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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-24 · Heft 2959 (24.5.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2959 (24.5.1927)
Date
1927-05-24
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 3 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeitung 24. Mai 1927 y?r. 296fr bekam ich beim Match Indiana Flooring gegen B o sto n einen regelrechten Boxkampf zwischen zwei Spieler» )u sehen. Beide wurden auf 10 Di i n n t e n a u s g e» schlossen, was sie jedoch empfindlich traf, da sie für jede Minute einen Dollar Strafe zu zahlen haben, und viel mehr Gage bekommen sie nicht. Ter Goalgetter Amerikas, Tavy Brown von den Giants, erhält 20 Dollar pro M a t ch. Wenn er also zweimal in der Woche spielt, hat er nicht mehr als die Hälfte jener Bezüge, die die ehemaligen Hakoahner erhalten. Sie werden eben wegen der Anziehung auf das jüdische Publikum so hoch bezahlt. Den früheren Hakoahner« geht es materiell recht gut, ihre Lebensweise jedoch ist nicht gerade sehr angenehm. Sie ist ausschließlich auf Ersparen eingestellt. Sie wissen gar nicht, wie New Aork am Vormittag aussieht, da sie zu dieser Zeit schläfern Eine Beschäftigung außer Fußball hat keiner. E i s e n h o f e r allein wird bei Agar bleiben, die anderen Hakoahner und Kalman Konrad verlassen Amerika. Am Tage unseres Spieles gegen die Giants ließ Agar seine erste gegen die zweite Mannschaft antreten. Auch Schön seid, der schon die längste Zeit nicht mehr tätig ist, mußte sich ansziehen. Als er durch ein Hintertür! verschwinden wollte, um dem Match Hakoah—Giants Leizuwohnen, wurde er von einem aufgestellten Posten seines Managers, der ihn ja bezahlt, auch wenn er ihn nicht spielen läßt, zurückdirigiert. Die Giautsspielcr fühlen sich seelisch etwas besser. Von ihnen dürfte Hierländer endgültig nach Wien kommen und auch Schwarz ist zu erwarten. Ein Training in unserem Sinne gibt es drüben eigentlich nicht, man spielt zweimal in der Woche sein Match. Unsere Hakoahner haben im wesentlichen die erwartete Kum gezeigt, doch gab es einige merkwürdige Ueberraschungen. So zeigte sich Nikoilsburger in glänzender Form, auch als sehr schußkräftig, und Kovacsauf dem rechten Flügel entpuppte sich als große Entdeckung. Er kann auf diesem Posten sogar mit Schwarz und Neuseild, der übrigens lange nicht mehr der alte ist, konkurrieren. Im ersten Match gegen Bethlehem wurde St roß als bester Mann im Felde bezeichnet. Allmählich gewann auch Fischer seine Form, überragend war Gold als Mittelläufer und Scheuer bot d'e relativ beste Durchschnittsleistung. Er ist der alte grimmige, unermüdliche Kämpfer geblieben. Heß ist durch die Einhaltung des Sabbats und der rituellen Kost stark behindert. Einmal mußte er am Samstag zweieinhalb Stunden zu Fuß gehen und dann antreten. Es ist bereits bekannt, daß Fabian, Fischer, Kovacsi und Heß pro forma gekündigt haben. M-kolsburger unterhandelt wegen Engagements in Amerika, Fischer hätte ein Angebot von der Chicagoer Sparta, Mr. Bänder weg« von den Giants hat nur für Fischer und Fabian, dem ein sehr guter Ruf