Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3063 (9.9.1927)
- Date
- 1927-09-09
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Men, Frelt«§ Wiener Morgenzeitung 9. September IE Kr. 30G3 Miitt kr Mm MinkirilliU Re gestrige« Spiele. B. A. 8.—Hakoah 3:1 (0:1). Die Brigittenauer schieben in btn letzten drei Mimtten zwei Treffer. Dieses Freundschaftsspiel fand gestern auf dem Pratcrsportplatze vor 1500 Zuschauern statt. Es wurde zumeist in gemütlichem Tempo abgewickelt, nur gegen Schluß wurde es lebhafter, als beide Parteien um den Sieg kämpften. Den größten Teil der Spielzeit waren die Brigittenauer überlegen, während die jüdische Mannschaft nur kürzere Angrifssperioüen auszuweisen hatte. Die Brigittenauer stellten die einheitlichere Mannschaft, mdes bei den Blau- Weißen der Angriff nicht recht offensivfähig war. Dennoch gelangten die Krieauer in der 16. Minute durch Schönfeld zur Führung, nach einer Vorlage Löwys zu Kestlcr, der an Schönfeld weitergab. Die Brigittenauer Stürmer vergaben zahlreiche Chancen. Unter anderem ging ein Bombenschuß Haydns an die Stange, während Gottwalds scharfer Schuß knapp über die Latte strich. Sonst erwies sich Haimos als Hauptstütze der Hakoah. Der junge Tormann zeigt glänzendes Können und ist bereits ein vollwertiger Ersatz für Fabian. Im übrigen war noch der unentwegt kämpfende Scheuer die Hauptwaffe Hakoahs; Pollak assistierte ihm gut. Als Mittelläufer war ein neuer Mann tätig, L 5 wy aus Preßburg, der zuletzt in Italien gespielt haben soll. Der junge Spieler ist technisch und taktisch gut ausgebildet, aber körperlich für diesen Posten noch zu schwach. Auch im Angriff trat ein Debütant an, Schwarz 2, der in der rechten Verbindung von seinem Bruder gemanagt, gut« Figur machte und ein begabter Spieler ist. Die Brigittenauer spielten von Anfang bis zum Ende flott und herzhaft. In der 12. Minute gelang ihnen aus einem Gedränge durch Weilinger der Ausgleich. In der 12. Minute fand ein scharf geschossener Strafstoß Kaplans den Weg ms Netz. Vorher hatten sowohl Schönfeld als auch Mausner Trefferchancen, doch verschossen die beiden knapp, einmal sing Köhler noch einen Drehball Schönfelds aus der Linie ab. Nach dem zweiten Treffer der Brigittenauer verließ Scheuer wegen einer Kontroverse mit seinen Mitspielern das Feld. In der letzten Minute fand Bei großer Dunkelheit ein Strafstoß Gottwalds den Weg ms Hakoah-Netz. Der Sieg der Brigittenauer war wohl verdient, doch hätte er von den Hakoahnern durch größeren Eifer leicht verhindert werden können. Schiedsrichter Prufchina hatte ein leichtes Amt. Die Mannschaften spielten in folgender Aufstellung: B. A. C.: Köhler,' Heidingsfeld, Grohmann; Ruhittl, Haydn, Briza; Kaplan, Gottwald, Weilinger, Dumser, Studenik. Hakoah: Halmos; Scheuer, Pollak; Fried, Löwy, .Heß: Schwarz 1, Schwarz 2, Kestler, Schönfeld, Mausner. Hakoah-Reserv« gewann gestern gegen B. A. C- Reserve 4:1 (3:0). Die Schülermannschaft der Blau-Weißen unterlag 1:2. Die Spielberechtigung des Hakoah-Tormannes Halmos wird in einem Teile der Presse in Zweifel gezogen, wobei von einem Verlust der Punkte des jüoischen Vereines aus dem Siege gegen Simmering gesprochen wird. Demgegenüber muß betonr iverden, daß Halmos vom ungarischen Fußballverband korrekterweise sreigegeben wurde, woraus ihm der österreichische Verband die Spielbewilligung erteilte. Das Spiel Wacker^-Weitze Elf wurde gestern wegen Regens abgesagt. . Sportklub-Slovan 2:2 (2:1). Im ganzen hatten sich zu diesem Trainingsspiel 400 Züsch a u e r eingefunden. Es wurden beiderseits schwache Leistungen geboten, da vielfach, besonders bei den Dornbachern, Nachwuchs eingestellt wurde. Bon den jungen Leuten bewährte sich Mahal bei den Hernalsern; er schoß auch einen Treffer. Das zweite Goal für Sportklub erzielte Urban, während Hanel zweimal für Slovan skorie. Emma! verwandelte er den von Jananschek geschossenen und zunächst abgewehrlen Elfmeterstoß. Schiedsrichter Pichler schwach. Sietraa Md W. «. 