Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2934 (29.4.1927)
- Date
- 1927-04-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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SsWe W M«. Fvettag Wietter M-rgONzett««- Sv. Aprkl 19S7 Nr. 2934 Mit der Hakoah in Amerika. Bor der Landung. (Bau einem RetzeteUarhmsr.) Me vrieMche Berichterstattung ans Amerika wird durch die aktuellen Tatsachen freilich immer Wertzoll. Wenn auch Hakoah übermorgen gegen die New Vovker G i a n t s schon das dritte Spiel auf amerikanischem Boden austrägt, wollen wir den folgenden Brief unseres Berichterstatters unseren Lesern nicht vorenthalten. — Die Red. Auf der „A q u i t a n i a", am 1b. April. Es ift 11 Uhr vormittags (Wiener Zeit: 5 Uhr nachmittags). Zum erstenmal Land in Sicht. Die See ist ,'piegelglatt, eine herrliche Sonne leuchtet, alles befindet sich in festlicher Stimmung. Noch drei Stunden und dann werden wir landen. Bonge Woche Samstag fuhren wir, wie berichtet, von Paris nach Cherbourg. Der Sonderzug der Cunard- Linie kam am Nachmittag an. Mr wurden von Heß erwartet. Die ärztliche Untersuchung und die Revision waren eine bloße Formalität. In der dritten Klaffe soll es umso strenger sein. Drei Tender standen bereit, um uns zur „Aquitania" zu führen. Das Rieserrschiff machte als es am Horizont erschien, einen mächtigen Eindruck und wirkte eigentlich durch keine Masse auch auf Aengstliche beruhigend. Wir schifften uns rasch ein, es gab eine neuerliche formelle ärztliche Untersuchung, dann ging es in die Kabinen. Wir wurden gut untergebracht. Das Nachtmahl wurde im großen Speisesaal bei Muftk in bester Stimmung eingenommen. Um 7 Uhr erfolgte di« Ausfahrt und das Schiff begann zu schwanken. Sonntag gab es schlechtes Wetter, das sich am Dienstag noch verschlimmerte. Bewegte See, Regen und Kälte. Fast alles wurde seekrank. Ganz verschont blieben nur Fischer und Katz, auch Spiegler, Kupfermann, Fabian. Gold, Wortmann geht es sehr gut. Am schlechtesten kamen Weiß und Nvkolsburger davon. Aber auch Baar, Scheuer, Kovacsi, Kestler, Heß u. a. litten sehr. Am Mittwoch wurde das Wetter wieder schön und man lebte, auf und zum erstenmal versammelte sich alles wieder auf Deck. Spiele wurden arrangiert, es gab Boxkämpfe zwischen Matrosen und auch Beer und Mausner stiegen in den Ring. Da sich Mausner in der ersten Runde den Arm verstauchte, wurde der Kampf abgebrochen. Abends gab es eine Kinovorstellung. Auch am Donnerstag hielt das gute Wetter an und, im Speisesaal wurde das Versäumte nachgeh ölt. Auf eilte radiotelegraphische Anfrage in New Dork erhalten wir die Antwort, daß das erste Spiel schon am 30. April und zwar gegen Bethlehem Steel stattfindet, also eine Sensation. Der stärkst« Gegner am Anfang! (Das Match ist bekanntlich 0 :0 ausgefallen. — Die Red.) Im Verlaufe des Donnerstags wird das Meer wieder bewegter und es gibt kleine Rückfälle von Seekrankheit. Freitag früh ist alles auf den Beinen. Ms neun Uhr muß gepackt sein, alles eilt dann auf Deck, es herrscht Prachtwetter. Um 10 Uhr vormittags sieht man den e r st e n Streifen Land. Viele Schiffe fahren vorbei. Um 11 Uhr in fernem Nebel die F r e ih e i t s st a t u e. Ueber die Pracht des ichwimmenden Riesenhotels wurde ja schon oft geschrieben. Es herrscht der größte Luxus: Wintergarten. Salons, Spielzimmer, Bibliothek, Turnsaal, Schwimmbad. Derkaufslolal für Parfümerien, Juwelen usw. Auch eine Bar gibt es da. Auf der „Aquitania" fuhren mit uns illustre Reisende, Sir Rain^ay Macdonald, der Führer der englischen Arbeiterpartei und der amerikanische Staatssekretär für Finanzen, Mellon. Aber es gibt auch viel Elend auf dem Schiff, vor allem jüdisches. Viele Frauen und Kinder aus Polen, die endlich dem Manne oder Vater nachreisen können, nach Jahren des Kummers und der Entbehrung. Und in bet' dritten Klaffe Auswanderer, deren Hab und Gut aus einem einzigen Binkel besteht. Hohlwangige alte Juden, vergrämte, früh gealterte Frauen und Kinder, die sich bei allem Elend den kindlichen Humor bewahrt haben. 2lber die Sorge und der Kummer weichen neuen Hoffnungen angesichts der Freiheitsstatue. Auch wir sind in größter Spannung. Wir.stehen vor keiner . leichten. Aufgabe. Wir hoffen, daß mit der Größe, der Prüfung auch unsere Kräfte wachsen werden und daß die zweite Amerikareise der Hakoah einen würdigen Platz in der Geschichte des Vereines «innehmcn wird. Sie Spiele der jüdische« Mannschaften. Der Nachwuchs der Hakoah, die tüchtige Amateurmannschaft, die in den zwei letzten Kämpfen die beiden spielstarken Kweitklafsigen Professionalvereine Neubau und Gersthof besiegt hat, tritt am Sonntag auf eigenem Platze gegen den' drittklassigen Profeffionalverein Liberias an. Hakoah besitzt jetzt viele ausgesprochene Talente, dix bestimmt in absehbarer Zeit in der ersten Kampfmannschaft zu finden sein werden. Libertas rangiert in der Meisterschaft an fünfter Stelle. Die Mannschaft betreibt ein gutes Kombinationsspiel, dürfte aber kaum eine knappe Niederlage verhindern können. Das Vorspiel bestreitet eine gemischte Hakoah- Man n schuft gegen den führenden driMlassigen Amakeurverein Alsergrund. Der Amateurverein ist sogar fast höher einzuschätzen, als Libertas, so daß Hakoah mit einer empfindlichen Niederlage rechnen muß. Der erstklassig« Amateurverein Hasmonea, der aus dem letzten Meisterschaftsspiele ungeschlagen hervorgcgangen ist, trägt gegen den zweitplacierten drittklassigen Professionalverein S t a d l a u ein Freundschaftsspiel aus. Der jüdische Verein wird Mühe haben, ehrenvoll abzuschneiden. In der Meisterschaft der dritten Klasse kämpft Makkabi gegen W. F. C. 20 und dürfte glatt gewinnen. Alle Spiele am Samstag. Mit Rücksicht auf den 1. Mai dürften alle Meisterschaftsspiele bereits morgen stattfinden. Tre Heimkelxrer aus Amerika. Sicherem Vernehmen nach werden Drucker. Neü'feld und Schönfeld im Laufe des Monats Juni in Wien eintresfen und nicht mehr nach Amerika zurückkehren. In Czernowitz schlug Makkabi die Hakoah 3:1 (2:9). Die Tore schossen Glatter, Blum 2 und Drescher,' für Hakoah Eckstein. Faires Spiel, schwacher .Schiedsrichter. Me rilch-Lennis-Meifterichasten von Lefterreich. Paul Fiußmann (Makkabi) österreichischer Meister. Die Austragung der Kämpfe um die Tisch-TenniS-Meisterschaften von Oesterreich fand in den Olympiasälen in der Zeit vom 21. bis 33. April statt. Die Herrenmeisterschaft gewann Paul F l u ß m a n n vom jüdischen Sportverein Makkabi in hervorragendem Stile. Don allen Partien, welche er spielte, verlor er bloß zweit Sers, und zwar eines gegen Fre Udenheim (W. A. C.) und eines gegen Liebster (W. T. T. C). Me übrigen Spiele gewann et glatt 3:0. Zweiter in der Herrenmeisterschaft wurde Liebster, Dritter Freudenheim. Pillinger (Makkabi), der bei der Weltmeisterschaft in London den dritten Platz besetzte, konnte sich krankheitsha-bber an der Konkurrenz nicht beteiligen. In der