Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3039 (16.8.1927)
- Date
- 1927-08-16
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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8089 Wien. Dienste Mensr Morgenzettrmg 16. August 1927 %t\k 7 und OSwold Teller. Tie Fabriken erzeugen: Roh-. Land-, Kristallzucker, Segmente, Pile, Wür!!tt, Groß- und Klein- Vrote ustv. Die Rohzuckcr>bril vewöeifcit zirka 250.000 Zentner. Verlängerung des Kartells der tsch^Hoslomrktschen PeteoreirmrafflnerkeN' Das bisherige Kontingentabkommen der tsrLechoslowakischen Petrolcuinraffinerien, das im Juli dieses Jahres abgelaustn ist, u rde durch eine in den ver- Snen Tagen Mischen den Raffinerien getroffenen Ablng bis Juli 1980 verlängert. Erratung einer großen Trxtiffabrik in Ungarn mit rerchsdeutfchem rwpitas. Budapester Blä^erinieldungen zuistlge veavsicht^t die Bereinigte Deutsche Textilwerke B. G. in Zittau die Errichtung einer großen Textilfabrik in Ungarn. Es sind Verhandlungen mit der ungarischen Regierung im Gange über die Gewährung von Vergünstigungen für die geplante Gründung auf Grund deS Gesetzes zur Förderung der Industrie. Die Beratungen sollen kurz vor dem Abschluß ftchen. De« Schnrerigkeitru im Stahlkartell. Aus Parts wird u»S berichtet: Nach der „Usine" sind in der letzten @taun$ des internationalen Stahlkartells, die dieser Tage in Paris stattgefunden hat, die Verhandlungen über die Syndizierung von Halbzeug nnd Schwellen wiederum ergebnislos verlausen. Die beiden HaUptschwierigkeiten bildete die Frage der BeteiligungSgnote der im französischen WiedevauMugebtet gelegenen Fabriken und me übertriebene Höhe der belgischen,Forderungen. Die UNtermInttMgen des französischen WiederaufbaügebieteS machen geltend, daß sie ihre volle Produktionskapazität noch nicht wieder erlangt hatten und daß diesem Umstand bei der Verkeilung der Quoten Rechnung getragen werden müsse. Die nächste Sitzung des Stahlkarrells findet, wie schon anaeWndrgt» am 1. September statt. Man hofft, bis dahin zu einer Einigungsformel zu gelangen. Das Blatt dementiert gleichzeitig die von der französischen Presse verbreitete Meldung, wonach die deutsche Industrie sich aus dem Stahlkarreli zurückzuziehen beabsichtigt. Frage des Beitrittes der Engländer habe erneut vertagt werden müssen, da die Engländer cs nach wie vor ablehnten. die Produktion derjenigen Periode, die für die Berechnung der Quote der anderen Teilnehmer als Basis gedient habe, ihrer Beteiligung zugrunde legen zu lassen. Jnterefsengemcinfthilst der boda-Werke mit «inem poLnffchen Eisenwerk. Aus Warschau wird telegraphiert: Vor einigen Tagen wurden die seit langer Zeit zwischen den Starachowtce Eisen- und Hüttenwerken und den tschechoslowakischen Skoda-WerlLn geführten Verhandlungen, betreffend eine technische und kommerzielle Interessenaemeinschast, abgeschlossen. Bekanntlich haben die .Skoda-Werke Fabrik „Fra zogen. Auf .. .. rachowice Eisen- und Hüttenwerken werden sich die Skoda Werke auch an staatlichen Lieferungen, die vom Ministerium für Heerwesen vergeben werden, beteiligen. Der polnisch-rumänische Warenaustausch. Dieser Tage ist in Lodzer industriellen Kreisen die Nachricht über