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Berliner Vereinsbote · 1897-03-12 · Heft 11 (12.3.1897) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 11 (12.3.1897)
Date
1897-03-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Spandauerstr. 32. wollen die Gewissensfreiheit und Glaubensfreiheit der Juden und aller Andersdenkenden nicht antasten; aber wenn die Herren vom Volke Israel sich in unsere kirchlichen Augelegenheiten mischen, dann müssen wir dagegen auftreten. Ich bin nie gegen die Juden aufgetreten. Aber wenn ich höre, dass die Juden sich in die kirchlichen Angelegenheiten mischen wollen, da müssen wir doch sagen: ״Hand ab!u Wenn man unser Evangelium antastet, tastet man unsern Herrn an. Das dürfen wir nicht dulden!“ (Anmerkung der Redaction: Wenn dieser Abrahamson ein Jude ist, so ist sein Vorgehen in einer Angelegenheit, welche eine christliche Kirche betrifft, eine unerhörte Un- Verschämtheit, die von jedem rechtlich denkenden Juden aufs strengste verurteilt werden muss.) ״Israelit“. Berlin. Eine antisemitische Zeitschrift, ״Das zwanzigste JahrhuudcH", ist eingegangen. Der Verleger teilt mit, dass er nach beträchtlichen Opfern sich entschliessen musste, das fernere Erscheinen der ,,deutsch-nationalen“ Monatsschrift ״Das zwanzigste Jahrhundert“ einzustellen. Berlin Die Zahl der Juden auf der Erde berechnet Professor Lexis in Göttingen auf 7 403000 Seelen. Etwas über eine halbe Millionen Juden wohnt in Deutschland. Auf 10000 Einwohner kommen in Rumänien 794, in Oesterreich 478, in Ungarn 418, in Russland 317, in den Niederlanden 216, in der Türkei 143, in Deutschland 112, in Bulgarien und Ostrumelien 76, in Frankreich 16, in Italien 13, in Grossbrittanien 12 Juden. Wien. (Gegen den Antisemitismus.) Der Verein für Abwehr des Antisemitismus hat einen Aufruf erlassen, in welchem er alle anständig denkenden Menschen zurTeilnahme an seinen humanen Bestrebungen auffordert. In diesem Aufrufe heisst es: ״Wer die Abwehr des Antisemitismus als begründet und geboten anerkennt, und wer uns darin beisteht, arbeitet auch gleichzeitig an der Abwehr der Ungerechtigkeit mit, gegen die er selbst zu ringen hat. Möge daher unser Ruf in ganz Oesterreich, nicht allein in den deutschen Teilen, nicht allein in den sogenannten bürgerlichen Parteien, sondern überall gehört werden. Mögen sich uns noch im letzten Augenblicke alle ohne Ausnahme anschliessen, deren Wunsch und Streben es ist, für sich und ihre Mitbürger die Gleichberechtigung zu erkämpfen, die das höchste, das heiligste Gut eines jeden Menschen ist.“ Zur gefälligen Nachricht, dass sich von unsern Weinen und Cognacs die כשר על פסה sind, Nieder] agen befinden bei den Herren David Bauer, Frankfurt a. M , J. Benjamin, Breslau, B. Goslar, Xiübeck, Höffchenstrasse 55, L. H. Lippmann & Co., Hamburg, Gehrhofstrasse 6, A. Mündheim, Hannover, S. Stern, Cöln a. 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