Damenmeisterschaft besetzte Frau Wildam (F. F. B.) kampflos den ersten Platz. Die Damen, welche für die Konkurrenz in Betracht kamen, traten nämlich zum Zeichen des Protestes gegen einen Beschluß der Leitung deS Tisch-Tenn iS-Vevbandes nicht an. H e r r c n d o p p e l s P i e l: 1. Weiger—Thum (W. A. C.); 2. Löwy—Freudenheim (W. A. C.). Gemischt es Doppel: 1. Frau Wildam— Löwy; 3. Flutzmann—Flußmann. (Im fünften Satz 21:23 gegen die Sieger verloren.) taus Nußdaum. Der plö'zlich verstorbene Funktionär akoah-Leichtath etiksektion Hans Nußbaum wird heute um halb 3 Uhr im Krematorium bcigeseht. Die Hakoauner! werden gebeten, sich hiezu zahlreich einzufinden. — Ernst Wollmann, ein junger Sportler der Bielitzer Hakoah, ist hier nach schwerem Leiden gestorben. Wollmann, der hier weder Verwandte noch Bekannte hat, wird heute um 10 Uhr vormittags auf dem Zentralfriedhof (3. Tor) begraben. Das M. Kuhe-Gedenklauftn findet am Sonntag, den 3. Mai, statt. Die Distanz ist 10 Kilometer, gelaufen wird in vier Gruppen: a) Senioren, b) Junioren, c) Neu-- linge, d) EinzeUäufer, die keinem Verein angeh'lren, oder von Vereinen, die nicht dem Oe. L. V. angeh'lren. Die Bestimmungen lauten: 1. Das Laufen wird mit Genehmigung und nach den Bestimmungen des Oe.L. D. ausgetragcn. 2. Die drei Ersten jeder Gruppe ereilten Ehrenzeichen, der Sieger im Gesamteinlauf einen Ehrenpreis. 3. Nennungen müssen Namen, VereinKzugeharlgkeit, Gruppe und das Nonngeld (60 Groschen) cntftrlten und längstens bis 2. Mai beim Oe.M K., 7. Bez., Kriser- . straße 6, eingelanot sein. 4. Für die Grn'we d) find Nachs nennunaen am Start gegen 1 Schilling Nenngeld zulässig. 6. Start Vunkt 10 Uhr beiru Kilometer 6. der Larenburger AUee. Wendepunkt Kilometer 11. Umkleidelokal Meierei Jnzersdorf. , Für die Olympischen Spiele 1936 bewerben sich Dentschland iBerlin). Italien (Rom), Spanien (Barcelona). die Schweiz (Lau^nne) und Finnland (HelsiwgforS). Eins Entscheidung ist noch nicht gefallen. Senioreirkonkurrenzrir im Fechten. Die Akademie der Fecktkunst veranstaltet am Samstag, den 30. April, um 18 Uhr. im Feckt"lub Rotem''ein, 9. Bez., Vor?el!angasse33a die Senlorenkonkurrcnzen der Gruppe A, die um ihren Rang kämpfen. Dieser Nana bleibt vis auf weiteres. Es steht jedoch jedem Fechter in dieser Gruppe das Recht frei, einen im Vorrang stehenden Fechter auf ein Gefecht herauszufordern, welche Herausforderung vorher der Akademie der Fechtkunst bekanntzugeben ist. An« den vereinen. Jewish Aklround Sporting Club. Heute Klubabend im Wiener Ringcafe, 1. Bez., Stubenring 13, ab 8 Uhr, Pina.iPong ufw. Das Schnümmtraining im Beatrixbad entfällt bis auf weiteres. Das Krißendorfer Bad wird wahrscheinlich schon nächste Woche eröffnet. Herren und Damen, die sich für Saisonkabinen interessieren. melden sich am K'ubabend. Donnerstag, den 8. M.ri, Klubkampf in Pin-- lpong gegen Wiener Amateur Sportverein tat Domcase. 1. Bez., Singerstraße. Es spielen: Burstvn 1 und 2, Kcttner, Rauchmann; Ersah: Bottwin, Jewilevitsch. Jeden Sonntag Tagesausflug. Sonntag, den 1. Mai. Treffpunkt um 9 Uhr beim Hotel de France. Dienstag, den 10. M i G nera^ver'ammlung. Mit'liederaufua^me, Auskünfte ufw. jeden Dienstag und Freitag ab 8 Uhr inr Wiener Ringcafe, 1. Bez., Stubenring 18. Theater von heute Burgtheater: Alpenkönig und Menschenfeind Ankang halb V,8. Ende 10 Uhr Akademietheater Spiel im Schloß Anfang */,8. Ende 10 Uhr AtaatSoper: Die Macht des Schicksals Anfang 