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Berliner Vereinsbote · 1897-02-26 · Heft 9 (26.2.1897) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Berliner Vereinsbote
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (26.2.1897)
Date
1897-02-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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— LOEWENSTEIN, Möbel-FabriK ■■ ־ =י— Neben N. Jsrael. Berlin C. Spand&uerstr&sse 321 vis-A-vis dem Rathhans. Empfiehlt gute solide gearbeitete Wohnungseinrichtungen im Preise von Mk. 500 bis Mk. 10,000, sowie einzelne Möbelstücke von bester Qualität. — Das mir seit vielen Jahren von meiner geehrten Kundschaft erwiesene Vertrauen bürgt wohl hinreichend für die Solidität meines Geschäftes und bin dadurch in der Lage, Hunderte von Referenzen aufgeben zu können. Mit Preisanschlägen, Zeichnungen, Stoffmuster etc. stehe jederzeit gern zu Diensten und mache noch besonders darauf aufmerksam, dass Untsfige und neue Arrangements in jedem Stile unter meiner persönlichen Leitung ausgeführt werden. Julius LÖwenstein, Arrangeur für innere Wohnungseinrichtungen. C. Spandauerstr. 32. London. Im vierteljährlichen Bericht des ,,Palestine Exploration Fund“ erfahrt man Einzelheiten über eine geschichtliche wertvolle Entdeckung, die von Br. Bliss und seinem Gehilfen Dickse in Jerusalem gemacht wurde, als sie auf der Südseite der Stadt Nachgrabungen machten, um die Richtung der alten Stadtmauer festzustellen. Sie sfciessen auf eine alte Steintreppe, von der bislang 34 grosse Stufen blosgelegt sind und die nach dem bekannten Teich von Siloa hinunterführt. Die Gelehrten kommen zum Schluss, dass es die in Nebenda 3, 15 erwähnte Treppe ist, Über welche die Königin von Scheda so erstaunte, als sie (1. Könige 10, 5) dem Könige Salomo ihren berühmten Besuch machte. Lemberg. Unter den vom Landesausschuss ausgearbeiteten, in dieser Session des Landtages zur Verhandlung bestimmten Gesetzentwürfen befindet sich auch der Entwurf der Eröffnung eines Specialcurses beim Lehrerseminar in Lernberg,־in welchem Kurs jüdische Religion&lehrer für Volks- und Mittelschulen herangebildet werden sollen. Der Landesausschuss hat das Projekt der Gründung eines specieilen Religionslehrers-Seminars fallen gelassen. Aus Russland. Welchen Gefahren unsere auf dem Lande domizilierenden Glaubensgenossen von Seiten der rohen ,,Muschiks“ (russ. Bauern) oft ausgesetzt sind, beweist neuerdings ein trauriges Ereignis, das sich in einem nicht weit von Warschau entfernten Dorfe vor Kurzem ereignete und alle Gemüter in Aufregung gesetzt hat. Im erwähnten Dorfe lebte seit einigen Jahren ein jüdisches Ehepaar, das zu seinem Erwerbe eine Art Wirtshaus unterhielt. In der vorigen Woche kehrten eines Nachmittags zwei Bauern bei ihnen ein und verlangten ״Wodki“. Der Wirt, der gerade in diesem Augenblick sehr in Anspruch genommen war und keine Müsse hatte, sich seinen Gästen zu widmen, griff in Eile aus Irrtum nach einem Gefässe, in welchem kurz vorher Petroleum gewesen, füllte dasselbe mit Bräuntwein und kredenzte es seinen Gästen. Allein kaum hatten sie das Gefäss an ihre Lippen geführt und den darin entlialtenen Nebengeschmack von Petroleum verspürt, als sie den Inhalt auf die Diele schütteten und das Gefäss zu Boden schmetterten, wobei sie ihrem Unwillen in einer Flut Schimpfwörtern Luft machten. Damit jedoch war ihrem Bedürfnisse, sich an dem armen Juden, der in der Eile einen Missgriff gethan, zu rächen, noch nicht Genüge geschehen. Einer von ihnen ergriff ein auf dem Boden liegendes Stück Holz und versetzte damit dem Juden einen wuchtigen Schlag auf den Kopf, dass er blutüberströmt zu Boden sank. Der andere Mordgeselle hatte sich die Wirtin zum Opfer ausersehen, die er mit Schlägen und Fusstritten arg zurichtete. Als beide Opfer blutüberströmt und ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben, auf dem Boden lagen, verliessen die Mörder das Haus. Kurze Zeit darauf fanden einige Bauern, die auf ihrem Wege nach der Stadt an dem Wirtshause Halt machten, die beiden zu Tode Verwendeten in ihrem Blute liegen. Dem rasch herbeigeholten Arzte gelang es nach einiger Bemühung den Juden ins Leben zurückzurufen. Die an seiner Frau angestellten Wiederbelebungsversuche erwiesen sich erfolglos, und am darauffolgendenTage gab die Arme, die inzwischen nach der Stadt ins Hospital übergeführt worden war, unter grässliehen Schmerzen und Qualen ihren Geist auf. Den von der Polizei angestellten Recherchen gelang es alsbald, der Verbrecher habhaft zu werden, die jetzt ihrem Urteil entgegensehen. ״J Pr.“ New-York. Als Antwort auf die Behauptung eines hiesigen Blattes, dass Sonnenthal ein Christ sei, veröffentlicht ein anderes Blatt folgenden Brief des grossen Künstlers: Sehr geehrter Herr! Wollen Sie dem betreffenden Journal in meinem Namen sagen, dass ich nie und zu keiner Zeit daran gedacht habe, meinen jüdischen Glauben abzuschwören und bis an mein Lebensende auch nie daran denken werde. Hochachtungsvoll A. Sonnenthal. Vermischtes. Unsere Glaubensgenossen in Berlin N. und NO. seien hiermit auf die Realschule, Elisabethstr. 50(51, unter der bewährten Leitung des Direktors Herrn Dr. Hermanni, aufmerksam gemacht. Der Lehrplan dieser Anstalt ist in allen Disciplinen derselbe wie der der anderen Realschulen Berlins. Den jüdischen Religionsunterricht erteilt Herr Rabbiner Dr. Grünfeld. Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Kalendarium. Februar. Adar I 24. | Sabbat-Anfg. 5«״. 25. ^nPU(Sch’kalim) Neumondweihe. Nchtfi,20. Neumond Adar II. ^ÜSwN׳irä,as^* Zum bevorstehenden 3-״D-Feste offeriren NUO לשלוח unsere vorzüglichen Weine in passenden IC Präsentkörbchen zu 5, 10, 15 und 20 Mk., sowie Olivenholzschnitzereien aus Jerusalem in verschiedenen Ausführungen und allen Preislagen. Import-G-esellsohaft PAT»JEST1MA g. m. b. a Tel. Amt I, 4991. BERLIN, Werderscker Markt 0• Tel. Amt I, 4991. m י

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