eme beabsichtigte Revision M polnisch-rumänischen Handelsvertrages und der Eisenbahntarife eingetroffen. Darnach sollen die gegenwärtigen Zoll- und Tarifsätze, die Me Entwicklung der polnisch-rumänischen. Wirtschaftsbeziehungen heMmen, herabgesetzt werden. Falls Polen bei der Revision des Handelsvertrages einige Vergünstigungen, namentlich hinsichtlich des Transits von Textilwaren, durch Rumänien erlangen sollte, so wären neue Möglichkeiten für den Export Lodzer 'Terttvwaren nach dem Nahen Osten gegeben. Demnächst.findet, eine Konkurrenz der Exporteure in dieser Anglelegenheit statt. Dre Steaua Romana und tot Kriegsentschädigungen Infolge der von der rumänischen mit der englischen Regierung getroffenen Abmachung, wonach Rumänien selbst a eonto der Alliierten die rumänischen Grdölgesellschaften entschädigen soll, ist es zu einer Vereinbarung in dieser Frage zwischen der rumänischen Regierung und der Steaua Romana gekommen. Demnach erkennt die rumänische Regierung als zu zahlende Entfchädiguug die seinerzeit von den Experten festgesetzte SumMe von 1,106.000 Pfund an. Diese Summe soll ab 1936 bis 1965 während 4g Jahren bezahlt werben, und zwar in halbjährlichen Annuitäten. Bisher betragen die zu-zahlenden Summen etwa 15 Millionen Pfund. Davon hat die Steaua Romana die Hülste bekommen, mährend die Vereinbarung vorsieht, daß die andere Hälfte der anerkannten Summen erst ansbezahlt werden soll, nachdem die französische Regierung ihrerseits die Hälste der gesamten Kriegsentschädigungen für die rumänische Erdölindustrie laut übernommener Berpi;icht'.mgen anerkannt haben wird. Berliner Börse. Die Erlösung , der Böh'e aus der Wochen-' langen drückenden Geschäftsstiöe scheint diesmal vom Elek t ro rna rk t zu kommen. Die an sich bekannte Tatsache der glänzenden Beschäftigung der Elektrizitätsindustrie ist durch die Kapitalse.rHöhung der A. E. G. auch offiziell bestätig: worden. Auch die Divideudctijteigerung der Bank für Elektrische Werte von 9 b'S 10 Prozent zeugt dafür. Da auch die Erleichterung des Geldmarktes, »oweit wenigstens kurzfristiges Geld in Betracht kommt, miiwirkte — die Sätze für Taggeld bl'eben unverändert mit 4X bis 0 Prozent und für MonatSgeld würbe ein Satz von 1% bis 8% Prozent genannt —. konnte sich die bereits vorbörslich zutage getretene bessere Veranlagung der Börse erhalten und die anfangs 1 bis 2 Prozent durchschnittlich betragenden Steigerungen vermochten sich im Verlaufe noch zu erhöhen. Im Mittelpunkte des Interesses standen Elektrizitätswerte bei Besserungen von 2 bis 4 Prozent unter Führung von Siemens & Hcissske, Schlickert, Ges. f. El. Unternehmungen, A. E. G. und eininen Nebenwerten, wie Schlesische Elektri^itatsrverke. Zu den anfänglichen Gewinnen konnten später Erhöhungen von 1 As 2 Prozent hinzugefügt werden, wobei Siemens & Qatete und Schuckort sowie Elektrische Liese rungSgelellschaft begünstigt waren. Von Spezialwerten sind mit höheren Kursen zu erwähnen Papier-, Montan- und Bankaktien, in denen das Geschäft reger war. Von Bankaktien wurden Darmstädter und Dresdener Bank bei Auswärmung der bisher stets von den Verwaltungen dementierten Kapttalserhöhungsgerüchten begünstigt. Die Hevauflommen'tierung