Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2993 (28.6.1927)
- Date
- 1927-06-28
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Msrgenzettnng m mm, SfertSloc, 26. Imri ly. SMUtklUMMlAlMll. „Waal ffilrt... r LaS f«sattonEÜe Rennen der Hakoah-Gtnffeü Sei »Omer durch Men". Wer hatte sich das träumen lasten, daß die Hakoah. Äe in den Vorbesprechungen der Blätter mit wenigen Worten abgetan wurde, heim Sta-ffelrennen „Quer durch Wien" vom Maviahibfevgürtel bis zum Praterstern die Führung innehaben wird. Doch nicht vielleicht nur mit geringfügiger! Distanzen, nein, mit 3V—40 Metern lagen die Blau- Weihen durch beinahe vier Fünftel der Strecke an der Spitze des ganzen LäufevfeAdes, zur größten lieberraschungdes Publikums, das die Hakoahner her glichst akklamierte, zur allgemeinen Verblüf-! fung der teilnehmenden Vereine, die wohl weniger entzückt! waren. Erst in den letzten zwei Etappen gelang es den routinierten, rennerfahrenen Meisterläufern des W. A. C. und W. A. F., die sich tapfer wehrenden Junioren und „Jimylinge" der Hakoah einzuholen und niederzuringen. Vom. Maricdhilfergüctel bis in die Hauptallee gab es nur ein Staunen der Verwunderung, der Ucberraschung und der Freude, das sich.überall in den Jubelrufen „Hakoah f ü h r tl" Luft machte. Bis in den Prater blieb dieser Kampfruf der Hakoah zur Seite. Erst dann wendete sich das Blatt. Me Koryphäen der beiden führenden Vereine hätten' leichtes Spiel, dm gewaltigm Vorsprung, den Bledy geschaffen, der von den weiteren Athleten der Hakoah ausgehaut, dann langsam wieder aufgebraucht wurde, schließlich wettzumachen. Mer, daß die Hakoahner das T e mp o vom Anfang bis zum Ende diktieren werden, daß sie überlegen vor dem ganzen stattlichen Läufevfeld die Mariahilfer st ratze 'hinunterjagen, daß sie am Opern- und Kärntnerring, ja bis zur Wollzeile gar mit 30 bis Metern Vorsprung unangefochten an der Spitze dahinstürmen werden, mit dieser Möglichkeit hatte man nid# im entferntesten gerechnet. Dieser überraschende Umstand drückte der heurigen „Quer durch Wien"- Veranstaltung den Stempel der Sensation auf, hörte man doch die ganze Strecke hindurch dm Ruf: „Hakoah führt!" Daß schließlich, wie zu erwarten stand, der W. A. F. seinen 4. Sieg gegen seinen „Erbfeind dm W. A. C. feiern wird, das war die allgemeine, berechtigte Annahrne und interessiert mehr den Chronisten. Daß der gewaltige Vorsprung, den die ambitionierten Hakoahner Schritt für Schritt, herausgearbertet hatten, mit der Zeit aufgevieben werdm mußte, mit dieser leider betrüblichen Tatsache hatte man gerechnet. Es lag ja schließlich in der Natur der Sache: Das beste moralische Gefüge, aus dem die Hakoah-Mannschaft Heuer zusammengesetzt war, die grenzenlose Aufopferung, die jeder einzelne der Teilnehmer bewiesen hatte, die glühende Hingabe und Begeisterung schließlich, von der jeder erfüllt war. sie konnte einer Phalanx jahrelang geeichter, in unzähligen Schlachtm erprobter Athleten nicht bis' zum Schlüße widerstehen. Zumindest Heuer noch nicht; vielleicht aber schon in 1 bis 2 Jahren. Wir wollen uns niA überheben. Der W. A. C. und der W. A. F. sind noch um vieles bester, darüber besteht gar kein Zweifel. Mer die'ganze Art und Weise, wie die Hakoahner diesmal g ekämpft haben, mutz schlechtweg als mu-- st e r g ü l t i g bezeichnet werdm. Die Ma n n s ch a ft b e r H ako a h