Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3009 (14.7.1927)
- Date
- 1927-07-14
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3009 23ten, Donnerstag Wiener Morgenzettuns 14. Juli 1927 Seite 9 Im Verlauft irmrdr tie Börse nervös, und besonders einige Montanpapiere mußten sich Einbußen gefallen lassen. Anleihen und Ausländer hatten uneinheitliche Kursbildung. Taggeld notierte 7 bis 8 Prozent und Monatsgeld 8 biS 9 Pr^ent. — Prag. Das Börsengeschäft tvar bei geringem Umfang durch eine feste Griindstimmmig charakterisiert, die teildurch die giinstigcn Nachrichten aus der heimischen Industrie und Wirtschaft, teils Lurch die feste Tendenz der ausländischen Börsen hervor» gerufen wurde. Die Umsätze blieben im Schranken nur auf einzelne Marktgebiete beschränkt. In der ersten Hälfte vermochte sich die freundliche Stimmung zu behaupten, um aber später auf Realisationen einer AbschwÄchung Platz zu machen, so daß die Börse in unregelmäßiger Haltung schloß. Die Ausschläge und Einbußen machten mehr als 2 Prozent nur ganz vereinzelt aus. In Bankpapieren hielt die feste Tendenz unvermindert an. Anlagewerte tendierten bei vorwiegend behaupteter Tendenz ruhig. Einzelne Staatsrenten wissen mäßige Besserungen auf. Am Exotenmarkt erzielten sämtliche gehandelten Effekten höhere Kurse. Der Devisenmarkt wieS nur geringfügige Veränderungen auf. — Budapest. Die freundliche Stimmung der Vortagsbörfe hielt an, so daß die Kurfo höher einsetzteir, Die erzielten Aufschläge betrugen im Durchschnitt 4 bis 5 Prozent. Die hohen Kurse hatten im Verlaufe Realisationen zur Folge und der Großteil der anfänglichen Gewinne ging fast zur Gänze wieder verloren. Zum Schluß shanden einprozentigen Kursbesserungen Abschivächungen von 2 Prozent gegenüber. Der Verkehr, der zu Beginn lebhaft tvar, wurde später flau. Leviseukurse. Zürich, 13. Juli. (Schlußkurse.) Paris 20.34*4 (20.34*4), London 25.22% (26.22*4), New Yovk 519.68*4 (619%), Bel» gien 72.26 (72.25), Italien 28.28 (28.22*4), Spamen 88.85 (89.16), Holland 608% (208.15), Berlin 123.38 (123.30), Wien (901.—), London 163.35 73.12)4 (75.10), Stockholm 139.10 (189.10), Oslo 134.35 (134.40), Kopenhagen 138.90 (138.85), Sofia 3.95*4 (3.75), Prag 15.40 (15.40), Warschau 58.— (58.—), Budapest 90.60 (90.55), Belgrad 9.13*4 (9.18*4), Athen 660.— (690.—), Konstantinopel 266.— (266.—), Bukarest 3.17*4 (3.24), Mnland 13.08 (13.08*4), Argentinien 220*4 (221.—), Japan 246.— (245%), Prinatdiskont 5*4 (8*4). Prag, 13. Juli. Amsterdam 1351.25 (1861.50), Berlin 799 — (798%), Brüssel 467.75 (467.75), Zürich 648.75 (648.—), Oslo 871.— (871.—), Kopenhagen 901.- (163.35), Madrid 577.— (51 New York Kabel 53.60 (33.« Holm 901.25 (901.—), Belgrad 60J3 (59.24), Budapest 598% (587%), Bukarest 20.45 (20T5), Konstanten opel 17.42*4 (17.425), Sofia 24.32*4 (34.32*4), Warschau 376.3% (376.625), W'en 474.375 (473*4). Budapest, 13. Juli. Amsterdam 229.45—280.16, Belgrad 10,06*4—10.10*4, Berlin 136.085—136.425, Bukarest 3.47— 3.53, Brüssel 79.64—79.89, Kopenhagen 153.05—153.50, Oslo 147.85—146.30, London 27.80*4—27.88*4, Mailand 31.10- 3130, New York 572.85—574.65, Paris 22.42*4—83.52*4, Prag 16.97—17.02, Sofia 4.12*4—4.16*4, Stockholm 153.35—153.80, Warschau 63.70-64.50,, Wien 80.64-60.89, Zürich 110.2375- 110.5625. Warschau, 13. Juli. Beigen 134.09—134.71, Holland 357.45—360.25, London 43.32—43.54, New Yovk,8.91—8.06, Paris 84.94—35.18, Schweiz 171.78—172.58, Prag 26.44—26.56, W'em 125.69—126.21, Italien 48.46—46.72. Belgrad, 13. Juli. Paris 288.10—224.10, London 275.90— 276.70, New