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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-03 · Heft 2878 (3.3.1927) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2878 (3.3.1927)
Date
1927-03-03
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 287' Wien, Donnerstag wtVRCf KKOYgCIqfulMlg Sie HmeeWoioutnee der Hakoatz. Filnszrh,, SM« bewilligt. Das Komitee für auswärtige Angelegenheiten im F u ßballverband der Bereinigten Staaten hat seine Erlaubnis dazu erteilt, daß die Fußballmannschaft der Wiener Ha ko ah in Amerika fünfzehn Spiele austrägt. Hakoah hat eine Einladung nach Konstanlinopel erhalten. Dcr Sporril'ub Ga'lattai Sarail rvßll anfangs Juni Vvei Spiele bet jüdischen Mannschaft anxtin^icrcn. Hakoah dürfte D.atj Anbei an nehmen. Ein Nnfug. Der AuiZschluß der SpieÄer Keistier nnv Na ine q. im sonnrä^:gcn Spiet Hakoah—Vienna kam gestern im Struma §ur Svrache. Da die beiden Spieler sowie die . Li'.M'N-r:ch.er and der Spielleiter verschiedcna-rilig aulssagbem, I n/uche die Angelegenheit zwecks Bermlhmruffig weil.'erer Zeugen I veetagk. Die beid-en Spieler Kd!&ctn aber weiter suspendiert nn'd tonnen a.m Sonntag nicht slpislen. — Diese | Art dvr Rechtsprechung des St-rmna ist ein grolx-r Unfug. Wenn sich die Herrschriften nicht.' crusieninen, dann soll die anrtomatische SuSpons wenig st ans bis zur Gn'bschcLnntz eines Fatlles aufgehoben werden. Warum müssen, die Beraine bestraft merlden, wein: >nvch gar nicht fostst>:>ht, ab ein Spieler zu diszjpliniiLren ist? Die Willkür des Struma und die sch rankeniv.',- Herrschaft der Schiedsrichter gereichen dem Wiener Futzballspovt gewiß wicht zum VorlE. Schiedsrichterbesetzungen. B. A. C.—W. A. C. (S«m8ilra>g) GvtUtdl, H a k o a h—SporMch Nvmrmnn, Austria—Rapid Pvetzlrr, Wacker—'Slimme,ring Metz. Sievan—Vienna Zwicker, F. A. C.—Rudvissh-ügsl Gobel. Schiedsrichter für die Spiele der jüdischen Amatenrvereine. Hasmonea—Sparta 16 ArnDer, I. A. C.—Wiener Kicker Wa-lt'er, Hakadur—Mt-W.ien Honig, Hagidor—-Mfergrumd Bachfri<s >er, Hechawer—«AliexanLra Apbow-itzer, Bar Kochba—Vrigittenauer Sportklub BromLerger, MaAabr gegen Sr! Istevn Albrechk, Hakoah (Amateure)—Achiduth (jüdischer Erup) Mbrecht. L MSrtz IW? . ...™—— - 77-X Ae Hakoah-Schwimmer k« LetzM. Bo« einem Reifeteilnehmer. 1. Mc ursprüngliche Zahl der Rcifeteiluehmer v«i 14 «dozierte sich durch die *m letzten Moment erfolgte Absage Arnolds, der aus beruflichen Gründen nicht mitkommen konnte, auf 13 Personen. Die Fahrt nach Prag verlief sehr angenehm. Dort wurden wir von ,Z>agibor", der mit 19 Mann zu demselben Feste fuhr und unserem ehemaligen Sekttonslerter E. Weiß begrüßt. Die Prager standen unter Führung des Herrn Black, sowie des bei uns in bester Erinnerung stehenden Fußballers Erich I u h n. Nach gemeinsamer Fahrt langten wir um 19 Uhr abends in Leipzig auf dem imposanten Hauptbaynhos au, voll wo uns die Mitglieder des Bar Kochba in unsere Quartiere geleitcteli. Die Zahl 13 sollte uns wirklich zum Verhängnis werden, -« Nassau Samstag mittags an Grippe erkrankte und da? Bett hüten mußte. Dadurch war einer unserer aussichtsreichsten Leute von der Teilnahme an den Wettkämpfen ausgeschlossen und wir konnten deshalb keinen der Stafselbowerbe bestreiten. Samstag um 9 Uhr begannen die Kämpfe. Als erste trat tzedy Bienenfeld im IlM-Mcter-Vrustschwimmen an und führte uns durch einen Sieg in neuer österreichischer Rekordzeit glänzend ein. Sie lag sofort in Führung