bestand aus Neulingen, Junioren und Zöglingen vom Eigenbau, die eß als eine ganz außerordentliche Auszeichnung betrachtet haben, in der 1. Mannschaft ihres Vereines laufen zu dürfen. So etwas gibt es wieder! Jeder einzelne ist diesmal über sich selbst hinausgewachsen, jeder einzelne war von dem herrliche» Gefühl des Willens und der Zuversicht getragm, das im überraschenden Ergebnis seinm Ausdruck fand. Me Wiener Judenschaft, der jüdische Sport als solcher, der hmizutage immer mehr an Boden gewinnt, darf auf die 16 jungen Leute mit Stolz blicken, die den Magm David ztoar nicht zum Sieg geführt, jedem einzelnen aber gezeigt habm, was Juden leisten können, wenn sie sich zu gemeinsamer Tat zufannnenschlietzen. Die Narnen der 16 jüdischen Athleten, die Sonntag ein leuchtendes Beispiel abgegeben haben, welche unbeugsame Kraft und' Zähigkeit uns Juden innewohnt, sei-en hier nochmals genannt. Die Reihenfolge der 16. TeilmHmer lautet: Bledy, Egon T i ch l e r, Hubs ch, Ostersetzer, K. Kohn, Dukes, Bürger, Deutscher, Paul Tichler, Schianger, Kurtz, Grün Wald, S p i e l m a n n, F i s ch e r, E n g e l. In den nächsten Jahim wird die Hakoah hoffentlich bewerfen, daß ihr Abfchneiden diesmal kein Zufall war und es zuwege bringen, daß der Ruf „Hakoah führt" erst nach dem Zielband verstummen wird. Fritz Bürger. Hakoah—Arsenal (Kairo).. Donnerstag um ^7 Uhr auf dem W. A. C.-Platz. Die jüdische Mannschaft tritt übermorgen abends auf dem W. A. C.-Sportplatz im Prater gegen Arsenal aus Kairo an. Man hat den ägyptischen Meister bereits in Wien gegen Rapid gesehen. Die Gäste haben damals in ihrem Feldspiel gut gefallen. Inzwischen haben sich die A e g y p t e r durch Verstärkungen wieder komplettiert, was sich bereits in sehr guten Resultaten in der Schweiz ausgowirkt hat. Hakoah wird eine starke Mannschaft auf die Beine bringen, deren Angriff Nikolsburg^er führen wird. Auch einer oder der andere neue Spieler dürfte als G a st Mitwirken. Das Match wird Herr R e ts ch u r y leiten. Das Vorspiel bestreiten Hakoahs ch ü l e r und Zion. Sie Bilanz der Amerikatournre der Hakoah. Einige Ziffern.. (Von einem Reiseteilnehmer.) Die Abreise von Wien erfolgte am 7. April, die Ankunft in New York am 16. April. In der Zeit vom 20. April bis 8.'Juni wurden 14 Spieie in neun verschiedenen Städ 1 en ausgetragen. Davon wurden sechs gewonnen, fünf, endeten unentschieden und drei gingen verloren. Goalverhältnis: 35:18. An der Tournee haben aus Wien 18 Spieler te-ilgenommen, dazu kommen vier Giants- Hakoahner, so daß insgesamt 22 Spieler mitgewivkt haben. In allen 14 Spielen haben Fabian, Wort mann und Scheuer gespielt, Heß, Fried und Fischer sind 13mal angetreten, 12mal Gold und Nikolsburger, llmal Gutmann und Häusler, 10mal Feldmann, 9mal S t r o ß und Schwarz, 8mal Grünw-ald, 4mal Weiß und Kovacsi, 3mal Katz, Mausner und Barbak, 3mal Kestler und Imal Beer und F u ß. Die T o r s ch ü tz e rt: Grimwald 10 Treffer, Häusler 6, Nikolsburger' 6, Schwarz 4, Wortmann 4, Fischer 3, Gold 1, Gutmann 1. Da in allen Spielen bis auf Toronto (Kanada) die Einstellung von Ersatzleuten gestattet war, wurden in 14 Spielen 184 Spieler verwendet, so daß auf ein Spiel dreizehn Spieler kommen. Die amtierenden 14 Schiedsrichter viaren regelkundig und im allgemeinen objektiv. Nur der Schiedsrichter des verlorenen Spieles gegen All Star-Chicago war