8. geschlagen. In Ungarn holten sich gestern ztvei erstklassige Wiener Mannschaften Niederlagen. Vienna wurde in Budapest vom ungarischen Meister, F. T. C., 0:2 geschlagen. W. A. C. holte sich in St e i narn a n g-e r von Sabaria eine 1:4- (1: 3) Niederlage. Gradjanfki (Agram) schlug gestern die Wiener EÄSeter 2:1 (0:0). Hakoah gewinnt den Lennirkam-f gegen Mattabi (Srümi) 11:». Hart erkämpfter Sieg der HÄoah. Der Hakoah ist es gei-ungen, den vierten Jntevklu-bkampj gegen Makkabi-Brümr siegreich zu bestehen. . Die Mannschaften waren auf beiden Seiten ziemlich ausgeglichen, was am beste« daraus zu erkennen ist, daß von den 12 Herren-GinzelsPrÄen 6 die Hakoah und 6 Makkabi gewann. Sehr gut hielten sich die Damen Herbst und Schladnich von der Hakoah. Frau Herbst gelang der große Wurf. Sie konnte ihre Rivalin, Fräulein Zeiseil, 6:4, 6:4 bezwingen. Frau Herbst spielte ganz hervorragend und war diesmal der Klubmeisterin von Makkabi glatt überlegen. Ebenso glänzend hielt sich Fmu Schladnich, die nach schönem Spiele Fräulein Halm 6:3, 6:1 besiegte. Bei den Herren war es vor allem der Junior Ripper von Makkabi, der durch sein wirklich glänzendes Spiel hervorragte. Wenn Ripper weiter zweckmäßig trainiert, wird er sicherlich ein Spieler großen Formats werden. Bei der Hakoah war es der ebenfalls noch junge Gei ring er, der ein sehr gutes Tennis spielte. Geiringer muß noch fleißig trainieren, um der große Spieler zu werden, zu dem er bestimmt Fähigkeiten besitzt. Sehr gut spielte Ing. P o llak, der wohl zu den zähesten Spielern der Hakoah-Kampfmannschaft gehört. Eine wesentliche Formverbesserung war bei Földe s gu erkennen, der vor allem glänzend beim Netz spielte. Den Sisg für den Klnbkampf brachten Dr. Lrchtbla-u-Geiringe r, die über das Paar Schick-Drucker 6:3, 6:1 triumphierten, 'denn, wäre dieses letzte Spiel verlorengegangen, so hätte der Klnbkampf unentschieden geendet. Im gemischten Doppelspiel konnten die Hakoahner Führenberg-Geiringer dos Brunner Paar Hahn- Drucker 6:3, 6:3 besiegen, wobei das aufopfernde Spiel des Frll. F ü h r e n b e r g zu erwähnen wäre. Dafür mußte sich äber das Hakoah-Paar Schladnich-Grünseld vor dem glänzend spielenden Brünner Paar Zeisel-Schick 5:7, 3:6 beugen. Da Frau Herbst nachmittags verreisen mußte, konnte sie mit Földes im gemischten Doppelspiel nicht autreten, weshalb im gegenseitigen Einvernehmen das dritte Doppelspiel gestrichen wurde. Der Kampf endete also mit dem 11:9-Siege Hakoahs. Abends vereinigt« ein Bankett im Hotel Exzelsior dl« Teilnehmer. Es sprachen dabei sür die Hakoah der Sektionsleiter Földes und für Mal^abi-Brünn Herr S ch i ck, welcher der Hakoah eine herrliche Plakette namens Makkabi über» reichte. Durch die Anwesenheit des verdienstvollen und beliebten Vizepräsidenten der Hakoah, Herrn Deszö Herbst, wurde dieser Abend besonders ausgezeichnet. Das diesmalige Zusammentreffen hat wieder den Beweis der innigen Freundschaft zlvischen beiden SeNonerr geliefert. Der LeichtathleWänderkampf