Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-06-08 · Heft 2973 (8.6.1927) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2973 (8.6.1927)
Date
1927-06-08
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982061--30286-3018494
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

-Serke 8 Wien, Mittwoch Wiener Morgerrzettrmg 3. Juni K27 Nr. 2978 fuhren, herrschte eine Gluthitze. Wir stellten, wie bereits seinerzeit telegraphisch berichtet, folgende Mannschaft ins Feld: Fabian; Scheuer, Gold; Fried, Guttmann. Heß; Schwarz, Hä.tslcr, Wortnrann, GrürNoald, Fischer. Das Spiel. Wir gÄvanuen das Los mrd spielten mit dem Winde im Rücken. Schon die ersten Minuten zeigten uns, daß das Spiel leinen regulären Verlauf nehmen könne, beim die Gegner begannen sofort in der gröbsten Gangar t. Besonders auf Fischer hatten sie es abgesehen, der derart behandelt wurde, daß ihm für das weitere Spiel jeder Mut genommen wurde. Fabian wurde bei jeder Abwehraktion in der brutalsten Weise niedergerannt. Trotzdem waren die Nnserigen überlegen, aber bei allen Aktionen waren die Stürmer von einem ganz unglaublichem Pech verfolgt. Ein Prachtlöpfler Grünwalds nach eurem der vielen von Schwarz gut getretenen Eckstöße, wurde, obwohl in die oberste Ecke placiert, noch herausgefischt. Bombenschüsse Häuslers wurden gehalten. Glücklicher waren die All Stars- Leute, denn ihr .Halbrechter konnte nach einem mißlungenen Kombinationsversuch der Hakoah-Halves ein senden (1:0). Die Hakoah-Stürmer drückten kolossal auf den Ausgleich, der nach einigen herrlichen Paraden des gegnerischen Tormannes endlich in der 4L. Minute gelang. Grünwald v>a x der Schütze. Nach der Pause schlugen die Kombinierte« eine noch gröbere Spielweise ein. Mit dem Winde als Bundesgenoffen hatten sie gehofft, die Unserigen überlaufen zu können. Als sie sich in ihren Erwartungen getäuscht sahen, denn die Hakoah lag mehr im Angriff als vor der Pause, da suchten sie mit Gewalten erzwingen, was ihnen durch spielerisches Können niemals gelingen konnte. Der Schiedsrechter sah ihrem Treiben ruhig zu. In der Pause hatten wir die hier übliche Umstellung der Mannschaft vorgenommen Guttmann schied aus, an seiner Stelle spielte GoK> Mittelläufer uitb Feldmann sprang als Verteidiger ein. An Stelle Wvrtmanns übernahm Nikolsburger die Angrissssühvnng. . Die Stürmerreihe spielte recht gut zusammen, es wurde auch gut geschossen, aber die Bälle wurden entweder die Beute : des gut spielenden Tormannes oder sie gingen knapp am : Tore vorbei. Einmal gelang es Fischer die BertoLngung zu überspielen, ein Treffer schien unvermeidlich, da warf sich der ihn verfolgende Verteidiger nach ihm und u inklammerte Fischers Beine mit den Händen,.als letzterer zum Schüsse ausholle. Ein klarerer Elfmeter ist wohl urcheukbar, der Schiedsrichter schritt aber überhaupt nicht ein. ' Zwanzig Minuten vor Schluß trat Wortmann au Stelle Häuslers ein, der infolge seines Schußpeches ganz entmutigt war. Wortmann ergab sich eine glänzende Gelegenheit, als er i einen unverhofften Schuß abgab, der Ball prallte aber von; Grünwalds Kops ins Feld zurück. Der Tormann war in der i der Schußrichtung entgegengesetzten Torecke gestanden. Das Spiel wurde in den letzten Minuten immer l derber. Ms sich Fabian und Gold gegen das lebensgefährliche Anspringen