Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-07-05 · Heft 3000 (5.7.1927) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3000 (5.7.1927)
Date
1927-07-05
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982088--30571-3018806
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions (1 not found in this text)

■Seite 8 Gien, Dienstag Wiener Morgenzettrmg S. IM 1887 Ar. 3000 Tage davontragen wird. Seine Qualitäten als Sportsmann prädestinieren ihn zn den größten Erfolgen, hoffentlich wird er dem jüdischen Sport noch viel Ehre einbringen. Fritzi Löwy hatte außer den Schwierigkeiten, die ihr der Ltrom schon an und für sich bereitete, noch gegen „höhere" Mächte zu kämpfen. Wer aber glaubt, daß sie über das höchst sonderbare Vorgehen der Leitung jenes Motorbootes, das ihr säst Verletzungen beigebracht hätte, erbost ist, irrt sich. „Fritzi" erklärt, daß der „Motorbootangriff" für sie der Anlaß war, einen Spurt einzuschalten, nichts weiter. Ihre Konkurrentin vom vorigen Jahr, die Klivbkollegin Hedy Bienensield, rst -ieSmal nicht mitgeschwommen, worüber man sich allgemein wunderte. Da „Hedy" c^er einem scharfen Training für die Europameisterschaften in Bologna obliegt, und die äußerst lange Strecke, die ihr nicht behagt, ihrer Kondition geschadet hatte, ist sie lieber auf dem schönen blau-weißen Floß der Hakoah in schicker Dreß mitgefahren, wo man sie auch trocken bewunderte. Ernst Stern — heißt der neueste Hakoah-Schlager. Die Kolossalgestalt des zukünftigen Kanaldurchquerers (des Aermelkanals nämlich) und seine in Oesterreich einzig dastehende Leistung haben Staunen erregt. Der Jubel, der ihn bei seiner Ankunft empfing und der schöne Lorbeerkranz haben ihm den Dank ausgedrückt, den ihm die Sportgemeinde Wiens und besonders sein Verein,' die Hakoah, dargebracht haben. Das alles wäre nicht so schön abgelaufen, die Siege wären nicht in dieser Manier errungen worden und die Welt hätte nicht die Bewunderung den Hakoah-Schwimmern zollen können, wenn nicht unermüdliche Menschen ihre Arbeit im Stillen getan hätten, unbeirrt von Mißerfolgen mtb Störungen. Daß dies erreicht worden ist, verdankt die Sektion vor allem ihrem Leiter, dem alten Hakoahner Zsigo W e r t h e i m e r, für dm die Sonntagssiege die schönste Belohnung bedeuten. In diesem Tempo weiter — und die Hakoah-Schwimrner werden dem Judentum stets zur größten Ehre gereichen. H. Tyfser. Das Meeting in Graz. Arpad Blödy — Juniorenmeister. Samstag den 2. und Sonntag den 3. Juli führte der rührigste österreichische Leichtathletikverein, der Grazer Athletik-Sportklub die Junioren Meisterschaften des Oe. L.-V. durch. Ferdinand Friede, der Pionier des Athlettksportes in der grünen Steiermark, hatte alle notiverrdigen Vorkehrungen getroffen, um der Veranstaltung zu einem vollen Gelingen zu verhelfen. Die Wiener Vereine hatten Expeditionen entsendet, so daß man erstklassigen Sport und vorzügliche Leistungen zu sehen bekam. Den fünf Vertretern der Hakoah gelang es, sich bei der starken Wiener und Grazer Konkurrenz ehrenvoll zu behaupten. Der Löwenanteil an dem Erfolg gebührt Arpad Blödy, der seine hervorragende Form und ausgezeichnete Verfassung auf eindruckvollste Art bekundete, indem es ihm gelang, die Juniorenmeisterschaft über 800 Meter in der guten Zeit von 2.02.8 Minuten vor Schuberth (2.04.2) und Schwaiger (2.04.8) an sich zu bringen. Ohne bedrängt zu