vorausgeht, Interesse. Er wird jedoch ein Engagement nur mit Einwilligung der Hakoah vornehmen. Maßgebende Persönlichkeiten des amerikanischen Fußjballsiportes haben mir wiederholt erklärt, daß sie die Europa.Verträge der Spieler unbedingt respektieren und keinen nahmen werden, der im Vertrag ist. Vanderwege würde uns übrigens auch unbedingt Ablöse zahlen, wie ja die Neuorientierung Amerikas in diesem Sinne bei der anfangs Juni in Helsingsors stattfindenden Fifakonferenz erfolgen wird. Ich bin auch nicht überzeugt, daß Fabian sich verpflichten wird, das eine weiß ich, daß wir für die nächste Saison viel mehr S^eler haben werden als derzett. Die nächsten Spiele sind in Toronto am 24. d. M., am 28. in New Dort gegen Indiana Flooring, am 30. Retourspiel in Philadelphia, am 4. gegen Nationale Montevideo, am 5. in Baltimore. Damit ist unsere Amerika-Tournee zu Ende. Das Gros der Spieler schifft sich am 8. Juni auf der ,.Äerengaria" ein. Die Giants unternehmen, indes nach Hakoah außer der Hagibor-Mannschaft aus Haifa noch ein Ir land-Team in den Vereinigten Staaten gastieren wird, eine Kanada-Tournee, die bis Bancouver führen und 10 Spiele umfassen soll und an der ein Teil unserer Spieler möglicherweise, soweit wir sie beurlauben können, teilnehmen wird. Die Honorierung übernimmt Herr Vanderwege; auch Schwarz, Häusler ustv., die jetzt bei uns mitspielen, bestehen von Mr. Vanderwege die Gage weiter und erhalten von uns nur die Spielerhonorare und Prämien. Der jüdische Sport entwickelt sich in Amerika in erfteulicher Weise. Die New Jork er Hakoah hat bereits zwei Fußballmannschaften und in Chicago gibt es eine jüdische Liga mit zwölf Vereinen. Die ganze Liga sowie die New Aorker Hakoah smd dem Makkabi-Weltverband beigetreten. Der Sport ist in Amerika unter den Juden außerdem noch sehr verbreitet, da die Mitglieder der Ioung Mens und Womens Hebrew Association eifrig allen Spor! zweigen huldigen. Ihre Zahl ist sehr groß, aber sie stehen nich! auf jüdschnationaler Grundlage. Unter dem En d r u r! der Hakoah-Spiele nimmt aber der jüdisch- Äewußt'e Gedanke im Kvrperfport Amerikas bedeutend zu. Ich kann mit größter Sicherheit sagen, daß auch die zweite Amerika-Fahrt der Hakoah '.n jeder Beziehung einen großen Erfolg bedeuten wird. W. A. 8> gegen Haioah. Gas Meisterschaftsspiel dieser beiden Vereine ist am 19. I-li;n t fällig. Der Praterklub „wünscht" für diesen Tag eine sehr starke Hakoahmannschaft, nur sich materiell zu sanieren. (Womöglich mit allen Heimkehrern. Hakoah als Melkkuh ist ja ein Kapitel für sich. — D. Sieb.) Dem Wiener Verband lag gestern eine Beschwerde des W. A. CL tvegen zu befürchtender Ausdehnung der Haloahtournee in Amerika vor. Der Verband faßte keinen Beschluß, stellte aber' fest, daß der jüdische Verein verpflichtet sei, mit der besten verfügbaren Mannschaft zu dem Meisterschaftskampf anzutreten. Der Oestcrreichische Fußballbund wird in die--' ser Frage das letzte Wort zu sprechen haben. — Bon der Hakoah erfahren tvir hiezu, daß die Mall- Weißen mit der stärksten verfügbaren Mannschaft den Meisterschaftskampf bestreiten werden, da die Ainerikatour-- Juni