zur Wehre setzten, wurden sie tätlich im s u l t i e r t, aber der Schi^>srichter schritt nicht ein. Da unternahmen die Unserigen den letzten Vorswß, der Tormann wehrte ab, und der Ball gelangte zu dem von Heß nicht bewachten Rechtsaußen. Dieser gab den Ball hoch vor das Tor, wo sich mittlerweile der Mittelstürmer in klarer Offside- Position placiert hatte, er stand mindestens fünf Meter hinter unseren Verteidigern. Da er den Ball weder mit den Beinen noch mit dem Kopf erreichen konnte, holte er ihn mit aller Ruhe mit der Hand herunter und schoß fast im Goale stehend ein. Unter einem Entrüstnngssturme eines Großteils des Pnbliknms gab der Schiedsrichter Goal, obwohl der eine Linienrichter («in Dhicagoer Schiedsrichter) bestätigte, daß das Goal völlig irregulär gewesen sei. Als einige der Unserigen energisch protestierten, bekamen sie von den liebenswürdigen Gegnern einige saftige Boxhiebe. Zum Glück pfiff der saubere Schiedsrichter gleich darauf ab, denn die völlig entmutigten Hakoah-Spieler hätten sich auch weitere Treffer schießen lassen, ohne Widerstand zu leisten. Da sich nach Schluß niemand für daS rowdyhafte Benehmen der All Stars-Leute entschuldigte (die letzteren hatten es nur dem Einschreiten der Wache zu verdanken, daß sie nach Abpfiff nicht vom Publikum verprügelt wurden), sandte die Hakoah- Mannschaft dem Chigagoer Kapitän die Wimpel zurück, die er vor Beginn des Spieles überreicht hätte. Uober die sportlichen Leistungen ist folgendes zn berichten. Zuerst, was den Gegner anlangt. Er stellte eine gut ausgeglichene Mannschaft inS Feld, die nicht nur infolge ihrer Derbheit, sondern auch durch ihre Schnelligkeit für jeden Gegner gefährlich ist. Die Mannschaft spielt, ohne viel zu künsteln, auf den Endzweck, das Goalschießen los. Bei der Hakoah sah man recht befriedigende Leistungen von der gesamten Hintermannschaft. Gold war, als er Mittelläufer spielte, schwächer alL sonst. Ansonsten konnte man mit der Deckung zufrieden sein. Schwarz' Debüt fiel sehr zufriedenstellend aus. Von den Stürmern lvar außer ihm Gvünwald der Erfolgreichste. NikolSburger hat einen Formrückgang au^nweisen. Er kann sich ebenso wie Fischer gegen derbe Gegner nicht behaupten. Dem Spiele wohnten zirka 6000 Zuschauer bei, darunter auch die Uruguayer-Mannschaft,die dm Unserigm ihre volle Sympathie aussprach und darauf verwies, daß sie in fast alle» Spielm in der gleichen. Weise vergewaltigt werde. (Die Berichte über die Spiele in Detroit (2:0) und Toronto (2:3) veröffentlichen tvir in i)er morgigen Nummer. — Die Red.) Heute Rachtspke! der Hakoah fa New Dort. New Dorf wird heute eine sportliche Premiere erleben. Hakoah wird abends bei elektrischer Beleuchtung gegen Bethlehem Steel antreten. Wie erinnerlich, hat die jüdische Mannschaft bereits im Vorjahre in Paris auf der Durchreise nach Amerika bei Scheinwerfern debütiert und damals sehr gut abgoschnitten. In Amerika gibt sich für das Abendmatch sehr großes Jntereffe kund. Echte I ft am fl Herren* Schlangen* I I Schuhe in Eidechse* I U^PftCfllfl I fabelhafter «.Krokodilfl ■ ■ Ausführung leder- T TaborstfaBe J und schuhe _dfi —S Auswahl $45-49" Oa SIKeine atu echtem frantSs SKctle-Chovreanx hetgeatetiten 9r3hfaknmodeBe legen Zeagnta oft vom <M8nhettaainn mit et/kn ffesthmack. siegte die dortige Hakoah gegen den Klagenfurter