7 Uhr Ende vor 11 Uhr Deutsches Bolkstheater: Der Garten Eden Anfang l\8. Ende nach 10 Uhr VolkSoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verloren Anfang V,8. Ende 10 Uhr Theater a. d. Wien. Dre Königin Anfang %8 Ende gegen 11 Uhr Johann-Strantz-Thearer: Glück in der Liebe , Anfang 8 Ende l/,U Uhr Raimund-Theater r Der Orlow . Anfang l/,8. Ende gegen »/,11 Uhr Wiener Bürgertheater r Caglioüro in Wien Anfang V,8 Ende »,,11-Uhr Gßadtlheaterr Wien iacht wieder Anfang */?8. Ende nach 10 Uhr Reuaissauee-Vührre Me Frau auf Anteilschere Anfang 8 Ende nack 10 Uhr Theattzr in der Josefftadt r Die Gefangene Anfang */»8 Ende 10 Uhr Reue Wiener Biihne. Onkel Be.nhard Anfang V,8, Ende 10 Uhr Kammerspiele Llffy, die Kokotte Anfang V28 Ende V.tO Uhr 10 Uhr : Nachtrevue: «Alles verkehrt" Modernes Theater: Fauteuil 47 Anfang 8 Ende 10 Uhr Lustspiel-Theater: Das Sprungbrett der Liebe Anfang 8 Ende nach 10 Uhr Roland-Bühner Dortne und der Zufall Anfang */«8 Uhr. Ende nach 10 Uhr Jüdisches Künstlerkabarett. 2 Bez.. Praterstraße 60 . Reifete dem Redens 8 Jüdische Bühne, 2. Bez.. Taborstraße 12. Der Preis fhn Liebe 8 Zirtuc- Ad ölst, riienz^ebände. Apollo-Theater: Haller-Revue „An und aus" Anfang '/,8 Uhr d Radio-Programm Heute Freitag 11 Uhr: Vormiuagsmusik. 1815 Uhrr Nachmittagskonzert. 17 4b Uhr: Wochenbericht für Sport und Fremdenverkehr. Sektionsrat Deimetn. 18 Uhrr Die bildende Kunst und die Festwochen. Prof. Alexander. Goltz 1810 Uhr . Musikalische Formenlehre IN. Prof. Dr. Richard Dtöhr. .19 Uhr: Französisch für Vorgeschrittene. 19*80 Uhr: Englisch für Anfänger. 2005 Uhr: „Die Frau von vierzig Jahren" Schauspiel von Sil-Vara. Mitwirkend Lilly Marberg. Morgen Samstag 11 Uhr - Vormittagskonzert. 1616 Uhr: Nachmittagskon ert. 18 Uhr: Monatsbericht über die Arbeitspläne der Wiener Volksbilvungsanstalten. 19 Uhr: l>ebertragung aus der Wiens» Ltaatsover. „Fal'toff", komiiche Oper von Verdi. An chlteßend Abend-Tanzkonzert der Kapelle Bertvold Ullmann. carcur kronÜ Prater,Olympia-Rennbahn (v.d Rotunde) Täglich halb 8 Uhr abends Jeden Sonntag, Mittwoch und Samstag 2 Vorstellungen mit unverkürztem Programm. Wochentags zahlen Kinder unter 12 Jahren am Nachmittag halbe Preise. Vorverkauf an den Clrkuskassen ununterbrochen von 10 bis 7 Uhr sowie irrt Basar, I,. Rotenturmstraße 16. — Keine Stehplätze, Sitzplätze von S 1 40 an. Der zoologische Park ist täglich von halb 10 bis 6 Uhr gchffoet* Ottomanen nnd Diwans zu dillinsten r-ilrn dlrrki > eim Nrzr«''tr Iokek Ksblltz u Sohn. 1 Äez. Siebenstern« «aste 12. ls Ui zimerMkl Sollt) und bilitft lb, z»lei Mitt, u. Sohn 7.. Bez. Stebemiernp ffe i« II1BIBI1II911I eureFstße mora'ii orieil «teg«n Ql&sen, n e n I o b, ic b wo I ß, lohlta- ■rönnen ’orcb Tr»«en 'er * e h * e n Dr.Hogyes A SOESTS on LEN Um Pa«! liop ieiBtarU 8 S —>, oinUchnUrk S l 60, Asboat* H| o n k » o R elnlnresob e mit Stebtselenk S 0 — Versand oei Naehusbme Ltf^r alter Aaueotwaren I* atten and -'ebnOie Aebestsohlentobrlk Dr H H g y e s, Wien, I. Doml* nlkanerbMtei 21 Bcke Kal. Prima Waschseidenstrümpfe 8 7'50 Jatov Gelles, Rotgasse 1 (Ankerhof) Alleinige Anzergeii-Annabme Annoncenexveditioa Heinrich Schalet Wien 1 Bezirk. Äoüzetle 11- Herausgeber und Eigentümer: Jüdische Zeitungsu. Bertagsges. m. b.- H.. Wien. 2. Bez., Taborstrabe 1—3. — Verantwortl. Redakteur: Jakob Krausz. Wien. IS. Bez.. Brechergasse S — Druck: Bien 7. Dez.. Lerchenfelderttrab« l MWrnjmäü t 'jniTm' .^j