Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3035 (11.8.1927)
- Date
- 1927-08-11
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982123--30942-3019212- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
<@efe 10 Wien, Donnerstag Wiener Morserrzettrms 11. August 1SL7 Skr. 8088 Die neue " ';; der Hakoah. Fabian and Heb bleibe»? — Lar samstSgige Match gegen Slavia. einige f a If che En t f ch eib ittt g eu Gö b e H geg^e« Für das am Samstag auf der Hohen Warte stattfrnderche internationale Wettspiel Hakoah —Slavia (Prag) trifft der jüdische Verein große Vorbereitungen. Slavia, bekanntlich eine der stärksten Waffen des mitteleuropäischen Futzballsportes, ist seit jeher jener Gegner, der die Dlau-Weißen zur H ö ch st l e i st u n g anzuspornen vermag. Die Kämpfe zwischen den beiden Rivalen sind durch ihren spannenden Verlauf geradezu berühmt geworden und einige der Spiele sind als ganz besotckers ehrenvoll in den Annalen des österreichischen Futzballsportes verzeichnet. Das auf dem Amateur-Platz in Ob er-St. Veit stattgefundene Match, das nach einem grandiosen Endkampf der Hakoah 6:5 für die jüdische Mannschaft endete, nachdem die Tschechen bereits mit 4:0 in Führung waren, ist noch in lebhafter Erinnerung beim Fußballpublikum. Auch der seinerzeitige Kamps auf dem Krieauer-Platz, der die Slavia, die schon mit 3:0 führte, als sicheren Sieger sah und noch von der jüdischen Elf mit 5:3 gewonnen wurde, war ein solches Husarenstück. Hakoah war auch die erste Mannschaft, welche die lange Jahre ungeschlagene Slavia-Elf in Prag zuerst 2:1 besiegen konnte. Das letzte Zusammentreffen in Prag brachte allerdings den 2 :1-Sieg der Tschechen. Bei Hakoah ist man bestrebt, die Tradition der großen Erfolge gegen die tschechische Elitemannschast nach wie vor fortzusetzen und rüstet daher für diesen Kampf, zu dem Slavia in stärkster Aufstellung antreten wird. Da die Mitwirkung Häuslers wegen einer alten Verletzung fraglich ist und sich die Guttmanns erst heute entscheiden wird, ist vorläufig folgende Mannschaft für diesen Kampf in Aussicht genommen: Fabian, Scheuer, Feldmann (Gold), Fried, Hetz, Strohs, Schwarz, Wortmann, Nikolsburger, Schönfeld, Fischer. Wie tpir erfahren, kann diese Mannschaft voraussichtlich als das Herbstteam des jüdischen Vereines betrachtet werden, da mit Fabian und Heß neue Verhandlungen im Zuge find, welche die Erhaltung dieser Spieler für Hakoah wahrscheinlich machen. Vor diesem großen Spiele findet ein Match der Reserven der Hakoah und der Vienna statt, zu dem die Blau-Weißen gleichfalls eine starke Mannschaft stellen werden, in der cüs Tormann wiederum Halmos tätig sein wird. Mnß man stch den Söbel gefalle« taffe«? „Sie haben Ihre jüdischen Manieren nicht geändert." In dem amletzten Samstag ausgetragenen Spiele Hakoah —Admjra kam es bedauerlicherweise zu verschiedenen Zwischenfällen. In der letzten Phase des Matchs wurde Häusler nach einer Kontroverse mit dem Schiedsrichter Göbel ausgeschlossen. Wie verlautet, will Göbol gegen Häusler wegen Beleidigung die Anzeige machen. Wie Häusler erklärt, wurde er durch Hakoah irritiert und ein in der Pause mit einem Spieler stattgehabter Wortwechsel hat den ehemaligen Hakoahner noch mehr erregt. Der Zwischenfall mit Göbel begann, wie Häusler sagt, damit, daß er dem Spielleiter zugerufen habe: „Sie haben sich nicht geändert, seitdem ich weg gewesen bin!" Darauf Göbel: „Und Sie haben Ihre jüdischen Manieren nicht geändert!