beendet wird. Die Spie er dürften am 16. oder 17. Juni in Wien eintreffen. Es ist möglich, daß für die K>a.na,datournee der Giants einige Hakoahspieler beurlaubt werden als Revanche für die von den Giants der Hakoah zur Verfügung gestellten Spieler. Die österreichische Mannschaft gegen die Schweiz. Für das am kommenden Sonntag in Zürich statt finden de Lündermatch gegen die Schweiz wurde gestern folgendes Team nominiert: Köhler, Rainer, Blum, Kaller, Hossmann, Czernltzky, Siegel,' Horvath, Jifzda, Juvanftsch, Eckl. Ersatz: Runge, Schall. Die WochentagSspiole. Morgen um 6 Uhr findet auf dem SporMub-Platz ein Spiel der Sportklub-Amateure gegen Hakoah statt. Um 5 Uhr trägt die Polizei-Handballmannschaft ein Match gegen das Bundesheer aus. — Am Donnerstag wird das Meisterschaftsspiel Sportklub—F. A. C. absolivieri. Vienna «pielt an diesem Tage ein Match gegen Bewegung 20 als AbVsespiel für Gschweidl 1. Bei schweren Verletzungen wird in Hinkunft auch ohne Anzeige e'ne strenge Untersuchung und entsprechende Bestrafung vorgenommen werden. Dieser Beschluß wurde gestern im Wiener Verband gefaßt. Theater Hom heute Bnrgtheater: Das Genie und sein Bruder Anfang 7,8. Ende s/410 Uhr Mademietheater: Weiberfeinde Anfang 7*8, Ende 10 Uhr Staatsoper: Faust Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr Deutsches Bottstheater: Der Garten Eden Anfang 8. Ende 7,11 Uhr Dolksoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verloren . Anfang */,8, Ende V411 Uhr Theater a. d. Wien: Die Königin Anfang 7,8. Ende gegen 11 Uhr Johann-Strauß-Theater; DieCsärdäsfürsttn Anfang 8. Ende nach 7,11 Uhr Raimund-Theater: Musik im Mai Anfang 7,8. Ende nach 10 Uhr Wiener Bürgertheater: Cagliosrro in Wien Anfang 7,8. Ende nach 10 Uhr Stadttheater: Wien lacht wieder Anfang 7-8. Ende nach 10 Uhr Renaissance-Bühne: Kukuli Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Theater in der Josefstadt r Der gute Kamerad Anfang 7,8. Ende 7410 Uhr Kammersviele: Duell der Liebe Anfang 7,8. Ende 7.10 Uhr Modernes Theater: Der Herr von Saint Obin Anfang 8. Ende 10 Uhr Lnsts. iel-Theater: Die Keuschheitskonkurrenz Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Rolo' d-Bähne: Meine Tochter Otto Anfang 748 Uhr. Ende nach 10 Uhr Jüdi che Uühue, 2. Bez., Taborstraße 12. Ser Jes hiwe Bücher. 8 Jüdisches Künstlerkabarett. 2. Bez., Praterstraße 60. Mojsche Telebendig V<9 FAJUS-GUNM t^lfo Oral Muster gegen Voreinsendung von 120 Sohllltng Versend unauffällig! PaJu*«Zontra|e, Wien, II.. Qlookengasse 14, Abteilung M m Radio-Programm Heute'Dienstag 11 Uhr: Vormtttagsmufik. 1615 Uhr: NachmittagLkonzert. Mitwirtend r Konzertsängerin Annemarie Lischt«. 1810 Uhr: Stunde der Frau. Obstkonservierung. Karl Hierz» 1840 Uhr r Die Vorstädte und Vororte im Leben der Wiener, (I.) Axchivrat Dr. Richard Maitis. 19-10 Uhr r Esperanto. 19- 30 Uhr: Englisch für Vorgeschrittene. 20- 05 Uhr: Populäres Konzert des Wiener Könzertorchesters I. W. Ganglberger. Mitwirkend: Hilde Lorentz-Neugebauer. Am Flügel: B6la Laszky. Morgen Mittwoch 11 Uhr: VormittagSmufik. 16-15 Uhr: Nachmittagskomert. 