Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1897)
- Date
- 1897-03-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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M MM».» Vereinigung jüdischer Frauen 1#id!IBdcl»e n; ״Juda’s Töchter״; Vorsitzende: Frau Behrend, Frl. Tonn. Montag, den SS Mftrz 1Ä97, Abende 872 Ohr präc.: Sitzn ne in Cassels Hotel, Burgstr. 16. Lese-Abend. Damen sind als Gäste willkommen. Der Vorstand. 1 mmrw w ww 1״f w’mwwww wm! mm Aus der Gemeinde. — In sämtlichen Synagogen fand ans Anlass der Centenarfeier Gottesdienst statt. Alle Synagogen waren überaus zahlreich besucht. An der Feier in der neuen Synagoge, Oranienbürgerstr.? nahmen etwa 260 Mitglieder des Militärvereins ״Deutsches Vaterland״ mit der neuen Fahne teil. Der Gottesdienst, bei welchem Rabbiner Dr. Maybaum mit bekannter Beredtsamkeit über die Bedeutung des Tages sprach, machte einen tiefen Eindruck auf die Andächtigen. Auch in der Synagoge an der Potsdamer Brücke wurde ein besonderer Festgottesdienst am Sonntag vormittag abgehalten. Das Gotteshaus war herrlich mit Blumen geschmückt. In formvollendeter inhaltsreicher Predigt legte der Rabbiner Dr. Petuchowsky die Bedeutung des Tages dar und schloss mit einem Gebet für die Zukunft des Reiches und seines Herrscherhauses. Die Festgesänge (Grell, Sulzer, Lewandowsky,) von dem wohlgeschulten Synagogenchor unter Leitung seines Dirigenten A. Weinbaum — und im Verein mit dem Oberkantor Saenger vorzüglioh ausgeführt, trugen wesentlich zur Verschönerung der Feier bei. In den beiden Schulen der jüdischen Gemeinde fand eine würdige Schulfeier statt. Der Vorstand der Gemeinde hat es sich nicht nehmen lassen, dieselbe Festgabe (von Gerstenberg), die den Kindern der andern Schulen seitens der Stadt geschenkt wurde, auch den Kindern der Schulen der jüdischen Gemeinde einhändigen zu lassen. Ausserdem gelangten an der jüdischen Mädchenschule 300 Exemplare der Festnummer des von E. Flanter heraüsgegebenen ״Israel. Jugendfreund“ zur Verteilung. Vereins-Schau. In der am 17, März zahlreich ״ besuchten Generalver- Sammlung der ״Vereinigung Monbijou“ wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender Bernhard Wolff, 2. Vorsitzender und Schriftführer Eugen Herz, Cassierer Adolf Hoff, 1. Beisitzer Alfred Les-omsky, 2. BeiV sitzer Georg Rosenberg. Sämtliche Gewählten nahmen die auf sie gefallene Wahl dankend an. Am 21. d. Mts. Abends 8 Uhr beging im Hotel Münebener Hof die zum Talmudverein gehörige Abteilung für die Verteilung der Talmudtraktate an einzelne Mitglieder zwecks Studiums im eigenen Hause, die diesjährige Schlussvorlesungsfeier, der sich ein Festessen ״ anschloss. Mit grosser Befriedigung konnten wir consfcatieren, dass sowie das jüdisch-religiöse Leben im allgemeinen in unserer Weltstadt in den letzten Jahren sich in stetiger Progression befindet, dieser Fortschritt sich auch hier eklatant zeigte, da die Beteiligung an diesem Feste eine verhältnismässig grosse gewesen ist. Eigenartig wie der Talmud selbst, der in der gesamten Weltliteratur einzig in seinem Wesen dasteht, pflegt auch dieses Fest zu verlaufen, indem hierbei nicht sowohl auf die physischen, als vielmehr auf die psysischen Genüsse Rücksicht genommen wird. Nachdem der Leotor des Talmudvereins, Herr Rabbiner Dr. Hoffmann den Schlussteil des Traktates vorgetragen und erläutert hatte, setzte sich die Versammlung an die schön dekorierte Tafel. Der Vorsitzende der Kommission, Herr Dr. med. Rawitzki, begrüsste die Versammlung in einer mit grossem Beifall aufgenommenen Ansprache, in welchem er zunächst die grossen Verdienste des leider vor kurzem dahingeschiedenenBegründers dieser Talmudvereinsabteilung, des Herrn B. B. Schreiber, hervorhob. Sodann setzte er in wirkungsvoller und zu Herzen dringender Rede die Bedeutung des Talmudstudiums für das Gesaratjudeutum im allgemeinen und für die jüdische Religion im besonderen auseinander. Nach kurzer Pause ergriff Herr Dr. Hoffmann das Wort, um in geistvoller und meisterhafter Weise, wie wir es bei diesem Gelehrten stets gewöhnt sind, ein talmudisches Thema zu erörtern. Einen eigenartigen Effekt machte der gediegene Vortrag des Herrn Stolowitz, der in scharfsinniger Weise, öfters auch mit witzigen Bemerkungen untermischt, ein talmudisches Thema diskutierte, und obwohl die Diktion der Sprache nicht selten mit der deutschen Grammatik auf Kriegsfuss stand, so fesselte dennoch sein Vortrag die Versammlung derartig, dass sich um den Redner eine Gruppe bildete, um ihn besser zu verstehen. Es zeichneten sich noch als Redner die Herren Lexandrowitz und Schachnow aus. Die effektvollen Trinksprüche der Herren Vorstandsmitglieder des Talmudvereins Chaim, Prager und Wedell, galten den Herren Dr. Hoffmann und Dr. Rawitzki, und nachdem letzterer noch ein halachischpilpulistisches Thema aus dem Traktate Cholin erörtert hatte, schloss die Feier mit dem üblichen Tischgebete. Die Versammlung trennte sich um 1 Uhr mit dem Bewusstsein, einen recht angenehmen Abend verlebt zu haben. "Be^erte^eremeT empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Musikalien aller Art als.: Salon-Musikstücke, Lieder, Couplets, Duette, Ensemble- und Solo- Scenen. Billigste Preise! A. Bandtlow, Musikalienhandlung Alte Sehönhauserstr. IS. Frische Matzes von 28 Pfg. an, sowie alle Osterwaaren, auch Schnäpse, Liköre, Weine, Meth. Ref.: Oberrab. Auerbach aus Plotzk. D. Belob, Alte Sehönhauserstr. 20. Cigarren und Cigaretten, Rauch-, Kau־ u. Schnupftabake empfiehlt Otto Tulosinski, Kurzestrasse 18. בוצוח-טעה^-הניג Offerirebei Abnahme von 5 Pfund frische Matzesä 26 Pf., Theematzes ä 81 Pf., Eiermatzes ä 70Pf., Honig a 70 Pf., sowie sämmt). Osterwaaren. Bestellungen zum Feste nehme sehen jstst entgegen. S. Gutkind, Elisabeth-Strasse 61. Aerztlich approbirter und militärisch empfohlener _ HGT" Krankenwärter. Jacob Citron, Linienstr. 64, Hof II. 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