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Berliner Vereinsbote · 1897-05-28 · Heft 22 (28.5.1897) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 22 (28.5.1897)
Date
1897-05-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Einer Gesamtausgabe von Mk. 8285,02 (d. i. bei einem Bestände von 16 Zoglingen nicht mehr als Mk. 517,75 pro Kopf) stehen an Einnahmen, welche statutenmässig zur Deckung derselben bestimmt sind nur Mk. 6287,25 gegenüber. Dieselben beschränken sich^auf Mk. 4676 an Jahresbeiträgen von 455 ordentlichen Mitgliedern, auf die Zinsen des insgesamt auf Mk. 21 713,38 sich belaufenden Anstaltsvermögen im Betrage von Mk, 688,25 und auf ausserordentlich© Spenden, deren im abgelaufenen Jahre im ganzen Mk. 923 eingingen. Dem eisernen Fonds zugeflossen ist ein Betrag von Mark 300 zur Erwerbung der immerwährenden Mitgliedschaft für den verewigten Herrn Rudolf Demuth, welcher, 80 lange es seine Gesundheit erlaubte, mit treuer, hingebender Fürsorge dem Vorstände angehört hat. Ausserdem hat die Vorsitzende der Anstalt als Grundstock zur künftigen Er- Werbung eines eigenen Heimes anlässlich ihres sechzigsten Geburtstages eine ihren Namen führende Stiftung mit einem Kapital von 1500 Mk. zugewendet. Diesem Vorgänge folgten nach Ablauf des Berichtsjahres die Hinterbliebenen des am 28. November 1896 heimgegangenen Vorstandsmitgliedes Frau Pauline Mende, einer durch ihre liebevolle und opferwillige Mitarbeit unvergesslichen Frau, indem sie zu ihrem ehrenden Gedächtnis für jenen Zweck dem Stifte eine Schenkung von 2000 Mk. zuführten. Die Erziehung und Ausbildung der Zöglinge wird geleitet von der bewährten Hausmutter Frau Henriette Baer, zu deren Entlastung bei dem vergrösserten Zöglingsbestande sich die Anstellung einer Hilfskraft als notwendig erwiesen hat, und steht unter der regelmässigen Aufsicht der Vorstandsdamen. Die hauswirtschaftliche Unterweisung und Hebung der Zöglinge, welche sich auf Kochen, Aufräumen der Zimmer, Tischbedienung, Waschen, Plätten Nähen, Ausbessern und andere lediglich * von den Mädchen selbst geleistete Hausarbeiten erstreckt, wird planmässig betrieben und nimmt einen wohlbefriedigenden Fortgang. Auch der in der Anstalt eingerichtete rituelle Kosttisch für Mädchen und Frauen, welcher ein kräftiges, schmackhafte» Mittagbrot für den geringen Preis von 45 Pfennigen gewährt, soll die Ausbildung der Zöglinge, insbesondere in Küche und Tischbedienung fördern und wird deshalb an dieser Stelle wiederum angelegentlichst empfohlen. Die den Kräften angemessene wirtschaftliche Thätigkeit dient zugleich in Verbindung mit nahrhafter Kost, thunlichst häufiger Bewegung im Freien, fleissigem Baden und gesundheitlicher Lebensweise überhaupt der körperliehen Entwickelung der Zöglinge. Der Gesundheitszustand im Stifte während des abgelaufenen Jahres war ein recht günstiger. Für die geistige Fortbildung der Mädchen, die zumal bei der oft recht mangelhaften Schulbildung, mit welcher sie in die Anstalt eintreten, wohl angebracht ist, wird durch Unterricht im Deutschen, Rechnen und in der Wirtschaftskunde, welcher, den unmittelbaren praktischen Bedürfnissen angepasst, von der geprüften Lehrerin Fräulein Selmar Baer, Tochter der Hausmutter, erteilt wird, und den dieser selbst obliegenden Religionsunterricht nach Kräften gesorgt. Eine am 8. September v. J. veranstaltete öffentliche Prüfung in den erwähnten Gegenständen bot ein befriedigendes Ergebnis. Im Anschluss an diese Prüfung fand die feierliche Entlassung der aus dem Stifte ausgeschiedenen Mädchen statt. Von diesen hat eins als Köchin, zwei als Hausmädchen und eins als Kindermädchen Stellung gefunden. Gelegentlich der am 3. Dezember begangenen Chanuka- Leier, an welcher auch die früheren Zöglinge teil zu nehmen pflegen, konnten zwei derselben für mehrjährigen treuen Dienst bei derselben Herrschaft mit einer Prämie aus dem diesen Zwecken dienenden Dr. Moritz Lüpschütz-Fonds bedacht werden. Der in der am 26. März stattgehabten sechsten ordentliehen Generalversammlung wiedergewählte Vorstand richtet an alle verehrlichen Mitglieder und Gönner der Anstalt mit herzlichem Dank für die bisher den Bestrebungen entgegengebrachte wohlwollende Teilnahme die dringende Bitte, es auch ferner nicht an ihrer ermutigenden und fördernden Mitwirkung fehlen zu lassen, damit es ihn gelinge, dieses Werk immer gedeihlicher und segensreicher zu gestalten. Die ״Darlehnskasse der Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums*‘ versendet ihren 7. Jahresbericht, dem wir Folgendes entnehmen: Unsere Institution hat in für feinsten Louise Drogotschyn (früher im Hause von V. Altmann) Markgrdfenstr. 2 p. a. d. Lindenstr. 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