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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-28 · Heft 2903 (28.3.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2903 (28.3.1927)
Date
1927-03-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Wien. Zum Abholen mdet Expedition, iI.,Tabofatr 1-8 oder ineinerVersckleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tschecho Slowakei: Mon.K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankr eich» Belgien: Mon. Pres. 35 N*p,h*»h i is;en oetPrel«- ath3 hangen rarbah alten. Ar.?903 Wienec orgeiyeiimm iPfcii gO Ol Englan d: Mon. 4 Schi Hing Italien: Monatl. 20 Life Rumänien: Mon. 170Lei BnlgarientMon.lOOLena. S c hw e i * und das übrige Ausland monatlich Pro«. 0 Redaktion» Administration. Wien, II., Taborstr* 1 Telephon: 44-048, 43*3-10 Ab 6 Ohr abends Telephon Nr. 31-0-86 u. 81-209 VH., Lerchenfeldorstraße 1 (Druckerei „lata*) Oesterreichisehes Posta parkassenkonto Nr. 150 60$ Men. Monlaa, 28. Mir, 1927 (24. Weatzar 5887). 9. gatzrgang Kin Aerzlestreik in Sesterreich? Sin Ultimatum des Reichsverbandes der SKerreichilchen Aerzteorganisallonen an die Regierung. — Frist bis zum 8. AprU. Fm redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. JOdUdKUstc Wählerversamiiilfingeii Heute Montag, den 28. MSrz 1927 8 Uhr Restauration A. Barschak, II., Große Schiffgasse 3. Redner: David Nebenzahl und Dr. Josef Lowenherz. Sie Kantonefen fordern die RLSgäbe der aublllndifchen Niederlaflnnsev. kineMflenvWmmlungjnSaiaWal. S cha ngh a i, 87. März. (Reuter.) Der Tag ist ruhig verlaufen» obgleich in der Chinesenstadt,^d'le an die französische KonzMon grenzt,' eine Maf f enversanrml ün g abgehalten wurde, an der bet nationale Oberbefehls aber T s ch a n -g k a i s ch e k und der Befehlshaber von Schanghai, P a i t.s ch i n gf i, teilnahmen. Es wurde eine Entschließung. angenommen,. in der die sofortige Rückgabe der ausländischen Niedcrlass ü n ge n i n S ch an g h a i gefordert und oist^n e u erlich e r Generalstreik, befürwortet wirdW A: «schließend an die Versammlung veranstaltete die Menge eine Kundgebung in den Straßen, doch wurden von der Grenzpolizei der Fremdenniederlassung keine Ztzvischenfälle gemeldet. Stt iiiM anf fcflng Beginnt. Landon,. 28.■ Döürz.!General Tschangkaischek erklärte dem Korr.spondent n d r „Bits) United Preß", es sei seine' Absicht, auf Peking zu marschieren. Das Haüptzicll der Kanton sen bestehe in der Wiederherftvllung der Einheit Chinas. Der Bormarsch nach Norden werde ohne Zeitverlust ausgenommen werden. Eine Armee werde längs der Küste nach der Provinz Schantung marschier.n, eine anders der Eisenbahnlinie von Nanking nach P k!ng folgen, und G neral F eng werde aus der Mongolei an der Spitze einer Armee von 200.000 Mann den Vormarsch nach Peking eröffnen. Die Kantonesen würden keinerleiKompromrßvor schlüge annehmen. Gespannte Lage. Washington, 26. März. A-miral.Williams bezeichnet in einem Telegramm aus Schanghai die Lage als sehr gespannt. Es wurden weitere amerikanische Strei tkräfte gelandet, um die Truppen bei der Verteidigung der internationalen Niederlassung gegen drohende Ausschreitungen des Pöbels zu unterstützen. Smlilch-IkmiMche MsmmMielt. Schanghai, 27. März. Auf einer Konferenz zwischen dem britischen Generalmajor Dune an und dem französischen Admiral ist eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Engländern und