17°10 Uhr: Ans dem Kinderland. Erzählt von Litta EtSner und Grete Doris. Mitwirken!): Adelheid Bergmann (Laute). 18- 10 Uhr: Die Kupferkalkbrühe im Dienste des Pflanzenschutzes. Min.-Rat Dr. Artur Bretschneider. 18*40 Uhr: Röntgenstrahlen und Radioaktivität. Univ.-Prof. Dr. Hans Thirring. 1910 Uhr: Französisch für Vorgeschrittene. 19- 40: Englisch für Anfänger. 2015 Uhrr Orchesterkonzert der Wiener Philharmoniker. Leitung Prof. Nilius. Mitwirkend : CtaatSopernsängerin Rosette Anday, Prof. Friedrich Burbaum (Cello). Leicht» Abendmusik (Kapelle Silving). Seebad Grado '"ItW bei Triest "ItblD Pension Händler — Mo iijdla Streng örth. rituelle Küche. Eigener Schochet. Mäßige Preise, Eingetragen beim Hamburger Verein für rituelle Speisehäuser. B ZIMMERMALER p arbeitet rasch und elegantest bei billigsten Preisen. Besuch unverbindlich, Karte genügt. Baumgarten, Wien, XX., Karl Meißlstraße Nr. 6/2. M Bl attting unterricht sowie Stimmbildung erteilt vriede? Josef Millet, II., Herminengasse Nr. 4/4 ■ S .Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 3299 ex 1927. StfellenaussclereSBeunsg. Bei der Israelitischem Kultusgemeinde Wien gelangt die Stelle eines Ersten Kantors kür den Tempel, I., Seitenstetteng. 4, zur Besetzung. ' Bewerber um diese Stelle haben nachzuweisen: . Einwandfreie Lebensführung in moralischer und religiöser Hinsicht, vorzügliche Kenntnisse im hebräischen Schrifttum und in der Liturgie (Koreh), vorzügliche Stimmittel und gründliche Musikalität, ihr Alter, die Staatsbürgerschaft, den Familienstand, die zurückgelegten Studien und bisherigen Verwendungen. Die Bewerbungsgesuche sind, mit den vorstehenden Nachweisungen belegt, bis längstens 20. Juni 1. J. bei der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, schriftlich einzubringen. Reisekosten werden nur den zu Probevorträgen berufenen Bewerbern vergütet. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. , , j n, 20. Mai 1927. (Nachdruck wird nicht honoriert.) Beste Nähmaschinen l.allen Preislag. Provinz* veraand. Kataloge gratis ST VI Stnmperg. S Bücher Buchhandlung und Antiquariat Seemann Tuchner, Wien, II. TaVorstvaße 52» Sin» ftdftg ©?♦ 7* Sei. 41-4-20. Grobe», bestassortierte» Lager an wissenschaftlicher u Unterhaltung», litermur. 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Lustspiel Musikalische Begleitung: Das neue Ufa-Konzertorohester mit Jazzband (Dirigent: Kapellm. Karl Krall) Beginn um 5, 7 und 9 Uhr 4os NÄHMASCHINEN FAHRRÄDER 1927 j^g^R B monatlichI PICK IX., UeohtenatolnstraBo Nr. 27 >V., Wlodner Hauptstraße Nr. 8 Simtl. Sport» u. I ourletenartlkel XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Färbige Badeanzüge Jakob Geiles, i. Rotgasse 1 (Ankerhof) .«xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxr Alleinige Anzetgen-Annahme Annoncenexpedition Heinrich Schale!. Wien. 1. Bezirk. Wollzeile U* terausgeber und Eigentümer: Jüdischeeitnngsu. BerlagSgej. m. b. H., Wien. 2. Bez., Taborstratze 1—8. — Verantwort!. Redakteur: Jakob Krausz. Wien. 19. Bez., Brechergasse 9. — Druck: „Jnva", Wien, r. Bez.. Lerchenfelderstraße 1«

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