Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2943 (8.5.1927)
- Date
- 1927-05-08
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Ttr. 2043 ':ett, Sonntag Wrerrer Morgen zeitung L Mar 1D27 Scike kS ,Jmf, ihres linken Flügelmannes den Stand auf 2:0. Fabian Hütte dieses Tor verhüten können. Nach der Pause war der Wind bei weitem nicht mehr so stark, wie in der ersten Spielhü'lste, trotzdem dachte noch niemand an eine Niederlage der Hakoah und als gar Wortin ann bald nach Wiederbeginn einen Treffer autzgeholt hatte, erhofften wir einen ausgiebigen Sieg der llnsrigen. Aber alle BemÄHungen waren vergeblich, der Gegner verstand es, den knappen Vorsprung bis amrt Schluß, zu erhalten, wobei ihm eine gehörige Portion Glück zur Seite stand. Ali Stars war ein spielstarkes Team, das sehr auf den Mann aber nicht roh spielte. Unserem Gefühl nach müßte diese Mannschaft von Bethlehem, unserem Gegner vom ersten Spiel, mit 5 bis 6 Toren Differenz geschlagen werden. Wie so oft im Fußball, hatte auch diesmal das Glück über Sieg und Niederlage entschieden. liebermi eindrucksvoll war unsere A n E n u? t tu Pyitavelpyia gewesen. Wir wurden vom' Bahtt* Uv, tu gestyMUckten Autos zum Rathaus geführt uns vom Bürgermeister enrpsangen. Dieser hielt eine längere ANspraiyc, in ver er aus die großen Erfolge hinnnes, me oie yaroay im BorMr errungen hat; überdies würdigte er die Verdienste der Hakoah um den Soccer Fußball. Er versicherte uns, daß uns nicht nur vre Tore, sondern auch die Herzen der Stadt g>vossiier seien. Zuin Schluß wünschte er uns die gleichjen iLrsoige wre im rvorsahr. Direktor Spiegler dankte sur oen iMzlrcyen Empfang und vevwreS darauf, daß die StLdr durch die Aufnahme, die sie uns erwiesen habe, ihrem Namen „Brudertteve" alle Ehre erweise. Nach dein Empfang machten wir als Gäste' der Stadt erne munvsayrr. Voran fuhren zwei Polizisten auf Motorrädern, ore uverall den Straßenverkehr auMelten, dannr nnr ver den Straßenkreuzungen nicht warten mußten. Enoluy kamen nur in unser hiesiges Standquartier, das Hotel Warwick; dann begaben wir uns zum Mittagessen, das evenso wie alle anderen Mahlzeiten tmi Haufe ver Dm-and Mw-ya (^-ourrg Man and Uoung Woman yeorew asfociarion) eingenommen wurde. Diese Bereinigung besitzt eru herrliches eigenes Gebäude auf dem Broad, der Hauptstraße der Stadt. Die Einrichtungen sind erstttasfig. Es find zahlreiche Bureaus, Sitzungssäle, Biblroryer, Loyrzrmmer, aber auch ern großer Turnsaal und cm Bao vorhanden. Während unseres Aufenthaltes in Philadelphia waren wir auch einmal Gäste des dortigen Vcroanvsprchioenten, eines Sportmäzen, der uns zu Ehren ern Banrerr gab, zu dem er alle Vertzandsfunktronäre, die All Stav-Mannschasr und öre Sportpresse einlud. Iw ziemlich gedrückter Stimmung, allen ging der Mißerfolg des Vortages .sehr zu Herzerr, reisten wir Sonntag früh, nach Newyork, Wo wir jetzt für eine Woche Aufenthalt genommen haben. Am Sonntag nachmittags wohnten wir dem Meisterschaftsspiel Indiana Floring—Boston bei, das von der ersteren Mannschaft 3:1 gewonnen wurde. Wir bekamen da zum erstenmal ein richtiges amerikanisches Meisterschaftsspiel zu sehen. Es wurde sehr guter Fußball gespielt und jeder einzelne kämpfte so aufopfernd, daß er sein Letztes in die Wagschale warf. Am Montag mittags gab das Hakoah Reception Comiler einen Lunch. Den Borsitz führte Mr. Strauß, der Sohn von Nathan! Strauß. Erschienen waren der österreichische Bizekonsut, Herr Schmidt, der tschechoslowakische Konsul, Herr Dr. No Vak, Herr Dr. Moszkowicz vonr „Ort", die beiden Abgeordneten Ko hn und Perl manu, zahlreiche Vertreter der Presse lrnfbf unsere