Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3058 (4.9.1927)
- Date
- 1927-09-04
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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SSe. 3058 Wi-en, Sonntag Wiener Morgeirzeitung 1. September 10- ' Acttc 15 j)er fäüt§elfoasten Redigiert von Joto. Losungen slmt bis längstens Donnerstag an die Redaktion, Wien, .»., Taborstraße 1-3. zu senden. Die Namen der Einsender richtiger Lösungen werden am darauffolgenden Montag veröffentlicht. Kreuzworträtsel Nr. 8 Siibenkreuzworträtsel Nr. 1 mumm Wagrecht: 1. Form von »lesen«. 4. Qriech. Buchstabe. 7. Arznei, Heilmittel. 9. Raubtier. 10. Fehler, schlechte Gewohnheit. 12. Metall. 13. Chem. Zeichen für »Aluminium«. 15. Fluß in Italien. 16. Strom in Aegypten. 17. Himmelsrichtung. 19. Vorwort mit Artikel. 20. Spottgedicht. 22. Jüd. Philosoph (gest. 1204). 2b. Dem Wind abgekehrte Seite. 27. Teil des Auges. 29. Türk. Titel. 31. Zahl. 34. Weibl. Vorname. 36. Tonstück für Drei, 38. Anruf. 39. Bibi. Figur. 40. Geschlecht, Menschenalter. 43. König (lat.). 44. Nebenfluß der Donau. Senkrecht: 1. Synonym für »gesetzlich«. 2. Engl. Hafenstadt am Golf von Arabien. 3. Engl. Anrede. 4. Straußenart. 5. Kohlenprodukt. 6. Beiliegend, in der Beilage. 7. Bibi. Frauenfigur. 8. Ballspiel. 9. Hilfszeitwort. 11. Schicksal. 13. Verkehrsmittel. 14. Flachsart. 17. Körnerfrucht. 18. Einübung. 20. Pers. Fürwort. 21. Männlicher Vorname (Koseform). 23. Stadt in Algerien. 24. Ber. Erfinder. 25. Klostervorstand. 28. Mäßig warm. 30. Arbeitseinheit. 32. Zeitmesser. 33. Bibi. Frauenname. 35. Israelit. Stamm. 37. Eins (engl.) 39. Unbest. Artikel. 41. Aus (lat.). 42. Chem. Zeichen für »Titan«. fr.fj.M. IHM? 18 HH9 110 tittfii i 13 114 120 121 18 119 124 125 127 128 32 133 29 130 Wag recht: 1. Die heilige Jungfrau. 3. Teilzahlung, 5. Laubbaum. 7. Teil des Schiffes. 9. Schicksalsgöttin. II. Eßgerät. 13. Sinnestätigkeit. 15. Brennbare Flüßigkeit 17. Küsteninsel bei Venedig. 18. Naturerscheinung. 20. Landwirtschaft!. Gerät. 22. Weibl. Vorname (Koseform). 24. Körperteil. 26. Truppenschau. 27. Art, Gattung. 29. Blume. 32. Ungar. Männername. 34. Röm. Kaiser. 35. Geschütz. 37. Gleichgültig. 38. Bibi. Figur, 39. Zweig, Rute. Senkrecht: 1. Span. Provinz. 2. Teil des Gesichtes. 4. Stimmlage. 6. Inneres Organ. 8. Insekt. 10. Daneben, nebenan. 12. Ber. Italien. Komponist. 14. Haustier. 16. Abgabe für geborgtes Geld. 19. Tierlaut. 21. Oelpflanze. 22. Stierkämpfer. 23. Geometr. Linie. 25. Waffe. 28. Teil des Weinstockes. 30. Fluß in Afrika. 31. Fluß in Italien. 33. Teil des Tisches. 35. Telegraphendraht. 36. Menschenrasse. Magisches Quadrat Nr. 3. .1 2 3 4 5 "" '.iii"" Wastrecht und s e nkr e ehrt: 1. Päpstliche Krone. 2. Eiland. 3. Kerbtier. 4. Natürl. Ankerplatz. 5. Unbest. Zahlwort. Verwand!ungsrätsel Nr. 5. W| A| R|E|N - j. 1 L | A. .G | E | R Durch Auswechslung je eines Buchstaben sind neue, sich nicht wiederholende Wörter zu bilden, so daß von oben nach unten die Wortverbindung W a r e ml ag-e r entsteht. (5. Fortsetzung.) Plein erster rasifa^. Aus den Jugenderinnerimgen des alten Professors. Von ßinjamtn Segel. Das Leben Hat uns seither die verschiedensten Wege geführt und mancher» von uns weit von den Anschanunigei» dieses, bei alter Enge seiner Welt so weisen;imb: gütigen Meisters abgelenkt, aber ein Hauch seines Geistes blieb in unseren Seelen hasten, wie ein unverlierbarer Duft, und bildete den unzerstörbaren Kern unserer Lebensst»»nm»»ng .., So verstoß uns der ganze Vormittag, indem