York 56.70—56.90, Mailand 308.18—310.18, Prag 168.20—169.00, Wien 799.75-802.76, Budapest 991.50-994.50, Berlin 1949.50—1852.50, Genf 1093.60-1096.60, Bukarest 35.00—35.50. rctcö ein fester Schnee gemacht, langsam in die Masse verrWrt, eine Kasserolle wird mit Gansfett ausgeschmiert, mit Semmelbrösel bestreut und die Masse hineingegeben und eine Stunde m der Röhre gedünstet, sodann wird die Leberkaul (Leverkugel) auf eine Schüssel gestürzt, mit Kartoffeln garniert zur Tafel gegeben. Karrosftssalnt mit Herrng und Gurte«. Die Karton feln werden wie zu dent gewöhnlichen Kartoffelsalat znbereitet, jedoch nicht so gesalzen und der Salat gerade so wie dieser behandelt, jedoch mit den in kleine Stücke geschnittenen Heringen und Salzgurkenscheibcn gut mH* nischt. Der moderne Haushalt. Wenn die Hausfrau krank ist ... Zunächst nach landläufigen Begriffen, darf sie daS gar nicht sein! Das bedeutet, daß sie sich, aufrecht hält, bis es überhaupt nicht mehr geht, sich nur, hinlegt, solange der Arzt und ihre eigene Schwäche es gebieterisch fordern, viel zu früh also wieder aufsteht, ihre anstrengende Tätigkeit wieder aufnimmt, auf diese Weise Raubbau an ihrer Gesundheit treibt, um vielleicht zu spät zu der Erkenntnis zu komme«, wie sie es hätte anfangen müsse«, um sich den Ihren zu erhalten. Es ist ganz bestimmt für eine tätige Natur viel leichter, alles selbst zu tun, und der berüchtigte Ausspruch vieler Hausfrauen: Bis ich dies oder jenes gezeigt habe, habe ich es längst selbst getan, ist der größte Fehler der Hausfrau der alten Schule. Daß sie selbst alle notwendiger Arbeiten kennt, wer wollte es bezweifeln? Wer ihr Mädchen oder in heutiger Zeit ihre Kinder dahin zu bringen, daß sie jederzeit im Notfall für sie einspringen können, ist eine Kunst, die beiweitem nicht jeder Frau gegeben ist, zu der sie sich aber erziehen kann und mußi, will sie nicht erleben, daß jeder plötzlich hereingeschneite Besuch sich als Störung empfindet, und daß im Falle ihrer Erkrankung der ganze Haushalt Kopf steht. Es gehört allerdings Geduld und fester Wille dazu, in gesunden Tagen sich die Zeit zu nehmen, dem TöchterchxN, das ein kleiner Springinsfeld und der Meinung ist, daß noch soviel Zeit ist zum Kochenlernen, die Grundbegriffe davon beizubringen, daß eS lveiß, wann das Wasser kocht, wie Kaffee oder De>e bereitet werden, was beim Eierkochen zui beachten ist und wann die Kartoffeln gar sind. Dafür aber auch welch ein Stolz, wenn das kleine MädelcheN de« Vater betreuen und die kranke Mutter versorgen kann, wenn die Notwendigkeit an sie herantritt. Was ein Mnb auf biefc Weise lernt, vergißt es so leicht nicht wieder, und von da bis zu weiterer Lernbegier ist dann nur ein Schritt. Es ist jeder Mutter in die Hand gegeben, ihren Kindern Schätze mitzugeben, die ihnen niemand rauben kann, ja sogar unter Umständen ihrem Leben die Richtung zu geben. Sind einmal die in jeder Frau schlummernden Triebe, zu helfen, zu trösten, für andere zu sorgen, geweckt, so werden sie sich so leicht nicht mehr unterdrücken lassen. Wir Mütter von hellte, die wir wissen, wie wenig Befriedigung unsere Töchter in den meisten Fällen in den kaufmännischen Bernsen finden, die wir zudem erfahren haben, wie bitter nötig unserem Vaterland Frauen sind, die gerade das eigentliche Tätigkeitsfeld der Hausfrau vollkommen beherrschen, sollten keine Mühe scheuen, die jungen Mädchen so heranzubilden, daß sie es verstehen, ein Heim — sei es ihr eigenes oder ciw fremdes — gemütlich zu machen, zu schonen und sparsam mit den Lebensmitteln umzugehtzn, kurz: sie zu einer deutschen Hausfrau zu erziehen. Man unterschätze nicht, wieviel die Gewöhnung von.Jugend auf bedeutet. Ein zweijähriges kleines Kind lernte einmal ein neues Mädchen an, indem es sagte: Hier hängt das Teller-, dort daS Gläser- und am dritten Haken das Messerhandtuch,' hier drüben das für die Hände! Damals wurde natürlich viel gelacht über die lächerlich kleine Hausfrau, aber heute kocht das noch immer jünge Ding die schönsten Gerichte, und tvenn Mutter krank ist, entsteht keine Verlegenheit, daS Töchterchen weiß Bescheid, obwohl sie es nie gelernt hat, da sie ihren Beruf nebenbei hat. Wer in der Lage ist, sich ein Dienstmädchen halten zu können, tut dies Heutzutage in d?r Regel nur, weil er entweder andere Dinge zu tun hat, die den Erwerb bilden oder weil die Kräfte nicht ausreichen. In beiden Fällen gebietet also eigentlich die Notwendigkeit, so schnell wie möglich dem Mädchen die Ding« beizubringen, die ersovderlich sind, wenn die Hausfrau verhindert ist, sich darum zu kümmern. Für unsere mvdevnen Verhältnisse ist keineswegs die Frau die Tüchtigste, die sich rühmt, alles selbst zu machen, sondern die, die es versteht, jeden auf den richtigen Platz zu stellen, damit keine Stockung entsteht, wenn sie einmal nicht da ist. Es gibt aber noch immer eine gar nicht kleine Zahl von Haus- , Hcauen, die müßte man mitmieten können, ">enn man ihr Mädchen mietet, weil sie es nie zu irgendwelcher Selbständigkeit haben kommen lassen, sondern ihm nur das Gröbste zu tun überließen, kurz, weil sie nicht zu organisieren verstanden. Diese Art von Frauen darf allerdings nie krank werden. Erziehen wir uns also selbst dazu, nicht zu ihnen zu gehören. Denn alle die Auskunftsmittel, Stützen, Heimchen und andere Damen, die während der Zeit der Krankheit die Frau des Hauses ersetzen, sind gewiß oftmals Hilfen von großem Wert. Sie bedingen aber stets, daß in dem schon durch die. Krankheit beunruhigten Hause ein ftemder Mensch sich« einstigen muß, der die Gewohnheiten nicht kennt,- was unter Umständen für den Hausherrn die Zeit doppelt schwer und ungemütlich macht. Je Mehr ein Mann durch liebevolles Eingehen auf seine Wünsche verwöhnt ist, desto schwerer wird es ihm in der Regel werden, plötzlich auf die Hilfe einer ganz Fremden angewiesen zu sein. In schweren Krankheitsfällen läßt sich dies.nicht vermeiden. Durch die langen, entbehrungsreichen Fahre, durch die wir gehen mußten, sind aber viele sonst leistungsfähige Frauen sehr heruntergewirtschastet, und es wäre zu ihrem eigenen und der Familie Bestien, wenn sie ab und zu ihrem Ruhlebedürfnis nachgehen könnten, well die kleine Tochter oder das junge Dienstmädchen so angelernt sind, daß dadurch keine Verwirrung entsteht. Dies wäre dann auch die beste Vorbereitung für das weibliche Dienstjahr, das über kurz oder lang kommen wird. einander vermischt. Kirschkuchen (milchig). (Für 8 Personen.) In einem Liter gekochter Milch werden 5 bis 6 Semmeln geweicht, 140 Gramm (14 Deka) Butter werden aut abgetrieben, 140 Gramm (14 Deka) fein gestoßener Zucker, eine Messerspitze Salz, eine Messerspitze Zimt, die Schale von einer Zitrone, die geweichte Semmel wird mit zehn ganzen rohen Eiern gut abgetrieben. Zuletzt wird 1 Kilo rote Herzkirschen dazugegeben. Eine Kasserolle ivird gut mit Butter ausgeschmiert, mit geriebener Semmel bestreut, Me Masse hineingegeben, das Ganze eine Stunde langsam backen gelassen und, gestürzt auf eine Schüssel, zur Tafel gegeben. Awievelgepuch wird bei Etzgeräten beseitigt, wenn man die betreffenden Gegenstände mtt Salz