Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2896 (21.3.1927)
- Date
- 1927-03-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Gtztte 2 UKRr jUtUUCUgf 21. Mlktz ÄSf 1CN£II HORGENZltTUNd 1 KiPON : ftreuzwdrt- Nr. 37 Ae pragmatische Sanktion -ei -er Baron-Hirsch-Stistung. Einige Pensionisten der Baron-Hirsch-Stistung schre,iw.rt >ms: Welcher Zusammenhang besteht Mischen der Baron-Hirsch-Stiftnng und der pragnmtischen Sanktion? mttb so mancher fragen. Es ist doch bekannt, daß die Baron- Hirsch-Stistung die Gesetzmäßigkeit nicht so besonders liebt. Ms iiit Jahre 1922 in Oesterreich das Lebensmittelzuschußgesetz erlaffen wurde, habeir alle Unternehmer ihren Angestellten und Arbeitern Lebensmittelzuschüsse bewilligt, da? Kuratorium der Baron-Hirsch-Stistung jedoch wollte den Angestellten diese Zuschüsse nicht zahlen. Erst als die Lehrer deswegen klagten, mußten die Herren erfahren, daß auch sie die Pflicht haben, dieses Lebensmiittelzuschußgefetz zu beachten. Welche Bewandtnis hat es aber ntit der pragmatischen Sanktion? Als im Jahre 1892 die Baron-Hirsch-Stistung errichtet wurde, war Herr Dr. Moritz Friedlander zrün Sekretär ernannt worden. Nach etwa elf Jahren erhielt die Stiftung in dem Herrn Dr. Arnold Ascher einen neuen Sekretär, nachmn der frühere pensioniert worden war. Lange Zeit war es nicht klar, wieso die SBaljf auf Dr. Ascher fallen konnte, denn zur Leitung und Uebernmchung der Volksschulen in Galizien hatte er gerade nicht die Eignung. Aber bald war das Rätsel gelbst. Doktor Ascher hatte in die Stiftung eingeheiratet. Die Herren Kuratoren hatten sich also der pragmatischen Sanktion erinnert und von ihr Gebrauch gemacht. Dr. Ascher heiratete die Tochter WB Sekretärs Dr. Friedländer und erlangte so die Befähigung, die Würde eines Sekretärs in der Baron-Hirsch-Stistung zu bekleiden, obwohl ihm' das Schulwesen fremd war. Nun ist Dr. Ascher schon seit zirka 26 Jahren im Dienste der Stiftung. Er beabsichtigt, sich pensionieren zu lassen, hat jedoch schon vor Jahren für die Nachfolge gesorgt unk» auch dafür,, daß die pragmatische Sanktion nicht verletzt werden soll. Seine Tochte Hilde Wagner, geborene Ascher ist als Angestellte in der Baron-Hirsch- Stiftung beschäftigt, und damit dieser eigentümlichen Besetzung nicht zu Leibe gerückt werden kann, wurden dieser Frau die Bnreauräume der Baron-Hirsch-Stistung als Wohnung zugewiesen und die Beleuchtung und Beheizung zugestanden. Dr. Ascher betrachtet sich also, als alleiniger und berechtigter Eibe hier Barön-Hirsch-Stiftung, da es sonst unerAärlich wäre, daß er feiner Tochter auf Kosten der armen Lehrer ein Gehalt, eine Wohnung samt Beheizung und Beleuchtung zugewiesen hat. 'Wenn das Kuratorium keine Schulen mehr hat, keine Lehrer mehr benötigt und kein Bureau, dann durste Dr. Ascher diese Räumlichkeiten nicht seiner Tochter übergeben, sondern die Ausgaben der Baron-Hirsch-Stistung um diese Post verkürzen. Die hungernden Lehrer fragen nun den Präsidenten der Baron-Hirsch-Stistung Dr. Edmund Kohn, den Schatzmeister Heinrich Glücksthal, die Mitglieder der Stiftung, Herrn Kuffner, Herrn Gut mann und Hosrat L ö w n e r: 1. Wer hat Dr. Ascher zum unkündbaren bezahlten Kurator ernannt? 2. Haben die Herren das Statut gelesen, wonach ein Kurator nicht besold et sein darf? 3. Können die Herren dieses Vorgehen, womit der besoldete Kurator seiner Tochter die Bureauräume als Wohnung angewiesen hat, verantworten? 