den Franzosen Hel der Vereidigung der ausländischen Niederlassung vereinbart worden, was aber n i ch t bedeutet, daß der Befehl in einer Hand vereinigt wird. Der Neichsverüand der österreichischen Aexzteorganisationen, der die Vertretung sämtlicher österreichischen Aerzte bildet, hat gestern nach einer mehrstündigen Sitzung beschlossen, an die Regierung ein Ultimatum zu richten, das den 8. April als letzten Termin für die Erfüllung der von der Aerzteschast gestellten Forderungen fixiert. Sollten bis dahin die Forderungen der Aerzbe von der Negierung nicht bewilligt werden, dann will die gesamte Aerzteschaft Oesterreichs alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel anwenden, um sich selbst zu ihren Rechten zu verhelfen. Das Ultimatum wird heute von einer Aerztedeputation der Regierung überreicht werden. Wiedereintritt Argem intens und Shafilleris in den Völkerbund. Bern, 27. März. (Scherz. Dop. Ag.) Nach in Genf vorliegenden Meldungen ist der W iedere in tri tt Arge n t ,'i n i k n 3 in den Völkerbund . im. September iv a hrf ch e i n l i ch." ^'■&^. Nach Meldungen drr Pariser Blätter aus Genfer Völkerbun-dkrÄsen scheine auch Brasilien geneigt zu sein, das regelmäßige Zusammenarbeiten mit dem Völkerbund wieder aufzunehmen, was daraus hervorg:he, daß es zu der für den Mai geplanten W >i r t s cha f t s k o n fe re n z eine Delegation mtsende. Bor einem Zgrnrah.,erstatt in der Lschccho- . iisisalei. ' Prag, 28. Mü^z. Das EifenLahnministerinm hat Samstag die Durchführungsverordnung zur Eisenbahner- Dienstordnung herausgegeben, ohne daß vom Ministerpräsidenten Svehla und vom Eisenbahnminister Najman das gegebene Versprechen, vor der Herausgabe der Durchführungsverordnung mit den Vertrauensmännern eine Konferenz über eine eventuelle Abänderung abzuhalten, eingehalten worden wäre. Durch dieses Vorgehen fühlen sich die Eisenbahnerorganisationen provoziert und ihre Abgeordnetenvertreter werden heute beim Ministerpräsidenten Svehla und beim Eisenbahnminister vorsprechen, um die Zurückziehung der DurchführungKverordnung zu verlangen. Sache die Regierung dieser Forderung nicht Nachkommen, daun ist der A u s b r u ch d e s offenen Kampfes unvermeidlich. Die Situation ist äußerst kritisch. Die Exekutive der Eisenbahnerorganisationen hat bereits alle notwendigen Maßnahmen für den Streik getroffen. Auch das Postministerium hat ohne vorhergehende Verhandlungen mit der Liga der Postangestellten die Durchführungsverordnung zur Dienstordnung für die Postangestelltcn herausgegeben. Infolgedessen werden die Vertreter der Liga heute beim .Postnrinister No sek vorsprechen, um die Zurückziehung der Durchführungsverordnung und Einleitung von Verhandlungen verlangen. Leulfchlands Kamvi gegen Schmatz und Schund. Berlin, 27. März. Der Leipziger Maler und-Graph )ker Professor Franz He i n ist vom Neichsmlnister des^ Innern in die Oberprüfungsstelle für Schmutz und Schunds berufen worden, Für die in. München einzurichten-dc Filmprüfuiigsstelle hat der Schutzverbar.d deutscher Schrift-, stellet Heinrich Mann und Bruno Frank als Prüfer vorgeschlagen. Das Reichsministerium hat diesem Vorschlag z u g e st immt und gleichzeitig den Redakteur des „Simpliclssimus" Dr. Hermann Sinzheim er in die Prüfstelle als Beisitzer berufen. Dir Forderungen der Aerzte erstrecken sich bekanntlich in erster Reihe auf den Schutz der erworbenen Rechte für ihre bei den