Ungarn—Frankreich, der gestern m Budapest ausgetragen wurde, endete mit einem Siege der Ungarn im Verhältnis von 66 :51 % ■ Es gab mehrere Landesrekorde, unter anderem stellte Szepes mit 61.68 Meter im Speerwerfen eine neue ungarische Höchstleistung auf. 8in 8hol«z. der als RlaMmpfer aaftritt, am fein Haas la krez Israel wieder aulzubaueu. Der Kraftmensch Robine. Zirkus in Klausenbnvg. Die Hauptattraktion ist eine Ringkamp Konkurrenz und der Star der Truppe ein jüdischer Kraftmensch namens Robine. Er kommt ans Tel A w i w, wo er sich nach jahrelangen Plackereien als Ringkämpfer ein Häuschen aufbauen Lmnte. Vorher arbeitete er als Chaluz bei Bauten, wo man den starken Mann gut brauchen konnte. Als er sich in Erez Israel bereits wohl zu fühlen begann, nahm er seine Schwestern zu sich. Bor kurzem hat ihm das Erdbeben das Heim zerstört mtb RoHine verließ das Land. Der Mann mit dem sephardischen Typus macht den Eindruck eines Hünen. Drei Finger der linken Hand fehlen ihm. Der Neger Murznk hat sie in Moskau gebrochen, so daß sie amputiert werden mußten. Robine stammt aus eitler Riesenfamrlie. Sein Vater war Waffenmeister in Bi st ritz, die Muter wog 135 Kilogramm und war stärker als ein normaler Mann. Als löjähriger war Robine bereits 80 Kilogramm schwer und konnte mehr als 100 Kilogramm aufheben. Eines Tages ging der Jüngling glatt durch, durchwanderte Ungarn und gelangte zu Fuß bis Wien, wo er bei einer Ringkampftonkurrenz in Hütteldorf innerhalb einer halben Stunde elf Personen auf die Schultern legte. Der bekannte Präsident des Bndapester M. T. K., B r ü l l, der damals zufällig in Wien war, kleidete den jungen Juden aus und nahm ihn mit nach Prag, wo er neue Erfolge erzielte. Dort wurde er mit C z y g a n e w i t s ch, dem bekannten polnischen Ringerchampion bekannt, der ihn nach Sibirien mrtnahm. Dort wurde „der kleine Jude", wie man ihn nannte, ein gefürchteter Gegner. In Irkutsk traf er mit dem sibirischen Meister D o b r a j e c zusammen, der durch seine Brutalität berüchtigt war. Im Verlaufe des Kampfes verletzte Robine den Sibirier am Ohr, worauf ein Kosakenoffizier und zehn Mann aufsprangen und die P i st o l e gegen den jüdischen Ringer richteten. Sie hießen ihn sich auf der Matte niederlegen, worauf sie ihn blutig schlugen. Andern Tags setzte sich Robine aus die Bahn. Dann kämpfte ix zwölf Jahre lang mit größtem Erfolg. Er gewann 16 Meisterschaften und 64 erste Preise. Einen seiner größten Siege errang er in Warschau, wo er unter 38 Konkurrenten Erster wurde ' und unter anderem den 2.16 Meter großen Australier Jackson in einem 94-Minuten-Kampfe warf. Die Konkurrenz dauerte damals sechs Monate. Er wurde damals auch vom Großfürsten Nikolaje witsch ausgezeichnet. Einmal in Koustantinopel stahl man ihm seine ganzen Ersparnisse, er bekam nirgends ein Engagement, weil sich die Ringer vor ihm fürchteten. Darauf packte er sich zusammen und wanderte nach Erez Israel. Mit eigenen Augen mußte er kürzlich sehen, wie sein Häuschen zusammensiel. Darauf entschloß sich der 35jährige nochmals sein Glück als Kämpfer zu versuchen. In Klausenbuvg «st er bisher unbesiegt. Robine wird es bleiben, denn er ringt bon neuem um sein Heim in. Erez Israel. Theater von haute Bnrgtheater: Volpone Anfang 7,8. Ende nach 10 Uhr Akademietheater: Spiel im Schloß. Anfang VS Uhr. Ende vor 10 Uhr StaatSoper: Siegfried Anfang 6. Ende nach 7,11 Uhr Deutsches Bolkstheater: Der Garten Eden Anfang 8. Ende vor 11 Uhr BolkSoper. Ich Hab' mein