4. Wer zahlt für die Beleuchtung, Beheizung, Bedienung und Telephonbenützung seitens des Ehepaares Wagner, das von den Bureauräum-en der Stiftung Besitz ergriffen hat? 5. Hat das Kuratorium die Stiftungsbehörde in Polen von diesen Vorgängen in Kenntnis gesetzt? Diese Protektion ist in ihrer Art und Unbekümmertheit einzig. Hat man je gehört, daß irgend ein Landes- oder Bezirksschulrat oder Bezirkshauptmann die Amtsräume, die er nicht aus seiner Tasche buchst, seinen Angehörigen als Wohnung übergibt? Barm» gbatonb de Rothschild und das Wische Rationalheim. Hermann Bernstein, der Herausgeber der Nerv- >Dvrker „Jewifb Tribüne", der zusammen mit Nathan Straus, vor einigen Togen aus Palästina in Nizza eintraf, hatte in Cap Martia mit Baron Edmond de Rothschild eine längere Unterredung über das jüdische Aufbauwerk in Palästina. Baron Edmond de Rothschild erklärte, daß er schon Vor SV Jahren, da er die erste Kolonie in Palästina begründen half, die Notwendigkeit begriffen hat, daß das Mische Volk eine nationale Heimat brauche und diese Heimat in Palästina errichtet werden müsse. (I. T. A.) 30 Zobcsoüfet der Tornado. St.^ Louis, 19. März. Nach den letzten Schätzungen sind dem Tovwado in Green-Forest 36 Menschen zum Ops-er gefallen. 7v Personen wurden verletzt. Ser Wellflug de Binedo». A-om, 19. März. Die Algenzia Stefan» meldet aus Rvo de Janeiro: Der Fliicyer de P'vneda ist UlM 12 Uhr 40 Minuten in &4t raitu tim nieüe-rgegangon. Semeiuderatswahlen im »«rgenlaad. Gestern fanden im ganzen Burgenlande die Gemeinderatswahlen statt, bei denen dis Wahlbeteiligung eine ganz aüßerördenttich starke war. In E i s e n st a d t konnten die Sozialdemokraten ihren Besitzstand von zwölf Mandaten behaupten, während die Einheitsparteien ein Mandat verloren. In Dauerbrunn haben die Sozialdemokraten ein Mandat gewonnen. Bon weiteren Ergebnissen sind bekannt: Mattersburg: Ehristlichsoziale 10, Sozialdemokraten 7, Wirtschaftspartei 2 Mandate. Schattendors: Sozialdemokraten 9, Christlichsoziale 6 Mandate, Mannersdorf: ChriMchsoziale 4, Landbund 6, Sozialdemokraten 3 Mandate. Oberpullendorf: Christlichsoziale 6, Landbnnd 2, Sozialdemokraten 6 Mandate. Abschluß der Men« Frühjahrsmesse. Gestem abonds wurde das MessegübLude Rotunde geschlossen, welches einen Tay bänger geöffnet Meb als die beide« anderen Messehäuiser. Soweit sich bisher fostsbellen läßt, hat die zwövfte Messe ziemlich gute Geschäftsergebuisse gezeitigt. BvmevbeMwert ist der.Umstand, daß vielfach auÄänbffche Waren von ausländiMgn Käufern erworben wurden, sin Uimstai'.d, der die BedentUing Wien? umld der Wiener Messe als Transttplatz beweist. Len Mitschüler erstochen. Die Tat eines Fünfzehnjährigen. Kannstadt, 20. März. Gestern nachnrittags wurde der 14. Jahre alte Schüler Otto Rnepp von einem Mitschüler nach einem vorausgegangenen Streit in die Herzgegend gestochen. Der Verletzte starb kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus. Der Täter flüchtete zunächst, konnte über später in der Person des noch nicht 16 Jahre alten Schülers Karl Stilz ermittelt und festgenommen werden. Rötfelbrielkafteu. M. Leisttna, Lemberg. Die Verhebamgen in den Rätseik» Nr. 1b und 35 wurdon bereits fa mrseram Blochte (siehe ,-Wiener Margenzoitung" vom 1. d. M.) richtbggestellt. Im Räilsel Nr. 7 s«ud 117 soll eß, wie Sie ganz richtig bmetfen, Meich" heißen. — Alter Abonnent. Bezügflich RädM Nr. 2b fish« die vorherige AuMvnst. Die im Rätsel Nr. 19 siuib 27 verlangte perfffche Begeichnumg ist eßn ön der Schachwelt bekannter Ausdruck. Im Rülisel Nr. 3 erscheint die Legande von 28 und 29 wagrecht vertauscht, was durch de« Simn leicht selbst hervorgeht. — Altes sizNanisches Apothekergonücht: Soll heißen „Admo". «r. 8896 r« Selbflmor» Du Pfarrer« mm Fstchm. Üf«mt Hillgaeth gestern gestorben. Wie bereits berichtet, »mrride der Pfarrer von Fifchan, Hermann Htllyarth, vor einiger Zeit wogen MtzMkchM homosexuellen BeiOehrs verhaftet u«d dem KreiSgericht eingeliefert. Etz wvrde ihn» auch voryeworfsn, sich