ausgesprochen parteiisch. Bemerkenswert ist, daß in sämtlichen 14 Spielen kein einziger Elf Meter stoß diktiert wurde, waS für die Hakoah eine schwere Benachteiligung bedeutete, da in fast jedem Spiele einige Strafstöße gegen die Gegner zu diktieren gewesen wären. Hier ist aber die Auslegung der Foulregel eine andere als bei uns und überdies schrecken die meisten Schiedsrichter auch bei Hairds vor einem Elfer zurück. Me Hakoah-Tournee hat das Ansehen, das die Hakoah vom Vorjahre in Amerika genießt, nur noch gefestigt. Mr haben in fast allen Spielen ausgezeichneten Sport geliefert und durch Fairneß und Disziplin der Mannschaft den besten Eindruck hinterlassen. Den größten Besuch hatten wir beim ersten New Yorker Spiel aufzutversen, bei welchem zirka 36.000 Menschen anwesend waren. Sonst war zirka 6000 bis 6000 derDurchschnittsb e s u ch. Die Ziffer ist verhältnismäßig niedrig, was darauf zurückzuführen ist, daß vier Spiele verregnet waren. Dies ist auch die Hauptursache, daß der finanzielle Erfolg der Tournee hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Ein großer Schaden war es auch, daß unsere hiesigen Manager infolge der Gegnerschaft Agars kein zweites Sonntagsspiel vom New Yorker Verband zugewiesen erhalten konnten. Immerhin wurden bei den Hakoah-Spielen insgesamt 90.000 Dollar eingenommen. Ter belgische Fußballverband hat in einem! Schreiben dem österreichischen Fußballbund für die gastfreundliche Aufnahme des belgischen Teams den Dank ausgesprochen und die österreichische Nationalmannschaft eingetaden, am 8. Junr 1928 in Brüsse liegen Belgien zu spielen. Jüdischer Turn-verband. Morgen Mittwoch findet um 1 Uhr abends im Sitzungssaal des Makkabi, 9. Bez., Liechtensteinstraße 20, eine ordentliche Kreisturnratssttzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Protokoll und Einlaus; 2. Berichte; 3. Eventuelles. E,ne neue Dauerschmimmleistung Sterns. Ernst Stern, der bekannte Ringer und Schwimmer der Hakoah, ist am Sonntag vormittags, begleitet vom Architekten Rubinstein im Faltboot, bei 12 Grad Temperatur donauabwärts von Krems abgeschwommen. Gegen Mittag landete er auf einer Sandbank zwischen Langenlebarn und Zeiselmauev. Er legte diese 47 Kilomcter lange Strecke ohne Unterbrecht» ng in vier Stunden zurück. Stern beabsichtigt, Sonntag, den 3. Juli, aus Krems abzuschwiiwmen uMd die 76 Kilo.Meter lange Bahn bis zum Ziel der.„Quer durch Wien"-Konkurrenz bei der Rotunden brücke tn acht bis zehn Stunden zu absolvieren. Er dürste an diesem Tage zwischen 2 und 4 Uhr nachmittags dottselbst eintreffen. Der Vorverkauf für das Schwimmen „Quer durch Wien" hat bereits in nachstehenden -Stellen begonnen: Sportklub Hakoah, 1. Bez., Wipplingetstraße 24/26; Heinrich Bauer, 1. Bez., Rotenturmstraße 10; Drogerie Wattace, 1. Bez., Tegetthoffstraße 3; Wiener Ringcafe, 1. Bez., Stubenring 18; Wiener Athletiksport Club, 1. Bez., Hegelgasse 3; „Everftt", 1. Bez., Stepyansplatz 1; Stone u. Blyth, 1. Bez., Kärntnerstraße 41; Strumpfpalast Häusler, 2. Bez., Praterstraße 60; Cafe Augartenbrücke, 2. Bez., Obere Donaustratze 47; TianaVad Keim Portier), 2. Bez., Obere Donaustraße 93; Sporthaus M. Pollak, 2. Bez., Taborstraße 9; Sporthaus „Stadion", 2. Bez., Franzensbrückenstraße 24; Cafe Lido, 3. Bez., .Dampfschiffstraße 20; Tabaktrafik Bondy, 3. Bez., Rasumofskhgaste 5; Gerngroß' A. G.' (Sportavteilung), 