Sportverein 3 * 1 (2 0). Hagibor ans Favorite« -besiegte in einem Rundspiel Me Reserve von Gersthof 11:1. Heute um 6 Uhr findet auf dem Hertha-Platze der Entscheidungskampf zwischen Hagibor und I. A. F. 3 statt. J'm Falle de- Sieges der jüdischen Mamr< schaft geht sie als Gewinner des Turniers hervor. der WA. S. wird gegea Hakoah antretru. Wie tvir erfahrm, hat der W. A. F. offiziell erkläre« lassen, daß er geneigt sei, im Klubkampf gegen Hakoah anzutreten. Die Austragung des Kampfes kommt für tteft j Woche nicht mehr in Betracht. Beide Vereine werden sich über ' den neuen Termin noch einigen. ES ist im Jntereffe deS * Sportes nur zu begrüßen, wenn die bessere Einsicht beim i W. A. F. gesiegt hat. 6in toteteffnnte« Meeting der Bräunet Makkadi j .»atz—Bledh-Vohral»—TtrnP-, Im Rahmen eines leichtathletischen Hochschulwett« kampfes Universität-Technik in Brünn, will der dortige Mäkkabi am 16. ds. einige Konkurrenzen mit zugkräftigen Teilnehmern veranstalten. Es kommen unter anderem Laufen über 1800 und 3000 Meter in Betracht. An die Hakoah ist die Einladung ergangen, ihr Mitglied Bledh gegen den Finnländer Kutzö, von der Berliner Bar Kochba, und gegen die vorzüglichen Tschechen Bohralik, Strniste und Schindler starten zn lasten. Die Hakoah ist im Prinzip geneigt, der Einladung des Brünner Brudervereines zu entsprechen, die Blau-Weihen wollen eventuell auch Hübsch nach Btünn für den Weitsprung und die 100 Meter entsenden. Im Hauptmeeting sollen auch einige tschechische Rekordversuche vorgenommen Spiele Mischer Mannschaften. Der Prager Hagibor gewann gegen Smichov;50 (2:0); in Pretzvurg gewann Mattabäa gegen Donaustiadt 7:2 (4: 1). In Graz WIR bitten unsere Leser ü, .Freunde, in Kurorten u. Sommerfrischen in allen Restaurants, Kaffeehäusern und Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen 6in neuer Rekord von Fritzk Mwy. Beim gestrigen Meeting der Bienna stellte die Hakvahnerin Frihi Löwh über 300 Meter mit der 'iiit von 4.49,5 Murrten einen neuen österreichischen Rekord auf. Zweite wurde Fleischer (Danuvia) ln ö Minute«, Dritte I. Kohn (Hakoah) in 6.22,6. Die 3 mal Ivü-Metev- Staffel gewann Hakoah (Nassau, Goldberger, Liechtenstein) in 3.24,6. Im Klichkanrpf Vienna— Bremen siegten die Döblinger mit 5:4 Punkten. Die Wasserballspiele ergaben folgende Resultate: Vienna —Bremen 6:2 (2:1). 3. Bezirk (Budapest—Hakoah-Jwask komb. 11:3 (5:3). Schiedsrichter Dr, Kardegg benachteiligte die Wiener Mannschaft Die Treffer für die Unterlegenen erzielten die Hakoahnev Fl es ch(2) «nd Reiser. Dem schleppend abg«vickelten Meeting wohnten im ganzen 200 Zuschauer bei. Theater von heute Bnrgtheater: Bolpone Anfang Vj8, Ende 10 Uhr Akademietheater: Komteffe Mtzzi — Das Veilchen Anfang V,8, Ende nach V»10 Uhr StaätSoper r Rosenkavalter Anfang 7 Uhr. Ende VjH Uhr DentfcheS Vottstheater: Der lebende Leichnam Anfang 8. Ende V,U Uhr Bottsoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verloren Anfang */,8. Ende nach 10 Uhr Theater a. d. Wie«: Die Königin Anfang 8. Ende gegen 11 Uhr Johann-Strauß-The ater; Der Hosbankier — Märchen im Schnee Anfang 8. Ende gegen */,11 Uhr Raimmtd-Theater: Musik im Mat Anfang 8. Ende >/,11 Uhr Wiener Biirgertheater: Miß Fregolt Anfang l/,8. Ende nach 10 Uhr Siadtlheater: Wie« lacht