wir den Worten unseres Lehrers znhörten. Unterdessen lag Reb Chajkel m anstoßenden Zimmer tttib schnarchte friedlich. Er hielt sein Vormittagsschläfchru »niü sammelte Kräfte, nM sich den' ganzen langen Tag »ngehindert der tiefen Trauer hingeben zu können. Gegen Mittag kam Reb Chajkel tit das große WirtfchaftLzimmer, das an die Küche grenzte. Einige Male ging er in seinen schlürfenden Pantoffeln hin und her,'die Pfeife mit den: langen Rohr in der Hand.' Mutter und Großmutter, die mit Wirtschaftsarbeiten beschäftigt waren, sahen sich an und lächelten unnrerklich. „Na, Reb Chajkel," sagte meine Mutter, „wie bekommt euch das Fasten? Ein schwerer Tag heute. Gott sei Dank, er ist wenigstens kühl." . Reb Chajkel hielt das Gesicht abgeivandt, er schaute Frauen nicht an, und hielt es auch für sündhaft, 'sich mit ihnen in lange Gespräche einzu lassen. Meine Großmutter bemerkte: ' „Reb Chajkel kann sich das Fasten leicht machen, .er braucht nur der» heilige»» Sohar au fzu schlagen, dann vergißt er gleich die ganze Welt ringsum." „Heute darf man den heiligen Sohar nicht lernen", erwiderte Reb Chajkel in belehrendem Tone und setzte seinen Spaziergang fort. „Ich habe ein wenig Herznagen, aber das macht nichts. Man nmß sich peinigen, das Bethammik- Kasch*) ist heute verbrannt worden, die heilige Schechinah ist seither in der Verbaniuing. Man muß trauern." *) Der Tempel von Jerusalem. Wort-Vorstellrätsel Nr. 1 Eden, den, Aber, der, Otto, Lias, Adel, ante, heim. Aus obigen Wörtern sind durch Vorstellen je eines Buchstabens andere Wörter zu bilden; die neu hinzugekommenen Buchstaben ergebe«, von oben nach unten gelesen, eine ber. Oper Verdis. Scharade Nr. 4 (Dreisilbig) Die Erste kündet Dir den Wert Von jedem Ding auf Erden. Gib acht jedoch! Erfahrung lehrt: Du kannst, betrogen werden. Die beiden andern sind ein Ding, Das Deinen Scharfsinn prüfet, Und find’st Du es, so ist gewiß, Die Erste Dir verbriefet. Das Ganze siehst Du jetzt vor Dir, Du kannst es nicht verfehlen, Und ist Dir nur Fortuna hold, Kannst Du aufs Erste zählen. „Aber, wenn Ihr ein Schnäpscheu zu Euch nehmen wollt, hättet Ihr mehr Kraft zum Trauern", ßrgte meine Mutter. „Gott soll behüten!" schrie Reb Chajkel. „Ich bin von schwacher Gesundheit, aber jetzt, gleich vor Mittag einen Schnaps..." „Und ein Stück Eierkuchen dazu," fuhr meine Mutter unbarmherzig fort, „das gäbe Euch Kraft, bis zum Wend zu fasten und zu trauern, Ihr könntet auch ein paar Käsekräpfchen oder eine Eierspeise genießen, oder meinetwegen zwei Buttersemmeln und einen Teller Nahm dazu. Das ist ja alles kein eigentliches Essen, nur ein Imbiß. Ein >Mann von schwacher Gesundheit, wie Ihr . . ," - ,,Er nein, hört auf!" rief Reb Chajkel mrd schmatzte ungeduldig. „Es ist schon Sünde, daran zu denken." „Wenn Ihr dann mit frischer Kraft anfangt, zu trauern, »regen der Schechinah, die in der Verbannung ist, wird das der Schechinah sehr tröstlich sein." „Hm," seufzte Reb Chajkel, „aber ich habe heute uoch nicht Tephillin gelegt..." .. „Ah, das Hab' ich ganz vergessen. Jedenfalls würde Euch eine Tasse Kaffee mit Sahne gut schmecken. Aber »vas nützt bloßer'Kaffee ohne Pfannkuchen dazu? So gut wie gar nichts." * „Eine Tasse Kaffee? .. . Hm, ja, der heilige Zaddik von Sadagora trinkt auch ein Täßchen Kaffee am neunten Ab zu Mittag; er ist leidend, und er muß sich die Gesundheit erhalten, denn er tut immerdar Fürbitte bei Gott für das ganze Volk Israel. . „Dann dürftet Ihr wohl ohne Bedenke,», zwei Täßche»» Kaffee trinken, solchen duftenden