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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-03 · Heft 2998 (3.7.1927) · p. Seite 15

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2998 (3.7.1927)
Date
1927-07-03
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 2W8 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung 6. Juli 1627 Seite W> oMM Du iifitt Stelling. Heute ab 2 Uhr „Luer durch Mm" im Damm-Kanal. Bon Rüßdorf bl« zur Rotnndenbrücke. — 300 Schwimmer iw Kanal. Zum elften Male gcht heute die größte schwimmsportliche Veranstaltung Oesterreichs in Szene, die wie immer auch diesmal ein Massenaufgebot der Schwimmvereine Wiens aufweisen wird. Die besten Langstreckenschwimmer und -Schwimmerinnen werden versuchen, den Titel der Strommeisterschast für 1927 zu erobern und 600 Damen und Herren werden im Werbeschwrnvmen für den schönen Schwimmsport Propaganda machen. Wir sä^d sicher, daß alle Sportanhänger Wiens diese Gelegenheit nicht vorübergehen lasten werden, um diese Heerschau des Schwimnrsports mitanzusehen. Die Gleichwertigkeit der Konkurrenten bürgt für einen spannenden Kampf, der mit größter Erbitterung geführt werden und die Zuschauer sicher auf der ganzen Strecke in größte Aufregung über den AuSgang dieses schon klastisch gewordenen Rennens setzen wird. Nicht weniger als 47 Herr e n werden versuchen, die Palme des Sieges zu erringen. Es fällt hiebei sehr schwer, aus der Masse der Teilnehmenden die Ersten vorauszübestinrmen. Hiezu kommt noch der Umstand, daß beim Schwimmen in fließendem Master Ueberraschungen an der Tagesordnung sind, auf die man immer rechnen muß. Jedenfalls genießen bei einer Beurteilung die erprobten Kämpen der früheren Veranstaltungen den Vorzug. Vor allem der Hakoahner Guth, der schon zweimal Sieger blieb, verdient Vertrauen, umsomehr, als er eine stetige Form zeigt, doch ist sein Konkurrent von anno .1925 da, Weiß (Donau), der ihn schon damals bis zum Zielband bedrängte und fast die ganze Strecke Kopf an Kopf mit Guth zurücklegte. Neben diesen hat die beste Verfassung beim Training S ch a r s a ch (1. W. A. S. K.) gezeigt, der mit seinem kräftigen Rückenschlag immer ein ernster Konkurrent war. Ivo Redlich (W. A. C.) wird sicher ebenso wie H r u p e tz (W. A. S.) unter den ersten am Ziel sein. Ha ko ah beschickt aber das Rennen noch mit Grünberg, Thor n, Stöger und Weigler, die sicher eine gute Rolle spielen werden. Wenn wir diese bisher Genannten den anderen Kandidaten für die Strommeisterschaft der Herren vorziehen, so ist damit absolut nicht gesagt, daß auch diese unsere Voraussage erfüllen werden. Auch bei den Damen hat eine Hakoahnerin, Fritzi L öw y, Aussicht, Siegerin zu bleiben, jedenfalls ist'„Fritzi" so verläßlich, daß man ziemlich sicher mit ihrem Siege rechnen kann. Zwei Damen aber, Gusti Fleischner (Danubia) und die allerdings für kürzere Strecken hervorragende Bienenfeld (Hakoah), werden ihr den Sieg so heiß wie möglich strittig zu machen versuchen. Jedenfalls werden diese drei weit vor den anderen das Ziel erreichen, wenn auch die tüchtige Puchberger (Danubia) und Röders (W. A. C.) sehr gut sind und nicht unterschätzt werden dürfen. Bei gutem Wetter und günstiger Wassertemperatur ist diesmal auch von den Damen eine Zeit unter 60 Minuten zu erwarten. Im W e r b e f ch w i m m e n werden die Schwimmvereine versuchen, Reinhardt an Regiekunst gleichzukommen. Bor allem wird sich die „Hakoah" anstrengen. Ein Floß, von einem Dekorateur in Blau-Weiß geschmückt, wird an der Spitze der Werbegruppe schwimmen und bei den Zuschauern sicher hellstes Entzücken Hervorrufen. Zwei Dportgestalten, eine Dame in blauer und ein Herr in tveißer Dreß werden den' jüdischen Sport symbolisieren. Die feierliche