wieder Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Renaiffanee-Bühne. Kirkult Anfang ^«9 Ende nach 10 Uhr Theater in der Jofesstadt r Peripherie , Anfang '/,8 Ende nach 10 Uhr Kammerspieke: Tie Nackten kleiden Anfang 8 Ende nach 10 Uhr Modernes Theater: Abueigequartier Anfang V49. Ende nach 10 Uhr 0«stspiel'Theater: Die ellige Johanna Anfang '/,8 Ende V,U Uhr Roland-Bühne: Dieme Tochter Otto Anfang */48 Uhr Ende nach 10 Uhr vurggarten-Bühne: Lanner-Strauß-Abend Aniaug 8 Uhr, Ende 10 Uhr ZirknS Renz. Das Mirakel. Esdio Urogramm Heute Mittwoch 11 Uhr : Bormtttagsmnfik. 1615 Uhr : NachmittagSkonzert. 17 .Uhr r .Märchen für Groß und Klein. Erzählt von Grete Bach und Sony Leutholf. Mitwirkendr Quartett Silving. 18 Uhr: Pilzliche Schädlinge. Oberkommiffär Dr. Zuderell. 18 25 Uhr: Persönliche Erinnerungen ans dem Aufstieg der Technik der letzten 7 Dezennien. Ing. Dr. Wilhelm Exner. 19-10 Uhr: Frauzöflsch für Borgeschrilteue. 19 40 Uhr: Englisch für Anfänger. 30-10 Uhr, .Medea" von Franz Grillparzer. Leichte Abendmnfik (Kapelle Silving). Morgen Donnerstag 11 Uhr: Bormittagsmufik. 1615 Uhrr NachmittagSkonzert. Mitwirkend Konzertsängerin Elsa Dechant. 17- 50 Uhr: Mitteilungen ans den Bundestheatern. 18 Uhr: Ueber die Alpensee« und ihre wirtschaftliche Bedeutung. Prof. Dr. Otto Haempel. 18- 30 Uhr Trinket mehr Milch! Dozent Dr. Adolf Stoffe. 19 Uhr: Arankenkaffen und Volksgesundheit. Chefarzt Dr. A. Czech. 19- 30 Uhr , Englisch für Vorgeschrtttene. ' 30-05 Uhr: Konzertakademte Mttwirkend: Konzettlänaertn Hedda Kux. Anita Ast lBtoline), Wilhelm Winkler (Cello), Fr Prof Stella Wang (Klavier). Am Flügel: Prof. Erich Meller. ZIMMERMALER arbeitet rasch und elegantest bei billigsten Preisen. Besuch unverbindlich, Karte genügt Baumgarteri, Wien, XX.; Karl Meißfstraße Nr. 6/2. Bernhard Kohn Hinf«!iihirtgUse20 JL SB InstfMUMtalRallm Prwiia9»n I Bücher 1 Bnchhandirmg «nd Anrianartat Leomamr Tuchner, Wien, u. 9ab»vHta§9 52, «in* uroa Sr. Stadtgntgaff« 7. kir. 41*4*20. Grobe«, best, assortierte« Lage, an wissen» schädlicher u Uacerhalrnng«. Mteratut, Zuaeudlchrtften. Schulbücher« «sw. Sachtundtge Bedienung u. Bekyrguug lebe» Buche« villtastr Preis« Aukauf vo« Bücher« und ganzen Ptbltotheken skia Beate Nähm&9chln0n t.allM Prol» lag. Provinz vor»»««. Sa* kl StWtll. b iefweeeeeeeeeea talog« gratis talOB« gratis ichützet eure Füße rngeo Blasen, Beaten. S e h w e I fl, Soklen* brennen lueb Tragen ier i o b * « ■ mnftrmerten IIL IIDU VBA ASOCSISOIUEN Das P*m dapoelatark 8 . otafaohatazk S l öO, Aabeat- 8 e n k f a S einlattesahle mit 8tahl|telenk 8 6 — Versaad oer Machaahma. Lage» aller AJboftwafeu. f" attea and Seknire Asi>eatsobloa(at>rlk Dr HOiryes, Wien, I. Donl* nlkanerbaatel Dl Keke Kat. .ML GOLD SILBER PLATIN bei SSM C. I. StIEIB. im ||. OuMpendoiierstraue M ■IIRIIIIIIUII DER ANKER Alls. Verslcherungs a. g. HebrSlsch, Konversation and Liter&tar, einzeln and Gruppen, billigst, rascher Erfolg Zuschriften an die Administration d. Bk. unter „Vid»r iwri“. Kmder-Lalbstrümpfe Jakob GeUeS. ». Rorgasfe i (Ankerhof) Alleinige Änzetgen-Annahme Annoneeuervedttton Heinrich Schaler. Wien. 1. Bezirk. WollzeU« 11. Herausgeber und Eigentümer: Jüdische Aeitttngsu. Beriagsges. m. b. H.. W!«. 2. Bez., Taborstrahe 1—3. — BeranttvorÜ. Redakreur: Jakob Krausz. Wien. 1V.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.