und konnte ihre Gegnerinnen stets sicher halten. Die Zeit war Der Moderne Haushalt ItniSUe im Haushalt- Behandlung von Krantlheiten war in früheren Zeilen ein Teil der Frauenarbeit. Am Zustandekommen von jener Mischung geistvoller Beobachtung, geschickten Zugreifens und sinnlosen Aberglaubens, der unter dem Namen Volksmedizin die Anfänge der Heillunde umfaßt, haben wohl Frauen einen großen Anteil. Heute ist das Gebiet ihrer Betätigung fest umrissen: Anwendung hygienischer Grundsätze im täglichen Leben, rechtzeitige Berufung des Arztes, Durchführung seiner Verordnungen, Ausrottung überholter Meinungen. Nur auf einem Gebiet ist selbständiges, tatkräftiges Eingreifen geboten: die erste Hilfe bei UnfÄben oder den plötzlich wie Unfälle aufiretenden Erkrankungen. Dank der ESmarchschcn Samaritevkurse — einer pädagogischen Leistung, die gar nicht hoch genug angeschlagen und gewertet werden kann — ist es möglich, den Laien so vorzubilden, daß er in jedem Falle das Richtige vorkehrt, sicher keinen Schaden stiftet. An allen Schulen werden die Grundlehren der Unfallverhü-lung und der raschen Hilfe unterrichtet und der rege Besuch der Samariterkurse beweist, wie viele Erwachsene den Wunsch halben, ihr Wissen zu erneuern und zu ergänzen. Besonders wichtig ist solches Auffrischen dieser lobenswichtigen Kenntnisse für Frauen; denn innerhalb ihres Wirkungskreises spielt sich ein großer Teil der Unfälle ab. Selten sind,es große Katastrophen, die von häuslichen Vorkommnissen ausgehen — nur Brände wären hier zu nennen —, aber die Häufigkeit der vereinzelten Unfälle ist so groß, daß sie einen beträchtlichen Anteil an den Bemühungen der Nettungsgesellschaft verursachen. Ein Kästchen für erste Hilfe «ist wohl in jedem Haushalte zu finden, das Verhalten bei Unfällen jeder Frau vertraut. Die folgende Auszählung der Unfallsgefahren im Haushalts — aus Zeitungsnachrichten und den Erfahrungen der Wiener freiwilligen RettungsgeseAschaft gewonnen — soll zunächst zur Verhütung anregen. 1. Gefahren, die von den Feruevstellen und Lichtquellen ausgchen. Aus Herd oder Ofen fällt glühende Kohle auf den Holzboden; Vorhänge, vom Luftzug bewegt, kommen der Lampe, der Kerze, dem Ofenloch zu nahe; beim Ausräumen der Asche glimmt ein Stückchen Kohle im Afchenkistchen weiter und sin'öet Nahrung; Petroleum wurde zum Einheizen verwendet — die Flasche explodierte; in die Petroleumlampe oder den Spiritusbrenner wurde frische Flüssigkeit nachgefMt, bevor die Flamme erloschen und 'das Metall ausgeknhlt war; Kinder spielten mit vergessenen Zündhölzchen; die Gashähne blieben offen; ein GaSschlauch löste sich. Auch in diesem Zusammenhang sei aas die zweckbewußte Bvennstofftvirtschaft verwiesen, die in Nummer 1 dieses Blattes besprochen wurde. Wie viel weniger Feuersgefahr enchält 'der Haushalt, in dem jede Wärmequelle beobachtet wird! Freilich erfordert die dort angeführte Herzweise wieder genaueste Reinhaltung der Oefen, besonders das sorgfältige AuSräumen des Aschenloches, da sonst leicht Explosionen erfolgen könnten. 