Herz tn Heidelberg verloren Anfang ‘/,8, Ende nach 10 Uhr Theater a.d. Wien: Die Zirkusprinzessin Anfang 1,8. Ende gegen 7,11 Uhr Johann-Strauß-Theaterr Die Lady vomLido Anfang 8. Ende nach 7,11 Uhr Stadt! heater: Wien lacht wieder Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Renaissance-Bühne. Dr. Bolbec und sein Gatte Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Theater in dev Josefstadt: Peripherie Anfang 7,8. Ende nach 10 Uhr Kammerfpiele: Bitte, wer war zuerst da? Anfang 8. Ende nach 7,11 Uhr Roland-Bühne: Die Wiener Nevuette Anfang 8 Uhr, Ende nach 10 Uhr Boulevard-Theater: Halloh! Hier Grünbaum Anfang 7,8, Ende 7«11 Uhr FAJUS-GUNHI Or»i Mustar gagan Vorein,endung von!'2C Schilling , Verasnd unaufUlllg' f tjii’ Zentrale, Wien, II., Qloekentaeae 14, Abteilung M JPH y Radio-Programm Heute Freitag 11 Uhr: Vorm ttagsmusik. 1615 Uhr: Nachmittagskonzert. 19 20 Uhr: Gehörlesekurs (Morsekurs). Ing. Heinrich Halberstadt. 19 30 Uhr: Mineralogisch-geologische Spaziergänge durch Oesterreich. Vom Werden und Aufbau der Alpen. Univ.-Prof. Dr. L. Kober. 20'05 Uhr: Populäres Orchesterkonzert des Wiener Konzertorchesters I. W. Eanglberger. Mitwirkend: Stefan Putz (Liedersänger), Ilse Weichert (Lieder zur Laute). . Morgen Samötag 11 Uhr: Bormtttagsmusik. 16*15 Uhr: Nachmittagskonzert. 18 40 Uhr: Dichtung der Weltliteratur. Ungarn. Gesprochen von Paul Pranger. 2005 Uhr: Operettenaufführung. „Dortne und der Zufall" von Jean Gilbert. Anschließend Abend-Tanzkonzert. Die IiültusKömvivüo Innsbruck sucht für die hohen Feiertage musikalisch gebildeten Vowbetew. Offerte sind an Herrn Kultusvorsteher Julius Pasch, Innsbruck, zu richten. Bernhard Kohn Hiowflpfortgftm2Q InrtrwBMtal* allm Preislagen Schlitzet eure Füße gegen Bla« Beule S e h w e I Sohle brenne •iereh Trag 1er acht' OLLA GUMMI imnr&trmerieil ASDESTSOHLEN Das Paar dopoolstark 8 S.—, elnfaebetark S 1.00, Asbest* S e n k f a 8 einlaqesohle mit Stahlgelonlc 8 6 —. Versand per Naohnab®0- Lager aller Asbestiraren- **' «tten and Schnüre. Agbestsohlenlabrik Dr. H0gye«> Wien,I. DominHr«nerb*rt©l Sek, Kal. 11441 Hofft im SJifd. Herausgeber Emanuel Fiscus. Erscheint monatlich. Die zweite Ausgabe mit zahlreichen interessanten Aufnahmen ab 4. September in allen Trafiken und bei den Kolporteuren erhältlich. Wiens fätuttagel Zwanzig Aufnahmen von der Wiener RevoJte (15. und 16. Juli 1927). Vom Sturm auf den Justizpalast bis zum letzten Akt des Blutdramas. Preis 20 droschen. Zu beziehen durch Emanuel Fiscus, Wien, 11., Ybbsstraße 3. oeeoooooooooooaioooeeoooeooiMie Geübter und musikalischer Kantor mit schöner Stimme welcher mit Thor beten kann, wird für die hohen Feiertage ausgenommen. Näheres tu der Kultus- und Schulahtetlung der Wiener israel. Kultusgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 4. Ich suche für meinen Sohn der die hiesige Gewerbeschule besucht, Wohnung und volle Pension bei guter jüdischer Familie. Gefl. Anbote unter „Tzernowitz 1010" an die Adm: d. Bl. b/^-8trümpke mit Gummi Jakob Gettos, l.. Rotgassel (Ankerhos-Kunstuhr) Weinige Anzetgeu-Annahme: AnnoneenexpedtttO« Heinrich Schale!. Wien. 1. Bezirk. Wollzeih» tt termrsgeber und Eigentümer: Jüdische eitungsu. Verlagsges. m. b. H., WitO, 2. Bez., Tcrborstraße 1—3. — VeranttvoDl. Redakteur: Jakob Krausz. Wien, 19. Bßß., Brechergasie 9. — Druck: »Jnva", Aien, 7. Dez., Lerchenfeldersp:aße 1. t ^^/++/+++0+::/....5^+..:8/04^ 2353484823485353480253235390004853484800484823482323235348232353235348