gesamte Reisegesellschaft. In zahlreichen Reden wurde die Bedeutung unserer Reise gewürdigt; aus den Ausführungen jgipg hervor^ welch hohes Ansehen der Name Hakoah in Amerika genießt. Ae gestrigen Meistetschastsspiele. Ae Brigittenauer schlagen Austria. Ein 2 :1- (0 :1) -Sieg. — Zwischenfälle und Verhaftungen. Dieses für die Plarrerimg in der Spitzengruppe der Meisterschaft wichtige Spiel endete und einem knappen Siege der Brigittenauer. Es wurden beiderseits mäßige Leistungen geboten. Bor der Pause war Austria leicht überlegen Und konnte auch in der 38. Minute durch Sindelar zur Führung gelangen. Es war ein wunderschöner Treffer, den der Schütze nach Ueberspielen dreier Gegner zustande brachte. Nach Seitenwechsel war fct B. A. (S. besser und konnte schm in der 7. ,Minute tznrch Hostasch ausgleitchen. In der 23. Minute erreichte der atus Italien heinrgekehrte H' allin ge r die Führung. Bei diesem Resultat blieb es. In der 34. Minute nach der Pchrse wurde A oft a's'ch wegen Dütifierens d.'s SchüLs-- richters Preßler, der nicht sehr glücklich amtierte, ausgeschlossen. Gegen Ende des Spiels ereigneten sich Zwischenfälle, da Köhler, Um Zeit zu gewinnen, fortwährend ins. Otut kickte. Im ’ Publikum gab es iminentlich bei dm am Mstzang des Kampfes interessierten Rapid- und Admiraanhünger deshalb große Erbitterung. Köhler tvstrrde von hinten mit Steinen beworfen, so daß der Schiedsrichter das Spiel auf kurze Zeit unterbrochen wußte. Bald jedoch sinn es loieder zu einem „Wirbel" am Platz und jhjofbauev wurde von einem Zuschauer insultiert. Der „Kavalier" wurde Vvn der Wache sestgenommen Und aiuch andere Störer arretiert. Nach Schjlüß des Kampfes versuchten zahlreiche Halbwüchsige die Kabine, in der sich der B. A. E. befand, zul sWrmen. R>:r unter ftair Ler Bewachung konnten d« ^Brigittenar« den Platz verlassen. Dein Spiele wohnt«» .7000 A.pH-Hairer bei. Die Mannschaften spiekttn in folgender ApMrllurig: A u st r i e: Saft, Schneide^ Regnard, Geyer, Neiterer, Prnrz, Cutti, Schefcik, Sindelar, Molzer, Wbeser. B. A. C. Köhler, Heidnrgsfeld, GrohUmmr» Rnhrtl, Hayd, JavosG Gotdwald, Hostasch, Hallmger, tzosbüirer, Kaplan. Das Spiel der Reserven gewann B. A. 3$2. F. A. 6.-5®. «. 6. I : 2 (1 :1). Zwei Elfmeter. Dieses, in Floridsdorf anögetragenr Meisterschaftsspiel brachte recht mäßigen Sport. Der Ungepflegte Rassen dcss Spielfeldes beeinträchtigte wiederholte die Ballbehandlung. Der erst gegen Schluß sichergestellte Sie g der K aus Herren ist dem Verlaufe nach Und der größeren Einheitlichkeit der Mannschaft zufolge als verdient zu bezeichnen. Bei den Unterlegenen war die Angriffsreihe recht matt. NUr Weih auf dem rechten FlügÄ brachttv hie Und da einen frischen Zug ins Gefecht. Huber wurde ivmig beschäftigt. Bei Floridsdorf arbeitete die ganze Mannschaft mit großer Aufopferung. Juranitsch Und Fiszda, dcKsen scharfe Schüsse das gegnerische Tor wiederholt gefährdeten, waren im Angriff die besten. Schon in der 6. Minute verschafft Jiszda aus einem Elfmeter wegen Hands feiner Mannschaft die Führung, In der 12. Minute gleicht Schneider durch die gleiche Chawcfe aUs. Bis zur Pause gibt es beiderseits schwache Leistungen. In der 3. Minute nach Wiederbeginn kann HofbaUer nach Vorarbeit Jszdas einsenden. Die Floridsdorfer sind jetzt Zumeist überlegen, doch gleicht der W. A. C. rrach einem Vorstoß von Weiß, der schon flankt, durch Walz Hofer aus. Die 35. Minute bringt den Floridsdorfem durch Petz, der unhaltbar volley einschießt, den Sieg. Knapp vor Schluß begeht Juranit sch eine grobe Unsportlichkeit an dem Tormann Feigl. Schiedsrichter Der ndl amtierte fehlerlos. 