2. Gefahren 'durch unsachgemäße Verwendung von Chemikalien. Beim Putzerr von Kleidungsstücken, besonders Handschuhen, mit Benzin, kommt man dem Licht zu nahe — furchtbare Sprengschlcigel Laugenessenz, Ungeziefergi>fte, in unbozeichneten öder falsch bezeichneten Flaschen verwahrt, werden irvi'ümlich getrunken öder Speisen beigemengt. (Aus bet Wirtfchaftskunde für Hausfrauen von J8se Arlt, Leiterin der Fachkukse für VovkSpflege, Wien.) Wie pflege ich meine Schuhei ' Sein Schuhwerk richtig zu Pflegen, bedeutet eine große Ersparnis, da dasselbe viel länger schön und gut erhalten bleibt. Vor allem muß man ein Paar Schuh- Hölzer besitzen, die in den Schuh gesteckt werden, sobald derselbe ausgezogen wird. Beim Putzen wische man zuerst gut den Staub oder Kot ab mit einem weichen Lappen. Stöckel und Sohlenränder reinigt man mit der Kotbürste. Dann wird Creme urtt rinein weichen Tuch verrieben und nur Sohlen und Stöckel mit einem Bürstchen angestrichen. Erst bis die Creme übertrocknet ist, folgt das Nachpolieren mit einem weichen Mollappen. Je weniger man Creme verwendet, desto weniger bekommt das Leder Risse oder Sprünge, es muß' nur leicht eingefettet werden. Will man Hochglanz erzielest, poliert man noch ganz leicht mit einem Stückchen Samt nach. Der Schuh bleibt beim Putzen auf dem Holz, welches dann entfernt werden kann. Nasse Schuhe stelle man nie ganz in die Nähe eines Ofens, sondern nur an einen mäßig warmen Ort, sonst zerspringen Oberleder und Sohle. Wenn Bergschuhe öder sonstiges Sportschuhwerk naß sind, stelle man sie so zum Trocknen auf, daß die Ferse hoch steht und die Spitze nach unten gekehrt ist. Bevor Bergschuhe ganz getrocknet sind, reibe man ste noch in gut feuchtem Zustande mit Lederfett ein, da dasselbe, so" besser in die Poren eindringt, nachdem der Kot vorher einfach abgewaschen worben ist. Um Sohlen geschmeidig, haltbarer und wasserdicht zu machen, empfiehlt es sich, dieselben nrit Schuhvafelin gut einzufettem Wenn schwarze Lackschuhe schon alt und glanzlos' geworden sind, kann man sie mit roher Zwiebel einreiben, trocknen lassen und mit einem^ Wolltuch glänzend polieren. Sie sehen dann wieder wie neu aus. Lackleder im allgemeinen soll mit dazugehöriger Creme poliert werden. Warme Einlagesohlerr für den Winter macht man sich selbst auf folgende Weife: Fünf bis zehn Blätter Zertungspapier aufeinanderlegen und durchheften, dann in Sohlenfornr ausschneiden. Dann zwei Stofsteile schneiden, oben und unten anheften und das Ganze mit der Maschine durchsteppen, an den Rändern doppelt und in der Mitte in Wellenlinien oder Zickzack. Solche Sohlen dauern monatelang und halten den Fuß sehr trocken mrd warnr. E. M. Leber de« Gebrauch von hartem und weichem Baffer. Brunnenwasser (hartes Wasser) wird zu folgenden «verwendet: Knödel, Nudel, Spinat, Schnoivebohrren ttungen Fische, Vöckelzunge, Kaffee, harte Eier, Obst. Sind diese Speisen mir hartem (Brunnen-) Wasser besser, so müssen wiederum alle Fleischgattungen, Hülsenfrüchte, Gemüse in toeichem (Fluß-) Wasser gekocht werden. Au» dem Reich der Küche. Bouillon oder braune Suppe. Leber, Sellerie, Petersilie, gelbe Rübe werden in rohem Zustand in kleine Stückchen geschnitten, in ein Kasserolle, worin ein Stückchen Fett, gegeben und in diesem eine Stunde gebräunt; hierauf nehme man einige Schöpflöffel von der Rindsuppe, gieße sie in die Kasserolle, schütte dann alles in die bereitstehende Fleischsuppe, lasse es noch längere Zeit mitkochen. Oie Suppe wird kodann durch ein reines Tuch passiert unv beim Souper als braune Suppe oder Bouillon s erviert. Teint.Mayonnaise das moderne Wasch- und Hautpflegemittel, bringt jfu^end und &dkön1kmti M Arkana" Oes. m. b. H., Wien, XU. / Tel.SÄ-3-77 ln PaifOmeiien, Drogerien, Apotheken, Friseurgesch&itea Hecht gebraten. Der Hecht (1 Kilogramm für vier Personen) wird gut abgeschuppt, ausgenommen, gewaschen, eingesalzen, dann