*' Diese Aeußerung erregte Häusler so, daß er den Spielleiter beleidigt«. Wir bringen hiermit in Erinnerung, daß die SÄtionsleitung der Hakoah und der Kapitän der Mannschaft, Scheuer, schon vor Monaten Anzeigen gegen Göbel erstattet haben, daß er durch höhnische und zynische Bemerkungen die Spieler provoziere, die sich dann nicht mehr beherrschen können. Es ist selbstverständlich, daß die Spieker die Perfon des Spielleiters unbedingt als in jeder Bezichung unantastbar betrachten müssen, doch darf auch ein Schiedsrichter nicht die ihm mit Recht verliehene f'aerosancte Stellung mißbrauchen; durch ein derart antisemitisches Benehmen schon gar nicht. Die Hakoah-Spieler mögen es sich eindringlich gesagt sein lassen, daß sie noch viel mehr als andere mit dem guten Beispiel der Disziplin vorangehen müssen, das jüdische Publikum braucht sich aber einen Göbel absolut nicht gefallen zu lassen. Kalman Konrad und die Hakoah. Eine unwahre Behauptung gegen den jüdischen Verein. In einem Wiener Montagblatte erschien neulich ein von Kalman Konrad gezeichneter Artikel, in dem der bekannte Spieler auch auf seinen Kontraktbruch zu sprechen kommt. Konrad, der, wie bekannt, Ende Juli des v. I. von Wien plötzlich ab ge reist ist und sich nach Amerika begeben hat, stellt die Vorgeschichte seines Amerika- Engagements so dar, daß er erst auf die telegraphische Zusage Mr. Agars, des Besitzers der Brooklyn Wanderers, daß die Amateure eine Ablöse erhalten werden, das Anbot Agars akzeptiert habe. Konrad erwähnt nun, daß gegen Ende 1926 Agar unter dem Titel eines Benesizspieles, für das die Brooklyn-Spieler Propaganda gemacht hatten, 1000 Dollar der Hakoah überwiesen hat, womit er die Ablöse an ge legen heit als erledigt betrachtet habe. Wir haben uns in dieser Angelegenheit um A u s k um fl an die H ako ah gewendet, wo uns mitgeterlt wurde, daß die Leitung des jüdischen Vereines in dieser Frage an den Fußballverband ein Schreibeu ungefähr folgenden Inhaltes richten werde: „Der Berufsspieler Kalman Konrad hat in einem Artikel behauptet, datz die Hakoah 1600 Dollar für ihn als Ablöse erhalten hat. Wir stellen fest, datz dies eine - Unwahrheit ist." Hakoah ist, wie uns weiter mitgeterlt wivd, jederzeit bereit, vor dem Fußballverband den Beweis hierüber zu führen. Es geht nun tatsächlich nicht an, daß Konrad dasheikle Kapitel seiner Abreise damit abtun will, daß er die Voraussetzungen des Fußballbundes, auf Grund deren stch Hakoah vor Antritt der zweiten Amerikareise zu einer Garantie für die Ablöseleistung an Austria verpflichten. mußte, z u seinen Gunsten auslegt und sein Verschwinden von Wien im Vorjahre auf dem Rücken des jüdischen Vereines rechtfertigen will. Was den seinerzeit ventilierten Beitritt Konrads zur Hakoah betrifft, so ist auf seine diesbezügliche Darlegung in dem montägigen Artikel zu sagen: Konrad hat auf der diesjährigen