3000 Zuschauer. DaS Spiel der Reserven endete 2:0 für F. A. C. Die englischen Ligaspiele sind beendet.??kcijtcr der «chste» 0ta* ist Newcastle United mit 5 Punkten Borsprmrg Hvdde rsfield. Es steigen ab Leeds und WaH Vr » mwtch. In die erste Liga steigen ans P o r t h s - month ui* Midd 1 eSbrough. Brsooice konnte in Australien auch das Retourspiel gegen das westausiralische Team gewinnen. Die Tschechen siegten vor 8000 Zuschauer» bei Sturm und Regen 6 :4 (3 :2). Fritz Kerr — Trainer beim Mal lab i in Korvno. Der ehenmlige Hakoah-Spieler und mehrfache Internationale Fritz Kjerr (Konus), der in den letzten Wichen in Wien weilte, wurde mttev tzuten Bedingungen vom Sportklub Makkabi in Kowno -engagiert. Kerr, dem auch in Wien mehrfache Angebote Vorlagen, hat sich entschlossen, dem Ruf <deS bekannten jüdisches ,Verein es von! Litauerr zu folgen, da er dort ein großes Betätigungsfeld vorftndet. Denn Makkabi ist bestrebt, ein Allroundverein zu werden, wozu er in "sm sportlich Vielseitigen Kerr den geeigneten Mann findet. Serr hat überall, wo er. bisher wirkte, schöml Erfolge erzielt imfr wird auch den jüdischen Sport Litauens sicherlich in kurzer Zeit auf eine achtbare Höhe brbrgen. JMscher Tmnverbmrd. Montag, den 9. Mai, findet um 6 Uhr abends im Sitzungssaal des Makkabi, 9. Bez., Liechtensteinstraße 2V, eine ordentliche KroiSturnvcrtSsitzrcntz mit folgender Tagesordnung statt: 1. Einlauf; 2. Anrichte; 3. Eventrrcrlia. BlSdy schlagt Deckardt. Beim gestrigen Meeting des Sportklubs Rapid gelang es dem Hakoahuer B l ö d y, über 2000 Meter abermals den W. A. C.-Marm Deckardt in der guten Zeit von 5.59,4 Minuten zu besiegen. Ueber 100 Meter konnte Jandl mit 10.8 SekmLen den ö st e r r c i ch i s ch e n Rekord ernstellen. Füufimnpf der Kraftsportler. Der Kreis Wien des Oesterrcichischen Kraftsport Verbandes Bringt heute auf seinem SPprtzplatz, 9. Bez., Innerer Gürtel 74, einen aus 60-Meter^Lauf, Weitspnmg, Kugelstoßen, beidarmig Gewicht stoßen und Ringen, bestehenden! Fünfkampf zur Austragung. Cs sind hiezu 49 N-ann u n g e n eingelangt, darunter von fotzenden indischen Sports lern: Mnzcnhofer (Kadimah), Schlanger, I. Birnbaum, Weiß 1 und 2, Hirschl, Stern, Münz (alle Hakocch). Die Kämpfe beginnen um 2 Uhr. s u r i i;v | Beim Lauf „Quer durch Kladno" über 3800 Meter placierte sich der talentierte Weiß, Hagibor, Prag, nachdem er durch drei Viertel dm: Strecke führte, nach dem tüchtigen Keverle von Sparta-Kladno als Zweiter, während der Hagibvrianer Adler den sechsten Platz besetzte. Dia Tat Adlers «ist um so mehr von Bedeutung, das er sich als Soldat in dieser Kategorie bestimmt als Erster Placiert hatte, doch bevorxcrgte er die Vertretung dev jüdischen F<ychyr- (Melsterl-ost Wteldirs. 5 Wir). Vienna—Wacker (M., Wackerplatz 6 IHr). Slovan—Simmering (M., Simmering 5 Uhr). Sportklub—Rudolsshügel (M., Dörnbach 5 Uhr)'. Cricket—Makkaväa (Pretzburg) (Dornbach 3 Uhr) . Hakoah komv.—Polizei Sp. V. (Hakoahplatz 3 Uhr). Hakoah—Weiße Elf (Hakoahplatz 5 Uhr). Sie Spiele der Hakoahmannschasten. Auf den: K r i e a n e r Sportplatz absolviert der Hakonhnachlvuchs heute abermals zwei Spiele. Um 3 Uhr tritt eine kombinierte Mannschaft gegen die starke Po li ze isp>o-r tverein-ig'UjNg an, mn 5 Uhr spielt die derzeitige Kampftnannschaft gegen den schweren Gegner Weiße Elf. Die eifrig trainkerenden H'akoahner haben in den letztcn Spielen bemerkenswertes Können gezeigt. Es reifen hier sichtlich große Dal-mte heran, in denen man heute schon den Ersatz für die erste Mannschaft erkennen kann. Es verlohnt sich den Jungen beim Spiel zuznsehen, m der jedes Publiknmsinteresse die junge