cm Fstyendlichen verlange« zu haben. Nachdem er drei Wochen in UnterswchtmgShoft gesessen war, warrde er, da sich ei« großer Teil der gegen ihn erhobenen AnsschnM'gmvgsn als unhaltbar erwiesen hatte, ontlhastet. Freitag nachts nahm der dann eine groß« Menge Beeonal und wurde dn schwerverletztem Zustand frt das Spital eöngellefert. Gestern nachts ist er nun, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben. Zn einem hinterbassenen AbschiedSbrief bezeichnet er die gegen rhn erhobenen AivKagon als hwlölvs und bittet, daß man ihn — der als Pfarrer allen Selbsbmärdern dakirchliche BegrÄbnis veÄveitzevt hatte — ohne jede kirchliche Zeremonie begrabe« möge. RauDSbertall auf eiue« Lrafikaute«. Samstag spät abends wurde ein Trafikant in Fauerbach von einem Burschen, der in das Geschäft gekommen war, um Zigaretten zu kaufen, durch drei Schüsse schwer verletzt. Der Täter, der es auf die Kasse abgesehen hatte, und sein vor dem Geschäfte wartende Komplize flüchteten. Gestern nachts sind nun an der Wiener Grenze zwei der Tat verdächtige Personen verhaftet worden. Die Erhebungen sind eingekeftck. SttaßemittfAtt. Gestern wurde auf der KaMenbergerstraße der 70jährige Sena-bSprätsitdenft Dr. Rddclff Kendler von einem Radfahrer ntedergestoßen und erlitt schwere Verletzungen. — Der 69jährige SektionÄchef Friedrich Dla'ba e stürzte gestern, atz er auf einen bereits in Fahrt befindltchru Straßenbühnzua vor dem Kon-zerthaus auffp ringen wollte, nieder und erlitt eine Gehirnerschiitterung. — Der 66iährige Kaufmann Georg Brandtner wurde gestern von einem Motorrad in der Zörgerstraße niedergestoßen und mehrfach verletzt. Auch der Motorradfahrer erlitt ziemliche Verletzungen. — Infolge eines Awozusammenstoßes find gestern auf der Landstraße der 40jäbri^e K-rufinann Johann Maier und seine Gattin verunglückt und mit imchrfachen Verletzungen in das Spital gebracht worden. — Der 36jährige Schneidermeister Bernhard W e i n b e rger wurde gestern von einem Auto überführt und erlitt schwere VerletzlMgvn. — Der 20jÄhcky>e Fmsbevpuller Otto Dumm und der 19jährige Justallateurge-Hilse PaM Brüssel wurden gestern iuifoilye Maschin-eudefekbes vom ihrem in voller Fahrt befindlichon Motorrad gcMleuidert; beide mußten mit schweren Veriletzunye« i« das SiplM gebracht werden. Ciröffnung der Seilbahn auf den Pfänder. Gestern wurde in Bregenz in Anwesenheit des Bundes- Präsidenten Dr. Hainifch die SeilschwebebaHn auf den Pfänder eröffnet. l. Preis: Eine Blblfalhek von 300 BMn H. Preis: Eine Gratlsrsise nach Palästina IU. Preis: Fdnf Dunim Land In Palästina and weiten 47 Preise I » ■Preisausschreiben Ausschneiden SVr. 37 BEZEIOHNUNÖ DSB WOBTS; Wagrecht: 1 Deutscher Kurort, 4 Staat in Europa, 6 Italienische Musiknote, 7 Abschiedsgruß, 8 Rinderart, 10 Papageienart, 12 Engl. Bier, 13 Musikal. Tonart, 15 Fluß in Aegypten. 16 Türkischer Name. Senkrecht: 1 Griechischer Buchstabe, 2 Insektenart, 3 Französischer Dichter, 4 Englischer Adel, 5 Ohne Wert, 6 Umstandswort, 9 Italien. Musiknote, 11 Schmerzensausruf, 12 Faultier, 14 Aegypt. Sonnengott, 15 Chemisches Zeichen für Nickel. i s s 3 Ausschneiden MMWVMMa« Erklärung3 Ab 13. Februar erscheint t»glich In derwWlenerMorgenzeltttttg«ein Kreuzworträtsel, ftymonuig p]e Diagramme sind auszuschneiden und mit Tinte oder Tintenblei auszufüllen und einzusenden. Jeder Einsender kann an der öffentlich stattflndenden Verlosung, deren genauer Zeitpunkt noch bekanntgegeben wird, teilnehmen. Blatter, in welchen unsere Rätsel crsch enen sind, können Jederzeit gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken von unserer Administration nachbezogen werden m Der BeiscJtiufi des auf Seite 2 befindlichen Kupons ist unbedingt erforderlich.