fakultät Upsala zum Professor ernannt worden. — Das ״Lodz. Tgbltt.“ berichtet nach dem polnischen Blatte ,,Slowo" über folgenden Vorfall. Der Besitzer des in der Nähe von Lodz belegenen Gutes Lutomiersk, Advokat Sokolowski, befahl, sich auf das 30jährige Verjährungsrecht stützend, ein Feld, auf dem sich vor 30 Jahren ein jüdischer Friedhof befand, aufzupflügen und mit seinem Besitztum zu vereinigen. Dieser Absicht widersetzten sich die in der Umgegegend wohnenden Juden, die sich mit Revolvern, Stöcken und Messern bewaffneten und in lärmender Weise eine Belagerung des Wohnhauses des Gutsgebesitzers inszenierten. Der zur Beruhigung der Juden absandte Gutsverwalter erlitt einen Ueberfall und wurde von den Juden geprügelt, wobei ihm der Nasenknorpel zertrümmert wurde. Der Tumult konnte nur mit Hilfe der ans Lodz herbeigerufenen Gendarmen unterdrückt werden. Die Juden erzählen, dass auf dem Friedhof einige Vorfahren Lodzer Millionäre begraben sind, die daher bereit sein würden, jede Summe für den Friedhof zu bezahlen, um ihn als solchen zu erhalten. ff- Möbel-Fabrik H Berlin, Leipziger-Str. 114 D. & B. Loewenberg, Tischlermeister. Wir empfehlen unser r eichhaltiges Lager zu Complettirungen sowie vollständigeWohnungs-Einpiehtungen sämmtlicher Holzarten in neuen und aparten Modellen zu Mk. 1000—25000. 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