tzakoahgarde noch mehr cmspornt. Nie Prebbmger Mnkkaliiia ln Wie». Die jüdische Mannschaft aus Bratislawa, die seit vielen Jahren ein Zentrum des jüdischen Sportes in der Slowakei bildet Und sich seit jeher durch Spielkrast auszeichnet, gckstiert heute wieder in Wien. Auf dem Dorn- La cher Sp.ortPlatz tritt die Mäkkabäa vbr dem Meisterschaftsspiel Rudolsshügel gegen SPortklnb gegen di e CiLicketer an Die Preßbnrger, die gut zu kämpfen verstehen, werden den Cricketern sicherlich •einen ebenbürtige» Gegner abgeLen. Die jüdische Miannschast tritt in folgender Ausstellung an: Weiß, Reiner, Löwinger, Berl, Grünfeld, Berger, Groß, Maier, Jellnrek, Klein, Szanto. Einige dieser Spieler sind Jnterirationale. Der ständige Mttelläufer der Mamischaft Armin Weiß ioeilt bekanntlich mit der Hakoah in Amerika. Die Cricketer stellen folgende Mannschst't: Eichinger, Raab, Schleinzer, Molatschek, Zankl, H'odek, Köhler, Nil, Roscher, Kabnrek, Schwarzer. Das Match wird vom 'Schiedsrichter Adler geleitet. Gerichtliches Nachspiel eines Hockeyspieles. Bei einem am 9. Mai v. I. zwischen den Vereinen Hakoah und Brwegungsspieler stattgehabten Hockey spiel Warpe der Spieler der Hakoah Felix Rosenfeld von dem Gegenspieler Josef Berger durch einen Schlag mit dem Hockey stab in tet MaWckgegend leicht verletzt. Da nach Angabe mHrever schauer und des verletzten Spielers Berger den Schlag a b sich4lich geführt haben soll, wurde gegen ihn beim StvafbeMVgericht 1 die Anklage wegen vorsätzlicher leichter Körperverletzung erhoben. In der gestern vor dem LGR. Dr. Ar La stattgehlMen Verhandlung stellte! der Beschuldigte entschieden in .Abrede, absichtlich einen Schlag gegen Rosenfeld geftihrt zu haben. Dieftr sei ih-m vielmehr, in dem Bestreben, den rolleirden Ball vom! Tor der Hakoah abzuhalten, in dem. Hockeystab hinerngelaufen! rmd dürfte hiebei einen Schlag bekommen haben. Der Prktzr^ beteiligte« Rosenfeld erklärte, daß Berger chm absichtlich ichran Schlag mit dem Hockeystaö versetzt habe. Aas ei«em M des Struma . ging hervor, daß Berger Wiederholt wegen S'pielens bestraft wurde. Mit Rücksicht auf dürfe Strafkartv gemerkte der Richter: „Zum Sport kann wlohl niemand gezwungen weirden. Wenn mau. sich aber «inieindm Sport betätigt, ist man verpflichtet, sich anstjändig zu benehmen und fair zu spielen." Der jals Sachverständige vernonnnene Präsident hes Hockeyverbandes, Rechtsanwalt Dr. Munk, erklärte, daß mit Mcksicht auf die vom Beschuldigten! Und vom Verhetzten entgegeirgesetzt geschilderte Situation nicht behauptet werden könne, daß Berger absichtlich Men Stoß geführt habe. Es sei nicht ausgeschlossen, daß Rosenfeld den Schlag beim Hineinlaufen in den Hockeystab des Gegners erhalten habe. Der Sachverständige erklärte, daß beim Hockeyspiel es nicht selten vorkomme, daß ein Spieler, tv«m auch unabsichtlich, vom Hockeystab getroffen wird. Der Richter sprach dm Angeklagten frei. In der Urteilsbegründung hob er hervordaß Berger allerdings als ein roher und rücksichtsloser! Speiler bezeichnet werden müsse, daß aber ein Beweis in dev Richtung, daß er absichtlich «der auch nur fahrlässig dem Gegmspieliw den Schlag versetzt habe, nicht «erbracht worden ÜfcL Nagenu. Darmlaidendo nehmen mit bestem Erfolge „BOIUCARBON“. zusammengesetzte Tierkohle-Tabletten. Bolucarbon, von ärztlichen Autoritäten empfohlen, bestbewährt bei Blähungen- Aufstoßen, akuten und chronischen Magen- und Darmbeschwerden etc., .sind In der Apotheke G. BRADY, Wien, I., Rotenturmstraße 18, Ecke fleischmarkt, stets lagernd, wo auch Literatur gratis erhältlich ist Postversand überallhin Nv^V-rv /v /v rv /v/' /vvv /v /v yv >»v -v