Reise der Hakoah einem Funktionär der Blau-Weißen gegenüber spontan erklärt, datz er im Falle seiner Rückkehr nach Wien — er dachte damals überhaupt an ein Engagement als Trainer in Deutschland — nur bei Hakoah spielen werde. Außer dieser Aeußerung des damaligen Brooklyn-Spielers ist, wie uns mitgeteilt wird, seitens der Hakoah- Reiseteilnehmer keine wie immer geartete Anspielung auf einen Beitritt Konrads zur Hakoah gefallen. Dies umso weniger, als später die Einstellung dieses Fußballspielers zur jüdischen Sportbewegung überhaupt bekannt wurde, die in der Aeußerung Konrads seinen Ausdruck fand, Hakoah habe überhaupt keine Existenzberechtigung. Die jüdische Sportbewegung und Hakoah wollen daher weder mit Konrad 2 noch mit seinen Affären etwas zu tun haben. Dr. Aveles nimmt einen sechsmonatigen Urlaub. Im Sinne des Vorstandsbeschlusses des Wiener Futzballverbandes hat gestern bei Herrn Dr. Abeles eine Deputation, bestehend aus den Herren Engel, Dasch, Stolzenberg und Meisl, vorgesprochen, um ihn jjoir Rücknahme {einer Demis s i o n zu bewegen-. Dr. Abeles hat im Laust der Unterredung neuerlich ausdrücklich betont, datz es ihm sein Gesundheitszustand derzeit mcht gestatte, seinen Obliegenheiten als Präsident in fetter Art, wie er es als gewissenhafter Sportsmann äuffaßt, zn entsprechen. Mit Rücksicht aus den besonderen Wert, der auf die Erhaltung des Präsidrums durch Dr. Abeles gelegt wird, was ja auch seitens der Deputation zum Ausdruck gebracht wurde, hat Dr. Abeles sich einverstanden erklärt, vorläufig einen sechsmonatigen Urlaub in Anspruch zu nehmen. Schiedsrichterbesetzungen. Hakoah—Slavia: Jvanotics (Bu'dapest); H ak o ah—F. T. E. (am 15. August): Christ (Prag); Map id—H ajduk: GtepanoMy (Prag). Borlönse für die Schwimmeifterschasten. Heute um 7 Uhr tm Diarmväd. In Meisterschaftsbeiverben, für die Mehr als sechs Teilnehmer genannt haben, sind nach Verbandsvorschrift Barkäufe notwendig. Die vier Besten gelangen in die Entscheidung. Im DameuvrustschwiNtimen über 200 Meter kann eS Hedy Bienenfelo gelingen, den Weltrekord des Fräulein Baron (Holland), der nul um Met Zehntelsekunden Vesser ist als ihr eigener, zu unterbieten. Um die Plätze werden die Danubianerinnen Puchberger und Selrenhammer kämpfen. Die Hakoahnerin Weissel- Lerg'könnte auch noch in die'Entscheidung kommen. DaS zweite Damenschroimwen des TageS Wer 100 Meter-Freistil jst eine sichere Sache der Fritzi L ö w.h, .wenn nicht Koch (Austrra) eine Ueberraschung bringt. UM die Qualifikation für die Entscheidung werden noch Fleischer (Dairübia), Buchbinder (Vienna) und Jdy Kohn (Hakoah) hart kämpfen Müssen. >' - < Das Herrenkunstspringen bringt erfteMchevrveise sieben Nennungen. Die Internationalen Staudrnger, Stadelmaher und Farkas werden wahrscheinlich Mit Arnold (Hakoah) 'in die EntscherduW gelangen. Der. letzte Betverb, das Lerrenterst r^fchwrMMien Wer 100 Meier^ 'kann lnellerLI durch das Zusammentreffen Goldbergers (Hakoah) nnt 'Rüdiger (G. A. K.) einen neuen Rekord schaffen. Bon den übrigen neun Genannten rverdsen noch Nassau, Lrchtenstein und Startmann (alle Hakoah) in die Entscheidung eirrgreifen, B. K. Theater von heute Deutsches