Auffahrt der Wiener Kajakvereine, die Faltbootregatta, die Vorführung von Wasserskiern durch den Erfinder Friedrich Wiesel werden dex Veranstaltung einen bunten Rahmen geben. Schönes Wetter vorausgesetzt, wird es heute •*iten Glanz tag des Sportes geben. * Sitzplatzkassen und Sitzplatztribüiren befinden sich ausschließlich bei dev Praterseite der Roturidenbriickc stromaufwärts derselben; Stehplätze und Stehplrtzkasteu befinden sich aus beiden Ufern, doch wird deni Stehplatzpublikum angeraten, die Leopoldsdädter Seite, aus der 13011 besser sicht, vorzuziehen. Die Ehrengäste und die Vertreter der Presse können gegen Vorweisung der ausgegebeuen Legitimation die Tribünen selbst betreten, woselbst für die genannten Personen der stromaufwärts gelegene Gehsteig reserviert ist. Aus der Brücke befindet sich auch die Leitung der Veranstaltung, und von der Brücke aus werden mit Sprachrohren die dort einlausonden Nachrichten dem Publikum bekanntgegeben. Das Sekretariat befindet sich im Cafe Sport (Landstraßer Seite der Brücke). > Für -das Ueberquerungsschwnnmen ist der Start aus der Praterseite. Das Publikum wird im Jitteresse der Ordnung ersucht, sich den Weisungen der mit einer rot-weißen Kokarde versehenen Funktionäre und der mit einer Armbinde versehenen Hilssorgame zu fügen. Die Wiener Margenzeitung" gibt heute eine Sondernummer mit dem offiziellen Programm des Schwimmens „Quer durch Wien" ans, die bei de« teuren rum von 10 , Groschen erhältlich ist. Die Stiftungen der Snften bei der Schwimmkonknrrenz „Lner durch Wien". Das klastische Schwimmen „Quer durch Wien" besteht mit Ausnahme der Kriegsjähre seit 1912 als ein Schwimmen im Donaukanal, ursprünglich von Nußdors zur Schlachthausbrücke und seit 1914 zur Rotundenbrücke. Vor 1912 gab es nur eine Strommeisterschast in der großen Donau, die in den Jahren 1909 und 1910 vom jetzigen Präsidenten des Schwimmverbandes, dem österreichischen Olympiasieger Dr. Otto Sh eff, gewonnen wurde. Seit 1922 gibt es außer dem Wettschwimmen um die Strommeisterschaft auch eine getrennte Werbeveranstaltung, diauf der kürzeren Strecke von der Augartenbyücke bis zur Rotundenbpücke abgehalten wird. Wenn auch seit vielen Jahren jüdische Schwimmer und Hakoahner am Rennen „Quer durch Wien" teilnehimen, fo war es doch eigentlich erst das Jahr 1925, das die ersten entscheidenden Erfolge gebracht hat. Denn der mehrfache Sieger Simon Orlik und Fritz Kohn, der Erste der Konkurrenz im Jahre 1919, starteten nicht als jüdisch-bewußte Sportler. Im Jahre 1925 gelang es Hedy Bienenfeld, als Erste unter allen Damen, und Alfred G u t h, dem damals unbekannten Outsider unter den .Herren, als Sreger zu landen. Der dama l s noch ungewohnte Sieg dreser beiden Hakoahner führte zu Nachspielen im Schwimmverbande. Hedy Bionenfelds Erfolg wurde angezweifelt, weil sie angeblich durch Zurufe geführt worden sein soll; der diesbezügliche Protest wurde vom Berbandsvorstande nach Kampfabstimmung zwar abgewiesen, doch Guth verlor den Titel eines Strommeisters, weil damals Ausländer, auch wenn sie jahrzehntelang in -Men lebten, nicht startberechtigt waren. Re letzten Meisterschaftsspiele. Das Interesse für die Meisterschaft ist gänzlich abgeflaut, da der Erste und der Letzte -bereits feststeheu und die Saison ziemlich vorgerückt ist. Auf >dem Prater-Sportplatz fanden sich gestern zu einem Doppelspiel im ganzen 40 00 Z us ch a -u e r ein. Die Ergebnisse entsprachen dem Kräfteverhältnis. Rudolfs-Hügel verabschiedete sich sang- und klanglos von der ersten Masse, wahrend Pie aus Junioren und ausrangierteni Spielern zusämmengestoppelte Hakoa -h - Manns ch a f t einen äußerst schwachen Gegner abgab. Die Resultate waren: ' W. A. C.