Krankenkassen angestellten Mitglieder. Der von der Regierung diesbezüglich ausgearbeitete Gesetzentwurf wurde von den Aerzten schon vor längerer Zeit abgelehnt, doch hat die Regierung seither keinen neuen Vorschlag gemacht. Die zweite Forderung der Aerzte geht dahin, daß die Krankenversicherung nur bis zu einer bestimmten Einko mm ens grenze zulässig sein soll. Die diesbezügliche Forderung wurde von der Regierung ebenfalls nicht erfüllt. Polen uns Sowlelrutzlaud. Warschau, 27. März. »Kurjer Warszaiwskr" bespricht die Frage der eventuellen Wieder a u f n a h nrte von polnisch-fowj etr ussischen Verhandln n.gen über den Abschluß eines Nichtangriffpaktes und stellt fest, daß das Zustandekommen einessolchen Paktes auf gewiss Hindernisse stoßen.wüvde, die sich aus den Bündnisverpflichtungen Polens gegenüber Rumäniens wie. auch aus der Mitgliedschaft Polens zum Völkerbund ergeben.müßten. Was die Aufnahme anlange, die ein solcher Pakt bei den Großmächten zu gewärtigen hätte, spricht das Watt die Vermutung aus, daß ein Vertrag, der dem europäischen Frieden eine wirklich starke Basis schaffen würde, überall mit Genugtuung begrüßt werden würde. Perfisch-russische BerhaMuugeu. Moskau, 27. März. Der persische Minister des Aeußern ist zwecks Verhandlungen mit der Sowjetunion hier ein^troff-en. Politische Schlägereien in roulo». Renaudel tätlich angegriffen. Par iS,'27. März. In Toulon war gestern eine sozialistische Versammlung anberamnt, in der eine Anzahl Abgeordnete, darunter Renaudel, sprechen sollten. Wegen der zahlreich erschienenen politischen Gegner konnte kein Redner zu Worte kommen. Stärkere P o l izei kräfte mußten aufgoboten .werden. Renaudel wurde bei einer SchilLgerei tätlich angegriffen. Sin Finanritandal in Prag. Prag, 28. März. Nach dem „Pondelni List" ist gegen den Direktor der Tschechischen Kreditanstalt Vesin die Strafanzeige ivsgen Veruntreuung und verschuldeten Konkurses erstattet worden. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, die sich auch gegen vier weitere Mitglieder des Bettvaltüngsausschusses der Anstalt richtet. Das Institut war, wie das Blatt schreibt, schon am 31. Dezember 1934 passiv. Es wurde ein Defizit von 6 Millionen tsch. K. festgestellt, aber Direktor Vesin' überreichte trotzdem kein Gesuch um Einleitung des Ausgleichs- oder Konkursverfahrens. Kommittenten wurden 'weiter: ausgenommen. Ohne ihr Misseu wurde mit deren Wertpapieren spekuliert und die erzielten Gewinne zur Deckung der notwendigsten Ausgaben verwendet. Durch den Betrug sind etwa 200 Klienten^ geschädigt, meist kleinere Einleger. Der Umfang des Schadens erreicht einige Millionen tsch. Heute Ende der ßehlamatlonsfriU! Jeder Wahlberechtigte nütze «och die Zeit aus, um sich zu überzcagen, ob er und feine Bekauntsn in die Wählerliste aufgenoururen sind. Wahlberechtigt ist jeder jüdische Ttaatsbürger, drr a>u 1. Jänner d. I. das 20. Lebensjahr erreicht hat. Zum Nachweis der Berechtigung sind Dokumente wie Heimatsschein, Geburtsschein, Patz, AraeUsüuch, P^dezettel erforderlich. Dis Wü'hi^rüste liegt in den Amtslokale» der Bezirke (Makistraüsiheä Bezirlsamt) zur Einsichtnahme aus. Wer sich bei dem Wahlausschuß für die jüdische Liste noch nicht gemeldet lat, tue dies unverzüglich im Rekla» mationsvurvau, 2. Bez., Taborstratze 1—3, Mezzanin, rechts, heute van S bis 5 Uhr nachmittags.

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