werden, führte Blödy vom Start bis ins Ziel. Sein schöner, weiter Schritt, der ihn mühelos vorwärtsbringt, läßt sofort erkennen, daß Blödy unangefochtener Sieger wird. Die erste Runde legt er programmmäßig in 59 Sekunden zurück. In der Schlußrunde legte er sich merklich Reserve aus, da seine Konkurrenten ihn in gar keiner Weise gefährdeten und Blödy sich für den nächsten Tag für die 1500 Meter und für die Olympische Staffel schonen wollte. Es kann jetzt aber schon ruhig behauptet werden, daß Arpad die 800 Meter unter 2 Minuten zu laufen vermag. Die Meisterschaft über 1600 Meter brachte das erwartete Duell Margreither —Blödy, das ohne Zweifel den Höhepunkt derganzen Veranstaltung darstellte. Daß Margreither, der ein Meisterschüler Friebes ist, nur mit 1 Zehntel-Sekunde vor Blödy durchs Ziel ging, beeinträchtigt in gar keiner Weise die ausgezeichnete Leistung des Hakoahners. 4.13.3 Minuten benötigte der hochveranlagte Grazer, knapp einen Meter dahinter, nur um eine Zehntel-Sekunde mehr brauchte Blödy. Damit stellte er einen neuen Hakvah-Rekvrd über diese Distanz auf. Margreither läuft, wie schon erwähnt, genau nach dem Rezept seines Lehrmeisters Friebe. Er hat einen ungemein flüssigen, sehr gefälligen Stil, den er in Einklang mit seiner Figur zu bringen versteht. BlA>y, der nur durch Tempolauf fernem Gegner hätte beikommen können, setzt sich sofort nach \ Startschuß au die Spitze. Beim Einsatz zum Finish in der Zt.igeraden war schon zu sehen, daß Blödy im Endkcmrpf unterliegen werde. Er kämpfte---war mit gewohnter Aufopferung, doch konnte man sehen, daß im Gegner mehr Widerstandskraft aufgespeichert lag. Die Wiener Leichtathleten, mit ganz wenigen Ausnahmen, wetteiferten mit den Zusehern in fanatischen Zurufen, um den — Grazer Läufer;u letzter Energieentfaltung anzuspornen, während die beiden Athleten selbst Brust an Brust um den Endsieg rangen. Der Jubel stieg ins Enthusiastische, als der Grazer nicht den Wiener Läufer, nein — man fühlte es allzudcutlich — als er den ,„Juden" aus dem Felde schlug. Die Läufer selbst reichten einander die Hände um sich zu beglückwünschen, Besiegter und Sieger, beide Sieger über sich selbst. Die Zeit, die von beiden erzielt wurde, muß als außerordentlich gut bezeichnet werden. Es sollte nicht verwundern, wenn bei der Seniorenmeisterschaft sowohl der Grazer als auch Blödy die 1600 Meter unter 4.10 laufen werden. Die Olympische Staffel gewann die Hakoah in der ausgezeichneten Zeit von 3.35.4 vor der Vienna. Hübsch lief darin die 100 Meter, Paul Tichler die 200 Meter, „Lulef" die 400 Meter und schließlich Blödy 800 Meter. Die bemerkenswerteste Leistung schuf Fritz Deutscher, der wieder blendend über die Bahn zog. Trotz dev Außenbahn — bis 400 Meter wurde in abgesteckten Bahnen gelaufen — gelang es ihm mit wenigen Metern Vorsprung als erster zu übergeben. Privatstoppungen zeigten für-die 400 Meter 62.6!! Blödy hatte keine große Mühe, die Staffel siegreich nach Hause zu bringen. Bis zu 400 Meter versuchte der Viennamann Schwaiger an Arpad heranzurücken. Doch, bald gab er seine Bemühungen aus, als Blödy auf das «Tempo drückte. Mit großem Vorsprung siegte der Hakoahner unter lautloser Stille. Ueber das Abschneiden der Kurzstreckler der Hakoah, die diesmal sichtlich indisponiert waren, breiten wir lieber den Mantel der Nächstenliebe. Die Wiener Hakoahner waren in Graz Gäste der Grazer