der Sprozentigen ReichSanleihe,beein- Nächtigte den Stand der Kr'.egsaNleihe-Aölöi'ingslchuld günstig. Am Aktienmarkt hielt die feste Tendenz Wetter an. 2ebif«iltnfe; Zürich, 16. August. (Schlußkurse.) Paris 20.33K (20.39K), London 25.211/8 (26.21), New York 616.81 % (518%), Belgien 72.18 (72.17)4), Italien 28.236 (26,33)6), Spanien 87.72% (87.75), Holland 207.87 (207.88), Berlin 123.29 (123.30), Wien 73.00 (73.06**), Stockholm 139.20 (139.16), Oslo 136.05 (134.70), Kopenhagen 138.96 (138.95), Sofia 8.76 (3.76), Prag 15.386 (16.391. Warschau 68.— (66.—), Budapest 90.66 (90.66), Belgrad 9:13 $.16), Athen 676.— (678.—), Konstantinopel 261.50 (281.00), Bukarest 3-21 (3.22), Finnland 13.10 (13.10), Argen« tinien 2?1.25 (321.—), Japan 245.45 (246.50), Ppivatdiskont 3% (3%). Film Md Kino. Sine neue Wiener ProduNionr-Firma Unler dem Namen „E s u -- A i l m - U n t e r neh nc uitjj G. m. 6. H." wurde hier eine ErzeugmrgSsirma gegründet, lie im Jahre vier bis fünf Filme Herstellen wird. Das treue Unternehmen, als dessen Leiter der in Branch-konsen bestens bekunwe Herr Kart Zuckerberg zeichnet, dürste beeits in de: nächsen Zeit mit namhaften ausländischen Firmen eine Produktions-- gemeinschaft eiugehen, die imstande wäre, in unserer heimischen. Industrie einschneidende Wirkungen okrHulösen, Das erste Werk dieser neuen Produktion wird die Verfilmung des bekannten Zugstückes der Kammerfpiele „Z w ö l f M ä d ch e u l e r n e n h e iraten" sein. Die Aufnahmen zu dieser Großkomödie werden unter der Regie Hans Otto Löwensterns der ' E d' diel-a Monates beginnen. : Ae Tragödie Sanas und Banzetti« im Film. Eine Wiener Verleih-Firma unternimmt es, den Kriminalsall Saeco und Vanzetii als Handlung für einen Film zu rerarbeiten. Die Aufnahmen beginnen bereits in diesen Tage». Die Regie soll Alfred Kemps won Desy führen, dessen letztes Werk der jüdische Tendenzsilm „Der Abtrünnige" ivar. — Gerüchte wollen wissen, daß sich auch bereits eine Berliner Produktion dieses Stoffes bemächtigt hat und ebenfalls mit den Vorbereitungen zu den Ausnahmen begonnen hat. Das Lauptdepot des neuesten Leilpräparales gegen Zuckerkrankheit.. . S fjOJtttßttt (inSofilcttenform) I | erprobt und empfohlen von Geh. Rat Prof. Roorben, » 8 hat dt« Alte Äofapotheke, Wie«, l., Hofburg, übernommen. > XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXrcXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX^ Ferenrzvarofi—Hakoah 5:2 6:1). Fehler der blau-weiße« Verteidigung ermögliche« die große rordWeren». Hohe Wa-rte. 3600 Zu-fchcwer. Schiodsvichtor Ze-nkseL. F. T. C.: Amsel; TakacS, Hungler; Fuhrmann, Bukolvi, Obitz; Razfo, Durah, Fröhlich, Szedlachek, Kohut. Hakoah: Fabian; Schoner, Gold; Fried, Heß, Strohs; Schwarz, Häusler, Schönstld, NAolsbnuger, Wortmamr Mischer). Die zissern mä ßig hohe Niederlage 'der jüdischen Mannschaft durch den ungarischen MÄster Mt koines» wegs das Krästeverlhältnis richtig wieder. Eine Reihe von schworen Fehlerm der Hakoah-Mannschast, Fabian nvitinbegriGen, der bei sonst guter Abwehr zwei Treffer verschuldete, brachte den Gästen eme Anzahl von Goals ein. Andererseits waren aussich tsreiche Aktionen der Krieauer säst durchwegs vom