abretbt, mit Seffenwasier und später mit klarem Wasser uachspült. Für dre Prüfung und Behandkun-g von Eiern. Um zu prüfen, 'ob ein Ec frisch ist, bereitet man eine Kochsalzlösung von 120 Gramm Salz in einem Liter Wasser. Sinkt in dieser Sole das Ei bis auf den Grund, so ist es frisch. - - Hälfte u von einem es fet verdorben. Gefrorene' Eier kann man zur alsbaldigen Verwendung wohl gebrauchen, wenn sie, in Salzwüsser liegend, aufgetaut wurden. Sie müssen jedoch, wie gesagt, sofort verbraucht werden, weil sie sich nicht mehr lange hatten. Etwaiger dumpfer Geruch wird beseitigt, wenn die Eier auf einem Teller ausgeschlagen ein bis zwer Stunden frischem Luftzug ausgesetzt sind. Aus Dem Reiche der Küche. Grüne Erbsensuppe. Die giünen Erbsen werden.mit kaltein Wasser zugesetzt und weichgekocht, jedoch nicht zerkocht. Nachdem sie weich sind, lasse man ein wenig gutes helles Einorenn, ein wenig Zucker und ein wenig Salz genannt). (Für 4 Personen.) fein geschabt, zwei geeichte, aut zerriebene Semmeln und ein Stück Fett werden ihr hinzugefügt und beides gut abgetrieben; dazu 6 rohe Dotter, etwas Salz, Pfeffer, Stückchen geriebene Zwiebel gegeben; nochmals alles gut abgetrieben, aus den 6 Eiweiß Oie Dampfwäscherei „Habs bürg“ wasch! für Allel l AHerfeinsJe Garanlirt echte Uaturbulter, DDDonooaoa WSfflSBBBSm Keine Motten! Keine Wanzen! Keine Schädlinge! Modernste Durchgasung ohne Schaden fftr Einrichtungsgegenstände durch Gesellschaft für Blausäure -Desinfektion und chem.-techn. Bedarf Dr. Breymesser & Co., Wien, ill., Rasumofskygasse 1 Telephon Kr. 00*6-12 ISIMNSMMSIMSMNWWSWMAIWSI 0000000000000000000000000000000000000000000000003000000000000000000000000000000 Kne außerordentliche Generalversammlung der Hakoah. Sie weitere zutuust der SubbullseMou. Die Leitung des Sportklubs Hakoah hat beschlossen, in der Zeit zwischen dem 1. August und dem 18. September d. I. eine außer» r d e n tliche Generalversammlung einzuberufen. Der Zweck dieses Schrittes ist, die Mitglieder darüber entscheiden , zu lassen, in welchem Sinne die Fußballsektion weitergeführt werden soll. Die Erhaltung einer Professionalmannschaft gestaltet sich immer schwieriger und die letzten ' großen Auslandsexpeditionen haben den Stock an erstklassigem Akrterialdur ch Abwander u n g geschwächt. Aber apch eine Berufsspielermannschaft mit kleinem Budget ist bei den gvgeutvärtigen Verhältnissen und dem verminderten Publikumsinteresse nicht leicht zu erhalten. Keinesfalls kann für die nächste Zeit aus dem Profesiionalbetrieb der Fuhballsektion etwas für die Massensport treibenden Sektionen des Vereines in materieller Hinsicht abfalleu. Somit bliebe nur das Motiv der Propaganda durch ein Profiteam. Dazu sind aber wieder Spitzenleistungen notwendig, da schwacher Sport die Propaganda in ihr Gegenteil umzukehren pflegt; um aber ein hohes Niveau zu erreichen, sind Klassespieler und große Summen erforderlich: also der ständige Zirkel. Das Gros des jüdischen Publikums will begreiflicherweise Spitzenleistungen seitens der Hakoah-Futzballer sehen. Wer soll aber die materiellen Voraussetzungen hiezu schaffen? Das Problem der Hakoah- Fußballsektion beschäftigt in der letzten Zeit mehr denn je dm Anhang des jüdischen Vereines. Die Majorität wünscht wohl die Fortführung des Pryfessionalbe triebe s, ohne sich über die weiterm Grundlagen den Kopf zu zerbrechen; es gibt aber a»ch einen ernsten, durchaus seriösen Teil der Mitglied* schaft Hakoahs, der für die gänzliche Aufe l-cvss u ng des ohnehin nur als Notbehelf dienend« ’■( ' \ 'w ►? V :1I i. - v-