Kaffte, mit dicker, goldgelber Haut Reb Chajkel ging immer aufgeregter hin und her und fuhr immer heftiger in seinem weiten Kaftan herum. „Na, wenn Ihr ihn auf keinen Fall jetzt trinken wollt, bekommt Ihr ihr» abends, dazu ein großes Stück Butterkuchen, knusprig und mürbe; Ihr wißt ja sehr wohl, uric das schmeckt." „Ich habe ein.starkes Herznagen. . ., aber man »nuß ,.sich peinigen; die SWHmah ist in der Verbannung . . Wdj^MMver. Auflösungen der in derNummer 3044 (Sonntag, den 21. August 1927) erschienenen Rätsel: Kreuzworträtsel Nr. 7. Wag recht: 1. Laich. 5. Gamma. 9. Jean. 10. Eva. 1*1. Aula. 13. Sirene. 14. Semmel 15. As. 16. Rot. 18. Ai. 19. Sau. 23. Ehe. 25. Brillen. 27. Fasan. 29. Seife. 32. Alabaster. 35. Ural. 37. Ant. 38. Reis. 40. Nil. 41. Essen. 43. Not. 44. Feile. 45. Gegen. — Senkrecht: 1. Lei. 2. Aarau. 3. Ines. 4. Heer. 5. Gast. 6. Mama. 7. Mumie. 8. Ale. 9. Isis. 12. Alle. 17. Orleans. 20. Ala. 21. Erna. 22. Fest. 24. Hof. 25. Ball, 26. Neer. 27. Faun. 28 Saale. 30'. Irene. 31. Erst 33. Base. 34. Steg. 36. Rif. 39. Ion. 41. EI. 42. Ne. Visitkartenrätsel Nr. 3. Kapellmeister. Logogriph Nr. 4. Nomade—Pomade. Gleichungsrätsel Nr. 2. Met—ro—pole (Metropole). Magische Figur Nr. 2. 1. Reseda. 2. Isidor. 3. Pedant. 4. Adonis. Arithmogriph Nr. 3. 1. Seife. 2. Celebes. 3. Harlekin. 4..Almosen. 5. Lotterie. 6. Jüngling. 7. Amsterdam. 8. Pfeffer. 9. Indianer. 10. Newton. (Schaljapin.) a«—»VMMIin«re»n»—mWmiMTiWH—n—■ ■!■■■■ II 11, IIWB. „Ein Stück Rinderbraten mit Älpfelkompvtt schmeckt auch nicht schlecht," fing weine Mutter wieder an. „Aber das bekommt Ihr erst morgen abends. Heute »nuß mar» seinen Leib peinigen, die Schechinah ist in der Verbannung." „Du redest Kindereien," sagte meine Großmutter. „Für Reb Chajkel ist das gar keine Peinigung, »vie für uns gewöhnliche Leute. Wenn er sich die Pfeife anzündct und an den Himmel denkt, vergißt er alle gemeinen Bedürfnisse des Leibes:" „Gewiß!, gerviß," brummte Reb Chajkel und tat ei»»en tiefen Zug aus der Pfeife. „Ich habe ein starkes Herznagen . . . der Zaddik von Sadagora trinkt Kaffee am neunten -Ab um die Mittagszeit * . . aber man muß sich peinigen ... die Schechinah . . . hm. . . ich habe nämlich ein starkes Herznagen. , „Wenn Ihr trotzdem nicht einmal eine Tasse Kaffee trinken wollt, werde ich! 'Euch; natürlich nicht dazu bereden," sagte meineMutter. „Am Abend wird es . euch »nnso besser schmecken." Als die Sonne sich ihren» Höhepu»lkt näherte und es sehr heiß wurde, rief uns unser Lehrer zusammen und sagte: „Na, Kinder, jetzt gehen »vir auf den heiligen Ort." Das sollte ei»» schöner Spaziergang werden, Koe gute Viertelmeile weit, durch die -Felder bergauf, über gewundene Wege nnd. Stege. Dort lag auf einem Hochplateau ein kleiner jüdischer Friedhof' von dichter» alten Bäume»» beschattet, ragten etwa hundert halb verwitterte Grabsteine rnit schwer lesbaren Inschriften in schöner» altfränkischen Zügen. Eine halbverfallene niedrige Mauer umgab den „heiligen Ort", und rings zog sich ein Graben hin, angefüllt -mtt Schlingpflanze»» und- Unkraut. Ueber eine kleine morsche Brücke gela»»gte man ins Innere. Der Friedhtzf »var seit Jahren geschlossen, r»ur im Monat Ellul gingen die erwachsener» Männer dorthin, um die übliche»» Totengebete zu verrichte»». Die Frauen zogen Fäden ringsum die Grabstätte»» und flochtm sie daun m die großer» dicken Wachskerzen für den Jom Kippur. Mer am neunten Wb pilgerten alle, die abkommen konnten, dorthin,- man nah»»» sogar-die Knaben mit. v’ (FortschUlg-fotzM