Pech versolgi. Es gab zwei Stangenschüsse durch Schönseld und Häusler. In «beiden Fallen sprang der Ball wieder ins Feld zurück, doch hatte man den Eindruck, daß das Leder ^beidemal die Torlinie passiert hatte. Vom zweiten bis zam fünften Goal der Ungarn lhatten Fehler die Trester herhsigeführt. Dies wirkte deprimierend aus die Hakoahner, die dann zeitweise ganz aufsteckten nnd sich erst gegen Schllnß wieder einigermähen «ins Zeug legten. Tachrche ist, daß sich der ungarische Meister in glänzender Berfafstmg präsentierte und durch Geschlossenheit nnd Einheitlirchkeit >der Mannschaft den Blau-Weißen überlegen war. Besonders Lire Halfreihe mit dem hervorragenden Mittelläufer Bnkovie war jener Hakoahs hoch überlegen. Im Angriff waren die Flügelstüvmer Kohut und Razfo die Hauptstützen. Die Ungarn führten ein flüssiges Ko mbination-SfpieI vor und bewiesen durchwegs sehr guteS Schußvermögen. Bet Hakoah fiel, abgesehen von der schtvachen Form einiger Spieler, ein alter Mangel aus: (26. Fortsetzung) Di. Mtx Pilger, R. Löwlt Verlag, Wien. AMERIKA. Ein Roman von Sdiolom Asm. Sie hebt fein Kinn in die Höhe, lächelt ihn wieder so Xcd5 und freundlich an rmd fährt istreichelnd über sein Köpfchen. Jossele wird über und über rot — eine fremde 2tat% nhcht bk Mutter! . . . Dann faßt sie ihn gar an der Hand und führt ihn aus dem Saal. Er blickt sich nach Berel um, cSbtc der ist längst verschwunden. Die Dame läuft und springt mit ihm über die Treppen, spricht auf ihn ein und .Zeigt lihm etwas mit der Hand. Joffele weiß nicht, was sie .von ikhm verlangt, weiß überhaupt nicht, was mit ihm geschieht. Mes kommt lihm wie ein Traum vor. Was macht er eigentlich hier, und wer ist die Dam«? Bald bringt sie!Hn wieder in einen Saal, eine Menge Kinder sind da, und wie sie dis beiden ankommen sehen, stürzten si« auf si« los mit Lachen und Jubel. Sie zeigt mit der Hand auf Jossele, Und affe Kinder betrachten ihn voll Neugierde. ' Dann nimmt sie ihn wieder bei der Hand und setzt ihn iWMdeinen Ständer, legt ein Papier vor ihn hin und chÄMMl, eine Figur nachzeichnen, die aus einem Brett gg- 'Maltest und wendet sich darauf den anderen Kindern zü. Jossele sitzt'da mit dem Bleistift in der Hand und be- . ginnt alles einzeln zu betrachten und sich zu orientieren, itoa er sich befindet. Die Sonne scheint hell durch die offenen!Fenster, dieselbe Soime, die daheim in die Stubg feines aalten Zehrers in ^eschna schien. Nur war es dort ein Stückchen von der Sonne, während sie hier groß und voll hineinleuchtete. Hier ist ja überhaupt alles so viel, vi-l igrLtzer. Mer dort, dort waren seine jüdischen Kameraden gejwe^ MvschÄa saß «neben ihm und ihm geSenHtzv Jakob. Bor ihnen lagen die offenen Folianten^ und alle lernten laut» der Lehrer aber ging immerzu um sie hemm mit einem spanischen Rohr in der Hand und gab «rcht, daß sich ja keiner ablenken ließ. Kaum hatte ein Junge auch nur einen Augenblick lang gebummelt, so bekam er schon das Rohr zu spüren. Ja, man fühlte das schwere Joch, aber auch den Zweck dä Lernens. Und hier — hier gibt man ihm ein Blatt Papier uüd einen Bleistift, läßt ihn müßig sitzen und Figuren malen, und Mädchen sitzen auch hemm, und alles lacht und