Volkstheater: Müllers Anfang 8. Ende vor V«ll Uhr Bolksoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verloren Anfang Vt8, Ende nach 10 Uhr Theater a.d. Wien: Die Königin Anfang 8. Ende V,li Uhr Johann-Strauß-Theater; Rosen aus Schiras Anfang 8. Ende gegen V,U Uhr Stadtlheater: Wien lacht wieder Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Theater in der Josefstadtr Der schlafende Gatte Anfang 8. Ende V.11 Uhr stammerspiele r Zwölf Mädel lernen heiraten Anfang '/,9. Ende nach V,ll Uhr tznstsPiel-Theater r Die Keuschhettskonkurrenz Anfang 8. Ende 10 Uhr vnragarten-Bühne: Beethoven-Abend Anfang 8 Uhr, Ende nach V,U Uhr Roland-Bühner Die weiße Sklavin im Netz der Mädchenhändler Anfang.8 Uhr, Ende 10 Uhr Radio-Programm Heute Donnerstag 11 Uhr r Vormittagsmusik. 1615 Uhr: Nachmittagskonzert. 1615 Uhr: Wochenende, Sekttonsrat Ing. deinlein. 18- 30 Uhr: Wege zum ewigen Gis. Dr. Ottokar Janetfchek. 19 Uhr: Reisen einst und jetzt. Dr. Im. Franz List. 19- 30 Uhr: Esperanto für Anfänger. 20- 05 Uhr: „Fra Diabolo". Morgen Freitag. 11 Uhr: VormittagSvmsik. 16-15 Uhrr NachmittagSkonzert. 18-15 Uhr: Wochenbericht für Fremdender kehr. Sektionsrat Ing. Deinlein. 18-30 Uhr: Das Alpengebiet vom Semmering bis znm Wienerwald. Dozent Dr. F. Trauth. 20 05 Uhr; Konzert des Wiener Symphonieorchesters unter Leitung von Prof. Martin Spörr. Malerarbeiten Lü zu konkurrenzlos billigen Preisen, raschest, gründlich, dauerhaft nur durch BAUM GARTEN XX.. Karl-Meifil-Strafie 6/2 Blattfingiinterricht sowie Stimmbildung erteilt nieder Josef Mlllet, II., Hermineogasse Nr. 4/4 QOOOOOCCOOOOD^nOQOOOOOQOOOOQ CrämmophoiHiaus ..Scala“ Wien, n0 Praterstraße 48 NeueröffnetesSpezra/haus für Grammophone u. Platten Neueste Konstruktionen Reichhaltigstes Platten - Repertoir Täglicher Einlauf von Neuaufnahmen Stren solide Bedienung Zahlungserleichterungen Vorführung bereitwilligst den ganzen Tag OOCXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXmOQO CXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX) (fvmxinatttut 1 5Frif* ftrüußier IX. Nußdorfe/straße 6 (Ca ft Colosseum) Telephon 18~)~44 D«ji guute Jahr georfnef wissn 000000000000000000000000000» BIIBHHBailllS | Bücher l Buchhandlung und Antiquariat Seemann rnchnee, Wien, IL Taboeftratze 52, «in gang Ge. Stadtgutgasse 7. «er. 41-4-20. Großes, best' affortiertes Laaer an wissenschaftlicher u. UnterhaltungSliteratur, Jugendfchrtften, Schulbüchern usw. Sachkundige Bedienung u. Besorgung jedes Buche». Billigste Preise. Ankauf von Büchern imd ganzen Bibliotheken. 877, IL GOLD SILBER PLATIN bei 9387 fi. i. »in, ii« n. Gumpendorferetrasse 85 Bernhard Kohn Hiiwflrtjrfortgass«20 InatNMuotalRAllin PT*»!»l»g#n RADIO Für S 2.50 Woohonxiten erhalten Sie kernpl. Itadlo- Appante mit allom Zubehör in feinster Ausführung and alle RadiobestawllßilB Nur Im IHutikhaue Sehleslngor. Wien, VII., Burgatse 122 a l’ROTGA&SE’l Alleinige Anzetgen-Annahme: AnnoneenexpedtttoB Heinrich SchaleL Wien, 1. Bezirk. Wollzetlo 11. Herausgeber und Eigentümer: Jüdische Zeiümgsu. Berlagsgef. m. b. H.. Wien. 2. Bez.» Taborstratze 1—8. — Verantwort!. Redakteur: Jakob Kransz. Wien. 19. Bez.. ^e£rW; ®ie"' 50^0