schneide man am Bauche des Hechtes einige lange Schnitte ein, gebe in diese Schnitte einige reingeputzte Sardellen, bestreue es mit Semmelbröseln, gebe ein Stück Butter dazu, lege den Fisch in eine Pfanne mit dem Rücken nach oben, stelle ihn in die Röhre, lasse rhn bei schnellem Feuer eine halbe Stunde bei öfterem Begießen braten, gictzc dann einen Viertelliter, sauren Schmetten dazu, lasse dann den Fisch noch zehn Minuten in der Röhre braten, lege den Hecht auf eine lange Fischschüssel, garniere ihn mit grüner Petersilie, passiere die Sauce durch einen Seiher und gebe sie in der Sauciere zu Tische Ein Karpfen kann auf dieselbe Art zubereitet werden. Polnische Sauce. Man mache eine dünne Einbrenn, hacke sein grünen Knoblauch und grüne Zwiebel, etwaA Schnittlauch «und grüne Petersilie, gebe dies alles in die Einbrenn, gieße Rindsuppe darauf und koche es ein. Farcicrter Braten. Ein Viertegkilogramm Kalbfleisch, ebensoviel Rindfleisch werden fein gehackt, IM Gramm (14 Dekagramm) auf kleine Würfel geschnittenes Fett, zwei in Wasser geweichte Semmel, zwei Eier, das« nötige Salz, etwas fein geschnittene Limonefchale, ein rventgl Pfeffer und etwas zerriebener Majoran. Alles das knete man gut durch, forme eine starke Wurst daraus. Indessen lasse man eine seingeschnittene Zwiebel auf Fett schäumen, lege die Wurst darauf, lasse sie unter öfterem Begießen von Suppe eine Stunde in der Röhre braten, dann zerschneide man sie in dünne Scheiben und lege sie auf die Schüssel, gieße die Sauce darüber. Man kann es auch kalt essen ohne Sauce. Speise «ns geriebenem Teig (milchig. — Für vier Personen). Aus einem ganzen Ei und zwei rohen Eidottern macht man geriebenen Teig, kocht denselben in guter Milch ein und läßt ihn sodann verkühlen; 3 rohe Eidotter und eine Prise Salz werden eingerührt und das Ganze auf einem mit Mehl bestreuten Nudelbrett fingerdick ausgeivaM; mit dem Krapfenstecher sticht man sodann runde Scheiben aus diesem Teig, balliert diese Scheiben in MeM, sodann in einem zerklopften Ei und schließlich in feinen weißen, duvchgestebten Semmelbröseln, bäckt alle diese Scheiben in guter Butter schön gelb ab, beschmiert eine Kasserolle gut mir frischer Butter, legt eine Schichte, der gebackenen Scheiben hinein, bestreut sie gut mit Zucker und Zimt und verfährt so fort, bis die Form ziemlich voll ist, dann gießt man einen Liter guten Schmetten darüber, läßt es in der Röhre gut durchziehen, stürzt es auf eine Schüssel und bestreut es mit Zucker und Zimt. Bredel. 3 Seidel Mehl und IM Gramm! (14 Dkg.) Butter werden gut durchgearbeitet, sodann dazu gegeben 70 Gramm (7 Dkg.) Zucker, Zitronenschale, 2 Eteir, Va Seidel Rahm, 70 Gramm (7 Dkg.) gestistelte Mandeln 70 Gramm (7 Dkg.) Hefe, etwas Salz. Diesen Teig treibe man gut ab, lasse ihn aufgehen und forme damus Brezel. Mohnvrezeln zum Tee. (Für 4 Personen.) Man zerbröckelt 160 Gramm (15 Dkl.) Butter auf kleine Sttickchen, nimmt 200 Gramm (20 Dkg.) Mehl, etwas Hefe, wenig Salz, 40 Gvamtrn (4 DA.) Zucker, 2 bittere Mandeln, arbeitet dieses auf dem Brett gut durch, formt daraus lleine Brezeln, beschmiert sie mit zerllopstem Ei, mengt Zucker mit Mohn durcheinander nno bestreut die Brezeln reichlich damit, läßt sie goldgelb backen und gibt sie znnr Tee. w ä s c 1 vt f ü r öa n z Wi e n! ZENTRALE'VI'WALLü-TEL' 35 20 SERIE Korienlote Abholung und ZueleUuntf ln allen Beoirken

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