scherzt mit der Dame und ist Alter Dinge, und keiner tut eigentlich was. * Und wie er so den Sonnenglanz betrachtete, der durchs Fenster strömte, da erfaßte ihn eine «heftige, heiße Sehnsucht nach seiner alten Lernstube bei Jizchak-Juda> seinem Lehrer. Ach, was hätte er darumgegeben, jetzt neben seinem Kameraden sitzen zu können, mit lauter Stimme ein Stück aus dem Talmud dorzulvsen und den Kommentar zu übersetzen. Wie weit die indessen schon vorgeschritten sei» müssen — sicher haben sie einen neuen Abschnitt begonnen, das Kapitel muß ja schon längst zu Ende sein, und er — sitzt hier, und man trägt ihm auf, Wtenschlein zu malen! Was sollte das alles bedeuten? Wie war er eigentlich hieher gekommen? . Er wollte weinen, schämte sich aber vor den Kindem ringsum, Sv saß er denn still in sich versunken da, wie in einer fremden Welt, als ob es ein Traum wäre. Da ruft ihn jemand an. Er blickt sich um und sieht, es ist der Junge, k . -1 ihm sitzt. Er hat ganz zerzaustes Haar und macht ganz schre-Mch wilde Augen und redete dabei etwas zu ihm in einer Sprache, die er nicht verstand. . Es war ein italienischer Junge aus Sizilien. Auch er war, wie Jossele, direkt vom «Dorf in den großen Topf, die amerikanische Schule, hiueingerateu. Bier Tag« ist er jetzt hier. Er verficht kein Wort von dem, was die Kinder sagen, noch versteht «eines ihn. Er fragte Jossele, ob er auch aus dem sizilranischen Dorf „Sirena" komme oder woher er sonst sei. Jossele blickte ihn nur ängstlich au und rückte, so weit er nur konnte, von ihm ab. Der kleine Italiener aber war vfjenbar schon so aufgeregt von all dem Fvemd- J artigen, daß er mit den Fäusten auf Jossele lvsgiug. Doch schon war auch die Lehrerin da, beruhigte das heiße, italienische Blut des sizilianischen Jungen und setzte Jossele auf einen anderen Platz. Dabei blickte sie ihn voll lieber «Güte an, fuhr ihm liebkosend übers Haar und sagte zu ihm in jMscher Sprache: „Hab' nur keine Angst!" Ganz erstaunt hob Jossele den Kopf auf, als er die jüdischen Worte aus dem IMunde der Dame vernahm. Bon diesem iMoment an beruhigte ihn auch schon der Blick ihres milden Auges, und er fhaßte inniges Zutrauen zu ihr. Die Lehrerin, die selbst von^russischen Juden abstammte, hat als kleines Kind Rußland verlassen, an das sie sich nicht mehr erinnerte. Aber sie bewahrte eine Sehnsucht nach Rußlarch, als wäre es eine zweite Heimat. Diese Sehnsucht äußerte sich vor allem in dem warmen Interesse, das sie an den kleinen Emigrantenkindern nahm, die aus Rußland kamen. Aus ihrer Verschüchterung und Aengsllichkeit fühlte sie die ganze Bitterkeit des Lebens der russischen Juden heraus, und ihr Herz war von tiefem Mitleid mit den kleinen Geschöpfen erfüllt. Sie mußte daran denken, daß sie selbst ein solches Emigrantenkind gewesen, und nun wollte sie es den Neuankömmlingen leichter machen, als sie es selbst gehabt hatte. Als sie Jossele erblickte, hatte sie ihn gleich ins Herz geschlossen. Aus seine» erschrockenen Llugen, aus seinem'Zittern sprach mehr^noch als bei anderen das Elend und die Verlassenheit der jMfchen Kinder Rußlands zu ihr, von denen jedes Kind, das von daher kam, irgendwie Botschaft brachte. (FottfttzUrg stM) mam