Hakoah. Man bereitete ihnen eine derart herzliche und gastliche Aufnahme, wie sie einfach nicht besser geboten werden konnte. Speziell Herr Weiß, der Präsident der Grazer Hakoah, Herr Jelinek und Herr Fritz Straßmann waren ununterbrochen um das Wohl der Wiener bemüht, die es sich gerne wohl sein ließen. Ein gemütlicher Abend in der wundervoll gelegenen Billa bei der Familie P e r e l e s beschloß den Aufenthalt der Wiener jüdischen Athleten in Graz, der ihnen in bleibender Erinnerung bleiben wird. Fritz Bürger. »sl«re rnr,cy. E venmme Waaer-tz-pieier hat dem Schiedsrichter D« i n l e'ne neue Erklärung abgegeben, wodurch die gerichtliche Austragung der Affäre unlerbleöbt. Die sechsmonatige SuspenS für Resch wird natürlich dadurch nicht bee'nftußt. Kesta iu Budapest besiegt. Bei dem sonntägigen Ringkampf auf der Margareteninsel siegte der Ungar Keresztes über den österreichischen Champion Sesta in der fünften Minute. Hakoah-Schwimmsektion. Das Tra'ning findet ab 1. Juli jeden Dienstag und Donnerstag im Dianabad von K7 bis 1K9 Uhr abend? statt. »I IBSBBS« K SOEBEN E R S C HIENEN: jDei 'Sohn des Moses Mautner Roman von LEOPOLD H1C H L E R Das Wien der Neuftzigerjahre des verflossenen Jahrhunderts wird als buntes, überaus lebendiges Bild vor dem Leser aufgerollt, eine Fülle von Gestalten, von Leopold Hichler ausgezeichnet gesehen, ist in Bewegung gesetzt, die Zeichnung, des Wiener kleinbüagerlichen Milieus, insbesondere des jüdischen, außerordentlich geglückt Hohes Können und reife Menschlichkeit vereinigen sich zu einem von köstlichem jüdischen Humor erfüllten Büch Ein gemütvolles, volkstümliches Werk, mit viel Liebe und Lebensweisheit geschrieben Preis S broschiert, S 7*50 in Leiöen geh. Buchhandlung und Verlag R. LÖWIT - WIEN I Rotenturmstr. 22 Fleischmarkt 1 IBBBBB Theater von heute Burgtheater: Adam und Eva Anfang V93, Ende vor 10 Uhr Staatsoper: Madame Butterfly Anfang Vß. Ende vor 11 Uhr Deutsches Volkslhealer: Der Musikant Gottes Anfang 8. Ende vor 11 Uhr Vottsoper. Ich Hab' mein Herz tu Heidelberg verloren Anfang V,8, Ende nach 10 Uhr Theater a. d. Wien: Die Königin Anfang 8. Ende gegen 11 Uhr Johann-Strauß-Theater; Rosen aus Schiras Anfang 8. Ende gegen l/,ll Uhr Naimund-Theater: Geschloffen Wiener Bürgertheater: Gräfin Mariza Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Stadttheater: Wien tachl wieder Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Reuaissanee-Bühne: Geschlossen Theater in der Josefftadtr Maske und Antlitz Anfang 8. Ende vor V,tl Uhr Kammerspiele Zwölf Mädel lernen heiraten Anfang. 8. End« nach 10 Uhr Lustspiel-Theater: Die KeuschheltSkonkurrenz Anfang 8. Ende 10 Uhr Brrragarten-Bühne r Das Dreimäderlhaus Anfang 8 Uhr. Ende nach V,U Uhr Roland'Biihne: Die weiße Sklavin i« Netz der Mädchenhändler Anfang 6 Uhr. Ende 10 Uhr Radio-Programm Heute Dienstag 11 llhrr VormittagSmusit. 16 15 Uhr: Nachmittagskonzert. 18'30 Uhr r Stunde der Frau. Gtsa Stingt. 19 Uhr: Die Milchversorgung der Städte. SekiionSchef «. D. Dr. Moritz Ertl. 19 30 Uhr r Esperanto für Anfänger. Walter Smital. 20 05 Uhr: Hermann Bahr — Richard Beer- Hofmann. (19. Juli 1863 geb. Hermann Bahr — 11. Juli 1866 geb. Richard Beer-Hofmann.) Gesprochen von Hilda Wegner. 