Berliner Vereinsbote
- Journal
- Berliner Vereinsbote
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1897)
- Date
- 1897-01-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Bibliotakar Bat und Auskunft zu holen. Die in einem Gastbuch verzeichneten auswärtigen Herren stammen aus allen Ländern: Oesterreich, Russland, Frankreich, England, sogar Amerika und die Türkei sind ebenso gut vertreten wie die Provinzen Deutschlands. Herr Kommerzienrat Isaae konnte darauf hinweisen, dass die Lesehalle und der Verein, als er die Leitung übernahm, noch in der Periode der Kinderkrankheiten sich befanden, während jetzt alles geordnet sei und der stete Besuch der Lesehalle und die ausgiebige Benutzung der Bibliothek den besten Beweis dafür erbrachten, dass der Verein ein wirkliches Bedürfnis gewesen sei. Weniger erfreulich klang dagegen der andere Teil des Berichtes; denn der Vorsitzende musste konstatieren, dass unsere Glaubensgenossen besonders die wohlhabenden sich so gleichgiltig dem Verein gegenüber zeigten, dass es nicht möglich gewesen sei, die Mitgliederzahl wesentlich über 100 zu steigern. Da auch ein Teil der Vereine seine Beiträge verringert oder zurückgezogen hat, so ist die Einnähme erheblich unter der Summe der Ausgaben geblieben und eine weitere Existenz des Vereins nur dadurch ermöglich! worden, dass der Vorsitzende in seiner bekannten Generosität dem Verein eine Spende von 500 Mark geschenkt hat. An diesen Bericht knüpfte der Vorsitzende die Mitteilung, dass er sein Amt niederlege und an seiner Stelle einen anderen Herrn zu wählen bitte. So lebhaften Beifall der Bericht im allgemeinen fand, so emergisch remonstrierten die Anwesenden einstimmig gegen die letzte Erklärung des Herrn Vorsitzenden; und als die Neuwahl des Vorstandes zur Diskussion kam, baten die Herren Bambus und Spiewskowsky Herrn Kommerzienrat Isaae wieder den Posten des ersten Vorsitzenden anzunehmen und dem Verein wie über die anderen Kinderkrankheiten auch über das Kassendefizit hinwegzuhelfen. Die Vor- Sammlung schloss sich durch einmütige Acclamationswahl diesen Ausführungen an und Herr Kommerzienrat Isaae nahm die Wahl nach vielem Bitten mit der Erklärung an, so lange wenigstens dem Verein vorstehen zu wollen, bis sich definitiv entschieden habe, ob derselbe die zu seiner Existenz nötige Mitgliederzahl erreichen könne, oder aus Mangel an Interesse seitens der zahlungsfähigen Elemente unserer Gemeinde eingehen mü sse. Den Kassenbericht hatte Herr Benas Levy erstattet; derselbe wies in der Einnahme incl. jener grossen Spende von 500 Mk., 3095 Mk. in den Ausgaben einen Gesamtbetrag von 2732 Mk. auf. Herr Benas Levy wurde per Acclamation wieder gewählt, durch gleichen Modus die Herren Dr. Schäfer und cand. med. Zlocisti zu Schriftführen!, die Herren Dr. Hildesheimer, Dr. Stier, Maximilian Heymann, Spiewskowski und Heinrich Frankel zu Beisitzem ernannt. In das Agitationscomite wurden die Herren Dr. Hildesheimer, Benas Levy, Spiewskowsky und W. Bambus berufen und diesen Herren das Kooptationsrecht verliehen. Nachdem noch die Herren Dr. Stier und Dr. Thon einige Vorschläge zur Agitation gemacht hatten, schloss die Versammlung. An unseren reichen Glaubensgenossen in Berlin wird es nun sein, durch Bewilligung der kleinen Beiträge zu zeigen, dass sie ein Werk zu fördern gewillt sind, welches hunderten strebsamer Leute, besonders junger Leute, die gewünschte Gelegenheit bietet, ihre jüdischen Kenntnisse fortzubilden. Wir zweifeln nicht daran, dass dieser Appell seine Wirkung thun wird. Berlin. Heute ist nach sorgfältigen Erwägungen und Beratungen die von dem letzten Gemeindetage beschlossene Petition an den preussischen Kultusminister abgegangen, und zwar mit den Unterschriften sämtlicher preussischer Mitglieder (mit einer einzigen Ausnahme) des Ausschusses und der Lehrabteilung des Deutsch-Israelitischen-Gemeindebundes. Die Petition fordert erstens die Einführung des jüdischen Religionsunterrichtes an jeder preussischen Schule, sobald eine angemessene Anzahl jüdischer Schüler an ihr vorhanden ist, und zweitens, dass dieser Unterricht für alle diejenigen Schüler obligatorisch sei, deren Eltern oder Erzieher für sie nicht einen anderweiten angemessenen Religionsunterricht nachweisen wollen und können. So ist die Notwendigkeit der religiösen und moralischen Unter- Weisung für jedes israelitische Kind mit den Anforderungen der Gewissensfreiheit vereinigt. Briefkasten. M. 56. Sie wolien uns Ihre werte Adresse angeben oder uns im Bureau, Kaiserstr. 39/40, besuchen, um die gewünschte Auskunft an erhalten. Auf dem von Ihnen gewünschten Wege können wir diese Auskunft nicht erteilen F reitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Kalendarium. Januar. Schwat 15. 12. il^ZNacht. 5, 16. 13. 17. 14. 18. 15. 19. 16. 20. 17. 21. 19. Berliner Possen-Theater Mönzstr.17 (Elng. 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