Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1897)
- Date
- 1897-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3019627-3019628-3019641--505-3019958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Berliner Verein$b61e. Postzeltungs-Llste 1012. für die jüdischen Vereine Berlins. Erscheint jeden Freitag. If* Bezugspreis Mfc. 0,75 vierteljährlich, für auswärts 1,00 Kk. -MW InMrtionsprsis tOr <tte vtergespalteii« Petitzeil• SO Pfg. Redaktion, Expedition und Annoncen-Annahme: Berlin BO., Kaiserstrasse 30/4 Nummer 13. Berlin, den 26. März 1897 III. Jahrgang. Unsere Redaction, Expedition u. Annoncen-Annahme befindet sich jetzt Elisabethstrasse 59 a. Wir bitten, Bestellungen auf den ״Berliner Vereinsbote“, vierteljährl. 75 Pfg., bis Ablauf des Jahres 1897 2,25 M., recht bald aufzugeben, damit die Zusendung keine Verzögerung erleide. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten den Anfang der spannenden Erzählung: ״Die Rettung64 kostenlos nachgeliefert. ״Berliner Vereinsbote“, Elisabethstrasse 59 a. Begründung eines Verbands für jüdische Wohlthätigkeitspflege in Berlin. Ans dem Referat des Herrn Grünwald geben wir folgendes laut Stenogramm wieder und behalten uns vor, zu dieser wichtigen Frage später einmal Stellung zu nehmen. ,,Heber die Vorteile, welche ein Hand in Hand gehen der jetzt getrennt für sich wirkenden Anstalten, Vereine, Stiftungen u. 8. w. für eine Besserung unserer notleidenden Glaubensgenossen herbeizufuhren im Stande wäre, glaube ich nicht mehr sprechen zu müssen. Die Sache spricht genügend für sich selbst, und darum hat auch gerade diese Anregung der Breslauer’schen Denkschrift am raschesten ihrer Verwirklichung näher geführt werden können. Jene Vorschläge wurden seitens unserer Gemeindebehörden zunächst der Armen-Commission zur Beurteilung und weiteren Behandlung unterbreitet. Gerade die Mitglieder der Armen-Commission erfahren in ihrer Praxis nur zu häufig das Unzulängliche des Almosenreichens. Wie oft würde dem bedrängten Handwerker durch Be- Schaffung eines Darlehns, wie oft dem wider Willen feiernden Arbeiter durch Vermittelung von Arbeitsgelegenheit dauernd und so durchgreifend geholfen werden können, dass spätere Wohlthaten entbehrlich würden! Aber ohne näheren Anschluss an alle in der Berliner Judenheit für Wohlthun und sociales Helfen wirkenden Factoren vermag auch die Armen-Commission trotz der ihr zur Verfügung stehenden reichen Mittel nicht zu jener Höhe der Wohlfahrtspflege zu gelangen, welche in einigen deutschen Städten durch die Zweckmässigkeit ihrer Organisationen bereits erreicht ist. Auch in dieser hochansehlichen Versammlung von Delegierten unserer Wohlthätigkeitsvereine und von edlen, jederzeit zum Spenden bereiten Privaten werden sicherlich Viel e sein, welche sich schon oft bei dem und jenem ־ Diebeswerk nach näherer Fühlung mit anderen gleiche Ziele verfolgenden Personen oder Vereinigungen gesehnt haben! Ein Zusammenschluss zu einer mehr einheitlichen Thätigkeit ist daher von fast allen Instituten, an die wir uns im Laufe der letzten Monate wandten, als wünschenswert bezeichnet, ja zumeist freudig begrüsst worden. Nur einige haben ihre Beteiligung abgelehnt, ein Teil hat sie für später noch in Aussicht gestellt. ,,Der Verband für jüdische Wohlthätigkeitspflege“ zu Berlin, so dachten wir ihn zu nennen, soll bezwecken: 1. Die gegenseitige Förderung der humanitären Ziele seiner Mitglieder, 2. Den Austausch und die Verbreitung wichtiger Erfahrungen auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege. Dieses zweite Ziel würde nach unserer Ansicht am besten durch öfter einzuberufende Versammlungen von Dolegierten der einzelnen Anstalten erreicht werden. In ZusammenkÜDften, wie unsere heutige ist, — und es würde ja ausserordentlich erwünscht sein, wenn dieser Saal auch bei künftigen Verbandsversammlungen so zahlreichen Besuch sähe, — in solchen Zusammenkünften der Vereinsdelegierten könnten Anregungen aus dem Schosse ,der angeschlossenen Vereine oder aus der Mitte der Versammelten heraus eingehender Erörterung unterzogen werden. Neue Gesichtspunkte, sachlich wichtige Erfahrungen für die Wirksamkeit auf dem Gebiete socialer Hilfsleistung könnten zum Allgemeingut der Verbandsvereine werden. Der Meinungsaustausch unter einer Zahl von sachkundigen edel denkenden Männern und Frauen würde wohl auch häufig es zu Wege bringen, dass gerade vorliegende besonders wichtige Unterstützungssachen in rascher, gründlicher, zweckentsprechender Art erledigt würden. — Für die ständige Behandlung solcher dringlichen Einzelfälle aber müsste ein besonderes Organ geschaffen werden, und als solches schlagen unsere Satzungen einen