—^Hakoah 5:1 (3:1). Hakoah: Beer, Wegner, Feldmann, Wortmann 3, Großm-ann, -Bar-ba'k, Katz, Nfiolsburg-er, Kestler, Wurmbrand, Fischer 8. W. A. C.: Frie-dl, Becher, Pfau, Braun, Bilek, Schneider, Weiß, Friese, Wal-zhofer, Rausch, Huber. Die ohne Fuß und K o v a e s i an tretende Hakoah-Mann* schaft bot begreiflicherweise eine sehr matte Leistung. Es war wohl die unzulänglichste E lf, die seitens Hakoahs in der Meiste rschast der ersten Klasse bisher g est e l l * itjiir d c. Erstklassigen Anforderungen entsprach überhaupt höchstens nur das Verteidigerpaar Wegner-Feldm a n n. Die beiden konnten natürlich allein nicht das Spiel retten. Bear i m T o r ist fa seit jeher für erstklassige Spiele ungeeignet. Die meisten von W. A. C. erzielten Treffer waren zu halten. Auch die Halfreihe konnte sich nicht .behaupten, wobei Barb-ak kaum bester war als seine Kollegen. Im Angriff sah man hie und da von N ik o l sb urge r, wenn er wollte, hübsche Züge. Der kleine Fi schar arbeitete -sehr brav und ambitioniert, ist aber körperlich noch zu schwach. Katz verdarb viel, darunter die beste Chance des Tages. Kestler und Wurm-bran-d leisteten sehr wenig. Der letzter wurde übrigens nach einer Serie von Fouls, die an ihm 'begangen wurden, wegen Nachtretens ausgeschlossen. Denr gleichen Sch-icksall verfiel später Schneider von der Gegenseite. Der W. A. C. hatte begreiflicherweise leichtes Spiel und sicherte sich bald einen Vorsprung von 3:0 durch Tose, die Braun, Rausch und Bi l e f bis zur 16. Minute erzielten. In der 31. Minute geht Nikolsburger nach einer Flanke von Fischer durch und erhielt den einzigen Treffer für Hakoah. Ms zur Pause war die PvaterMannschast fast durchwegs überlegen. In der zweiten Hälfte leistete Hakoah größeren Widerstand, doch schon in der zweiten Minute siel aus einem Gedränge, nach dem Huber zuerst an di« Querlatte geschossen hatte, das vierte Goal für W. A. C. Dann wird Kestler auf der Torlinie zu Fall gebracht. Den Schuß Wegners hält Friedl. Die Hakoahner erzielen einen Corner und später wird der gut vorstoßende Fischer zu Fall gebracht. Er selbst verwandelt de-n Freistoß, der von Fried! mit Mühe a-bgeweHrt wird. In der 14. Minute wird W-urmbrand ausgeschlossen, dann gibt es einen herrlichen Schr»ß Im Jahre 1926 brach.e das Schwimmen „Quer durch Wien" einen sensationellen Erfolg der „Hakoah". Zwei Damen starteten tut Kampfe um die Strommeisterschaft gegen die Konkurrenz aller anderen Vereine. Don diesen erreichte die damals 15i/2lährige Fritzi L-öwy den ersten und Hedy Bienenfeld knapp hinter ihr den zweiten Platz. In der Herrengrnppe schickte die „Hakoah" ebenfalls zwei ihrer Mitglieder an den Start und davon erreichten wieder Alfred Guth den ersten und Ernst W e i g l c r den fünften Platz. Nicht genug an diesen Erfolgen. Auch in d^r Werbe grupp« stellte die Hakoah so viele Herren als alle übrigen Verein« zusammen und gewann auch deir Werbe preis, und bet den Damen fehlten nur vier oder fünf, um auch hier den Damenschwimmklub „Danubia" zu überflügeln, um vom zweiten auf den ersten Platz der Werbeschwimmerinnen zu gelangen. Diesmal hofft der jüdische Verein mit voller Sicherheit, wieder gut abzuschneiden und namentlich in der Werbegruppe eine noch größere Anzahl von Schwimmern und Schwimmerinnen ins Wasser zu bringen. Es starten wieder bei den Damen Fritzi Löwy und Hedy Bienenfeld, bet den Herren diesmal außer Alfred Guth und Ernst W ei g ier noch Fritz Thorn, Artur Stöger und Grün bürg. Neu ist, daß außer Sprung- und Lebensrettungsvorsiihrungen an der Rotunde^« brücke diesmal auch Ueberq uerungswettkämpfe seih werden, bei denen die „Hakoah" mit ihren fünf besten Renw schwimmern vertreten sein wird. Ml das soll in positiver Richtung den Beweis für Vas siegreiche Vordringen jüdischen