21-05 Uhr: Slawischer Abend. Klaviervorträge: Novak: Ballade, op. 2, WinternachtSgesänge; Jos. Sukr Erlebtes und Erträumtes (Rudolf Maria Mandäe). Gesangsvorträge: Dvorak: Aus den Ztgeunermelodienr Rings ist der Wald, Als die alte Mutter; Dvorak: Klage, Gute Nacht; Smetana: Arie aus „Die verkaufte Braut" (Endlich allein), Josefine StranSky. Harfenvorträge: Smetana r Moldau; Dvorak: Am heiligen Berg; Novak: Barkarole. Paul Juon: Sextett. Morgen Mittwoch 11 Uhr: Bormittagsmusik. 16-15 Uhrr Nachmittagskonzert. 17'30 Uhr r Lustiges aus dem Märchenreich, erzählt von Dora Miklosich und Mela Ostheim. Jugendbühne, „Der Blasebalg", Marchenspiel von ElUabeth Boehmer von Brandts. Spielleitung: Aurel Nowotny. 19 Uhr: Erziehung der Jugend zur Naturbetrachtung in den ^Ferien. Bürgerschullehrer Anton RoSner. , 19- 30 Uhr-. Alpwtrts chaftsfürderung. Direktor Dr. HanS Albrecht der Niederösterretchischen Landwirtschaftskammer. 20- 05 Uhrr Trio-Abend. 21'30 Uhrr Leichte Abendmufik der Kapelle Silving. ZIMMERMALER arbeitet rasch und elegantest bei billigsten Preisen. Besuch unverbindlich, Karte genügt. Baumgarten, Wien, XX., Kar! Meißfstraße Nr. 6/2. xxxxxxxxxxxx>coooocxxxxxxxxxx I ( i FAJUS-GUMMI Drei Muttor gegen Voreinsendung von 120 Schilling Voraand unauffällig Fajua-Zentrale, Wien, Qlookengasso 14, Abteilung M OOOQOOOOQOOOCXXXXXXXXXXXXXX» ROTENTURM-KINO Fleischmarkt 1 Von heute bis 7. Juli: Rosen aus dem Süden mit Henny Porten Beginn der Vorstellungen an Wochentagen : 4, 6, V*8 und 9 Uhr Sonn« u. Feiertage: '/,4, •/«5, */47, Va8, 9 Uhr —- CEHTRRL-KIHO —i IL, Taborstraße 8 Telephon 42-3-41 Von heute bis 7. Juli: Dm*. ■»calNusea"» - unBielvnllches Klaus Großes Drama mit Lou Chaney Musikalische Begleitung: 0» niue Ufa-Konzertorohester mit Jazzband (Dirigent: Kapellm. Karl Krall) Beginn um 6. */,8 und 9 Uhr 402 nBiaBiiiaiiiami8iiiCiiii|ii Palästina-Wehe aas den Roüisdilld- Kellereien Carmel .Schilling 4,— Perle Saran Schilling 5,50 Carmel-Muskat. . . . Schilling 6,— Von 5 Flaschen aufw. franko Haus Alte Löwen-Apotheke Wien, Vlll., Joselstfidlerstr. r» Qegenttber dem Theater tu des Jeaefstsdt TELEPHON *4-40» TilgUeher Postversand ... Verkauf zu dm Prellen der PalSstlra-Autttittwig Wir haben auch echten Palästlna- Weln, gefüllt unter Aufsicht einer allgemein bekannten rabbinlschen Autorität. Jede Flasche Ist mit dem Siegel desselben versehen f¥iiiiiB]iiiiBimflii^flr|ii]fii|B)|B||i]^ aaaaaaa Beste Nähmaschinen eilen Preis* lag. Provinz* versaatf. Kataloge gratis Bergmann VI Stämmig. 5 BiSSSSBl? Beginn iirii «euer Kurse in alle« Sprachen in der Berlitz School Wie«, 1., Graden Nr. 15 Gtnielunterrtcht jederzeit Prospekt 11 auf Wmrkck Bernhard Kohn HinraiBlpfgrtgasss2Q InotrssjentelaallBn Prsfslagsn OLLA GUMMI Portorose iii Triest Pension Rubinstein Zimmerbestellung rechtzeitig erbeten. — Prospekte aufVerlangen kostenlos. . . Qanz neu. m. modernstem Komfort eingerichtet. Erstklass., streng koschere Küche. NÄHMASCHINEN FAHRRÄDER 1927 n|M ■ S 20.- |# monatlich! IX., UeohtenatalnatraBa Nr. 27 >V., Wledner Hauptstraße Nr. 8 Slmtl. Sport, u. Tqurlatenartlkel Färbige Badeanzüge Jakob Gelles, l. Rotgüsse 1 (Ankerhof-Kunstuhr) Alleinige Anzetgett-Annahme: Annoneenexpeditto« Heinrich Schale!, Wien, 1. Bezirk. Wollzeile tl. Herausgeber und Eigentümer: Jüdisch« Zeitungsu. Vc'-igsgef. m. b. H.. Wien, 2. Bez., Tabor'.. 1—3. — Verantwort!. Redakteur: Jako» KranSz. Wien, IS. Bez*. Brechsrgasie ö. — Druck: „Jrwa". Wien. 7. Be-., Lerchenfelderstraße 1.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.