Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1897)
- Date
- 1897-04-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Benjamin, L^ipzigerstr. 42. Julius Cohn, LandgrafeDstr. 9. Sanitätsrat Dr. Maretzki, Alexanderplatz 2. Eugen Rosenstiel, Askanischerplatz 4. Martin Simon, Taubenstr. 471. Der ״Central-Verein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ hielt im Saale des ״Vereins junger Kaufleute“, Beuthstrasse 21, am 8. April d. J. eine allgemeine Ver- Sammlung ab, in welcher zunächst Herr Generalsekretär Alphonse Levy in einem beifällig aufgenommenen einständigen Vortrage das Thema ״Das Heidentum der Neuzeit“ behandelte. Der Vortragende bezeichnete als solches Heidentum jenen ,,wissenschaftlichen Antisemitismus“, welcher alle Kulturerrungenschaften auf arische Grundläge zurückzuführen sucht und das Alte Testament schnöder Lästerung preisgiebt. Der Redner suchte nachzuweisen, dass dem semitischen Gottesbegriff, dem Offenbarungsglauben und der Bibelmoral, von welcher letzteren die oft angegriffene Talmudmoral sich in keiner Weise unterscheide, die Veredlung der Menschheit zu danken sei, während die in den beiden Edden unverfälscht erhaltenen arischen Gottesbegriffe bei weitem nicht an eine mitfühlende allmächtige Vorsehung heranreichen, die gütig, gnädig, langmütig und barmherzig ist, gern Fehler verzeiht Und Strafen erlässt. Der Antisemitismus, welcher das Christentum auf arische Grundlage zu stellen, das Neue Testament vom Alten Testament loszulösen sucht, stelle nicht nur im Wider- Spruche mit zahlreichen Aussprüchen des letzteren (u. A. Ev. Joh. 4. 22. ״Wir wissen, was wir anbeten, denn das Heil kommt von den Juden“) sondern auch mit der Thatsache, dass die Apostel sämtlich Semiten waren. Von der Verlästerung der Bibelmoral gelangt man notgedrungen zu dem Nietzscheanismus, der nicht in Gott, sondern im ״Hebermenschen“ den Sinn der Erde suche und ,.jenseits von Gut und Böse“ stehend, an dem Hauptpfeiler aller semitischen Religionen rüttle, dem Satze: Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum! (Ihr werdet gleich Gott sein, erkennend Gutes und Böses.) Dass der wissenschaftliche Antisemitismus mit dem Judentum auch das Christentum angreife, beweise das offene Bekenntnis Dührings: ״Ein Christ kann kein ernsthafter Antisemit sein!“ Ebenso zutreffend aber sei das Wort des Wiener Rabbiners Dr. Güdemann: ״DerAntisemitismnswird aufhören, wenn jeder Christ ein guter Christ und jeder Jude ein guter Jude wird.“ Dahin müssen im Verein mit ihren andersgläubigen Mitbürgern die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens streben. Für die deutschen Juden könne es auch in den Zeiten widriger Strömungen nur die Losung geben: ,,Tn politischer Beziehung: deutsch bis auf die Knochen, in religiöser: treue Anhänger des von den Vätern überkommenen Glaubens an den einzigen Gott zu sein, in Bezug auf die heiligen semitischen Urkunden den Feinden Gottes das Wort Luthers entgegenzuhalten: ״Das Wort sie sollen lassen stahn!“ Firmpn-Srhilripr Eyrich, Mfltall-, Holz- U. Glas-Buchstaben ־*־'-'4־י־*•■*־■*•■*־*-י 11ס1-י״י- ־*■־*■ ־*־ Luisenufer 13. Hoflieferantei-Wappen. Ansstellongs-Medaillen. כשר Fleischand Wurstwaaren-Fabrik unter Aufsicht Albert Fleischer, Fernsprecher HI, 396. Lothringerstr.25.EckeAngermQnd.-Str. Specialität; Feiner Aufschnitt. כשר כשר FeineFleisch-u.Wnrstwaaren E. Wittenberg, Grenadiergtr. 16. Alle Sorten Fleisch- und Wurstwaaren täglich frisch. Beste Qualität. Billigste Preise. Unter strengster Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Höxter. Kumpel & Lazarus Zahnkünstler Berlin N., Elsasser-Str. 9a. 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