Massensports in Oesterreich und in negativer Beziehung den Gegenbeweis für das alberna Märchen von -der Wasserscheu der Juden erbringen. Sportklub Hakoah — Schrrmnmfektion. Die Teilneh»- mer an der Strom-meisterschaft „Quer durch Wien" treffen sich zwecks gemeinsamer Abfahrt nach Nußdorf um 1 Uhr nachmittags bei der Börse, 36er-Wagen. Die Teilnehmer an der Werbegruppe treffen sich um Uhr nachmittags Bet der Augavtenb rücke, Leopoldftäoter Seite bei der Dampstramwaystatton bei dem blau-weißen Hakoah-Auto. (Blau-weiße Kappen nicht vergessen!) - > Die Meisterschaft im Fahren mit den RettungsMen der Wiener Polizeisportvereinigung, welche am. 3. Juli hätte stattfinden sollen, wurde auf den 10. Juli verschoben. Alle gelösten Karten Schalten für den 10. Juli Gültigkeit. Der Ssterrerchrsche Schjwimmvetband und der Mitvrränftalter des Schwlm'mens „Quer durch Wren" danken der Poligieifportvereinigung auch auf diesem Wege für das große Entgegenkommen, das sie durch Ueberlassung des 3. Julr für das SchwinrMen „Quer durch Wien" bewiesen hat, herzlichst. m Niikolsburg-erS, den Friedl 'fallen läßt, doch Kestler kommt zu spät. In der 17. Minute ^schießt Friese zum fünftenmäl für «den W. A. E. ein, nach Fehlern von Barbak, Feldmann und Beer. Dann muß Schneider wegett.einer Derbheit an Kestler das Feld verlaßen. Nach schönem Vorlauf Fischers schiließt Ni-kolsburger den Angriff ab, -der Ball gelangt zu Katz, der ganz-allein vor dem Tore steht, lange zögert und das Leder schließlich an die Latte expediert. Hakoah bedrängt jetzt einige Zeit, doch sind -d-ie Gegenangriffe der Prater-Leute gefährlicher. Eine Viertelstunde vor Schluß verläßt Katz das Feld, Friese schießt eine glänizen-de Chance über die Latte. In der letzten Minute stößt Großmann einen Freistoß ab, der Köpsler Mkolsburgers wird gehalten. * Austria—Rudolfshügel 6:3 (3: 0). Die St. Beiter erzielten bis zur Pause durch Sindelar> Cutti (Elfer) und Mock drei Treffer -bei stäirdiger Ueverlegenheit. In der zweiten Hälfte kamen die Favovitner etwas auf und konnten zunächst durch Sedlacek (Elser) und Schneider zwei Treffer ausholen. Dann erreichten Sindelar und Cutti (2, darunter ein Elfer) die Ziffer 0 und Biber stellte nach einem Corner das Endresultat her. Bei Austtia mußte Bu-din n-cu^ einer Verletzung aus-scheidcn. Dw heutige« Spiele. N a p i d—H u n g a r i a (Budapest) Hütteldorf. 6-Uhr. Slovan-F. A. C. (letztes Meisterschaftssprel der ersten Klaffe) Floridsdorf, 6 Uhr. Raprd—A-mira 3:3. Dieses „Verfähnungsspiel" wurde beiderseits in freundschaftlichster Weise ansgetragen. Das Nesllltat entspricht dem Kräftevevhültnis. Sehr gut war der alte Kurhan, der zwer Treffer erzielte. . Das dritte Goal Rupids schoß Lues. Für Admira waren Runge und S t o r b e r (2) erfolgreich., ■ E»ne Niederlage der „Palästinenser" in Chicago. Hctgibor (Haifa) unterlag gegen All Stars Chicago vor 12.000 Zuschauern 1:4. Ber den „Palästinensern" -war Fischer von den Brooklyn Wanderers im Tor tätig. Sparta gegen Slavia 2:2. Ins Finale in Wimbledon. London, 3. Juli. (Reuter.) Beim iuterttationa-leu Tennisturnier in Wimbledon siegte im Damen- ' Endspiel Mß Mills über Mlle. Dcalivarez 0:3, 6:1. Im Herren-Endspiel schl-u-g Cochat seinen Gegner Borotva 4:6, 4:6, 6 r 3, 6:4, 7:5. Bledy (Hakoah) siegte gestern bei den JunioreNmeistev schäften in Gras im 800-Meter-Lauf vor den Bienna-Leuten S ch ll v e r t und Schweiger. l Briefe wurden bisher durch die Polnische Luftvevkehvs-Äl.-G^ Wien, 1. Boz., Tegetth-vffstraße 7 (Telephon 71-0-84) Üe» fördert und einige Stunden n-ach der Uus-g-aLe dem Advesst^ ten s-ugestellt. Ein Expreßbrief nach Polen kostet ft f&O. Ein Luftpostbrief nur S. UM. 4960714

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