7. Bez., Mariahilferstraße 38; Stasa,, 7. Bez., Mariahilferstraße 120; Sporthaus Lazar, 9. Bez., Kolrngasse 31; Esplanadencase, 9. Bez., Alserbachstraße 41. Die Preise der Plätze find: Sitzplätze 2.60 und 2 Schilling, Stehplätze 1 Schilling. Der Tennis-Herausforderungskampf der Hakoah gegen den Badener A. C. endete mit dem 9:6-Siege der Blau-Weißen. Hakoah nimmt nunmehr unter 42 Vereinen o i e neunte Stelle in der Tennis-Rangliste ein. ww 00000; >O000< 7ns füdisdke Maus das iüdisdke (Blatt 000 3?.'^ 00000000c Theater von muri« Bnrgtheater: Der Graf von Charolats Anfang J/»3, Ende nach 10 Uhr Äkavemielheater: Veranstaltung der Akademie Anfang 7. Ende nach V410 Uhr StaatSoper r Der Troubadour Anfang */,8 Uhr. Ende 10 Uhr Deutsches BolkStheater: Marbeck Anfang 8. Ende */,11 Uhr VottSoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verkork»' ' Anfang V,8, Ende nach 10 Uhr Theater a.d. Wien: Die Königin Anfang 8. Ende gegen 11 Uhr Johann-Stranß'Theater; Rosen au» Schiras Anfang 8. Ende gegen V*U Uhr Rai««nh-Lheater: Musik tm Mat Anfang 8. Ende */»U Uhr Wiener Bürgertheater: Miß Fregott Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Stadtlheater: Men lacht wieder Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Sienaifsanee-Bjihne; Die Keuschheit»- kdnkurrenz Anfang 8 Ende 10 Uhr Theater in der Jofefstadtr Peripherie Anfang lli8. Ende vor V,tl Uhr Kam«erspiele: Die- Sirchturmspttze — Der Heimatlose — Ein kreier Abend — Die Geschwister Anfang 8, Ende nach 10 Uhr Lnstspiel'Lheäter: Die eilige Johanna Anfang 8. Ende */,11 Uhr Rvlarrd-Bühner Dämon Alkohol Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr Bnrgaarten-Bühne: Tanzabend Anfang 8 Uhr, Ende 10 Uhr Apollv'Theater: Uschi Anfang 8 Uhr, Ende 10 Uhr V Radio-Programm Heate Dienstag 11 Uhr : Vonniltagsmusik. 16- 15 Uhr: Nachmittags konzert. 17- 10 Uhr: Kinderstube. Märchen für Groß und Klein (Grete Doris, Irene Sehnal u. Adelheid Bergmann, Laute). 18- 10 Uhr: Stunde der Frau. Das neugeborene Kind, Dr. Marianne Haus, dipl. Hebamme. 18- 40 Uh^: Die Wafferversorgung New Yorks, Dr. Amadeus Grohmann (Breslau). 19- 10 Uhr: Esperantokurs. 19- 30 Uhr: Englisch für Vorgeschrittene. 20- 06 Uhr: »Jugendfteuude", Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda. Morgen Mittwoch 11 Uhr: Konzert Ganglberger. Mitwirkend: Berta Engel-Miller (Klavier). 18 Uhr -. NachmtttagSkonzert. Orchester BertholdUllmcmu. 18- 15 Uhr: Vorlesung. Von kommenden Ferien der Ich (6. Juli 1873, geb. Paul Keller). Erzählt v. Käthe Ehren. 19- 30 Uhr: Opern aufführung. „Der Barbier von Sevilla", komische Oper in 2 Aufzügen von Gtoachino Rossini. ROTENTURM-KINO I., Fleischmarkt 1 Von heute Ws 30. Juni: Doppelprogramm! „Die Etttfenlc»iiI|flnM mit POLA NEGRI und „ForoH Lustspiel Beginn der Vorstellungen an Wochentagen: 4, 6, l/*8 und 9 Uhr Sonnu. Feiertage: V,4, */t5, V*7, V»8, 9 Uhr —CEHTRHL-KIHO —i 11, Taborstraße 8 Telephon 42-3-41 Von heute Ws 30. Juni: „Kwlcnftlrau <1 «nr Siern «U«» Söltaira*' Oroßfllm mit JOSEF SCHILDKRAUT und NORMA TALMADOE liülMobe Begleitung: Oil neue Ufa-Konzertorchester alt Jazzband (Dirigent: Kapellm. Karl Krall) Beginn um 6. l/t8 und 9 Uhr m I Bücher | Buchhandlung und Antiquariat | dermotttt Trrchner, Wie«, II. raborstratze 52, Eingang Gr. Stadtgutgafle 7. Tel. 41-4-20. 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